Schroddis Tag 172 – Zwei Dinge, die ungluecklicherweise auf keinem Schild stehen

17 10 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Beach Backpackers, Mooloolaba
Ortszeit: 17.10.2010, 17.30 Uhr
Wetter: 21 Grad, und eine sich langsam verabschiedende Sonne
Anwesende: Schildbuerger?!

Im Hostel steht auf 1000 Schildern geschrieben was man tun oder lassen soll, wen man lieben oder hassen soll….

zwei wichtige Schilder fehlen jedoch:

1. Wer seinen Laptop mit geoeffnetem Facebook-Account unbeaufsichtigt laesst, hat am folgetag u.U. mit einer unerwartet schmerzhaften Begruessung durch seine Freundin zu rechnen.

Facebook

2. Wer in den Gemeinschaftsraeumen einschlaeft, sollte am naechsten Tag etwas mehr Zeit etwas mehr Zeit und evtl. Sandpapier fuer die morgentliche Dusche einplanen.

passing out 3rd floor

Es gruesst der Schilderfreund Schroddi



Schroddis Tag 166 – Eine Bildergeschichte

11 10 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Beach Backpackers, Mooloolaba
Ortszeit: 11.10.2010, 08.30 Uhr
Wetter: 21 Grad, windig und einer der wenigen Momente, in denen es mal nicht regnet
Anwesende: Ein paar verschlafene Gesichter

Heute morgen hiess es um aufstehen, damit ich eine Stunde spaeter puenktlich auf der Arbeit bin. Im  Nude1-Cafe angekommen, tauchte etwa 10 Minuten spaeter ein Kollege auf und teilte mir freundlich mit, dass er nicht glaubt, dass ich heute zu arbeiten habe. Nach einem Blick auf den  stellte ich fest, dass ich gestern wohl auf den Plan der Vorwoche geguckt habe. So wuenschte ich allen  schoenen Tag1und nahm mir fuer meinen Rueckweg den Strand entlang einen  mit. Ich nahm eine kleine umleitung , um noch mal schnell was im supermarkt1 zu besorgen. Als ich vor den geschlossenen tueren Tueren stand, stellte ich schnell fest, dass wir noch lange nicht 8uhr hatten. So ging ich zurueck zum Goon free , wo ich auf  traf, der gleich zur Arbeit musste. Da er noch  brauchte, fuhren wir anschliessend die

Rekorddistanz

Rekorddistanz

von185m  zu nightowl, unserem nahe gelegenen 24h-Shop , wo ich feststellte, dass ich meine vor reichtum  Geldboerse nicht einstecken hatte.

Mal sehen, was der angebrochene Tag jetzt noch so bringt…

Es gruesst der Trottel Schrottel



Schroddis Tag 154 – Walisch fuer Anfaenger

5 10 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Beach Backpackers, Mooloolaba
Ortszeit: 30.09.2010, 10.00 Uhr
Wetter: 21 Grad, Sonnig
Anwesende: Bis jetzt noch niemand

Da hier zur Zeit Wal-Saison ist, haben wir uns entschlossen einen Bootstrip zur Walbeobachtung zu machen. So ging es gestern mittag nach mehrmaliger Terminverlegung mit 6 Freunden endlich auf’s Boot. Es handelte sich um ein kleines Schlauchboot mit zwei 150 PS Motoren, was reichlich Spass versprach.

Nach Ausstattung mit Pillen gegen Seekrankheiten und einer kurzen Sicherheitseinweisung ging es anschliessend mit Schleichfahrt durch den Hafen. Auf offener See drehte unser Skipper dann die Motoren auf, was uns allen ein breites Grinsen ins Gesicht trieb. So ging es mit rund 60 kmh ein ganzes Stueck entlang der Kuestenlinie. Nach wenigen Minuten stoppe er die Motoren, zeige uns die Hainetze und deutete dabei auf zwei Bojen, die etwa 20 Meter auseinander lagen. Dies war ein Durchgang im Netz, was die ganze Konstruktion eigentlich nutzlos macht und lediglich Delfinen, Schildkroeten und anderen Meeresbewohnern zum Verhaengnis wird.

