Schroddis Tag 504 – Du hast 3 Tage Arbeit fuer uns? Kein Ding, wir bleiben dann mal 5 Wochen

15 09 2011

Ort: Km 12.143, Im Wellblech-Wohnzimmer, Kununurra
Ortszeit: Roadtrip Tag 106, 13.09.2011, 21.00 Uhr
Wetter: Frostige 17 Grad, dunkel
Anwesende: Das Brummen des Kuehlraums

Schrottplatz unter Palmen

Schrottplatz unter Palmen

Nachdem uns oder eher Monique ein Job fuer wenigstens drei Tage zugesagt wurde, erschienen wir bereits zur Arbeit, nachdem wir keine 4 Stunden in Kununurra angekommen waren. Es handelte sich um keine sonderlich grosse Farm und die Besitzer schienen einen leichten aehm, ich nenne es mal Sammlertrieb, zu haben. Um den Wellblechverschlag standen 13 Autos, welche auf den ersten Blick allesamt nicht mehr fahrbereit waren und zum grossen Teil lange vor meiner Geburt gebaut wurden. Ansonsten stapelte sich nicht nur Metallschrott in beachtlichem Ausmasse, sondern fanden sich auch fuenf Wohnanhaenger aus den 70er Jahren, von denen vier ganz sicher nicht mehr auf eigener Achse bewegt werden konnten, ohne auseinander zu fallen.

Papaya- und Bananenmobil

Papaya- und Bananenmobil

Nach kurzer Begruessung wurden wir in unsere Arbeit eingewiesen. An diesem Nachmittag sollten wir Papayas pfluecken. Bis dato hatte ich diese Frucht noch nie in seiner eigentlichen Form gesehen und war fast der Meinung, dass es sich bei Papaya lediglich um einen Geschmacksstoff fuer Fruchtsaefte handelte. Hier liess ich mich also vom Gegenteil ueberzeugen und das Thema Saft war gerade der unangenehmste Punkt an diesen bis Fussball grossen Schwergewichten. Sie wachsen auf bis zu 5 Meter hohen Palmen. Sobald man eine dieser Dinger pflueckt, laeuft aus den Staengeln an der Pflanze, sowie der Papaya selbst eine milchige Fluessigkeit, welche bei Hautkontakt ganz ordentlich anfaengt zu brennen und im schlimmsten Fall einen Ausschlag ausloest. Daher wurden wir mit langen Gummihandschuhen ausgestattet, was bei 36 Grad im Schatten nicht unbedingt die angenehmste Bekleidung war.

Mit Gordon, unserem neuen Kollegen ging es dann ins Feld. Gordon war mindestens doppelt so alt wie ich und muss als Kind mal in einen Topf mit Valium gefallen sein. Er sprach nicht nur in Zeitlupe, nein, er bewegte sich auch so. Mit einem Vorarbeiter diesen Kalibers kam man wenigstens nicht ins schwitzen. Ok, das ist so nicht ganz richtig… Man waere bei 15 Grad weniger wohl nicht ins Schwitzen gekommen. In jedem Fall war die Pflueckarbeit echt gemaechlich.

Nachdem wir genug gesammelt hatten, ging es zurueck in den Verschlag, wo wir die Fruechte wuschen und verpackten. Nach der Arbeit bot man uns an, fuer die Zeit, in der wir arbeiteten in einem der Wohnwagen unterzukommen. Wir lehnten dies erstmal dankend ab und verzogen uns fuer die Nacht wie gewohnt in den Busch rund 10 km ausserhalb der Stadt. Entgegen unseres Gespaechs am gleichen Tag, bat man auch mich am naechsten Tag wieder zur Arbeit zu kommen. So schlugen wir noch mitten in der Nacht um 6.30 Uhr des naechsten Morgens wieder am Farmgelaende auf.

Eine "Ordnung", die nicht lange halten sollte

Eine "Ordnung", die nicht lange halten sollte

Innerlich hatte ich mich bereits auf eine neue Runde Papayas vorbereitet. An diesem Tag sollte es jedoch anders kommen. Die beiden Farmbetreiber-Opis Chris und Neville hatten andere Plaene fuer mich. Eine separate Wellblechhuette, welche bis unters Dach zugemuellt war, sollte entruempelt werden. Ausserdem hatten die Termiten saemtliche Holzbolen zerfressen, welche die Rumpelkammer eigentlich zusammenhielten. Diese sollten nun durch bissfeste Stahltraeger ersetzt werden. An genuegend Rohmaterial dafuer sollte es auf dem Hof schliesslich nicht mangeln.

Es ist immer wieder faszinierend, was sich in den zugemuellten Huetten von Farmern alles so findet. Neben einigen Motoren, groesstenteils in Einzelteilen, zogen wir unter anderem eine rund 50 Jahre alte Honda ans Tageslicht. Obwohl man gegen die dortigen Spinnenweben beinahe mit einer Machete haette vorgehen muessen, fand sich ueberraschenderweise relativ wenig Getier. Die dort heimischen Kroeten erledigte Chris mit einigen gezielten Tritten und nach nur wenigen Stunden kam endlich das Betonfundament zum Vorschein. Nun ging es daran, das zerfressene Holz gegen soliden Stahl zu tauschen. Zu meiner Belustigung wollte man mir dafuer die Bedienung eines Akkuschraubers erlaeutern. Mit einem laecheln erklaerte ich ihm, dass ich zu Hause mit dem grossen Schwestermodell Bosch PSR 18 arbeite. Nunja, man liess mir dann freie Hand. Schnell waren die Traeger zurecht geflext und alles neu verschraubt. Tags drauf stand die Huette wie neu und wartete auf neuen Schrott, der darin gelagert werden koennte.

Dachverlaengerung - nach Fertigstellung mit gut 800 Schrauben befestigt. Die letzten 150 mit blossen Zaehnen reingedreht

Dachverlaengerung - nach Fertigstellung mit gut 800 Schrauben befestigt. Die letzten 150 mit blossen Zaehnen reingedreht

Unsere anfangs besprochenen drei Tage Arbeit waren damit eigentlich um, von erneuter Arbeitslosigkeit jedoch keine Spur. Als naechstes wollten unsere alten Herren das Hauptdach verlaengern, um darunter einen Laster zu parken, welcher dafuer noch mit einem neuen Motor versehen werden muesse. Ausserdem stand noch ein Reifenwechsel von gut 1,5m hohen Traktorraedern, die Reparatur eines monstoesen Pflugs, sowie einigen anderen Kleinigkeiten an. Waehrend ich hier also Bob der Baumeister und Staplerfahrer Klaus spielte, pflueckte Monique weiterhin mit Gordon und zwei Hollaenderinnen Papayas und Bananen. Aus anfaenglichen 3 Tagen Arbeit sind nun vier Wochen geworden. Eine noch, dann hauen wir aber wirklich ab…

Es gruesst Bob der Stapler Schroddi



Schroddis Tag 502 – Mal wieder auf Jobsuche

11 09 2011

Ort: Km 12.102, Im Wellblech-Wohnzimmer, Kununurra
Ortszeit: Roadtrip Tag 104, 11.09.2011, 13.00 Uhr
Wetter: Kuehle 30 Grad, windig
Anwesende: Fliegen – wie fast ueberall

Nach unserem Offroad-Abenteuer steuerten wir langsam aber sicher Kununurra an. Von sehr vielen Leuten hatten wir bereits gesagt bekommen, dass wir ganz sicher einen Farmjob bekommen wuerden, da es um den Ort Anbauflaechen gibt, soweit das Auge reicht. Da wir ohnehin wieder arbeiten mussten, weil sich unser Reisebudget langsam aber sicher drastisch dezimierte, planten wir also am kommenden Montag in den Ort zu fahren und direkt nach Arbeit ausschau zu halten. Zwischen uns und Montag stand nur noch eines: Eine Nacht – Eine Nacht,

Schatz, werf mal nen Stahtraeger nach. Das Hoellenfeuer geht sonst aus

Schatz, werf mal nen Stahtraeger nach. Das Hoellenfeuer geht sonst aus

die wir ohne nerviges Generatorbrummen verbringen wollten. Auf unserer Suche nach einer geeigneten Nische wurden wir auch relativ schnell fuendig. Unser Platz fuer die dunkle Zeit des Tages war das Ufer eines weitestgehend ausgetrockneten Bachlaufs. Da es an trockenem Treibholz nicht mangelte, war eine Feuerstelle schnell eingerichtet und wir ueberlebten die Nacht ohne von wilden Tieren angefallen zu werden.

Am naechsten Morgen ging es dann die letzten gut 100 km vorbei an brennenden Waeldern in die Stadt. Auf den ersten Blick machte Kununurra keinen sonderlich einladenden Eindruck. Das Stadtbild war gepraegt von herumlungernden Aboriginies und die Gebaeude, sowie die nicht vorhandenen Gruenanlagen verspruehten nicht gerade tropischen Charme. Dennoch wollten oder besser MUSSTEN wir hier eine Weile zum Arbeiten bleiben. Entgegen der Aussage, dass es in Kununurra endlose Farmen gibt, hatten wir bisher nur karge Outbacklandschaft gesehen und wunderten uns, wo hier die riesigen Anbaugebiete sein sollten. Unser erster Anlaufpunkt war

Das Lagerfeuer fiel etwas groesser aus

Nach 30 Minuten Fahrt holten wir die Restglut des Vorabends wieder ein

die Touristeninformation, wo ich mich auch gleich schlau machte, wie es denn mit Arbeit aussieht. Die nette Dame am Tresen meinte, dass es gar nicht so schlecht waere und gab mir Telefonnummern von 6 Farmen und einer Arbeitsagentur. Da letztere direkt um die Ecke lag, statteten wir ihr einen kurzen Besuch ab. Der Vorraum war gefuellt mit Backpackern, was uns nicht gerade ein Gefuehl von Hoffnung auf einen Job gab. Dies bestataetigte mir leider auch die dortige Vermittlerin. Auf der Warteliste fuer Farmjobs befaenden sich rund 60 – 80 Leute und es koenne gut 1-2 Wochen dauern bis wir etwas bekommen wuerden. Nach dieser ernuechternden Aussage entschieden wir uns ertmal auf eigene Faust die Farmen abzuklappern. Dazu mussten wir diese jedoch erstmal finden. Da wir auf dem Weg in die Stadt aus westlicher Richtung nichts gesehen hatten, versuchten wir unser Glueck einfach weiter gen Osten. Wir fuhren einige Kilometer aus der Stadt und erspaehten durch die Baeume eine grosse Freiflaeche. Dort trafen wir auf einen alten

Kuerbisernte? Nein, Danke

Kuerbisernte? Nein, Danke

Herren, welcher uns spontan nichts anbieten konnte, jedoch in der kommenden Woche eventuell einige Helfer zur Kuerbisernte brauchte. Wir liessen zwar unsere Nummern da, waren uns jedoch sicher, dass wir nicht eine ganze Woche auf die Kuerbisernte warten wollten. Einige von euch wissen sicherlich, dass die Dinger nicht im Supermarktregal, sondern auf dem Boden wachsen und scheisse schwer sind. Bevor ich mir damit wieder einen Hexenschuss einfange, verkaufe ich doch lieber meine getragene Unterwaesche vorm oertlichen Einkaufzentrum.

So ging die Suche nach einer geeigneten Farm also weiter. Leider jedoch recht erfolglos. Als wir schon wieder beinahe auf dem Rueckweg in die Stadt waren, schleuderte uns ein entgegenkommendes Auto zu allem Ueberfluss auch noch einen Stein in unsere gerade mal drei Monate alte Scheibe und verpasste uns einen netten Steinschlag. Kununurra schien uns nicht gut gewogen. Waehrend Monique

Delorean - Fluxkompensator ausgefallen

Delorean - Fluxkompensator ausgefallen

langsam immer schlechtere Laune bekam und schon gar keine Lust mehr hatte, vor Ort zu bleiben, bekam ich grundlos immer bessere Laune. Auf dem Rueckweg stoppten wir noch an einem Verschlag mit einigen Traktoren, welcher wenigstens farmaehnlich aussah. Dort konnte man uns zwar keinen Job anbieten, jedoch verriet man uns, wo sich die Anbauflaechen befanden. So ging es diesmal gen Norden aus der Stadt und ploetzlich waren wir mitten im Land der Bananen und Mangos. Wir fuhren dort einige Hoefe an, trafen jedoch auf keine Menschenseele. Dann sollten wir jedoch Glueck haben. Arbeit gab es hier fuer uns nicht, allerdings gab man uns den guten Tipp, dass die Farmhelfer des Nachbarn am heutigen Morgen nicht auftauchten und wir unser Glueck mal dort versuchen sollten. Im entsprechenden Hof fand sich in einem Wellblechverschlag ein aelterer Herr, welcher von unserer Arbeitsanfrage etwas ueberfordert schien. Es machte den Eindruck als wuesste er nicht so recht, wie er ein „Nein“ formulieren sollte und kam gegen unsere Hartnaeckigkeit nicht so recht an. So bot er uns anfangs einen Job nur fuer Monique und das auch nur fuer die kommenden drei Tage, was er mit taeglich 100 Dollar vergueten wollte. Wir schlugen zu, da lediglich Monique auf Farmarbeit angewiesen war und wir in den drei Tagen genuegend Zeit haben wuerden, uns nach etwas anderem Umzusehen. Nach diesem kurzen Gespraech wollten wir nur noch mal bestaetigen, dass Monique dann nach der Mittagstause zur Arbeit kommt, jedoch bat er mich dann ueberraschend auch noch zu kommen.

So hatten wir nun noch eine ganze Stunde Zeit, uns ueber unseren ueberraschend schnell gefundenen Job zu freuen, bevor der Ernst des Lebens wieder anfangen sollte…

Es gruesst der Schroddi mit Jobgarantie



Schroddis Tag 481 – Mit Eddy und Wendy auf Abwegen

31 08 2011

Ort: Km 10.816, Am Aschehaeufchen des Lagerfeuers der Nacht zuvor
Ortszeit: Tag 82, 21.08.2011, 10.15 Uhr
Wetter: 25 Grad, leicht windig
Anwesende: Das rauschen einer leichten Windprise in den Baeumen, einige verspielte Kakadus, zwitschernde Voegel, kreisende Adler, der vor sich hin plaetschernde Bachlauf UND EIN BESCHISSEN LAUT BRUMMENDER STROMGENERATOR UNSERES NACHBARS *grrr

Auf unserem Weg von Derby nach Kununurra wollten wir uns unbedingt zwei Dinge ansehen. Zum einen den Wolfe Creek Meteroitenkraten, welcher als Namensgeber fuer einen Film steht, in dem es um einen nicht gefassten Backpacker Killer geht. Zum anderen sollte der Punululu National Park mit seinen Bungle Bungles auf dem Programm stehen. Beide Ziele konnten wir mit unserem handelsueblichen Stadtauto nicht erreichen. Drum planten wir, unser Auto irgendwo stehen zu lassen und per Anhalter weiter zu kommen.

Da sich auf dem Weg zum Krater lediglich eine Strassengabelung anbot, an welcher wir unser ganzes Hab und Gut den Tag ueber stehen lassen koennten und es in der Gegend von Aboriginies wimmelte, entschieden wir uns diese Sehenswuerdigkeit doch lieber auszulassen. Etwas besser schien die Gelegenheit am Punululu National Park. Dort befand sich an der Strassenkreuzung zum Park ein Rastplatz an einem Bachlauf. 06 muhs

Es fand sich ein wunderschoen sandiges Schattenplaetzchen direkt am Ufer, wo wir unser Zelt aufschlagen wollten. Wir hatten uns noch nicht lange niedergelassen, als einer unserer Nachbarn vom anderen Ende des Rastplatzes angelaufen kam und uns den heissen Tip gab, dass wir unser Zelt noch nicht aufschlagen und das Auto besser umparken sollten, da wenig spaeter genau an dieser Stelle eine Rinderherde mit rund 3000 Tieren durchgetrieben werden sollte. Da wir keinen Tunnel in unserem Wohn-, Ess- und Schlafzimmer haben wollten, suchten wir uns vorlaeufig einen neuen Stellplatz. Bereits wenig spaeter hoerte man ganz in der Naehe Hubschrauber und kurz darauf kam das erste Rind um die Ecke, gefolgt von einer riesigen Staubwolke, bestehend aus hunderten von daemlichen Tieren, welche panisch vor den beiden Hubschraubern fluechteten. 07 cowboys

Als sich der Staub irgendwann legte, erschienen vier Reiter, die das Ende der Herde markierten. Nun war es fuer uns an der Zeit, den besten Spot fuer unser Nachtlager zu sichern. Wir breiteten uns als mit dem Zelt auf einer schattigen Sandbank direkt am Ufer des kleinen und wunderschoen verwachsenen Bachlaufs aus.

Am naechsten Tag wollten wir die Bungle Bungles im Punululu Nationalpark ansehen, allerdings sind in dem 53km entfernten Nationalpark nur Allradfahrzeuge mit einer hohen Bodenfreiheit zugelassen. So mussten wir uns halt eine Mitfahrgelegenheit fuer den Tag suchen. Einer unserer Nachbarn bot auch spontan an, uns mitzunehmen, allerdings hatte er eine gehbehinderte Lady dabei, was nicht auf allzu viel Wandern schliessen liess. So lehnten wir das Angebot dankend ab und wollten uns lieber am kommenden Tag direkt an der Highway Abfahrt ein etwas sportlicheres Exemplar suchen.

