Schroddis Tag 568 – Seemannsgarn
18 11 2011Ort: Km 23.401, Ein Acker zwischen Bowen und Arlie Beach
Ortszeit: RoadtripTag 170, 17.11.2011, 20.45 Uhr
Wetter: 26 Grad, Sternenhimmel
Anwesende: Fester Boden unter den Fuessen…noch
Endlich war die Schufterei in Tully vorbei. Es sollte sich jedoch gelohnt haben. Nachdem wir uns einige Tage Regenwald, Wasserfaelle und traumhafte Straende angesehen hatten, sollte es aufs Meer hinaus gehen. Wir buchten uns auf eine Yacht zwecks Tauchen und Schnorcheln im Great Barrier Reef ein. Als es morgens in Cairns aufs Boot ging lachte die Sonne vom Himmel, jedoch war es ein wenig windig. Dies sollte die Freude auf unseren Tagesausflug nicht trueben…also nicht fuer uns. Der Wellengang machte die Fortbewegung auf dem Boot nicht ganz einfach, jedoch hielt sich die Schaukelei einigermassen im Rahmen. Eine Hand voll Leute sah das jedoch nicht so und versammelte sich mit braunen Papiertueten zu einem netten Beisammen auf dem hinteren Bootsdeck. Ich weiss nicht was mit ihnen los war, jedoch schwitzten sie alle ganz ordentlich, hatten allesamt ihre Urlaubsbraeune verloren und bruellten staendig unverstaendliches Zeug in ihre Tueten.
Zwei Tage spaeter sollte es fuer mich einige hundert Kilometer weiter suedlich zu zwei
Wracktauchgaengen erneut auf ein Boot gehen. Laut des Anbieters sollte die Ueberfahrt rund eine halbe Stunde dauern. An diesem Tag jedoch nicht. Es war wieder etwas windig und die Wellen schuettelten unser kleines Schlauchboot ordentlich durch. Um uns nicht zu ueberschlagen fuhren wir mit gedrosseltem Tempo und benoetigten fuer die Fahrt rund die doppelte Zeit. Auf unserem letzten Boot war es nicht einfach zu laufen. Hier war an Laufen nicht zu denken, da es allein schon nicht einfach war zu sitzen. Ich wartete nur auf die ueblichen verdaechtigen Tuetenbrueller, konnte einige versteinerte Mienen sehen, jedoch noch niemand, dem es offensichtlich richtig schlecht ging. Dies aenderte sich rapide und die Frauenwelt bruellte abwechselnd in einen silber glaenzenden Blecheimer. Nachdem wir endlich geankert hatten und beachtlich vor uns hinschaukelten, hatte das Elend seinen Hoehepunkt erreicht. Eine Dame hing ueber der Railing, eine sass im Klo und die dritte unterhielt sich nach wie vor mit unserem offensichtlich

Der friedliche Schein truegt
sympatischen Eimer. Zwei von dreien berappelten sich und schaften es letztendlich von Bord zu springen, waehrend sich Nummer 3 aengstlich an ihren silbernen Freund klammerte. Beim Anlegen der Tauchausruestung wurde mir auch das erste Mal schwindelig und ich sah zu, dass ich von Bord kam. Nach einem echt genialen Tauchgang ging es zwecks einer einstuendigen Oberflaechenpause zurueck auf unsere Schiffsschaukel. Bereits nach zwei Minuten war mein Schwindel wieder da und mir verging relativ schnell der Appetit auf das leckere Mittagessen. Generell war die Verpflegung relativ ueberfluessig, da ich offensichtlich nicht der Einzige war, dem es so erging. Ich konzentrierte mich mit aller Kraft auf den Horizont. Alles ging soweit gut bis es hiess, dass die Ausruestung wieder angelegt werden muss. Letztendlich hatte ich es doch geschafft und schwang mich endlich ueber Bord. Ungluecklicherweise verschlimmerte der Seegang meine Situation im Wasser noch einmal deutlich. Waehrend der Rest meiner Tauchgruppe abtauchte, schleuderte ich noch mal fix mein Fruehstueck ins Wasser. Anschliessend den Atemregler in den Mund gesteckt (yummie!!!) und nix wie ab in tiefere Gefilde.
Da ich im ersten Durchgang einen langen Tauchgang und somit eine kuerzere Oberflaechenpause hatte, war ich beim zweiten Trip bereits wieder einer der ersten am Boot. Diesmal graute es mir jedoch davor, das Wasser wieder zu verlassen und zog vor, mit aufgeblasener Weste vorm Boot umher zu treiben bis alle Anderen wieder zurueck waren. Als dann neben mir ploetzlich eine stattliche Qualle auftauchte, zog ich es doch vor, fix zurueck ins Boot zu klettern. Relativ schnell vierliessen wir dann unseren Tauchspot und mir ging es wieder wesentlich besser. Endlich konnte ich auch das anschliessende Grillen geniessen und meinen mittlerweile Vakuum ziehenden Magen wieder fuellen. Im Anschluss folgte eine noch rund 150 Kilometer lange Fahrt, um am naechsten Tag fuer zwei Tage und Naechte auf einem Segelboot anzuheuern. Wenn das mal gut geht…
Es gruesst der Kotzbrocken,
Schroddi