Mudjimba

Mudjimba

Weiter ging es mit vollem Schub nach Mudjimba Island, benannt nach einer alten Aboriginal Dame. Direkt an der Insel befinden sich ein super Surf-, Schnorchel- und Tauchspot. Um 1970 hat ein Anwalt diese Insel gekauft, weil er die Nase von der Gesellschaft voll hatte und alleine sein wollte.

Diese Rechnung hatte er aber ohne die Surfer gemacht, die auf ihren Brettern etwa einen Kilometer von der Kueste zur Insel zu paddeln. Genervt verliess er kurze Zeit spaeter die Insel wieder und verkaufte sie an Sean Connery, mittlerweile gehoert sie aber zu einem Naturschutzgebiet.

Von dort aus ging es dann etwa 3,5 Seemeilen direkt auf’s offene Meer, wo ueblicherweise die Wale anzutreffen sind. Ausser einigen fliegenden Fischen, die froehlich neben unserem Boot segelten war jedoch absolut nichts zu sehen. Nach einer knappen Stunde auf See mussten wir auch feststellen, dass sich Wale irgendwie nicht mit Erdnuessen anfuettern lassen.

Als wir aus verzweiflung schon jemand aufschlitzen und ins Wasser werfen wollten, um wenigstens ein paar Haie zu sehen, kam Meggy die rettende Idee. Also versuchten wir die Meeresriesen mit Rufen auf Walisch anzulocken.

Koepchen in das Wasser, Schwaenzchen in die Hoeh

Koepchen in das Wasser, Schwaenzchen in die Hoeh

Kurze Zeit spaeter winkte dann das erste Exemplar am Horizont und neben unserem Boot tauchte ein Jungtier mit seiner Mutter auf. Es war eine tolle Erfahrung diese imposanten Tiere aus der Naehe zu beobachten. Da die beiden Tiere in Bootsnaehe scheinbar nur auf der Durchreise waren und nicht wirklich einen Spieltrieb offenbarten, fuhren wir weiter, um Ausschau nach einigen plantschenden Riesen zu halten.

Auf unserem weiteren Weg tauchten immer wieder Wale in Bootsnaehe auf, die aber allesamt nicht spielfreudig waren. Auf unserem Rueckweg in unseren Heimathafen wurden wir kurz vorm Hafeneingang durch einen direkt vor uns auftauchenden Wal, welcher sich im Flachwasser tummelte, wo er problemlos einen Kopfstand mit

aus dem Wasser Wal2ragender Schwanzflosse haette machen koennen, gestoppt. Leider lies er sich nicht zu diesem Kunststueck ueberreden und wollte auch nicht durch unseren Rettungsring zu springen. Dafuer machte er zum Abschied noch mal Maennchen und verschwand anschliessend wieder unter der tiefblauen Wasseroberflaeche. Wir tuckerten daraufhin wieder zurueck ,vorbei an all den „Haeuschen“ im zweistelligen Millionenbereich. Das schoene Wetter hielt noch genau bis zur Ankunft im Backpackers und beendete den Tag anschliessend mit dem fuer die letzten Tagen typischen Regenguss.

Mit dem neu erworbenen Wissen, dass Hainetze nur zur Beruhigung naiver Touristen dienen, Wale keine Erdnuesse moegen aber auf Walisch reagieren und man auch einen Kilometer vom Festland entfernt nicht vor der Menschheit sicher ist, war es ein wirklich lehrreicher Ausflug.