Am naechsten Morgen standen wir dann also um 8 Uhr an besagtem Ort und versuchten jemand zu finden, der noch nach Unterhaltung fuer den Ausflug suchte. Leider sollte uns das Glueck

Unser bereifter Held

Unser bereifter Held

nicht so gewogen sein. Es war ein recht ruhiger Tag und viele Leute wollten nur mal gucken, jedoch nicht in den Park fahren. Nach ueber einer Stunde rumalberns kam dann ein Lichtblick. Ein Paerchen haette uns so gerne mitgenommen und fuehlte sich furchtbar schlecht, dass sie nicht in den Park fuhren und uns daher nicht helfen konnten. Daher stellten sie sich mit uns hin und fingen an, mit uns die Autos anzuhalten. Nach einiger Zeit erfolgloser Arbeit, fuhr das Paar wieder und wir probierten unser Glueck alleine weiter. Wir kamen mit einem aelteren Paerchen

ins Gespraech und sie boten an, dass sie noch kurz den Wohnanhaenger absetzen wollten und uns dann abholen, falls wir noch da stuenden. Als auch sie nach einer knappen Stunde nicht wieder kamen, dachten wir schon an Aufgabe. Ploetzlich

Noch Pfuetze oder schon Wasserloch?

Noch Pfuetze oder schon Wasserloch?

kamen Eddy und Wendy dann wieder um die Ecke gerauscht und baten uns in ihrem Nissan Navara Platz zu nehmen.

Die Tour konnte endlich losgehen. Mittlerweile war es fast halb Elf. Bis zum eigentlichen Parkeingang sollten noch 53km Staubpiste vor uns liegen. Auf den Informationstafeln vor Ort war angeschrieben, dass die Strecke rund 2-3 Stunden in Anspruch nehmen wuerde, was wir uns jedoch nicht wirklich vorstellen konnten. Der Weg war sehr rauh und wir waren uns nach den ersten paar Kilometern sicher, dass es bereits bis zu diesem Punkt saemtliche Teile an unserem Auto locker geruettelt haette. Dies sollte

Zeit den Aussenborder auszupacken

Zeit den Aussenborder auszupacken

jedoch nur ein Vorgeschmack von dem sein, was noch bevorstand. Nach einigen Minuten Fahrt erreichten wir den ersten von einer Hand voll Bachlaeufen, die es zu durchqueren gab. Wir pfluegten uns also durch das huefthohe Wasser, in dem unser Fahrer Eddy sichtlich seinen Spass hatte. Der Weg wurde immer extremer. Die Schlagloecher tiefer, die Steine groesser und die Kuppen steiler. Unsere Anschnallgurte waren schwer damit beschaeftigt uns in den Sitzen zu halten, waehrend Eddy und Wendy Schwank aus ihrer Jugend erzaehlten. Vor einem der letzten Bachlaeufen tauchte vor uns ploetzlich ein Auto mit Wohnanhaenger auf. Unglaeubig trauten wir unseren Augen nicht. Beim besten willen konnten wir uns nicht vorstellen, wie er den Weg bis zu diesem Punkt geschafft hatte. Der Verrueckte musste bis an diesen Punkt nicht nur 03 Der Staubteufel war ueberallseine Inneneinrichtung zerlegt, sondern sein Wohnzimmer ebenfalls geflutet haben. Eddy hatte dafuer ueberhaupt kein Verstaendnis und regte sich vergnuegt ueber so viel Bloedheit auf. Nach ueber 2,5 Stunden Fahrt kamen wir ordentlich verstaubt und geschuettelt, nicht geruehrt im Park an. Niemand hatte erwartet, dass es so eine Ewigkeit dauern wuerde. Da es mittlerweile bereits frueher Nachmittag war, blieb uns nicht einmal mehr eine Stunde zum Wandern, bevor es schon wieder auf den Rueckweg gehen musste. Die Fahrt zog sich unheimlich, Eddy hatte hinter dem Steuer jedoch seinen Spass. Er lebte mit seiner Frau nun schon seit 52 Jahren in Australien, lange bevor es im Land anstaendige Strassen gab, jedoch waren sich beide

Bungle Bungle

Bungle Bungle

einig, dass dies das wohl abenteuerlichste Streckenstueck war, welches sie je bewaeltigt hatten. Als wir nach weiteren ueber 2 Stunden endlich wieder den Highway erreichten, gab auch bereits das Auto etwas seltsame Klaenge vor sich. Leicht Seekrank kamen wir gluecklich am Abend wieder an unserem Schlafplatz an. Wir hatten zwar vom Nationalpark nicht viel gesehen, jedoch war in diesem Fall der Weg das Ziel. Am naechsten Tag sollte es dann wieder auf befestigten Strassen weiter nach Norden gehen. Das naechste Abenteuer wuerde schon irgendwo auf uns warten.

Es gruesst das Offroader Schroddi
(Geschuettelt, nicht geruehrt)



Schroddis Tag 480 – Oom Broome Heroom

28 08 2011

Ort: Km 10.816, Mal wieder ein Rastplatz am Great Northern Highway
Ortszeit: Tag 81, 20.08.2011, 17.00 Uhr
Wetter: 26 Grad, wolkenlos
Anwesende: Der scheinbar unendliche Highway

Vollgestopft mit beeindruckenden Impressionen fuhren wir vom Karijini Nationalpark wieder auf den Highway Richtung Norden. Dort sollten wir nach rund 450 km endlich wieder das Meer zu Gesicht bekommen. Ein Blick in unseren Reisefuehrer hatte uns verraten, dass es in einem winzigen Dorf einen Traumstrand mit einem super Schnorchelspot geben sollte. Wir wollten nicht nur die Chance fuer einen Schnorchelausflug nutzen, sondern auch die rote Staubkruste von unseren Koerpern loesen und nach der ersten Dusche seit gut 5 Tagen endlich mal wieder wie normale Menschen aussehen. Vor Ort war der Strand recht schnell gefunden. Zwar hatte das Wasser wunderschoene Blautoene, jedoch schien es etwas trueb. Dennoch sprangen wir ins warme Nass, gaben das Schnorcheln jedoch nach kurzer Zeit auf, da es nicht nur trueb sondern auch alles andere als Fischreich war. 07 lighthouse

Zu unserer Ueberraschung waren wir auch nach 20 Minuten im Wasser unsere rotbraune Kruste nicht los. So half also nur noch Seife und echte Handarbeit unter der nahegelegenen Stranddusche. Mit einem wesentlich blasseren Hautton fuhren wir anschliessend ein weiteres Stueckchen entgegen unserer eigentlichen Route nach Westen, um uns Karratha, eine Industriestadt anzusehen. Meine erste Anlaufstelle war ein Elektrofachhaendler auf der Suche nach einer neuen Kamera. Nach einiger Zeit Internetrechersche fiel meine Wahl und ich lief kurze Zeit spaeter mit einem wesentlich leichteren Portmonaie und meinem neuen Spielzeug aus dem Laden. Entschieden hatte ich mich fuer ein staub- und wasserdichtes Exemplar, was auf unserem weiteren Trip wohl von Noeten sein wuerde.
Gegen Abend verliessen wir die Stadt wieder, diesmal Richtung Osten, um ein abgelegenes Flussufer zu unserem Nachtlager zu machen. Headland

Am naechsten Mittag fuehrte uns der Weg in das rund 200km entfernte Port Headland. Ein ebenfalls nicht besonders schoener Ort, gepraegt von Industrie, wo es uns nicht lange hielt. Nachdem auch Monique stolze Besitzerin einer neuen Kamera war, kehrten wir auch dieser Stadt den Ruecken. Das naechste Ziel lag ca. 650 km gen Nordosten und hiess Broome. Diese Strecke wollten wir diesmal versuchen mit einer Tankfuellung abzufahren. Eine echte Herausforderung, da wir es bisher nie ueber 550km geschafft hatten.

Unterwegs sollten wir nicht eine einzige Stadt passieren, jedoch fuhren wir entlang des 80 Mile Beach, welchem wir unbedingt einen Besuch abstatten wollten. So Bogen wir kurz vor Sonnenuntergang in eine unbefestigte Strasse, die jedoch in einem erbaermlichen Zustand war und uns eine Maximalgeschwindigkeit von 10 bis 30 km/h erlaubte. So drehten wir bald um und wollten es am naechsten Tag noch einmal an anderer Stelle versuchen. Nach einer Nacht direkt 03 80 mileam Highway und weiteren endlosen Kilometern mit diversen Schlangenbegegnungen fand sich ploetzlich eine Abfahrt zu einem am Strand gelegenen Bushcamp in nur 8km Entfernung. So quaelten wir unser Auto ueber die nicht gerade dankbare Buckelpiste zum Parkplatz des nahegelegenen Camps. Ueber einen Huegel gelaufen, mussten wir feststellen, dass es bis zum Strand noch ein ganzes Stueck zu laufen ist, worauf ich in der Hitze nicht annaehernd Lust hatte. Also beschloss ich zurueck zum Auto zu gehen und versuchte verbotener Weise durch das Camp zu fahren. Gesagt – getan, schlugen wir mit dem Auto an der Strandbar auf, wo wir uns als Tagesbesucher anmelden mussten. Ich schickte Monique rein, welche nach ihrem Karijini Sturz nur leicht ueberzogen als Hinkebein vorstellig wurde. Zu meiner Ueberraschung kam sie wenige02 Strandsofa Minuten spaeter raus und sagte mir, dass wir zurueck zum Parkplatz fahren koennten, um von dort mit einem Elektroauto abgeholt zu werden. Wir standen kaum in der Parkbucht, wartete bereits ein Golf Caddy hinter uns. Nach einer rasanten Fahrt fanden wir uns nur wenige Minuten spaeter an einem wunderschoenen Strand wieder, wo sogar unter Sonnensegen Sofas standen. Wir schmissen uns also auf eines der gemuetlichen Dinger und genossen den genialen Ausblick. Entgegen unserer Hoffnungen tauchte unser persoenlicher Buttler mit dem kalten Sekt und den Haeppchen nicht mehr auf, jedoch konnten wir damit leben.

Einige Stunden spaeter in Broome angekommen, galt es herauszufinden, was der Ort sehenswertes zu bieten hat. Neben Dinosaurierspuren, dem Staircase to the Moon und einigen anderen Kleinigkeiten schien es leider nicht allzu viel zu sein. Dafuer ist der Ort jedoch fuer seine Perlenindustrie bekannt, in der wir gerne einen Job gefunden haetten.
Da sich der Tag sich aber bereits dem Ende neigte, fuhren wir wieder aus der Stadt, um einen Schlafplatz zu finden. Etwa 20km ausserhalb sollte es einen Parkplatz mit Uebernachtungsmoeglichkeit geben. Nach kurzer Zeit erreichten wir den Parkplatz, von welchem ein Pfad in den Busch fuehrte. Nach rund 100 Metern erreichten wir eine kleine freie 04 BroomeFlaeche, in deren Mitte ein kleines Lagerfeuer loderte. Ich stieg aus dem Auto und traf auf einen massigen Australier, der mich herzlich begruesste. Um das Lagerfeuer standen einige Campingstuehle und ueberall lagen leere Flaschen und jede Menge Krempel herum. Es machte einen recht gemuetlichen Eindruck und liess darauf schliessen, dass dies wohl der einzige Rastplatz sein koennte, auf den sich endlich mal kein Rentner antreffen lassen wird. Wir sassen eine weile um das Feuer, als zu spaeterer Stunde noch einige Backpacker aus Deutschland, Frankreich und Israel auftauchten, die hier allesamt schon eine Weile lebten und in Broome arbeiteten. Es wurde eine lustige Runde bis ich irgendwann zu spaeter Stunde ins Bett oder besser ins Auto fiel. Am naechsten Morgen liess sich mit noch dicken Augen bei Tageslicht erstmal das ganze Ausmass des Chaosses erblicken. Man, war das eine Muellhalde, jedoch die mit Abstand sympatischste, auf der ich seit Langem gewohnt habe. Wenig spaeter duesten wir zurueck in die Stadt

Die Jobsuche in der Perlenindustrie fiel leider relativ ernuechternd aus. Die Saison stand kurz vor dem Ende und es wurde kein Personal mehr benoetigt. Daher beschlossen wir am kommenden Tag den Ort wieder zu verlassen und wollten es uns am Nachmittag noch etwas gut gehen lassen. 05 cliffs

Wenig spaeter fanden wir uns am nahegelegenen Cable Beach zu einem erfrischenden Badevergnuegen wieder. Gegen Abend sollte die Ebbe den Wasserspiegel um rund 8 Meter absenken und an einem nahegelegenen Stueck Steilkueste verschiedene Dinosaurier Fussabdruecke freilegen, welche wir uns unbedingt ansehen wollten. Hierzu mussten wir jedoch 15 Meter die Felskueste herabklettern. Auf den rutschigen Felsen sollte es der nach wie vor ledierten Monique wieder die Beine wegziehen und sie landete Ruecklings mit ihrer Kamera voran auf dem nackten 06 footprintsStein. Glueck im Unglueck war, dass auch sie sich wenige Tage zuvor nicht nur eine wasserdichte, sondern auch stossfeste Kamera zugelegt hatte. Mit neuen Schrammen und dicken blauen Flecken ging es weiter und wir fanden tatsaechlich die Hinterlassenschaften der faszinierenden Urzeitriesen.

Nach Einbruch der Dunkelheit fanden wir uns erneut in unserem vermuellten Nachtlager ein, wo wir einen spassigen Abend hatten. Nach einer Aufraeumaktion in unserem ebenfalls chaotischen rollenden Schlafzimmer ging es weiter des Weges. Unser naechstes groesseres Ziel sollte Kununurra heissen. Von vielen Leuten hatten wir gehoert, dass es dort reichlich Farmarbeit gaebe, was unseren Portemonaies ganz gut taete. Hoffentlich wuerden wir diesmal bei der Jobsuche mehr Glueck haben.

Es gruesst der Schroddosaurus Chaoticus



Schroddis Tag 478 – Staub vs. Kamera

22 08 2011

Ort: Km 10.691, , Highway zwischen Fitzroy Crossing und Halls Creek
Ortszeit: Tag 79, 18.08.2011, 17.00 Uhr
Wetter: 26 Grad, wolkenlos
Anwesende: Der scheinbar unendliche HighwayS7300082

Mit lautem Gejohle hatten wir endlich Exmouth hinter uns gelassen. Wir freuten uns ein Loch ins Knie, dass wir endlich wieder auf der Strasse waren und unserem Entdeckungstrieb nachgehen konnten. Unser naechstes Ziel sollte rund 650 km Entfernt liegen und Karijini National Park heissen. Wir hatten bereits von vielen Leuten gehoert, dass einige Besucher des Parks mit bis zu drei platten Reifen zu kaempfen hatten und der naechstgelegene Ort quasi vom Reifenhandel lebe. So holten wir uns ein spitzen Angebot des Exmouther Reifenhaendler fuer ein zweites Ersatzrad ein, wie wir es guenstier wohl nie wieder bekommen wuerden. Ungluecklicherweise hatten wir jedoch nicht den blassesten Schimmer, wo wir ein zweites Ersatzrad unterbringen sollten, zumal unser Autochen nach alleine schon 100 kg Zuladung nur fuer Lebensmittel, Getraenke und Zusatztreibstoff ohnehin bereits ordentlich in die Knie ging. So entschieden wir letztendlich, unser Glueck mit nur einem Ersatzrad heraus zu fordern. Ampel

Nach Stunden Fahrt durch das absolute Niemalsland, in der wir auf gut 500km nicht einen Ort passiert hatten, endeten wir unglaeubig an einer roten Ampel. Wir trauten unseren Augen nicht, Inmittten dieser kargen Outbacklandschaft stand tatsaechlich die seit ueber 7.000 km Strecke die erste Ampelanlage inlusive zwei Strassenlaternen. Nachdem uns ein Mienen zugehoeriger Roadtrain kreuzte, setzten wir immernoch total entsetzt unsere Fahrt fort. Nach einem Tankstop und einigen kleineren Besorgungen in der am Nationalpark gelegehenen Stadt Tom Price, fuehrte uns unser Weg an einen Aussichtspunkt, wo wir unser Nachtlager aufschlugen. Nach einer Muetzte Schlaf erreichten wir am kommenden Vormittag den Parkeingang. Karijini ist nicht nur fuer die vielen Plattfuesse, sondern ebenfalls als einer der schoensten Nationalparks des Kontinents mit

Die Putzfrau war im Urlaub und hatte den Staubwedel mitgenommen

Die Putzfrau war im Urlaub und hatte den Staubwedel mitgenommen

traumhaften Schluchten bekannt. Ausserdem sollte es „etwas“ staubig werden. Wenige Kilometer nach Parkeingang endetete auch bereits die befestigte Strasse und es ging auf roter Schotterpiste weiter. Binnen kuerzester Zeit waren nicht mehr die Reifen unsere groesseste Sorge, sondern brachten uns die Hals- und Achsbrecherischen Schlagloecher ganz schoen ins Schwitzen. Durch den aufgewirbelten Staub setzte sich binnen kuerzester Zeit ein orange-roter Schleier ueber alles, was sich am und im Auto befand. Nach rund 48km Holperstrecke erreichten wir die Weano Schlucht mit exakt 200 000 km auf dem Tacho. Zur Feier des Tages wurde also an Ort und Stelle eine Flasche warmer Sekt gekoepft und auf unseren treuen und mittlerweile arg staubigen Begleiter angestossen.

Im ganzen Land sind Wanderwege mit den Streckenklassen „1 – Rollstuhlfahrertauglich“ bis

Der Staubteufel tobte sich im Kofferraum aus

Der Staubteufel tobte sich im Kofferraum aus

Klasse „6 – Geh ruhig weiter, wenn du schmerzvoll sterben willst“ gekennzeichnet. Da wir noch nicht im Rollstuhl sitzen, suchten wir uns also fuer den ersten Trip einen Weg mit den Klassen 4 bis 6 aus.

Bereits am Eingang zur ersten Schlucht schien die unglaubliche landschaftliche Schoenheit oder der Feinstaub der letzten 50 Kilometer meiner Kamera einen optischen Schock verpasst zu haben. So sollte meine Kamera ausgerechnet an einem Mekka fuer Hobbyfotographen, mehrere hundert Kilometer entfernt vom naechsten Elektrowarenhaendler, seinen Dienst einstellen. Zwar hatten wir noch Moniques Kamera dabei, jedoch hatte die seit dem letzten Diebstahl ebenfalls einen Schlag weg und machte keine scharfen Bilder mehr. Etwas angefressen aber erwartungsfroh ging es dann einen relativ steilen Abstieg in die Schlucht hinab.

Das letzte Bild...Objektivsprengende Schoenheit oder doch Staub?

Das letzte Bild...Objektivsprengende Schoenheit oder doch Staub?

Von hier an sollte es nun in Schwierigkeitsgrad 5 weitergehen. Wir waren bestens augestattet:

Ueberlebensausruestung Schlucht 1:

  • 2 Rucksaecke
  • Kampfstiefel
  • Taschenmesser
  • 3 Liter Wasser
  • Muesliriegel
  • 2 Digitalkameras, 1 Unterwasserkamera
  • Badesachen
  • Kappe
  • Handtuecher
  • Sonnencreme04 Klettermax

Nach einiger Felskraxelei am Wasser entlang, erreichten wir bereits nach 50 Metern die erste unvermeidliche Wasserdurchquerung. Also Schuhe aus, Hose hochgekrempelt und ab durchs kuehle nass. Ha, kuehle Nass? Die glasklare Bruehe hatte in etwa die gleiche Temperatur wie Trockeneis!!!! Holla die Waldfee, ich dachte mir frieren die Fussgelenke ein. Anschliessend ging es dann mit nassen Fuessen in Stiefeln weiter. Allerdings nicht lange, da es nach dem folgenden Felspool in eine enge Felsspalte ging, durch welche sich Wasser in rasender Geschwindigkeit drueckte. Diese Engstelle fuehre uns zu einem weiteren Pool, hinter dem das Wasser ein steiles Stueck hinabschoss und vorlaeufig in einem kleinen Wasserfall mit angrenzendem Wasserloch endete. Ab diesem Punkt hatte der Pfad bereits die Todesstufe 6 und sollte nicht mehr ohne Ausbildung, Kletterequipment, Guide oder etremen Todeswillen betreten werden.

Extravagante Badewanne

Extravagante Badewanne

Etwas frustirert sassen wir am oberen Rand des Abgrunds, als ich ploetzlich jemand in blauem Shirt am Fusse des Wasserfalls vorbeihuschen sah. Von da an ward er fuer einige Zeit nicht mehr gesehen. Rund 10 Minuten spaeter tauchte dann ploetzlich dieser Herr in blauem Shirt und ostdeutscher Herkunft bei uns auf und erzaehlte, dass man da mit leichtem klettern noch ein ganzes Stueck weiter kommt und wir es ruhig probieren koennten. Er musste ein echter Kletterfreak oder total bekloppt sein. Seine Rambo-Unterarme deuteten auf ersteres hin. Dennoch schoepften wir neuen Mut, doch noch ein Stueck weiter zu kommen. Wir wagten uns also vorsichtig etwas den angeblich leicht bekletterbaren Wasserfall herunter, um dann schliessend an einem etwa 2m hohen Ueberhang zu enden. Wir entschieden uns gegen einen Einsatz der Flying Doctors und sprangen stattdessen in eines der eiskalten Wasserloecher. Nachdem ich auf dem Rueckweg zum 27. Mal Meine Stiefel aus -und angezogen hatte, beschloss ich mein Equipment in der zweiten Schlucht den Gegebenheiten etwas anzupassen. Wir kraxelten also den ganzen weg zurueck zum Auto, um uns etwas zu staerken. Mit leicht geaendertem Gepaeck machten wir uns auf den Weg in die zweite Schlucht.

Ueberlebensausruestung Schlucht 2:07 ...

  • 2 1 Rucksaecke
  • Kampfstiefel Sneaker
  • Taschenmesser
  • 3 1,5 Liter Wasser
  • Muesliriegel
  • 2 1 Digitalkameras, 1 Unterwasserkamera
  • Badesachen
  • Kappe
  • Handtuecher
  • Sonnencreme

Diesmal mit etwas leichterem Gepaeck wollten wir unser Glueck auf einem Weg der Klasse 4 versuchen. Bereits nach wenigen Metern mussten wir die Schuhe wieder ausziehen, wateten erneut durch Wasser, kraxelten Steilwaende entlang und erreichten diverse Pools, bevor erneut kein Weiterkommen war. Auf dem Rueckweg erwischte es Monique. Sie verlor den Halt und Rutsche baeuchlings die Wand entlang ins eisige Wasser. Gluecklicherweise hatte sie sich ausser einigen groesseren Blessuren nichts geholt und ich hatte zu diesem Zeitpunkt ihre Kamera.

Nachdem wir uns den Weg wieder aus der Schlucht erkaempft hatten, neigte sich der Tag bereits dem Ende nahe und es war Zeit ein geeignetes Nachtlager zu finden. Die Wahl lag irgendwo zwischen einem nahe gelegenen Zeltplatz in 10km Entfernung fuer 14$/Nacht, einem rund 50km entfernten Platz fuer die Haelfte oder einer kostenlosen Nische am Strassenrand. Option 1 fiel fuer uns definitiv aus und wir machten uns erstmal auf dem Weg zum entfernter gelegenen Platz fuer billig Geld. Rund 10 Kilometer vor unserem Ziel trafen wir auf eine Strassengabelung, an der verdaechtigerweise nur eine Richtung ausgeschildert war.

Unsere Neugier trieb wie nicht anders zu erwarten in die unbeschilderte Richtung. Dort trafen wir nach wenigen Metern auf einen kostenlosen Ueberlaufcampingplatz.
Wir bauten also das Zelt auf und erprobten unsere mittlerweile teilweise staubig rot gefaerbte Luftmatratze auf steinigem Untergrund.

Am naechsten Tag fuehrte uns unser Plan erneut etliche Kilometer ueber die Staubpiste. Nach sauberer Atemluft japsend erreichten wir die Knox Schlucht.

Ueberlebensausruestung Schlucht 3:09 Wasserfall

  • 1 Rucksack Wasserdichter Beutel
  • Sneaker
  • Taschenmesser
  • 1,5 Liter Wasser
  • 1 Digitalkameras, 1 Unterwasserkamera
  • Badesachen (bereits angezogen)
  • Handtuecher

Nachdem wir einige Stunden Wanderung in reinster Luft hinter uns hatten, erreichten wir gegen Mittag dennoch etwas ausser Atem das Auto. Als naechstes Stand ein Wasserfall auf dem Programm, in dem wir endlich die rote Hautschicht abwaschen wollten.

Als wir gerade vom Parkplatz rollten, fiel mir ein fieses metallisches Schleifgeraeuch auf, welches von unserem Auto stammen musste. Genau genommen schien der Laerm von unserem rechten hinteren Rad stammen, es liess sich jedoch von aussen nichts erkennen.

Ich hatte keine Ahnung was das sein koennte, jedoch beschloss ich, mich in meiner maennlichen Ahnungslosigkeit einfach mal fachmaennisch unter das Auto zu legen.
Gut, dass ich kurz vor Abfahrt in Donnybrook noch einen Wagenheber vom oertlichen Schrotthaendler auftreiben konnte, dem Ding jedoch nicht wirklich vertraute.

Wagenheber mit nebenliegender Gesichtsversicherung

Wagenheber mit nebenliegender Gesichtsversicherung

Ich wollte nicht, dass in meiner Todesanzeige eines Tages stehen wird „Von einem Kofferraum voll Thunfisch und Dosenfutter erschlagen“. Daher suchte ich die Gegend nach einer entsprechenden Gesichtsversicherung ab und fand relativ schnell einen bestimmt 500 Kilo schweren Hinkelstein, welchen ich wie Obelix zum Auto schleppte und neben den Wagenheber legte. Nun konnte ich endlich auf Schadenssuche gehen. Relativ schnell war zu meiner Beruhigung der Uebeltaeter ausgemacht. Es handelte sich um ein gebrochenes Schutzblech fuer die Bremsscheibe, welches in der Felge schliff. Ich habe es entfernt und nun faehrt es halt im Kofferraum mit,

Frage an jemand, der Ahnung von der Materie hat: Sollten wir das besser wieder festschweissen lassen? Ich meine, noch bremst das Auto 😀10 Wasserfall 2

Wenig spaeter am Wasserfall angekommen, diesmal mit der gleichen Ausruestung wie am Morgen, ging es ueber einen gruselig steilen Abstieg an den Fuss des Wasserfalls, in dem wir endlich unsere rote Staubschicht abwaschen wollten. Etwas unbeholfen musste ich im Eiskalten Wasser feststellen, dass der Feinstaub offenbar nicht wirklich wasserloeslich war. Zumindest nicht im -500 Grad kalten Wasser. Nach einer Verschnaufpause am Wasserloch versuchten wir uns am steilen Aufstieg und erreichten wenig spaeter wieder unser staubiges Zuhause auf vier Raedern.

Mittlerweile war es frueher Nachmittag und wir wollten auf dem Rueckweg ins Camp noch eine weitere Schlucht mitnehmen.

Mittels der Erfahrungen der vorherigen beiden Wanderung stellte ich dann mein Ueberlebensequipment fuer die letzte Schlucht des Tages zusammen:

  • Wasserdichter Beutel
  • Sneaker Flip Flops
  • Taschenmesser
  • 1 Digitalkamera, 1 Unterwasserkamera
  • Badesachen (bereits angezogen)
  • Autoschluessel

…Manchmal ist weniger einfach mehr!RIMG0122

Entgegen allem was wir zuvor abgekraxelt waren, handelte es sich hier lediglich um einen Spatziergang ohne jegliche Herausforderungen, allerdings fuer die am Vortag gestuerzte und mit einem dicken Knie gezeichnete Monique genau das Richtige. Gegen Abend wollten wir uns dann wieder auf dem kostenlosen Ueberfuellungscampingplatz breit machen. Diesmal fanden jedoch nicht das entsprechende Schild und ausser uns war niemand zu sehen. Etwas verunsichert kuemmerten wir uns erstmal um die Verpflegung. Zur spaeteren Stunde kamen dann doch noch einige Autos angefahren und wir bauten beruhigt unser Zelt auf.

Am naechsten Morgen stand noch ein Besuch einer weiteren Schlucht mit Wasserfall auf dem Programm. Unerwartet frueh waren wir bereits gegen 11 Uhr zurueck am Auto und kehrten dem Nationalpark nach knapp drei echt schoenen Tagen den Ruecken…ungluecklicherweise jedoch ohne anstaendige Fotos. Dies hatte jedoch den nicht ganz unvorteilhaften Punkt, dass die dort entstandene Bilderreihe „Wildpinkeln an den schoensten Orten der Welt“ ebenfalls nicht ganz scharf geworden ist. Der Kauf einer neuen Kamera war daher einer der naechsten Punkte, sobald wir die Zivilisation wieder erreichen sollten.

Es gruesst der un(ab)gebildete Schroddi



Schroddis Tag 466 – Warum den Kopf in den Sand stecken, wenns unter Wasser doch viel schoener ist?

14 08 2011

Ort: Km 7.587, Parkbank im Ortskern Exmouth
Ortszeit: Tag 65, 06.08.2011, 18.00 Uhr
Wetter: 21 Grad, bewoelkt
Anwesende: –

Wenn wir mal einige Tage abschalten wollten, haben wir uns gerne aus Exmouth in den nahegelegenen Cape Range Nationalpark abgeseilt. Da die sehr begrenzten Zeltplaetze im Park permanent ausgebucht sind, ist die nahezu einzige Moeglichkeit einen der kostbaren Schlafplaetze zu ergattern, morgens bei Parkoeffnung einer der Ersten am Eingang zu sein. Vor unserer Abreise in Donnybrook habe ich mir sagen 06 DDuenenlassen, dass man sich bereits um 5 Uhr anstellen sollte, um rund drei Stunden spaeter einer der Gluecklichen zu sein. Daher suchten wir uns fuer die kommende Nacht einen moeglichst nahen Schlafplatz, welcher uns nur wenige Kilometer vor Parkeingang in die Sandduenen fuehrte. Noch mitten in der Nacht ging es in der Dunkelheit auf zur Warteschlange, wo wir das Zweite von spaeter zehn Autos waren und somit einen der vier freien Campingplaetze ergatterten. Nach drei weiteren Stunden Schlaf erhielten wir letztendlich das heiss ersehnte Ticket und fuhren stolz wie Harry in den Park. Zwar bekamen wir nur zwei der gewuenschten drei Naechte, jedoch sollte das unsere Freude erstmal nicht trueben. Bei der Fahrt nach Sueden, wo man auf der einen Seite einen kleinen Gebirgszug und auf der anderen Seite einige der Emuschoensten Straende der Australiens hat, kreuzten direkt vor unserem Auto nicht nur Kangaroos, sondern auch noch eine Gruppe Emus die Strasse. Wir waren also schon mal gewarnt extrem vorsichtig zu fahren und es sollte nur eine zarte Andeutung von dem sein, was uns am kommenden Tag noch erwarten wuerde. Als wir dann wenig spaeter in der Turquoise Bay ankamen und das tuerkise Wasser schimmern sahen, hielt es uns nicht laenger an Land. Wir schnallten uns diese uebergrossen Dinger an die Fuesse, mit welchen man unmoeglich vorwarts laufen kann, setzten wasserdichte Brillen auf, steckten uns Plastikrohre in den Mund und Photo20_6Asprangen ins angenehm warme Nass. Neben Schildkroeten, Rochen und kunterbuntem tropischen Fisch gab es ausserdem die schillernde Korallenlandschaft des Ningaloo Riff zu bewundern. Nachdem wir am Nachmittag dann unser Zelt aufgestellt hatten, sassen wir am Strand mit unseren sieben Nachbarparteien im Stuhlkreis und hatten eine ganz witzige Runde, bei der die aelteren Herren ploetzlich zu Bullenbaendigern, Outbackcowboys und Haifaengern (natuerlich mit blossen Haenden) wurden.

07 Ray

Der naechste Tag begann etwas wolkig und windig, sodass nur ich mich morgens zur Flut am Oyster Stacks Strand ins Wasser traute, dafur jedoch mit einem wunderbar fischreichen Schnorchelgang belohnt wurde. Um uns anschliessend aufzuwaermen, goennten wir uns eine rund 4km lange Wanderung entlang einer etwas unwirklich wirkenden Schlucht. Nach dem darauf folgenden Schnorchelgang folgte noch ein nicht ganz unwichtiger Programmpunkt: Mission „Кontakt mit der Aussenwelt

Dafuer hatten wir knapp 55km zu einem Leuchtturm zu fahren, welcher auf einem etwas groesseren Huegel gelegen war und somit Handyempfang ermoeglichte. Man kann dort jedoch nicht nur telefonieren, sondern auch wunderbar Wale beobachten und bei guter Pasta gnadenlos die Zeit vergessen.

08 Hoppeltier

Als wir satt und bereit fuer den Heimweg waren, blieb uns noch rund eine halbe Stunde bis zum Sonnenuntergang, was bedeutete, dass bereits Kaenguruzeit angebrochen war. Ungluecklicherweise lagen vor uns noch rund 55 Kilometer durch Territorium des treudoofen Hoppeltiers. Bereits nach wenigen Kilometern tauchten die ersten potenziellen Salamis am Strassenrand auf. Es wurden immer mehr und binnen kuerzester Zeit liessen sich keine 50 Meter mehr fahren, ohne, dass nicht jemand unangekuendigt die Strasse ueberquerte oder einfach nur froehlich kauend am Strassenrand eine Bedrohung fuer sich und Andere darstellte. Wir drosselten das Tempo auf nahezu stop and go und poebelten die leichtsinnigen Kaengurus und Wallabies gut gelaunt an. Nach knapp zwei Stunden waren die 50 Kilometer dann endlich geschafft und wir erreichten nach einer Tortur aehnlich dem frankfurter Berufsverkehrs endlich unser einsames Zelt.

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Den naechsten Morgen mussten wir unseren Strandschlafplatz leider wieder raeumen und machten uns anschliessend einen gemuetlichen Strandtag. Als wir dann am spaeten Nachmittag kurz vor Aufbruchszeit noch ein letztes Mal im bei Ebbe nur knapp knietiefen Wasser plantschten, trauten wir unseren Augen kaum als doch tatsaechlich nur wenige Meter von uns einige Riffhaie auftauchten und unbeeindruckt von den zaehen Zweibeinern auf Beutejagd gingen. Da wir noch den kommenden Sontag zur Verfuegung hatten, jedoch keinen Schlafplatz mehr bekommen konnten, verliessen wir gegen Abend den Nationalpark und schlugen in den benachbarten Sandduenen wieder unser Nachtlager auf.

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Als wir am naechsten Morgen in aller Fruehe aufstanden, um puenktlich vor Parkoeffnung wieder an den Traumstraenden aufzuschlagen, tauchte vor unserem Auto ein wunderschoener Hund auf. Als er uns bemerkte, flitzte er sofort zurueck in den Busch und beobachtete uns skeptisch aus der Ferne. Es hatte in aller Fruehe eine Sekunde gedauert, um zu schalten, dass es sich nicht um einen normalen Hund, sondern einen wilden Dingo handelte. Der Rest des Tages verlief sowohl ueber als auch unter Wasser relativ unspektakulaer. Das unumstrittene Highlight des Tages war wohl die erste Suesswasserdusche seit Tagen auf dem Weg zurueck nach Exmouth.