Schroddis Tag 149 – Warum meine Achselhaare strafbar sind

30 09 2010

Ort: Barbeque Platz am Kanal, Mooloolaba
Ortszeit: 24.09.2010, 22.00 Uhr
Wetter: 20 Grad, Mondschein
Anwesende: Sich zankende Fledermonster und vielleicht Spinnen….irgendwo *aaahh*

Eine ganze Weile ist es nun her, dass ich was hab von mir hoeren lassen. Dies liegt jedoch nicht daran, dass ich die Lust zum Schreiben verloren habe, sondern, dass ich einfach die letzten Wochen nicht mehr zur Ruhe gekommen bin.

Nachdem ich durch die typisch australisch-chaotischen Zustaende ploetzlich meine beiden neuen Jobs beim Italiener und im Cafe bekommen und nebenher beim Mexikaner und gelegentlich fuers Hostel gearbeitet habe, war ich mit rund 60 Wochenstunden “leicht“ ueberarbeitet und habe ein Problem bekommen alle meine Schichten unter einen Hut zu bekommen.

Nach knapp 2 Wochen habe ich mich letztendlich entschieden, meinen Job bei Italiener an den Nagel zu haengen. Meine Kuendigung ist mir im zweiten Anlauf geglueckt, war jedoch schwieriger als den Job zu bekommen.

Soweit ich weiss habe ich leider bisher mein dortiges Gehalt noch nicht bekommen. Sobald mein bei Ebay bestellter Bombenguertel ankommt, werde ich mal hoeflich nachfragen, wann ich denn mit einer Zahlung rechnen kann.

So blieben mir noch das Hostel (Arbeit im Bootcamp), mein geliebter Fregar Algo Sportclub und das Nacktcafe.

Mein letzter Einsatz im Bootcamp bestand darin, dass ich in etwa 6 Metern Hoehe auf einer Leiter stehend meine ersten Erfahrungen mit einer Flex sammelte. Wer mich kennt weiss, dass eine Flex gaaar kein gutes Spielzeug fuer Schroddi ist, dennoch ging alles gut.

Da ich nun im Nacktcafe in der Regel wesentlich mehr arbeite als auf meinem Dienstplan steht. Fehlt mir derzeit auch ein bisschen die Zeit fuer bezahlte Suizidversuche im Bootcamp.

So gehe ich wieder ausschliesslich meinem Hauptberuf nach, in dem ich den ganzen Tag fast ausschliesslich von leichtbekleideten, jungen Frauen umgeben und grundsaetzlich feucht bin. Nebenher mache ich, was man mir im Befehlston zubruellt oder zaehrtlich ins Ohr fluestert.

Richtig, Teller waschen!

So kam es dann vor, dass ich morgens um 7 Uhr startete, mit 30 Minuten Pause bis 18 Uhr im Cafe durcharbeitete und anschliessend direkt zum Mexikaner ging, um dort nonstop bis 22.30 Uhr weiter zu spuelen. Nach diesen Tagen mit bis zu 16 Stunden kam ich in der Regel wie ein Zombie ins Hostel zurueck gewackelt und fiel nach einer Dusche einfach nur noch ins Bett.

Nachdem Freddy, mein Vorgaenger bei Montezumas letzte Woche total abgebrannt aus Neuseeland wieder kam, habe ich ihm den Job wieder zurueckgegeben, da wir abgesprochen haben, dass ich es nur vertretungsweise uebernehme.

So bleibt mir noch einer von zuletzt 4 Jobs, was mir aber absolut ausreicht.

Wie ich in meinem letzten Eintrag bereits geschrieben habe, hatte ich auch nicht erwartet, dass meine damalige Jobsituation laengerfristig anhaelt.

Im Cafe musste ich mich gehoerig umorientieren, da ich zuvor meinen eigenen Fregar Algo-Uebungsraum hatte und nun lediglich eine kleine Spuelnische mit einem absoluten Unterangebot an Stauraum habe. Neben dem Spuelen gehoert zu meinem Aufgabengebiet die Tische abzuraeumen und gelegentlich Essen und Kaffees zu servieren.