Bei unserem zweiten Abstecher in den Park blieb uns jedoch nur eine Nacht, fuer die wir schlau wie Fuchs unseren Schlafplatz vorab im Internet gebucht hatten. So goennten wir uns einen schoenen Strandtag und tauchten erst am spaeten Nachmittag an unserem 9 Plaetze umfassenden Zeltplatz auf. Noch waehrend wir alles fuer die Nacht vorbereiteten, traffen sich alle anderen Platzrentner in den Duenen zu einem Drink bei einem Plausch mit gleichzeitiger Walbeobachtung. Wenig spaeter gesellten wir uns dazu, um mal „Hallo“ zu sagen, verschwanden jedoch wenig spaeter bereits zu einem Strandspatziergang, welcher sich bis zwei Stunden in die Dunkelheit hinein zog. Meine Stirnlampe hatte ich wenige Tage zuvor, das erste Mal in Australien, mit neuen Batterien gefuettert.

Spinne

Waehrend ich umher leuchtete, fielen mir ueberall kleine baeuliche Reflektionen auf. Bei naeherem Hinsehen entpuppten sich diese Reflektionen als Spinnenaugen, was die Angelegenheit interessant machte. Es gab nicht einen Quadratmeter auf dem nicht wenigstens eine Spinne zwischen Cent- und Handflaechengroesse befand. Belustigt von der Spinnensuche kamen wir wieder ueber die Duenen zurueck an den Campingplatz, wo wir ploetzlich auf eine Meute aufgescheuchter Rentner trafen. Sie hatten unsere Flip Flops noch in den Duenen stehen sehen, uns jedoch vermisst und suchten daher besorgt nach uns. Stolz wollte ich einem der Opis meine Spinnenentdeckung mit der Taschenlampe vorfuehren. Wie ich erst spaeter herausfand, liessen sich die Reflektionen jedoch nur erkennen, wenn man selbst die Lampe am Kopf trug. Im Nachhinein will ich nicht wissen, was die Herrschaften wohl gedacht haben, als wir nach Stunden vom Strand zurueck kamen und irgendwas von ueberall leuchtenden Spinnenaugen faselten.

Nachdem wir am folgenden und letzten Strandtag im Park noch einem Rochen mit einer Spannweite von rund 2 Metern begegnet sind, weckte das meine Lust nach mehr. Ich entschied mich also noch mindestens einen Tauchgang am oertlichen Navy Pier zu machen.

Pier

Ich schlenderte also in die Tauchbasis des einzigen lizensierten Tauchanbieters, welcher die Tauchgaenge auf der Militaerbasis durchfuehren durfte. Leider war man etwas verunsichert, da ich nur lediglich seit auf den Tag 11 Jahren nicht mehr getaucht bin. So noetigte man mich also einen mehrstuendigen Auffrischungstest bestehend aus Theorie und Praxis im Schwimmbecken zu absolvieren. Gluecklicherweise liess sich noch ein bereits im Feierabend befindlicher Instruktor mobilisieren, sodass ich noch am gleichen Nachmittag den Kurs machen und am naechsten Morgen mit auf die Tour konnte. Die Auffrischung war also mit Leichtigkeit bewaeltigt und es sollte frueh am naechsten Morgen losgehen. Das Ziel war der bereits erwaehnte Navy Pier, welcher im kalten Krieg von den Amerikanern errichtet wurde, um 15km noerdlich von Exmouth einen der groessten Niedrigfrequenzsender der Welt zu bauen (woraus 1967 die Stadtgruendung resultierte).

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Diese Stahlkonstruktion ist unter Wasser stark mit Korallen jeder Art bewachsen und beherbergt neben Riesenzackenbarschen, Barrakudas, Seeschlangen und bis 3m grossen Haien noch jede Menge anderer Attraktionen. Nicht ohne Grund wird dieser Ort als einer der besten Tauchspots weltweit gehandelt. Nach einem Briefing verlegten wir also in einem Bus und einem Anhaenger voller prall gefuellter Druckluftflaschen auf die Militaerbasis, wo wir nach einer Passkontrolle endlich den Pier erreichten. Es folgte ein Tauchgang der jeden einzelnen der viel zu vielen Dollars wert war. Ich hatte wieder Blut geleckt und entschied mich kurz vor Abreise noch ein weiteres, wesentlich guenstigeres Angebot zu nutzen und zwei weitere Unterwasser-Exkursoinen in einer nahegelegenen Bucht zu unternehmen.

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Am drittletzten Tag in Exmouth sollte es so weit sein und ich quaelte mich unmenschlich frueh zur Tauchbasis. Schnell ging es in den Bus, welcher uns zum rund 50 Kilometer entfernt gelegenen Tauchboot bringen sollte. Nach etwa der halben Strecke erreichte uns jedoch der ernuechternde Anruf des Skippers, welcher freundlichst mitteilte, dass es an diesem Tag zum Auslaufen zu stuermisch sei. Etwas enttaeuscht drehten wir um und ich schob meinen Tauchgang auf den Morgen vor unserem Abreisetag. Leider sollte auch dieser Tauchgang mangels Teilnehmern ins Wasser fallen, man bot mir jedoch an, stattdessen am gleichen Tag zum gleichen Preis mit an den Pier zu kommen. Ich schlug sofort zu und freute mich auf zwei weitere geniale Tauchgaenge an diesem stark belebten Ort.

Der Wind hatte sich gelegt und wir fuhren erneut und erwartungsfroh auf die Militaerbasis. Als der Pier dann endlich zu sehen war, klappten sich jedoch spontan alle unsere Mundwinkel nach unten als wir den dortigen Seegang erblickten. Nahezu 2 Meter hohe Wellen brachen sich am Pier und sollten die Tauchgaenge zu einem gefaehrlichen Vergnuegen machen. Da sich die Verhaeltnisse an der dortigen Landzunge extrem schnell aendern koennen, beschlossen wir an Land noch eine Weile auf Besserung zu warten und uns derweil die Baeuche mit Kuchen, Fruechten und belegten Broten zu fuellen. Als sich jedoch die Lage nicht bessern wollte, stiegen wir mal wieder in den Bus und fuhren unverrichteter Dinge zurueck in die Stadt. Es konnte doch nicht sein, dass mir Exmouth noch die letzten Tauchgaenge verhagelt. So wollte ich einen letzten Anlauf an unserem Abfahrtstag wagen und hatte endlich das benoetigte Glueck. Alles ging sehr schnell. Das Briefing wurde aufgrund der guten, jedoch wackeligen Wetterbedingungen von 30 auf nur 3 Minuten verkuerzt und es ging im Eiltempo mit dem Bus aus der Stadt. Diesmal war uns das Wasser gnaedig und wir konnten zwei super Tauchgaenge durchfuehren und einiges Entdecken.

Nun war ich auch bereit Exmouth endlich zu verlassen und es ging keine 3 Stunden spaeter endlich wieder aus der Stadt, welche nicht unbedingt schlecht zu uns war, uns jedoch mittlerweile echt auf die Nerven ging.

Es gruesst das Tiefsee Monster Schroddi



Schroddis Tag 465 – Vier Jobs und ein Todesfall

14 08 2011

Ort: Km 7.562, Parkbank im Ortskern Exmouth
Ortszeit: Tag 64, 05.08.2011, 18.00 Uhr
Wetter: 23 Grad, sonnig
Anwesende: Sich kloppende Voegel

Nach den ersten Tagen Orientierungslauf in Exmouth ging es dann langsam an den ernsten Teil die Jobsuche. In der Stadt war unsere erste Anlaufstelle das schwarze Brett im Ortskern. Dort hingen zu unserer Freude einige Jobanzeigen aus, wie es uns zuvor von diversen Leuten Prophezeit wurde. Wir fotografierten alles ab und versuchten die entsprechenden Arbeitgeber heimzusuchen. Von den verantwortlichen Managern bekamen wir leider beinahe ausnahmslos zu hoeren, dass die ausgeschriebenen Stellen bereits besetzt waren. Anfangs zweifelten wir etwas an unserem Auftreten und hielten die Absagen nur fuer faule Ausreden, jedoch sollten wir zwei Tage spaeter feststellen, dass saemtliche Jobanzeigen nach der einwoechigen Aushangszeit wieder vom schwarzen Brett verschwunden waren. Es schien also als waeren wir lediglich einige Tage zu spaet in den Ort gekommen.

So blieb uns nichts anderes uebrig als einfach mal auf Verdacht saemtliche potentiellen Arbeitgeber abzuklappern. Zwei Tage und rund 30 Bewerbungen spaeter die deprimierende Ausbeute gleich Null. Daher entschieden wir uns kurzfristig erstmal im rund 40 km entfernten Cape Range Nationalpart abzutauchen, um dort ein wenig das groesste Kuestenriff der Welt zu erschnorcheln. Den kommenden Freitag wollten wir noch einmal Kontakt mit der Aussenwelt aufzunehmen, um zu checken, ob sich auch hoffentlich keiner der potentiellen Arbeitgebern gemeldet hat, um das folgende Wochenende mal ordentlich von den vergangenen 4 Wochen Urlaub entspannen zu koennen. Um dafuer noetogen Handy- und Internetempfang zu bekommen, fuhren wir also rund 55km zu einem auf einem Huegel gelegenen Leuchtturm. Ungluecklicherweise fanden sich tatsaechlich zwei Nachrichten auf meiner Mailbox.

Eine Tierarztpraxis, sowie ein Fish & Chips laden wollten Monique zum naechsten Wochenstart zum Probearbeiten haben. Waehrend Monique den folgenden Montag ihren ersten Arbeitstag hinter sich brachte, konzentrierte ich mich am Strand mental auf die anstehende Jobsuche meinerseits. Was stand fuer mich also noch zur Auswahl? Ich koennte erneut alle Campingplaetze abklappern, nochmal in den Restaurants vorstellig werden oder versuchen als Freiwilliger auf einem Tauchboot anzuheuern, um dabei einige Tauchgaenge abstauben. Nachdem ich diesen komplexen Sachverhalt mit einem entspannten Nickerchen in der Sonne analysiert hatte, stand ueberraschenderweise die Entscheidung fest, dass ich eigentlich gar keine Lust zum Arbeiten habe, jedoch die Tauchboot Idee gar nicht schlecht klang. Am naechsten Tag fuhr ich also auf der Suche nach dem kostenlosen Tauchvergnuegen saemtliche entsprechende Anlaufsstellen an. Schnell stellte ich fest, das die Frage nach einem Job mit panischer Abwehrhaltung beantwortet wurde. Fuegte man jedoch nachtraeglich das Wort ‚ehrenamtlichhinzu, atmeten die meisten erleichtert auf. Ungluecklicherweise sollte etwas derartiges jedoch ausnahmslos an meinen mangelnden Qualifikationen scheitern.

Mounique sollte auch nach dem Probearbeiten ihre Jobs behalten und ich verbummelte mir gemuetlich dieTage und wollte es anschliessend mit einer anderen Taktik versuchen. Getreu dem Motto: „Das Glueck ist mit den Faulen“, beschloss ich einfach, dass die Jobs eben zu mir kommen sollen, wenn ich schon nicht den Weg zu ihnen finde.

So liess ich ein Jobgesuch am oertlichen schwarzen Brett aushaengen und behielt entspannt mein Handy im Auge. Die naechsten Tage verbrachten wir einige Zeit mit Penny, Moniques Chefin aus der Fish & Chips Bude. Eines Abends sassen wir nach Feierabend im Aussenbereich, als es ploetzlich einen lauten Schlag tat und man einen Hund herzzerreissend jaulen hoerte. In diesem Moment hatte es Bonsai, Pennys Deutsche Dogge/Irischer Wolfshund-Mischling auf ein Kraeftemessen mit einem herannahenden Auto angelegt.

Bonsai

Der Hund hatte sich offensichtlich etwas in der Schulter gebrochen und blutete deutlich aus dem Brustkorb. Die schnell zur Hilfe gekommene Polizei bot sich gleich an, den Hund an Ort und Stelle zu erschiessen, jedoch wollten wir das Tier erstmal zum Tierarzt bringen. Ungluecklicherweise befand sich an diesem Wochenende keiner der zwei hiesigen Aerzte im Ort. So bekam Bonsai erstmal Schmerz- und Beruhigungsmittel und eine Taxifahrt im Polizeiauto zurueck zum Lokal. Dort gelang es uns nach stundenlangen Kompressenhalten die Blutung weitestgehend zu stoppen und stabilisierten dem armen Kerl soweit, dass er das Wochenende ueberleben wuerde, um am Montag dann endlich in der Praxis vorstellig zu werden. Dort liess man das arme Tier schweren Herzens nach zwei langen Tagen einschlafen. Den kommenden Nachmittag nutzten wir dann, um eine feierliche Beerdigung des kanpp 50 Kilo schweren Bonsai in den Sandduenen zu begehen.

Spaeter zurueck am Lokal hielt ganz unvermittelt ein Auto mit einem bulligen Stafford Terrier auf der Ladeflaeche neben uns. Der kleine, irgendwie lustig aussehende Fahrer war uns schon oefter begegnet, sprang aus seinem Auto und merkte an, dass wir ja auch ueberall nur rumhaengen und offensichtlich nichts zu tun haben. Recht hatte er (zumindest was mich betraf) und fragte uns, ob wir nicht Lust haetten, ueber den Tag fuer etwas Geld auf seinen Hund aufzupassen. Ich schlug sofort zu und freute mich schon auf stundenlange Spatziergaenge auf Kinderspielplaetzen mit meiner Kampftoele.

Die naechsten Tage passierte jedoch in der Hinsicht nicht viel. So begann ich vor Lauter Langeweile Moniques hoffnungslos ueberforderten Chefin rund um das Lokal zur Hand zu gehen. Irgendwie war in Exmouth alles nicht so gelaufen, wie wir uns das Gedacht hatten. So liessen wir bei der oertlichen Werkstatt fuer еnglaublich guenstige330 Dollar unsere defekte Wasserpumpe am Auto richten und planten wenige Tage spaeter wieder aufzubrechen.

Am Tag als ich dann endlich den ersehnten Werkstatttermin antreten konnte, klingelte unerwartet mein Handy. Es war Graig, der Kampfhundbesitzer, welcher fuer den restlichen Tag seinen Hund loswerden musste. Ich sagte zu und bekam gesagt, wo ich schnellstmoeglich Buddy, den Stafford abholen konnte. So lief ich anschliessend zur oertlichen Schule, wo ich meinen Schutzbefohlenen an Graig’s Auto im Schatten angebunden vorfand.

Da ich bis dato noch keine Erfahrung im Entfuehren von Kampfhunden hatte, tastete ich mich langsam heran und siehe da, es funktionierte. Etwas verwirrt drehte sich Buddy immer wieder um und wusste nicht so recht, wie ihm geschieht. Dennoch liess er sich von mir ziehen, wo ich mit ihm hin wollte, naemlich zum nahegelegenen Lokal, wo Monique bereits auf uns wartete. Im Hof angekommen verschloss ich das Gate und konnte das Kraftpaket mal von der Leine lassen. Er machte direkt deutlich, was er von der Aktion hielt und schiss gepflegt mitten in den Hof. Als er dann anschliessend versuchte durch den Zaun zu entkommen, daemmerte mir, dass es wohl doch nicht so leicht verdientes Geld werden koennte, wie ich mir das vorgestellt hatte. Zu dritt brachen wir dann anschliessend auf, um Monique puenktlich um 9 Uhr zur Arbeit zu bringen. Von da an standen mir noch rund 6 lange Stunden mit meinem Zugtier bevor. Da Buddy weder rasten wollte, noch besonders begeistert schien, entschloss ich mich mit ihm eine lange Strandwanderung zu machen. Nach einem recht beschwerlichen und pausenlosen Weg in der prallen Sonne, kamen wir nach rund 3 Stunden halb verdurstet wieder am Fish & Chips Shop an, wo wir uns beide erstmal eine Erfrischung goennten. Auch nach dieser Strecke liess sich Buddy nicht beruhigen und jaulte nach wenigen Minuten unueberhoerbar nach Herrchen. So blieb mir also nichts anderes uebrig als weiter mit ihm spatzieren zu gehen. An meinen Fuessen hatte ich mittlerweile dicke Blasen von den Flip Flops und versuchte daher weitestgehend Barfuss weiter zu laufen. Wir drehten also eine weitere lange Runde am Strand. Als meine Fuesse irgendwann nicht mehr wollten, liess ich mich im Schatten einer Palme nieder und endlich schien auch Buddy mal etwas muede zu werden. So sassen wir einige Minuten friedlich im Schatten und entspannten. Als ueberraschend mein Handy klingelte. Es war ein Touristenresort, welcher eigentlich Monique zwecks Arbeit sprechen wollte. Ich teilte ihnen mit, dass sie derzeit arbeiten ist und vermutlich keinen Job mehr brauche. So bot man also mir einen Job an. Bereits resigniert sagte ich, dass wir voraussichtlich in wenigen Tagen die Stadt verlassen wuerden und wuenschte ihr einen schoenen Tag. Irgendwie hatte mich der Anruf jedoch neugierig gemacht und ich beschloss mit Buddy noch mal einen Abstecher im Resort zu machen.

15 Minuten spaeter schlug ich voellig verdreckt und verschwitzt mit Vollbart und aermellosen Shirt wie der letzte Mensch in der Rezeption auf und traf auf Bronwyn, der dortigen Managerin. Sie erzaehlte mir etwas von einem Hausmeister Job, was wirklich interessant und nach leicht verdientem Geld klang. So verbliebt ich mit ihr, dass ich noch kurz Ruecksprache mit meiner Reisebegleitung halten wolle und mich dann wieder bei ihr melde.

Kurzer Spatziergang

Kurzer Spatziergang

Also schleppte mich Buddy anschliessend wieder zur Tierarztpraxis, um puentlich zu Feierabend Monique abzuholen und gemeinsam wieder zurueck zum Lokal zu gehen, wo wir meinen Vierbeiner mit einer mittlerweile beachtlich lang heraushaengenden Zunge endlich wieder mit Fluessigkeit versorgen konnten. Nach 6,5 Stunden, rund 20km und mindestens 4 Blasen kamen ich mit meinen wunden Fuessen endlich an meinem Ziel an.

Auch Buddy musste unsere Tour mittlerweile ganz ordentlich zugesetzt haben. Er kippte sich einen halben Liter Wasser hinter die Binde, legte sich in den Schatten und liess die Welt mal Welt sein. Selbst als sein Herrchen vorbei kam, um den Kleinen endlich abzuholen, hatte er kaum noch die Kraft sich ueber irgendwas zu freuen, legte sich auf die Ladeflaeche des Autos und schlief weiter. Ich hatte dieses Kraftpaket also besiegt, jedoch nicht ohne deutliche Kampfspuren. Urspruenglich wollte mir Graig fuer meine Dienste 40 Dollar da lassen, als ich ihm jedoch meine Geschichte erzaehlte, die Blasen zeigte und er seinen erschreckend erschlagenen Hund sah, packte ihn wohl das Mitleid und er drueckte mir letztendlich 50 Dollar in die Hand. Hey, hey, mein erstes (zugegebenermassen hart) verdientes Geld in Exmouth! Nachdem ich endlich mein Zugtier los war, stand ein letzter Marsch des Tages an. Naemlich zur Werkstatt, um endlich wieder einen fahrbaren Untersatz zu bekommen.. Damit fuhren Monique und ich dann zum Touristenresort, um Bronwyn die frohe Botschaft zu ueberbringen, dass wir nun doch noch einige Wochen in Exmouth bleiben wuerden und ich den Job annehme. Bei der Gelegenheit hakte auch Monique gleich noch nach, ob nicht fuer sie

Des Hausmeisters Spielplatz

Des Hausmeisters Spielplatz

auch noch etwas Arbeit abgreifbar sei. Wie es der Zufall will, bekam sie zu ihrem Glueck noch ein paar Vormittage woechentlich als Zimmermaedchen angeboten und schlug zu. Fuer sie passte es nun perfekt. Vormittags Arbeit im Resort, Nachmittags in der Tierarztpraxis und abends dann in der Frittenbude. Ich hatte die letzten Wochen nun wirklich genug ruhige Kugeln durch die Gegend geschoben und bekam nun auch Lust wieder zu arbeiten.

So klapperte ich erneut die einzigen beiden Restaurants ab, die gross genug sind, um eine reine Spuelkraft zu unterhalten. Irgendwie sollte mein Timing nicht ganz gluecklich sein. Im italienischen Restaurant hatte man erst den Tag zuvor einen neuen Tellerwaescher eingestellt, nachdem ich gross die Werbetrommel ruehrte, notierte man sich doch mal meine Nummer, falls sich der Neue als Niete erweisen wuerde.

Am folgenden Tag klingelte dann mein Handy und ratet mal, wer da dran war 🙂

Yep, so schnell hatte ich ploetzlich meinen zweiten Job, der mir nahezu zugeflogen ist. Mit beiden Jobs sollte ich in Kuerze ein Vermoegen verdienen koennen.

Nachdem ich tags drauf von Acht bis 16 Uhr meinen Hausmeisterpflichten im Resort nachgekommen war, begab ich mich bereits eine Stunde spaeter ins Restaurant, um den Abend mit Spuelhaenden ausklingen zu lassen.

Entgegen meiner Erwartungen handelte es sich jedoch um Teller Waschen in seiner reinsten Form und hielt mich nonstop fuer die naechsten gut 7,5 Stunden in Atem. Zur Geisterstunde verliess ich dann abgeschlagen den Italiener und war mir sicher, dass 15,5 Stunden taeglicher koerperlicher Arbeit fuer einen alten Sack wie mich einfach zu viel waren. Damals war ich noch jung und brauchte das Geld aber mittlerweile bin ich zu alt fuer den Scheiss und muss meine alten Knochen schonen. Also schmiss ich den Tellerwaescher Job bereits am naechsten Tag und konzentrierte mich weiterhin auf mein Koennen als Hausmeister.

Bereits nach einigen Tagen frass mir meine Chefin Bronwyn aus der Hand und am Ende unseres rund zweiwoechigen Arbeitsintermezzos wollte sie uns gar nicht mehr gehen lassen.

Auch Moniques Chefin Penny liess uns nicht gerne gehen, da wir mittlerweile ein wichtiger Bestandteil ihres Ladens waren und wir die Lokalitaet in ehrenamtlicher Arbeit ordentlich aufgehuebscht haben.

So hatte ich als Hundesitter, ehrenamtliches Allround-Talent, Hausmeister & Landschaftsgaertner und Tellerwaescher in zwei Wochen noch beinahe ungewollt 4 Jobs abgegriffen.

Soll doch mal einer behaupten das Glueck sei nicht mit den Faulen…

Es gruesst der faule Schroddisack



Schroddis Tag 464 – Der Ranger und die Lochmatratzenmisere

14 08 2011

Ort: Km 7.524, Parkbank im Ortskern Exmouth
Ortszeit: Tag 63, 04.08.2011, 18.30 Uhr
Wetter: 23 Grad, sonnig
Anwesende: keine

Endlich hatten wir Carnarvon verlassen und waren wieder auf der Strasse nach Norden. Wie bereits die vergangenen rund 200 Highwaykilometer war es wieder ein endlos anmutendes Geradeausstueck mit langweiliger buschiger Landschaft ohne jegliche Abfahrten, die Abenteuer in Form von Schlammloechern oder aehnlichem versprachen. Etwa 300 Kilometer standen uns bis zu unserem ersten grossen Etappenziel Exmouth bevor. Da Monique aufgrund diverser ungeplanter Autoreparaturen mit einem relativ schmalen Budget losgereist ist, sollte Exmouth die naechstbeste Gelegenheit sein, einen Job zu finden und etwas Geld zu verdienen. Ohnehin waere dies ein schoener Ort, um etwas zu verweilen, da er direkt am groessten Kuestenriff der Welt, dem Ningaloo Riff gelegen ist. Gegen Nachmittag erreichten wir noch rund eine Fahrstunde vor Coral Bay einen Rastplatz, auf dem wir uns ueber Nacht einrichteten und ich endlich mal die letzten beiden Blogeintraege abtippen konnte.

Der Wetterbericht versprach strahlenden Sonnenschein fuer den naechsten Tag und wir freuten uns tierisch auf Schnorcheln im Riff. Als wir nach einer ruhigen Nacht aufwachten, hing der Himmel voll mit tiefschwarzen Wolken und uns wurde bewusst, dass der Wetterbericht mal wieder von der falschen Seite in seine Plexiglaskugel geschaut hatte. Dennoch war es warm und (noch) trocken. So machten wir uns auf den Weg in die 200 Einwohner Gemeinde Coral Bay. Auf halber Strecke oeffnete dann der Himmel seine Pforten und bis wir in Coral Bay angekommen waren dachten wir bereits ueber einen Aussenbord-Motor fuer unser Gefaehrt nach. Trotz der eingeschraenkten Sicht war der Blick aufs Meer einfach umwerfend. Es hatte die schillernsten Farben und bereits vom Strand aus sah man die Korallenbloecke kurz unter der Wasseroberflaeche so weit das Auge reichte. Dennoch truebte das Wetter die Schnorchellaune ein wenig. Moniques grosser Traum war ein Badevergnuegen mit den bis zu 12 Metern grossen Walhaien, dem groessten Fisch auf dem Planeten. Daher ging sie in eine der Agenturen, um eine Tour zu Buchen. Zu ihrem Schrecken teilte man ihr jedoch mit, dass die Walhai-Saison in Coral Bay bereits vor 3 Wochen beendet wurde. Gluecklicherweise war fuer den naechsten Morgen im 150km entfernten Nachbarort Exmouth noch ein Platz auf einem Boot zu ergattern. Daher entschlossen wir uns erstmal weiter zu fahren und bei besserem Wetter noch einmal wieder zu kommen.

S7300078

Rund zwei Stunden spaeter an unserem ersten grossen Roadtrip-Etappenziel Exmouth angekommen, hatte es immerhin aufgehoert zu regnen. Vor Ort begannen wir das kleine, jedoch lang gezogene und etwas zerpflueckte 2.000 Einwohner Staedchen zu erkunden. Enden sollte unsere Tour am fuer Kleinstadtverhaeltnisse gut sortierten, jedoch knackig teuren Supermarkt, wo wir zur Feier des Tages eine Packung Kaenguruwuerstchen erstanden. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir jedoch nicht, dass die Zubereitung der hier heimischen Tiere in ihrer beliebtesten Form den restlichen Abend in Anspruch nehmen wuerde.

Voller Vorfreude auf diesen leckeren Imbiss gingen wir mit S(n)ack und Pack in den benachbarten Park, wo Sitzbaenke auf die in Australien ueblichen oeffentlichen Gasgrills hindeuteten. Ungluecklicherweise blieb es bei den Sitzgarnituren, wir bekamen jedoch den Tipp, dass es an der Touristeninformation den benoetigten Gasgrill geben sollte. Dort angekommen fand sich ein schoenes Plaetzchen, wir rauemten wieder saemtliche Zutaten aus dem Kofferraum und breiteten uns an der Kochstelle aus. Zu unserem Entsetzen sollte es das erste mal sein, dass man fuer die Benutzung Geld einwerfen musste. Schweren Herzens warfen wir einen Dollar ein, jedoch tat sich weiter nichts. Um nach all der Vorfreude auf die Hoppeltierwuerste nicht mit leeren Maegen dastehen zu muessen, sprachen wir ein paar Einheimische an, ob es irgendwo eine weitere Gelegenheit gaebe unser Essen warm zu machen. Einen weiteren oeffentlichen Gasgrill schien es nicht zu geben, jedoch legte man uns ans Herz, sich einfach in den benachbarten Campingplatz zu schleichen und die Kaengu-Knacker dort zu brutzeln. Da wir ja bereits erfahrene Einschleicher waren, packten wir also den ganzen Krempel in einen Rucksack und verlegten kurzerhand auf den besagten Zeltplatz, wo sich der Himmel fuer einen jeden (Gas-)Grillmeister befand. Dort traf Monique zufaellig auf eine Bekannte, mit der sie bereits in Perth zusammen gearbeitet hatte. Da unsere Schlafplatzfrage noch ungeklaert und es bereits dunkel war, holten wir uns von ihr einen Ratschlag ein. Uebernachtungen auf einem Campingplatz standen fuer uns vollkommen ausser Frage, da wir absolut nicht bereit waren die ueberteuerten Preise von rund 30$ pro Kopf und Nacht fuer eine Muetze Schlaf in unserer Dackelgarage auf einem unvergoldeten Rasen zu zahlen. Aufgrund des Wuchers hatten auch Moniques Freunde ihre erste Nacht im Auto an einem ruhigen Platz in der Stadt verbringen wollen. Jedoch war er fuer die oertliche Polizei, welche nachts gezielt nach Backpackern suchte, nicht ruhig genug und sie wurden unter Androhung einer Strafe vertrieben. Anschliessend hatten sie jedoch einige Kilometer suedlich der Stadt ihren Schlaf hinter einer Zementfabrik gefunden. So entschieden wir uns auch etwas abgelegeneres zu suchen. Etwas spaeter liessen wir also die Stadt wieder hinter uns und bogen nach einiger Zeit in eine unbefestigte Strasse ab. An der Einfahrt befand sich ein groesseres Schild mit recht viel Text. Wir lasen jedoch lediglich die Ueberschrift „Sandstein Fabrik“ und freuten uns, dass (auf 01 No Campingden ersten Blick) ansonsten keines der auffaellig grossen „Camping Verboten“ Schilder zu sehen war, welche man sonst an jeder Ecke fand. Wir folgten diesem Schotterweg auf der Suche nach einer geeigneten Nische ein ganzes Stueck, bis wir an einen weggespuelten Abschnitt kamen, welcher mit unserem Auto absolut unpassierbar war. So drehten wir um und parkten uns einfach an den Strassenrand.

Am naechsten Morgen waren wir frueh wieder in der Stadt und ich lieferte die angehende Walhai-Schwimmerin puenktlich am Sammelpunkt fuer ihren Tagesausflug ab. Ich erkundete den Tag ueber die Gegend bis ich anschliessend an einem Strand ankam, wo ich mich beschloss, mir endlich mal wieder die Haare zu schneiden und die Fussel aus dem Gesicht zu schlagen. Ich steckte also das Rasiererkabel in unseren am Zigarettenanzuender 03 Walhaiangeschlossenen Stromkonverter, startete den Motor und rasierte mir mit einem Spiegel in der Hand die Haare vom Kopf. Bei diesem Anblick bekringelten sich die Insassen der vorbeikommenden Autos vermutlich zu Recht. Den restlichen Abend liessen wir ruhig angehen, um am kommenden Tag ausgeschlafen die Jobsuche angehen zu koennen.

Nach einigen erfolglosen Tagen der Jobsuche seilten wir uns erstmal fuer einige Tage in den nahegelegenen Nationalpark ab. Als wir zurueck in die Stadt kamen, zogen wir es vor, uns erstmal nach einem neuen Schlafplatz ausserhalb der Stadt umsehen. Zwar war unser vorangegangenes Nachtlager echt gemuetlich und abgelegen, jedoch lasen wir vor Abreise das „Sandstein Fabrik“-Schild am Strasseneingang doch mal etwas genauer und stellten zu unserem Erschrecken fest, dass das Einfahren strengstens untersagt ist und Zuwiderhandlung verfolgt wird. Nach kurzer Suche fand sich eine neue Nische, nicht einmal weit von unserem letzten Nachlager entfernt. Dem ersten Anschein nach wurden wir dort nicht so kriminalisiert. Und entschieden uns, unser Glueck dort fuer eine Weile zu versuchen. Rund eine Woche ging es gut. Eines morgens wachte ich jedoch mit dem Sonnenaufgang auf und sah quer vor uns das Auto des Rangers stehen.

Scheisse!

Wir waren nach einer kurzen Nacht noch etwas zerstoert und hatten uns nichtmal eine Ausrede parat gelegt. Ungluecklicherweise waren wir auf ein echt aetzendes Exemplar eines Rangers gestossen. Wir oeffneten das Fenster und er bombardierte uns direkt mit Fragen. Warum wir dort stehen, wo wir herkamen, wie lange wir dort schon seien, wie lange wir in der Stadt bleiben wuerden etc. Wir schafften es kaum uns zu artikulieren, stammelten einigen sinnlosen Scheiss und erzaehlten ihm was vom Pferd. Er fragte uns nach unseren Paessen, die wir ihm nicht ohne weiteres in die Haende druecken wollten. So gaben wir erstmal rotzfrech unsere Fuehrerscheine heraus. Leider bemerkte der unfreundliche Herr dies nach kurzer Zeit bereits und wurde immer unaustehlicher. Es schien ihm also nicht zu gefallen, von ein paar verstrahlten Backpackern verarscht zu werden. Als er uns dann schliesslich erklaerte, dass die Hoehe der Strafe zwischen 100 und 1000 Dollar von unserer Kooperationsbereitschaft abhaengen wuerde, lenkten wir dann doch relativ schnell ein und akzetierten recht schnell die Minimalstrafe.

Nach dieser Aktion wussten wir also, dass mit dem Ranger nicht gut Kirschen essen war und wir waren uns einig, dass wir uns kein zweites Mal erwischen lassen sollten, da es sonst richtig teuer wuerde und wir ihm ohnehin erzaehlt hatten, dass wir am gleichen Tag noch die Stadt verlassen wollen. Unsere Ideenfindung zwecks eines neuen Schlafplatz schritt recht schnell voran und wir waren uns nach kuerzester Zeit einig, dass wir Penny, Moniques Chefin fragen wuerden, ob wir nicht in ihrem Restaurant schlafen koennten.

Dieser Deal sollte ohne weiteres klappen und wir schlugen kurzerhand jeden Abend zwischen den Lokaltischen unser Nachtlager auf. Da die Fliesen nicht gerade die bequemste Schlafunterlage darstellte und wir den Boden mit riesigen Spinnen und Schaben teilten, entschied ich nach einer guten Woche endlich mal eine Luftmatratze zu kaufen, was ich eigentlich bereits in Carnarvon machen wollte.

So verschlug es mich in den oertlichen gut ausgestatteten Campingzubehoer-Laden, wo ich fuer einen fairen Preis eine Doppelluftmatratze erstand. Als ich den Verkaeufer fragte, ob man das Ding gut mit Parrotsdem Mund aufblasen koennte, sorte ich fuer schallendes Gelaechter und bekam zur Antwort, dass das theoretisch moeglich waere, ich vor Fertigstellung jedoch vermutlich bewusstlos werden wuerde. So liess ich mir also noch eine elektrische Luftpumpe mit Zigarettenanzuenderanschluss andrehen und verliess als angehender Luxusschlaefer den Laden mit meinem neuen Hab und Gut.

Abends dann die puffrote Veluormatratze aufgepumpt freute ich mich endlich auf eine Nacht, ohne Druckstellen zu bekommen. Als ich irgendwann mitten in der Nacht aufwachte, musste ich jedoch zu meinem Entsetzen feststellen, dass sich mein Beckenknochen tief in die Eiskalte Fliese bohrte. Konnte es sein, dass die neue Matratze tatsaechlich Luft verlor? Ich wollte es nicht glauben und schob die Schuld auf das nicht 100%ig geschlossene Ventil. So wollte ich also noch eine zweite Nacht testen. Diesmal leider wieder mit dem gleichen Ergebnis. So trottete ich also etwas angenervt am Folgetag wieder zum Laden und bat um Umtausch, welcher mir wenigstens ohne zu murren gewaehrt wurde.