So habe ich ein schwarzes (arbeitsbedingt in der Regel nasses und mit Essensresten verdrecktes) Shirt zu tragen. Fuer mich war es anfangs etwas schwer zu akzeptieren, dass ich mit Essensresten an den nassen Armen und der Kleidung klebend Eessen servieren sollte. Aber gut, ist im Endeffekt nicht meine Entscheidung. Da ich anfangs mit einer Teilzeitstelle gerechnet hatte, habe ich mir erstmal nur drei Shirts gekauft, was sich spaeter mit 5-6 woechentlichen Schichten natuerlich als zu wenig herausstellte.

Da mir dann eines Tages wie erwartet die sauberen Shirts ausgegangen sind und ich kein Cafe-Shirt haben kann, da die gerade nicht auf Lager sind, habe ich meine Chefin gefragt, ob ich mit einem schwarzen Shirt mit Motiv kommen kann. Von Ihrer Seite war es ok. In meinem bewohnbaren Kleiderschrank fand sich dann noch ein Motiv- und Aermelloses Shirt. Am naechsten Morgen ging ich dann mit diesem und einem dreckigen Arbeitsshirt im Gepaeck zur Arbeit.

Als ich in der Kueche ankam und Pulli auszog, erntete ich von allen Seiten nur entsetzte Blicke. Offensichtlich nicht aufgrund meiner extrem austrainierten Oberarme, sondern wegen meinem aermellosen Shirt. Meine Chefin fragte mich, ob ich nicht ein anderes Shirt mit Aermeln dabei habe, da ich aermellos kein Essen servieren duerfe. Etwas unglaeubig fragte ich sie, warum ich das nicht duerfe.

Ein Kollege erklaerte mir dann etwas beschaemt, dass es gesetzlich verboten sei mit Achselhaaren und aermellosen Shirt Essen zu servieren. Bei Rueckenwind koennte ja ein Achselhaar ins Essen fliegen. Ich muesse mir also nun die Achseln rasieren oder das Shirt wechseln. So servierte ich halt an diesem Tag das Essen in meinem verdreckten Shirt vom Vortag.

Aufgrund der etlichen Kakerlaken in der Kueche und der Tatsache, dass wir u.A. Blattspinat mit in einer untertemperierten Waschmaschine gewaschenen Putzlumpen abdecken war ich wirklich verwundert, dass in Australien doch etwas aehnliches wie Hygienevorschriften existieren.

Bis auf die Tatsache, dass ich gelegentlich meine faulen Arbeitskolleginnen manchmal in der Luft zerreissen koennte, habe ich mich aber ganz gut in meinen neuen Job eingelebt.

Lange habe ich es nicht fuer voll genommen, mittlerweile habe ich jedoch selbst feststellen muessten, dass Australier scheinbar ausschliesslich arbeiten, um ihre teuren Hobbies zu finanzieren und aus dem gleichen Grund auch keine Zeit fuer Ueberstunden haben. Darueber hinaus ist Teamwork mehr oder minder ein Fremdwort, da es in diesem Zusammenhang dazu kommen kann, dass man den einen oder anderen Handgriff ausserhalb seines Aufgabengebietes machen muss. Immerhin hat das zur Folge, dass es wirklich keine Kunst ist, mit „deutschem Fleiss“ zu glaenzen. So steht auf einigen Autokennzeichen nicht ohne Grund „Relax, it’s Queensland“ geschrieben

Da sich das Konto nun langsam wieder fuellt, geht es daran Plaene fuer die weitere Reise zu machen. Schliesslich muss ich verhindern, dass sich doch mal eine konstante Lebens- und Arbeitssituation einstellt.