Lang genug hatte ich nun mit den Fliesen Vorlieb genommen und freute mich abschliessend auf einen luftgepolsterten Schlaf. Jedoch sollte ich wieder mitten in der Nacht auf dem Boden aufwachen. Das war nun wirklich nicht mehr lustig. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass gleich zwei defekte Matratzen ausgerechnet an mich verkauft wurden. Am naechsten Morgen inspizierte ich also genaustens die Schlafunterlage und ueberlegte schon mal, wie ich dem Verkaeufer beibringe, dass ich schon wieder einen Platten erlitten hatte. Diesmal schien es sich jedoch offenbar um einen mehr als peinlichen Anwenderfehler zu handeln. Ein Haltering hatte sich in das Ventil geschraubt, welches sich daher nicht luftdicht schliessen liess. Mit zwei Handgriffen war das Problem behoben. Wenige Tage spaeter begann das Drama dann von Neuem. Wieder wachte ich mitten in der Nacht auf, um unglaeubig und mittlerweile echt angepisst auf den nackten Fliesen aufzuwachen. Das Spiel machte ich noch eine weitere Nacht mit und entschied mich anschliessend das eventuelle Leck zu lokalisieren, um dem Verkaeufer erneut eine geschrottete Luftmatratze auf die Theke zu knallen. Da man eine 3 Quadratmeter Doppelmatratze nicht so einfach im Wassereimer auf Dichtigkeit pruefen kann, fuhren wir also am gleichen Abend in das Touristenresort, wo wir tagsueber arbeiteten. Im Dortigen Pool war die Schwachstelle schnell ausgemacht. Diesmal war eine Klebestelle eingerissen, was die Angelegenheit nicht reparabel machte. Am naechsten Tag ging es also mit der grossen Frage „Wie bringe ich es ihm bei?“ in den oertlichen Campingshop.

Dem unglaeubigen Verkaeufer knallte ich also wieder eine platte Liegewiese auf die Theke. Um die Situation etwas aufzulockern, beteuerte ich nicht nur korrektes Handling der Luftmatratze, sondern auch lautstark, dass wir nichtmal Sex auf dem Ding hatten. Beschaemtes Gleaechter ging durch den gut gefuellten Shop und der peinlich beruehrte Mann hinter dem Tresen rang eine Sekunde nach Worten. Fuer einen Moment war mir als haette ich fuer verklemmte australische Verhaeltnisse etwas ueber die Strenge geschlagen. Dennoch sollte die Aussage seinen Zweck erfuellen und der Verkaeufer sah schleunigst zu, uns ein Ersatz eines anderen Herstellers heraus zu suchen. Diesmal stellte er uns sogar eine Quittung aus, um die Matratze im zweifelsfall bei jedem beliebigen Shop zurueck geben zu koennen (nur hoffentlich nicht wieder bei ihm…) Er wuenschte uns viel Spass auf unserer neuen Schlafunterlage, wischte sich erneut den Angstschweiss von der Stirn und war heilfroh, als wir den Laden endlich wieder verliessen. Allem Anschein nach handelt es sich um ein qualitativ hochwertigeres Produkt und der nette Herr hat gute Chancen, dass ich ihn nicht wieder beehren werde, da uns unsere Reise in Kuerze endlich wieder aus Exmouth raus fuehren wuerde. Mit einer noch schneeweissen Luftmatratze sollte es also wenige Tage spaeter ins rot staubige Outback gehen.

Es gruesst

das anstoessige Schroddi



Geht noch mal Pinkeln, holt die Kekse, in kuerze geht’s weiter

13 08 2011

Wann die Werbepause vorbei ist?

Ja nüüüüü, das ist Privatfernlesen 😮

Dehydration in Verbindung mit Akloholkonsum fuehrt zum so genannten Tunnelschwindel

Dehydration in Verbindung mit Akloholkonsum fuehrt zum so genannten Tunnelschwindel

Nach rund 5 Wochen haben wir Exmouth verlassen und uns die letzten Tage mal wieder fernab jeglicher Zivilisation rumgetrieben. Nun sind wir zurueck an der Kueste, die Blogs zugegbenermassen erst halb fertig, jedoch werde ich mich die kommenden Abende dahinterklemmen, dass es mal was auf die Augen gibt und ich nicht mehr so weit der Zeit hinterher schreiben muss.

Bis die naechten Tage denn

Schroddi




Schroddis Tag 427 – Tut das Not, dass die Lenkung so laut is?

28 06 2011

Ort: Km 5.453, Parkplatz vorm Touristeninformationszentrum, Exmouth
Ortszeit: Tag 26, 28.06.2011, 13.30 Uhr
Wetter: 25 Grad, leicht bewoelkt
Anwesende: Massig Papageien auf der Stromleitung

Wehleidig hatten wir unseren Fensterplatz im Himmel nach gut 6 Tagen verlassen und fuhren wieder zurueck nach Carnarvon, um dort die Lebensmittelvorraete, sowie den Tank aufzufuellen. Anschliessend sollte es gut 250km ins Landesinnere gehen, wo der Kennedy Range Nationalpark auf uns wartete. Einziger Haken war, dass wir wieder ueber mindestens 60km unbefestigte Strasse fahren mussten. Nach rund 10km ausserhalb der Stadt bogen wir schliesslich vom Highway ab und es ging auf direktem Weg in Richtung Osten. Von Zivilisation war bereits schon nichts mehr zu sehen, was nicht hiess, dass die gegend unbelebt war. Ganz im Gegenteil.

Faschingszoll - die Verkleidung sass perfekt

Faschingszoll - die Verkleidung sass perfekt

Ueberall wimmelte es von Papageien, Kakadus und Wellensittichschwaermen (ich wusste nicht, dass die auch ausserhalb von Kaefigen existieren). Auch groesseres Wild liess sich gerne mal blicken. So trafen wir auf Ziegen, Schafe und auch Rinder kreuzten gelegentlich die Strasse. Unangenehm waren lediglich die Heuschreckenschwaerme, wie ich sie noch nie zuvor gesehen hatte. So blieb uns zeitweilig nichts anderes uebrig als hin und wieder einige dieser so schoen auf der Windschutzscheibe zerplatzenden Viecher in unserem Kuehlergrill zu sammeln. Da wir erst am fruehen Nachmittag losgekommen waren, dauerte es nicht lange bis es anfing zu daemmern. Die Auswahl an Schlafplaetzen war nicht besonders gross, um genau zu sein, hielten wir sogar am ersten Parkplatz am Strassenrand, welcher sich nach rund 120 Kilometern auftat. Seit sieben Tagen hatten wir nun schon keine Dusche mehr gesehen, wie man sie in westlichen Laendern so kennt. Aufgrund unserer Schwimm- und Schnorchelausfluegen rochen wir zwar noch nicht wie Aboriginies, jedoch freuten wir uns beide mal wieder auf eine ordentliche Suesswasser Dusche, welche am Strassenrand unter dem naechsten Baum auf uns warten sollte.
Fuer unsere 20 Liter fassende Campingdusche war schnell ein passender Ast gefunden und keine halbe Stunde spaeter fuehlten wir uns wieder wie Menschen – zumindest rochen wir auch so.

Neben uns graste eine Herde Rinder am Strassenrand und wenig spaeter brach die stockfinstere Nacht ueber uns herein. Wir vertrieben uns die Zeit mit Gespraechen auf unseren luxurioesen Campingstuehlen. Als dann mal Zeit war, Verzogen wir uns dann in unser rollendes Wohn-Schlaf-Esszimmer, kurbelten die Scheiben bis auf Luftschlitze hoch und verschlossen die Tueren.

Gegen 6 Uhr am morgen wachte ich mit dem ersten Licht auf und musste erschrocken feststellen, dass mein Tuerknopf wieder oben war und meine Tuer einen spalt offen stand. Ich war etwas verunsichert und konnte mir das nicht erklaeren, da ich mir absolut sicher war, die Tuer am Abend verschlossen und erst recht nicht offen stehen gelassen zu haben. Ich sah meine Kamera immernoch auf dem Armaturenbrett liegen und war mir eigentlich sicher, dass man uns nicht ausgeraubt hatte. So schloss und verriegelte ich die Tuer wieder und schlief ein.

Etwa eine Stunde spaeter wachte ich erneut auf, da ich ein Auto neben uns halten hoerte. Durch unsere in den hinteren Scheiben haengenden Fliegennetze sah ich wie jemand aus dem Auto mit noch laufendem Motor ausstieg und zu meiner Beifahrertuer lief. Es handelte sich um einen staemmigen Mann mit langem Vollbart und Aboriginie Herkunft. Da ich wusste, dass eines unserer Messer (natuerlich rein zufaellig) im Handschuhfach direkt vor mir lag, blieb ich regungslos liegen und wartete ab, was passierte.

Er kam mit seinem Gesicht so nah an meine Scheibe, dass seine dicke Nase beinahe einen Fettfleck hinterliess, guckte und entdeckte uns vermutlich. So drehte er sich einen Augenblick spaeter um, nuschelte etwas in seinen Bart und brauste wieder davon.
Was ein Glueck, dass ich noch kurz vorher die Tuer wieder geschlossen hatte.

Das Hotel schloss spontan als die Kaffeemaschine explodierte

Das Hotel schloss spontan als die Kaffeemaschine explodierte

Nach einem Fruehstueck ging es dann weiter bis wir die (Geister-)Stadt Gascoyne Junction erreichten. Dieser halb verlassene Ort wurde vergangenen Sommer schwer von einem Zyklon erwischt und wirkte ein wenig ausgestorben. Niemand schien sich hier um den Wiederaufbau zu bemuehen. Ueberall lagen Strassenschilder herum und selbst die teilweise weggespuelte Hauptstrasse schien noch unveraendert. In diesem Ort endete auch die unbefestigte Strasse in jede Richtung. Nach unserer letzten Erfahrung mit verschlammten Gravel Roads waren wir uns diesmal einig sofort umzudrehen, sobald die Strassenverhaeltnisse fuer uns kritisch werden, da wir nun wirklich nicht in dieser unwirklichen und gruseligen Gegend liegenbleiben wollten. Nach wenigen Metern fuehrte uns die Strasse bereits durch einen Fluss, was uns fuers erste nicht zurueckschrecken liess. Auch die spaeteren Sprurrillen, welche eher Spurfurchen waren und es zum Balanceakt machten, nicht aufzusetzen, erlagen unserem Abenteuerwillen. So kam es, dass wir uns weiter des Weges kaempften und die Strassenverhaeltnisse bald besser wurden. Der Strassenbelag war sehr steinig und uneben, was die Fahrt zu einer echt holprigen angelegenheit machte. Wir konnten uns nur mit 20 – 40 kmh fortbewegen, was bei rund 60km Streckenabschnitt jedoch nicht so dramatisch war, denn wenn wir eins hatten, dann war es Zeit. So holperten wir des Weges durch verlassene Outback Landschaften und ausgetrocknete Flussbette bis wir nach einer gefuehlten Ewigkeit am Nationalpark ankamen.

Hauptstrasse?!

Hauptstrasse?!

Als wir am Strassenrand ranfuhren, um die dortigen Informationstafeln zu lesen erklang beim Einschlagen des Lenkrads ein furchteinfloessender Klang aus Richting des Motors. Genau das, was man nicht hoeren moechte, wenn man seit Stunden kein Auto mehr gesehen hat und sich gelinde gesagt am Arsch der Welt befindet. So taten wir einfach so als haetten wir nichts gehoert und fuhren die letzten wenigen hundert Meter zu unserem endgueltigen Ziel. Bis dato liess dieses grauenvolle Geraeusch beim Lenken nicht nach und ich warf mal einen gegruselten Blick unter die Motorhaube. Dort schien sich das Problem gut sichtbar bemerkbar zu machen. Wir verloren Hydraulikfluessigkeit der Servolenkung – und davon nicht wenig. Gluecklicherweise hatten wir zufaellig noch einige hundert Milliliter im Kofferraum und ich fuellte erstmal nach. Durch die Hitze und das ewige geruettel waren wir recht fertig und an diesem Tag nicht mehr wirklich zum Wandern aufgelegt. So entschieden wir uns in dieser wunderschoenen Gegend erstmal den Nachmittag und eine Nacht zu verweilen und uns vielleicht am naechsten Tag auf die Socken zu machen. In jedem Fall war uns nicht danach, das Auto so schnell wieder bewegen zu muessen. Ungluecklicherweise wimmelte es an unserem Nachtlager nur so von Fliegen und Moskitos, die einem das Leben nicht einfacher machten. Ausgeschlafen am naechsten Morgen lockte uns dann doch die malerische Kulisse und wir machten uns mit festem Schuhwerk auf in diese zerklueftete Landschaft. Wir kraxelten zwischen hohen und steil abfallenden Felswaenden, erklommen ausgetrocknete Wasserfaelle und kamen am Ende an einem malerisch gelegenen Wasserloch an – stets in Begleitung unserer treudoofen Fliegen, die uns keinen Augenblick von der Seite wichen. NP

Nach gut 2 Stunden zurueck am Auto, war es nun Zeit fuer uns wieder aufzubrechen. Beim ersten recht schwegaengigen Lenkeinschlag standen mir bereits die Haare zu Berge, da dieses Mark durchdringende Gerauesch nach wie vor nicht verstummt war. Wir fuhren wieder zum Ausgang des Nationalparks, wo ich noch einmal stoppte und einen Blick unter die Motorhaube warf. Die nachgefuellte Hydraulikfluessigkeit hatte sich bereits wieder verfluechtigt. Da wir noch ein Wenig des kostbaren Tropefchens uebrig und noch rund 250km bis zur naechsten Werkstatt vor uns hatten, versuchten wir das Problem zu lokalisieren und evtl. zu beheben. Wir fuellten also wieder auf, ich startete den Motor und nach einer Weile liess sich schnell erkennen, dass es aus saemtlichen Schlaeuchen zwischen dem Behaelter und der Hydraulikpumpe tropfte. Meine einzig logische Erklaerung war, dass sich von dem Gerappel die Schellen geloest oder die Schlaeuche verschoben haben. Daher zog ich die Schellen schnell etwas nach und versuchte einen Zulauf mit Kabelbindern zu fixieren. Dennoch tropfte es weiter und wir konnten offensichtlich fuer den Moment nichts dagegen ausrichten.

So fuhren wir weiter und hofften, dass unser Kleiner uns noch irgendwie bis zurueck nach Carnarvon bringen wuerde. Nach wenigen Kilometern war das wirklich elende Geraeusch wieder da und wir versuchten es einfach mit lauter Musik zu uebertoenen. Nach einer Weile verstummte der schreckliche Klang, das Lenken fiel deutlich schwerer und bei jedem Stein verriss es mir das Lenkrad.

Die Moskitos flogen schnell - auch durch Strassenschilder

Die Moskitos flogen schnell - auch durch Strassenschilder

Unsere Servolenkung war also floeten gegangen und das Fahrzeug unter Kontrolle zu halten und dort hin zu lenken, wo wir es haben wollten fiel sogar noch wesentlich schwerer als bei Fahrzeugen ohne Servolenkung. Mir fiel ein Stein vom Herzen als wir wenigstens wieder die gruselige Geisterstadt erreichten, wo wir an den oeffentlichen Toiletten nicht nur unsere Dusche auffuellten, sondern auch noch mal einen ordentlichen Schluck der Hydraulikfluessigkeit nachschenkten. Fuer einen Moment fiel das lenken wieder angenehm leicht, jedoch legte sich das auch bereits wieder nach wenigen Kilometern. Da diese Strasse jedoch nicht so kurvenreich und holprig war, war die restliche Fahrstrecke wenigstens nicht so ein Kraftakt. Wieder hielten wir am Parkplatz, an dem Wir bereits zwei Naechte zuvor geschlafen hatten, genossen erneut eine gute Dusche und sassen den Abend einfach aus. Diesmal war es wenigstens eine Nacht ohne furchteinfloessende Begegnungen oder unerklerliche Tueroeffnungen.

Am naechsten Mittag erreichten wir endlich die Stadt. Auch wenn ich mittlerweile mit meinem ganzen Koerper am Lenkrad hing, um Kurven zu fahren, fuhren wir noch, was ja die Hauptsache war. In der Stadt angekommen gab es erstmal was wichtiges zu erledigen und der naechste Programmpunkt war dann die Reparatur unseres angeschlagenen Wohnzimmers. Bereits bei der Einfahrt in den Ort hatte ich zwei Werkstaetten entdeckt, die ich auf dem Rueckweg anfahren wollte. Bei Nummer eins angekommen ging ich rein und traf auf die freundliche Lady aus dem Buero. Ich beschrieb ihr unser Problem, sagte ihr, dass voraussichtlich nur ein paar Schlaeuche gewechselt werden muessen und wir das Problem sofort geloest haben braeuchten. Sie antwortete, dass sie derzeit fuer mindestens die naechsten 5 Tage ausgebucht seien, sie jedoch kurz Ruecksprache mit dem Mechaniker halten wolle. Dies aenderte ihre Meinung nicht und sie verwies mich an zwei andere Werkstaetten. So fuhren wir weiter zu Werkstatt Nummer Zwei. Diesmal hatte ich die Gelegenheit direkt beim Werkstattchef vorstellig zu werden. Leider war die Antwort wieder die Gleiche. Kein Termin vor dem 4. Juli.

Irgendwie schien in diesem Ort, den ich mittlerweile schon so gar nicht mehr leiden konnte , niemand auch nur annaehernd Interesse zu haben, wie ueblich ein paar hilflose Backpacker auszunehmen und das schnelle Geld verdienen zu wollen. Ich fragte mich ernsthaft, warum die nicht alle gleich wegen Reichtum geschlossen hatten. Die verzweiflung auf die Stirn geschrieben hielt ich bei einem Toyotahaendler. Diesmal liess ich Monique reingehen und die hoffnungslos Ahnungslose spielen. Keine zwei Minuten spaeter traute ich meinen Augen nicht, als sie doch tatsaechlich mit einem Mechaniker im Schlepptau wieder raus kam. Er tauschte uns die Schlaeuche aus, fuellte anschliessend unsere Hydraulikfluessigkeitsvorraete wieder auf und wollte am Ende nicht einmal Geld dafuer haben. Vermutlich war diese Werkstatt auch wegen ploetzlichem Reichtum geschlossen, im Gegensatz zu den anderen Laeden schienen hier die Mechaniker jedoch Langeweile zu haben. Erleichtert fuellten wir unseren Tank und verliessen die Stadt, der reichen Werkstaetten und wechselgeldlosen Geschaefte endlich gen Norden.

Tschuess Carnarvon, ich will dich nie wieder sehen.

Es gruesst

der Schroddi mit dem Lenkerarm



Schroddis Tag 424 – Einen Fensterplatz im Himmel, bitte

25 06 2011

Ort: Km 4.993, Kleiner Parkplatz mit Blick aufs Riff bei Coral Bay
Ortszeit: Tag 23, 25.06.2011, 11.20 Uhr
Wetter: 23 Grad, Regen *waeh*
Anwesende: 1000% Luftfeuchtigkeit

Rund 30km nach unserer Schlammexkursion kamen wir endlich in der Grossstadt (ca. 7.000 Einw.) Carnarvon an. Wie fuer grosse Orte ueblich, wollten wir uns hier nicht lange aufhalten, und fuhren daher zielstrebig den ersten groesseren Supermarkt seit Perth an, um unsere eigentlich noch eine Weile ausreichenden Lebensmittelvorraete aufzufuellen. Mit Rechnungen

Der Graus eines jeden Stossdaempfers (hinten)

Der Graus eines jeden Stossdaempfers (hinten)

von insgesamt etwas ueber 160$, sowie tonnenweise Lebensmittel im Einkaufswagen steuerten wir wieder unser Auto an und hatten keinen blassen Schimmer, wie und wo wir alles unterbringen sollten. Da es auf dem dortigen Parkplatz von schnorrenden Aboriginies nur so wimmelte, schmissen wir die Tueten erstmal ins Auto und hielten Ausschau nach einem ruhigeren Ort, um alles zweckmaessig zu verstauen. Etwa 30 Minuten und einen logistischen Meisterakt spaeter passte alles perfekt, jedoch gingen unsere hinteren Stossdaempfer maechtig in die Knie und wir machten uns ernsthaft sorgen bei der sportlichen australischen Strassenbauweise nicht aufzusetzen. Die Stadt machte bis auf einige huebsche Gebaeude keinen wirklich einladenden Eindruck und legal kostenlos konnte man hier ohnehin nicht schlafen. So fuhren wir wie bereits am Vortag geplant weiter, zu den etwa 70 km entfernten Blaseloechern (eng. Blowholes), wo sich auch ein sehr guenstiger Campingplatz befinden sollte. Da sich der Weg zog und die Dunkelheit schnell naeher rueckte, passierten wir die Blaseloecher ungesehen und hielten erstmal ausschau nach einem Schlafplatz.

Der Postbote kam mit dem Boot

Der Postbote kam mit dem Boot

Der Campingplatz wand sich hinter den Duenen auf einer Laenge von 1,7km entlang des Strandes und bestand aus vielen kleinen, sandigen Parkbuchten. Etwa 20m vor Ende des Areals fand sich dann endlich der perfekte Ort. Wir stellten unser Auto an einen kleinen Hang, direkt neben einer Feuerstelle und fingen an, die Gegend nach einem ebenen Platz fuer unser Zelt abzusuchen. Auf der Spitze einer Duene hatten wir gefunden, wonach wir ausschau hielten. Von unserem Zelt aus sollten wir Ausblick ueber die gesame Bucht, sowie die beste Meeresrausch-Klangkulisse jenseits des 26. Breitengrades haben.
Nachdem wir uns dort haeuslich eingerichtet hatten, ging es erstmal daran, den Strand zu erkunden. Es tat sich uns eine riesige, einsame Bucht mit nicht sehr grossen, jedoch kraftvollen Wellen auf. Monique wollte mich in Klamotten schwimmen sehen, hatte mich jedoch in der hinsicht etwas unterschaetzt. So landeten wir nur Augenblicke spaeter beide in voller Montur im ueberraschend warmen Nass. Den Rest des Abends liessen wir recht entspannt angehen und freuten uns auf die Erkundung der Gegend am naechsten Tag.

Es versprach wieder ein vom guten Wetter gesegneter Tag zu werden. Wir packten also unsere sieben Sachen und machten uns auf die Socken, um die felsige Kuestenlandschaft und die dazugehoerigen Blaseloecher zu erkunden. Nach rund 2km erreichten wir eine wunderschoene Bucht, durch eine einsame Insel weitestgehend abgegrenzt vom offenen Meer. In diesem relativ Wellenflachen Gewaesser schien es vor Korallen und Fischen nur so zu wimmeln, was uns veranlasste, nach unserem Rundgang das erste Mal auf diesem Roadtrip unser Schnorchelequipment auszupacken. Weiter ging es auf die Felskueste, an welcher sich extrem grosse Wellen brachen und die gischt mit Leichtigkeit ueber 10 Meter hoch schleuderten. Ein Schild warnte unvorsichtige Besucher, dass Riesenwellen toedlich sind, was uns ja natuerlich nieeeee passieren koennte. So trauten wir uns recht nahe an den Rand des Abrunds, um einige imposante Bilder zu schiessen. Als Monique dann froehlich vor den brechenden Riesen posierte und locker anmerkte, dass man von den riesigen Gischtwolken im Ruecken doch nichts spuere…
…erreichte uns wohl eine dieser besagten Riesenwellen, als haetten sie ihr diesen Spruch uebel genommen. Gluecklicherweise ist nicht viel passiert und es schwamm lediglich einer ihrer Flip Flops davon, welchen wir gluecklicherweise spaeter wieder einfangen konnten. Ihr nasser ruecken war schnell getrocknet und wir spatzierten weiter die zerkluefteten Felsformationen entlang, bis wir letztendlich die besagten Blaseloecher erreichten, welche bei Eintreffen der Wellen Wasserfontaenen bis ca. 20 Meter senkrecht in die Luft bliessen.

Der oertliche Fischkindergarten

Der oertliche Fischkindergarten

Nachdem wir dort einige Zeit verweilt hatten, begaben wir uns zurueck an das Korallenriff. Monique war so clever ihr Schnorchelequipment bereits unbemerkt morgens eingepackt zu haben. Mir standen dann ungluecklicherweise noch einmal rund 4km beschwerliche Strandwanderung bevor, bis wir endlich ins (nicht so) kuehle Nass springen konnten. Auf dem Weg zurueck zu unserem Plaetzchen traf ich auf unseren alten Freund John, welcher uns bereits am Whalebone Beach bei Denham mit frischem Fisch versorgt hatte. Dieser kam gerade vom Angeln – was auch sonst. Er erklaerte mir, dass er ein wahrer Jaeger ist und Fische ja so ziehmlich das Einzige sind, was man noch legal jagen duerfe. So kommt es, dass er in diesen fischreichen Gewaessern grundsaetzlich wesentlich mehr faengt als er essen kann und daher zwangslaeufig den Grossteil des Fischs verschenkt. Nach dem Wechsel weiterer Worte bekam ich dann wieder einige fertig filetierte Fische in die Hand gedrueckt, bedankte mich und wanderte mit unserem Abendessen weiter froehlich meines Weges.

Nach knapp 2 Stunden auf dem Zahnfleisch wieder am Schnorchelspot angekommen, war in der Zwischenzeit bereits die Flut zurueckgegangen, was es nahezu unmoeglich machte ueber das Riff zu schnorcheln. So begnuegten wir uns am Rande des Riffes und wollten am naechsten Tag mehr sehen.

Ungluecklicherweise musste ich am naechsten Tag nach Carnarvorn fahren, um eine auf meine Mailbox gesprochene Nachricht abzuhoeren, da ausgerechnet am kommenden Montag meine Mailbox umgestellt wuerde und mir somit die aeusserst wichtige Nachricht verloren gehen wuerde.

Am gleichen Abend ging es erstmal darum, unseren frischen Fisch zuzubereiten. Da wir ausser einem Gaskocher und zwei Toepfen kein passendes Equipment hatten, machten wir halt ein Feuer und garten den leckeren Fisch anschliessend in der Glut. Mit vollen Maegen ging es ins Zelt und der naechste Morgen liess nicht lange auf sich warten.

Frueh machten wir uns fertig, damit ich rechtzeitig zur Mittagszeit wieder zurueck sein wuerde, um bei Flut Schnorcheln gehen zu koennen. Ich liess Monique also meine Uhr da und kuendigte an, in rund 3-4 Stunden zurueck zu sein, was sich bei der folgenden Misere als grobe Fehleinschaetzung erwies. In gemaechlichem Tempo machte ich mich also auf die rund 70km einfache Strecke und nutzte die Gelegenheit, unsere Elektroartikel waehrend der Fahrt zu laden. Da ich ohnehin in die Stadt fuhr, nahm ich unsere seit Perth nicht mehr gewaschene Dreckwaesche mit und hatte auch noch einige andere Erledigungen auf der To Do-Liste. Im Ort angekommen drehte ich eine kleine Runde, um den dortigen Waschsalon zu erspaehen, musste nach einiger Zeit jedoch erfolglos aufgeben. Daher fand ich mich erstmal in der zentral gelegenen Touristeninformation ein, um noch einige weitere Dinge in Erfahrung zu bringen. Zu meiner „Freude“ bekam ich gesagt, dass sich der Waschsalon versteckt etwas ausserhalb der Stadt in der Richtung befand, aus der ich kam. Also eierte ich die 5 Kilometer wieder zurueck, um festzustellen, dass sowohl die Waschmaschine, als auch der Trockner mit jeweils fuenf Dollarmuenzen gefuettert werden wollten. Nach einer laengeren Suche im Auto schaffte ich es immerhin auf drei Muenzen, was so oder so zu wenig war. Im Waschsalon konnte mir natuerlich niemand mit Kleingeld aushelfen. So wanderte ich erstmal hoffnungsvoll zum benachbarten Elektroladen, wo man mir ohne einen Blick in die Kasse zu werfen freundlichst mitteilte, dass man nur drei Dollarmuenzen habe. So dachte ich mir also etwas neues aus, setzte mich ins Auto und fuhr zur naechsten Tankstelle, wo ich mir eine Cola kaufte und das Wechselgeld in Dollarmuenzen erbat. Auch hier wurde ich unfreundlich abgewiesen und bekam offensichtlich bewusst nicht eine passende Muenze im Wechselgeld. Direkt nebenan gab es ein kleines Kiosk, wo ich ebenfalls einen Korb bekam und langsam wohl sichtlich angefressen war. Wieder setzte ich mich ins Auto und fuhr weiter in Richtung Stadt. An einer Fast Food-Kette gehalten, hatte ich endlich Glueck und bekam zaehneknirschend mein benoetigtes Kleingeld.

So fuhr ich MAL WIEDER aus der Stadt, um endlich die Waesche anzuschmeissen. Natuerlich war nur 2 Minuten vor mir ein Auto mit drei Arbeitern angekommen, die natuerlich die verbliebenen Waschmaschinen fuellten, sodass ich erstmal 15 weitere Minuten auf eine freie Maschine warten musste. Entgegen den typischen australischen Waschmaschinen dauerte hier das Programm jedoch eine viertel Stunde laenger und ich bummelte die Zeit ab. Auch der Trockner liess nicht wie in Donnybrook nur 20, sondern satte 50 Minuten auf sich warten. Mittlerweile hatten wir fruehen Nachmittag und Schnorcheln war quasi gestorben. So spielte ich mir noch Buena Vista Social Club auf meinen Mp3-Player und eierte anschliessend ganz entspannt zu unserem Campingplatz zurueck, wo seit mittlerweile knapp 6 Stunden Monique auf mich wartete und bereits kurz davor war, den Ranger nach einem Anruf bei der Polizei zu bitten, weil sie sich nach rund 3 Stunden Ueberfaelligkeit langsam Sorgen machte. Nachdem ich ihr meine Misere in dem Ort, welcher mir langsam immer unsympatischer wurde, erlaeuterte, war die Situation auch wieder entspannt und wir entschlossen uns, noch 1-2 Naechte laenger zu bleiben.

David & Goliath

David & Goliath

Waehrend meiner Abwesenheit hatte sich direkt neben uns Lazy K mit seinem Bus inkl. angehaengter Garage, in der sich neben einem Gelaendewagen auch noch ein Boot befand, ein gemuetliches Plaetzchen verschafft. So hatten wir nun Proll und Protz als unsere Nachbarn. Dennoch bekamen wir mit unserer aeusserst gemuetlichen Dackelgarage keine Minderwertigkeitskomplexe und genossen einen gemuetlichen Abend am Feuer.

Den naechsten Morgen liessen wir ruhig angehen, da ausser Schnorcheln um die Mittagszeit nicht viel auf dem Programm stand. Durch unseren geoeffneten Zelteingang konnten wir vor dem Aufstehen noch eine Gruppe Wale beobachten, die in aller Ruhe ihren Weg vorbei an unserer Bucht zogen. Gegen Mittag wanderten wir dann wieder zum Riff und wurden mit dem richtigen Timing bei Flut mit einem absolut umwerfenden Schnorcheltrip belohnt. Den dortigen Fischreichtum hatte ich selbst auf den Malediven nicht oft zu Gesicht bekommen und kurz vor Schluss tauchte als Kroenung direkt vor uns noch ein sehr zurtraulicher Engelshai auf, welcher uns bis knapp einen Meter an sich heran liess.

Auf dem Rueckweg trafen wir mal wieder auf unseren Freund John, welcher sich (wer haette es gedacht) auf dem Weg zum Angeln befand. Er versprach uns erneut Fisch, falls wir ihn abends in seinem Koenigreich besuchen wollten.

Zurueck in der heimischen Nachbarschaft oeffnete Lazy K aufgrund des Windes seine Garage fuer die Oeffentlichkeit und lud zu einem nachbarlichen Umtrunk mit kleinen Leckereien ein. Nach Einbruch der Dunkelheit verabschiedeten wir uns aus der mittlerweile mit knapp 15 Mann besetzten Garage und machten uns mit Bier und Wein auf den Weg zu John. Dort angekommen praesentierte er uns erstmal einen Wassereimer mit drei grossen Fischen, welche er fuer uns „gejagt“ hatte. Leider kam an diesem Abend nicht mehr rum, da ein rund 4 Meter grosser Hai auftauchte und saemtliche Fische vertrieb. Gut zu wissen, dass wir wenige Tage zuvor an nahezu der gleichen Stelle baden waren…wir sind ja aber sowieso nicht geniessbar.

So verbrachten wir einen lustigen Abend mit John und schleppten diesmal kiloweise frischen Fisch mit nach Hause, welchen es jedoch erst am kommenden Tag zum Mittagessen geben sollte.

Tags drauf schmiss ich dann bereits mittags die Feuerstelle an, waehrend Monique den Mann stellte und fachmaennisch die Fische ausnahm. Als Lazy K um seine Residenz schlich, schnorrte ich ihn bei der Gelegenheit um etwas Solarstrom an und lud endlich meine arg gechwaechten Fotoakkus.

Als wir dann abends im Auto sassen und uns gerade fuer ein Abendessen entscheiden wollten, klopfte es dann ploetzlich an der Scheibe und Ali, Lazy K’s Frau reichte uns eine Schuessel mit gebratenen Nudeln, Huehnchen und Gemuese ins Auto. So hatten wir erneut ein kostenloses und echt leckeres Mahl.

Am naechsten Tag packten wir nach bald einer Woche Aufenthalt unsere 6,5 Sachen und verliessen unseren Fensterplatz im Himmel, welcher gerade mal umgerechnet 1,80 EUR pro Nacht und Person gekostet hatte.

Es gruesst

ein himmlicher Schroddi



Schroddis Tag 423 – Ein Regentag, zwanzig Delfine und millionen Liter Schlamm

24 06 2011

Ort: Km 4.740, Woolworth Parkplatz, Carnarvon
Ortszeit: Tag 22, 24.06.2011, 10.20 Uhr
Wetter: 25 Grad, wolkenlos
Anwesende: Viele bunte Autos…Kal NP

Nach einer erneuten Lagerfeuernacht ging es in den wunderschoenen Kalbarri Nationalpark, welcher mich ein wenig an die Outback Umgebung um Kings Canyon erinnerte. Nachdem wir an einem Aussichtspunkt gehalten und einen kleinen Besuch in der Schlucht eingelegt hatten, ging es nach einem zuenftigen Fruehstueck auf einen 8 km langen Rundweg, welcher uns zuerst am Rande des Canyons entlang und spaeter direkt durch die Schlucht fuehren sollte. Ausgewiesen war dieser Wanderweg als „Moderat“, sollte 3-4 Stunden in Anspruch nehmen und am Startpunkt befanden sich beruhigend viele Rentner, was auf einen lockeren Spatziergang hindeuten sollte.

Bewaffnet waren wir mit rund 4 Litern Wasser, zwei Fotoapparaten und (wie sich erst hinterher erwies) voellig ueberfluessigen Pullis und Jacken. Der Pfad fuehrte uns die steilen Felswaende mit atemberaubender Aussicht entlang. Bereits nach kurzer Zeit war von den anfaenglichen Rentnerschaaren nichts mehr zu sehen. Nach gut 2 Kilometern trafen wir auf die ersten zivilisierten Zweibeiner, welche uns verrieten, dass sie bei Kilometer 3,5 umgedreht haben, da es „etwas“ enger wurde. Wir dachten uns, dass wir noch zu zweit durchpassen, wo einer der Entgegenkommenden stecken geblieben waere und wanderten froehlich weiter.

Gemuetlicher Wanderweg

Gemuetlicher Wanderweg

Ploetzlich fuehrte uns der steinige Weg recht steil und etwas abenteuerlich hinab an das in der Schlucht befindliche Sandbett des Flussufers. Nach einer kleinen Pause ging es weiter, immer am Wasser entlang. Die Sandbank war schnell hinter uns gelassen und die Felswandauslaeufer, auf welchen wir entlang gingen, wurden immer schmaler, bis wir uns an einem Felsueberhang mit gut 15cm tritt befanden und den Rucksack sogar separat durchgeben mussten. Nach dieser Kletteraktion wurden wir dafuer mit dem schoensten Streckenabschnitt belohnt, wo uns Kangaroos und Ziegen vor die Fuesse liefen und die Felswaende in den schoensten Farben schillerten. Kurz vor Ende des Wanderwegs hatten wir es dann endlich geschafft, uns zu verlaufen und wir fanden den ausgeschilderten Weg vom Flussufer zum oberen Rand des Canyons nicht mehr. So suchten wir uns unseren eigenen Weg, welcher mehr an Freeclimbing als an Wandern erinnerte. Atemlos kamen wir schliesslich oben an. Da wir weiter mussten, um unseren Weg ueber die mit toten Kangaroos gesaeumte Strasse auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz in Kalbarri noch vor Sonnenuntergang zurueck zu legen, sprangen wir ins Auto und waren schnell wieder zurueck auf der unbefestigten Strasse. Wir klapperten noch einen weiteren Aussichtspunkt ab und begaben uns auf den rund 60km langen Weg in die Stadt. Bereits zu Beginn schnitt uns ein kleines Kangaroo und wir entdeckten eine Gruppe Emus mampfend im Busch, direkt neben der Strasse.

Mit entsprechender Vorsicht kamen wir dann eine knappe Stunde spaeter im Ort an, wo wir schon vor Ortseingang auf grosse Warnschilder stiessen, die aussagen dass man im Ort nicht Campen darf. Im Staedtchen machten wir uns dann ein wenig frisch und fuhren eine Strasse, die offensichtlich den Kangaroo Highway kreuzte, einige Kilometer suedlich aus der Stadt. Es gab dort einige Abfahrten an die im Nationalpark befindliche Felskueste. Eine davon waehlten wir als unseren naechsten Schlafplatze. Nach einem Abendessen an diesem durchaus stuermischen Plaetzchen, fuhr ploetzlich ein Auto auf uns zu, parkte keine 10 Meter von uns entfernt und sah sehr verdaechtig nach Backpacker aus. Zum Spass stieg ich aus, um den dreisten Fahrer mal zu fragen, ob es sich bewusst ist, dass es nicht erlaubt ist, an diesem Ort zu stehen. Das deutsche Paerchen bejate diese Frage mit der Argumentation, dass der Ranger sie gerade bereits aus der Stadt vertrieben habe und sie hoffen wenigstens hier die Nacht zu verbringen. Im weiteren Gespraech erfuhr ich, dass sie gerade aus Norden kamen und wir tauschten einige Tipps ueber Schlafplaetze , Arbeitsmoeglichkeiten und andere nuetzliche Dinge aus. Nach einer warmen aber stuermischen Nacht fruehstueckten wir diesmal direkt an den Klippen und verbummelten den Tag im Ort mit allerlei Erledigungen (z.B. Fotoakkus in oeffentlichen Toiletten laden). Urspruenglich konnten wir unsere Elektrogeraete mittels eines Stromkonverters direkt im Auto laden. Am Abend zuvor war uns jedoch die Sicherung des Zigarettenanzuenders durchgeraucht und sollte nach dem folgenden Test leider auch nicht die Einzige sein. So hatten wir nun unsere erste nicht ganz folgenlose Panne. Am spaeten Nachmittag verzogen wir uns auf dem Weg zum am Highway gelegenen Schlafplatz der vorletzten Nacht, in den Busch und weihten mangels oeffentlicher Nasszellen meine Campingdusche unter einem Baum ein.

Stromalodingsbums

Stromalodingsbums

Nach einer weiteren Nacht am Lagerfeuer fuehrte uns der Weg ueber knapp 170 unspektakulaere Kilometer Geradeausstrecke zu dem in der Shark Bay gelegenen Hamelin Pool, wo es erneut lebende Stromatolithen und eine alte Telegraphenstation zu besichtigen gab. Weiterhin stoppten wir unterwegs zu unserem Tagesziel an einem Muschelstrand, und versuchten vergebens Haie, Delfine, Rochen, Schildkroeten oder Seekuehe im Wasser zu entdecken. Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang erreichten wir dann den malerischen 1.000 Seelen Ort Denham, wo wir uns in der Touristeninfo in einen der 5 Kuestenabschnitte fuer eine kostenlose Uebernachtung registrieren liessen. Mit dem Wunsch noch vor Sonnenuntergang haeuslich zu werden, duesten wir an unseren gewaehlten Strand und waren mit dem glasklaren Wasser, jedoch nicht mit dem relativ kleinen Sandstrand zufrieden und entschieden uns noch eine Abfahrt weiter an den Whalebone Beach zu fahren, wo eigentlich alles passte. Da die Naechte mittlerweile deutlich waermer geworden waren, wollten wir diesmal im Zelt am Strand schlafen. So ging es auf die Suche nach einem moeglichst nahe am Wasser gelegenen Strandplatz, ohne jedoch bei der kommenden Flut nasse Fuesse zu bekommen. So ebneten wir einem Platz

Wohnst du noch oder schwimmst du schon?

Wohnst du noch oder schwimmst du schon?

am Duenenrand und stellten unsere Behausung fuer die Nacht auf. Nach einem entspannten Abend am Strand oeffneten wir am naechsten morgen den Zelteingang und stellten fest, dass das Wasser mittlerweile bis rund 30cm vor das Zelt gestiegen war und dass der Wind offensichtlich auch Regen ankuendigte. Daher entschlossen wir uns entgegen dem geplanten Strandtag das Zelt abzubauen und erstmal in die Stadt zu fahren, um einen geeigneten Ansprechpartner zu finden, welcher unsere (nicht unwichtige) Stromversorgung im Auto wieder herstellen konnte.

Eine entsprechende Werkstatt ausgemacht, sagte man uns vor Ort ungesehen, dass wohl der Zigarettenanzuender im Eimer sei und wir uns beim benachbarten Schrotthaendlier einen neuen Besorgen koennten. So fuhren wir zum Schrotthaendler, welcher so ueberhaupt keine Zeit fuer Kundschaft hatte und uns weiter an einen Kfz-Elektriker verwies. Dort angekommen, wurden wir freundlich empfangen und nach einem Kurzen Check des Stromkreises durfte ich zaehneknirschend erfahren, dass der nur 3 Wochen zuvor erworbene Stromkonverter im Eimer war. Gluecklicher habe er erst den Tag zuvor neue Konverter erhalten und koenne uns ein Exemplar fuer nur 60 AUD anbieten. Nach einem Probelauf war ich dann fuer „nur“ 90 Dollar inkl. Arbeitszeit ein stolzer Besitzer eines neuen Stromkonvertes.

Unser Nachbar John hatte uns in der vergangenen Nacht mit frisch gefangenem und bereits filetiertem Fisch versorgt, welchen nach unserem nicht gerade kostenguenstigen Werkstattbesuch auf dem oeffentlichen Gasgrill in Denham zubereiteten und genossen. Dabei trafen wir auf den Franzosen Eric und seine Neuseelaendische Reisebegleitung. Es sollte nicht das letzte mal gewesen sein, dass wir Eric trafen….

Aufgrund des verregneten Tags liess sich leider nicht viel machen und der Abend endete mit einer zweiten (diesmal unangemeldeten) Nacht am Whalebone Beach – diesmal jedoch zwangslaeufig im wasserdichten Auto.
Am naechsten Morgen wurden wir bei Dunkelheit unsanft um 5.45 Uhr vom rappelnden Wecker aus dem Schlaf gerissen, um noch vor Resortoeffnung in Monkey Mia zu sein. Nach der rund 50 km langen fahrt mit diversem Wildwechsel erreichten wir den Resort puenktlich vor Oeffnung und sparten uns mal wieder den Eintritt. Nach einem gediegenen Fruehstueck ging es zum Guckst dudortigen Strand, wo gegen 8 Uhr eine Delfinfuetterung stattfinden sollte. Ueberpuenktlich trafen die wilden Delfine ein, welche hier rund 10% ihres taeglichen Tagesbedarfs an Fisch verfuettert bekommen. Bis knapp ueber die knoechel standen wir im eiskalten Wasser und die gutgelaunten Grinsemaenner schwammen direkt vor unseren Fuessen auf und ab und warfen einen skeptischen Blick auf die lustig gekleideten Zweibeiner mit ihren silbernen klickenden Dingern in den Haenden.

Nach rund einer halben Stunde war die Veranstaltung vorbei und wir entschlossen uns in den dortigen Campingplatz zu schleichen, um nach Tagen mal wieder eine Dusche zu bekommen. Kurze Zeit spaeter genossen wir dann die erste heisse Dusche seit fast 10 Tagen. Anschliessend machten wir uns auf den rund 150km langen Weg, die Halbinsel gen Sueden wieder zu verlassen. Bei dieser Gelegenheit ueberquerten wir zum Xten und nicht zum letzten Mal den 26. Breitengrad, welcher den Nordwesten vom Suedwesten des Landes Teilte. Wieder zurueck auf dem Festland ging die Reise weiter in Richtung Norden, wo uns der Highway nach rund 200km in die naechste Stadt Carnarvon fuehren sollte. Da es dort keine legal kostenlosen Schlafplaetze geben wuerde, sollte uns der Weg noch weitere 70km noerdlich fuehren, was allerdings vor dem baldigen Einbruch der Dunkelheit wenig realistisch schien. Daher hielten wir nach geeigneten Schlafplaetzen noch vor der Stadt ausschau. Uebernachtungsmoeglichkeit Nr. 1 lag direkt an der Strasse und machte einen wenig einladenden Eindruck. Obwohl wir dort John, unsere Nachbarn der letzten Naechte am Whalebone Beach erspaehten, entschlossen wir uns weiter zu gucken und unser Camping Guide spukte einen direkt am Strand gelegenen Campingplatz aus, welcher ueber eine rund 8,5 km lange, unbefestigte Strasse erreichbar sein sollte.

Wenig spaeter verliessen wir also den Highway und kamen auf eine recht huegelige Gravel Road. Die vorherige Nacht hatte es durchgeregnet. Was dies fuer die Strassenverhaeltnisse bedeuten kann, hatten wir ja bereits beim Besuch der Geisterstadt Ora Banda festgestellt. Durch das huegelige Teilstueck auf den ersten 6km war der Weg auch fuer uns einigermassen befahrbar. Die Kuppen waren bereits weitestgehend abgetrocknet, in den Senken entwickelte sich jedoch die Fahrt jedesmal zur extremen Rutschpartie und wir versuchten wieder zwei Punkte einzuhalten:

1.Nicht stehenbleiben
2.Nicht in den Strassengraben rutschen

Es gelang uns dies umzusetzen und wir erreichten erleichtert die Gabelung, wo es die letzten 2,5 km zum Campingplatz gehen sollte. Binnen weniger Meter entwickelte sich diese „Strasse“ genannte Schlammpiste zu einem Alptraum aller Fronttriebler. Zum Anhalten oder drehen war es bereits zu spaet und der Schlafplatz war schon in Sichtweite als nicht mehr wir, sondern die Strasse entschied, wo es hingehen sollte – naemlich ploetzlich viel zu nahe an den Strassenrand. Nach wenigen Metern hatte die Strasse unseren endgueltigen Parkplatz gefunden und liess uns einfach am linken Strassenrand stehen. Es war kein Vor oder Zurueck mehr moeglich, ohne unser Grab tiefer zu schaufeln und wir freuten uns notgedrungen ueber diesen ausgesprochen schoenen Schlafplatz keine 50 Meter vom Meer entfernt. Ganz nach dem Motto: „Wenn es nichts mehr zu verlieren gibt, einfach lachen“, hatte uns diese unmoegliche Situation richtig gute laune beschert und wir stiegen aus, um uns das Disaster mal von aussen anzusehen. Bei den ersten Schritten versanken wir sofort bis zu den Knoecheln in der schlammig-lehmigen Pampe. Nach wenigen Minuten erinnerten unsere Flip Flops an Plateau-Schuhe mit einer Schlamm-Seegras Sohle, weshalb wir sie zwangslaeufig am Strassenrand liegen lassen mussten und barfuss weiter wateten. Einige Male hopsten wir kichernd um das Auto als wir ploetzlich ein naeherkommendes Motorengeraeusch hoerten. Mit unangemessen hohem Tempo kam ein Backpacker Van querstehend um die Kurve geschlittert und ich sah ihn schon apruppt in unserem Kofferraum zum Stehen kommen. Gluecklicherweise guckte sich die Strasse fuer ihn ein anderes Plaetzchen aus und parkte ihn etwas unsanft auf der anderen Strassenseite keine 10m von uns entfernt. Wir freuten uns ueber Nachbarn und kamen mit dem englischen Paerchen ins Gespraech.

Schlammpackung - haelt jung

Schlammpackung - haelt jung

Im Gegensatz zu uns nahmen sie die Situation nicht so gelassen und wollten uns beim anschliessenden Strandspatziergang nicht begleiten. Stattdessen liefen sie los und wollten bei einem rund 500m entfernt stehenden Camper Hilfe suchen. Wir gingen derweil Richtung Meer, welches extrem flach abfiel und sich gerade auf dem Rueckzug befand. So wurde der Strandspatziergang mangels Strand zu einer Mattwanderung. Waehrend wir mit den dortigen Krebsen spielten, sahen wir aus der Ferne, dass die Englaender mit ihrem Hilfegesuch offensichtlich erfolgreich waren und neben ihrem Kleinbus bereits ein Gelaendewagen stand. Neugierig wateten wir zurueck, um uns das Spektakel aus der Naehe anzusehen. Vor Ort trafen wir auf das Paerchen und einen Uraustralier wie aus einem Wild West-Film entlaufen. An den Haken genommen war der Van schnell wieder frei und schlitterte davon. Auch uns bot Dick, der urige Retter seine Hilfe an. Wir lehnten dankend ab und erklaerten ihm, dass wir es am kommenden Mittag aus eigener Kraft probieren wollten, wenn die Strasse ein wenig abgetrocknet sein wuerde.Wir breiteten uns daraufhin im Buschland aus und genossen einen wunderschoenen Sonnenuntergang mit dicken Regenwolken und dem Vollmond auf der anderen Seite. Mit der Dunkelheit kamen die Mueckenschwaerme und binnen Minuten juckte es ueberall. Daher zogen wir uns fluchtartig ins Auto zurueck und stuelpten erstmal behelfmaessig Socken ueber die komplett verschlammten Fuesse. Nach der anschliessenden Moskitojagd gab es ein notduerftiges Abendessen, da sich die meisten unserer Lebensmittel im Kofferraum befanden und wir die Autotueren nicht mehr oeffnen wollten, um den draussen lauernden Blutsauger nicht noch eine weitere Gelegenheit zu geben.

Nach einer echt ruhigen Nacht liessen wir den kommenden Tag ganz gemaechlich angehen, da wir vorrausichtlich vor dem fruehen Nachmittag ohnehin nicht loskommen wuerden. Gegen 9 Uhr vernahmen wir ein Motorengeraeusch, welches zu einem vom Campingplatz kommenden Gelaendewagen gehoerte. Er hielt neben uns und der Fahrer fragte uns durchs geoeffnete Fenster, ob er uns helfen koenne. Zu seiner Ueberraschung lehnten wir erneut dankend ab und wuenschten einen schoenen Tag. Am Spaeten Vormittag kamen wir dann langsam in Bewegung. Als ich gerade dabei war, in einer Pfuetze die mittlerweile zementartige Verkrustung von den Flip Flops zu loesen, kam Dick, der Helfer des Vortags, mit einem Kanu auf dem Dach um die Ecke, erzaehlte von dem umwerfend grossen Fisch im Wasser und bot uns an, unser Angelequipment zu schnappen und mit raus zu fahren. Leider findet sich in unserem Auto keine entsprechende Ausruestung, weshalb ich auch dieses Angebot ausschlagen musste. Weiterhin erzaehlte ich ihm, dass wir am Nachmittag endlich versuchen wollten, aus eigener Kraft wieder auf den Rueckweg zu kommen. Irgendwie schaffte Dick es jedoch relativ schnell, mich umzustimmen, als er mir erzaehlte, dass im Laufe des Tages die Flut kommen wuerde und aufgrund der Mondphase bis direkt an den Strassenrand reicht, was unsere Situation noch erheblich verschlimmern koennte.

So gingen wir direkt ans Werk und die Stahlkette war nach kurzer Zeit am Abschlepphaken (welcher sinnloser Weise mittig unterm Kofferraum sass) angebracht.
Mittels drei Antriebsachsen bewegten wir uns dann langsam rueckwaerts aus unserem kuscheligen Schlammloch. Auf der Strassenmitte angekommen griffen ploetzlich unsere Raeder, wir machten einen Satz nach hinten und es wurde nochmal brenzlig. Die Stahlkette hatte sich naemlich bei der Gelegenheit um die Achse hinter unserem linken Hinterrad gewechselt. Beinahe haetten wir unserem kleinen somit wirklich den finalen Todesstoss verpasst, jedoch konnten wir die Stahlfessel mit einem mittleren Gewaltakt loesen und es ging weiter rueckwaerts auf einen sandigen Seitenweg. Von dort aus kamen wir endlich wieder aus eigener Kraft los und erreichten total verdreckt aber uebergluecklich den Highway nach Carnarvon, wo wir in der ersten Parkbucht hielten und etliche Kilo Schlamm aus den Radkaesten holten. Als die rotbraune Kruste auch endlich von den Fuessen gepopelt war, ging unsere Reise endlich weiter…

Es gruesst die Suddelwutz

Schroddi