Schroddis Tag 130 – Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln

5 09 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Backpackers, Mooloolaba
Ortszeit: 05.09.2010,17.30 Uhr
Wetter: 23 Grad, Dauerregen und 94% Luftfeuchtigkeit *japs*
Anwesende: Irgendein psychodelischer Scheiss, der mich aus dem Tv beschallt

Nachdem ich die letzte Woche meine Unterkunft erarbeitet hatte, erkundigte ich mich weiterhin taeglich an der Rezeption nach Aufgaben oder Jobs, welche fuer mich zu erledigen seien. Dienstag vor zwei Wochen hiess es wie ueblich, dass nichts zu tun sei, allerdings wurde ich gefragt, ob ich einen richtigen Job suche.

Da ich hier meines Wissens keinen Anspruch auf Hartz IV habe, bejate ich dies und bekam gesagt, dass im Nacktcafe (org. Nude Cafe) ein Tellerwaescher gesucht wird.
So legte ich meinen Reinhold Messner-Look ab, sprang in meine besten Klamotten und flitzte zur Strandpromenade, um im Cafe vorstellig zu werden.

Dort angekommen wurde ich wie ueblich nach meinem Lebenslauf gefragt. Ich antwortete der Managerin daraufhin lediglich, dass ich bereits Fregar Algo da plato beim Mexikaner keine 20m die Strasse runter praktiziere und wurde prompt gebeten nachmittags schwarz gekleidet wieder zu erscheinen.

Mich schwarz zu kleiden stellt bei meinem derzeitigen „Kleiderschrank“ kein Problem dar, allerdings gibt es beinahe keine Kleidungsstuecke ohne unangebrachte Motive. So fuhr ich mittags mit dem Bus schnell ins oertliche Einkaufszentrum und besorgte mir drei schwarze Shirts und eine kurze Hose.

Das oertliche Nacktcafe

Das oertliche Nacktcafe

Nachmittags erschien ich dann im Cafe. Dort wurde ich dem altgedienten Tellerwaescher zugewiesen und ging mit ihm dann erstmal den Muell runter bringen und die Handtuecher zur Waescherei bringen. Anschliessend putzten wir den Kuechenboden und schlossen den Laden. Ich sollte zwei Tage spaeter um 12 Uhr wieder kommen.

So wirklich freute ich mich nicht ueber meinen neuen Job, da die Kueche dreckig, eng und total veraltet war. Das einzig schoene war der Meerblick, den man aber nicht so wirklich geniessen konnte.

Zwei Tage spaeter trat ich dann meinen Job an. Immer noch ohne zu wissen, wie hoch der Stundenlohn ist und wie viele Schichten ich woechentlich machen kann.

An diesem Tag blieb es allerdings nicht beim Spuelen in der verranzten Kueche. Ich hatte die Kundschaft zu bedienen, Tische abzuraeumen, regelmaessig den Muell raus zu bringen, die Kueche zu putzen und nebenher noch das Geschirr zu spuelen.

Waehrend meiner Arbeit bekam ich von einem Kollegen zugesteckt, dass den Vormittag noch jemand anders zum Probearbeiten dort war und die Chefin sich wohl fuer einen von uns entscheiden wuerde. Ich hatte den Job also noch nicht ganz in der Tasche, was mich aber eigentlich auch nicht so wirklich stoerte, da ich mich in dem Laden einfach nicht wohl fuehlte.

Nach Feierabend sagte mir die Managerin, dass ich zwei Tage spaeter die Kuechenchefin treffen solle, um zu erfahren, welche Schichten ich nun uebernehmen kann.

So ging ich gestern Nachmittag wieder zum Cafe, um mir die entsprechenden Infos zu holen. Dort bekam ich dann gesagt, dass ich einen brillianten Job gemacht habe, man sich allerdings fuer meinen franzoesischen Gegenspieler entschieden hat, da dieser wesentlich laenger an der Sunshine Coast zum Arbeiten bleiben wuerde. Ich war gar nicht boese um ihre Entscheidung und nahm die Aussage laechelnd, ja fast freudig entgegen.
Da sie offensichtlich so ein schlechtes Gewissen hatte, mir eine Absage zu geben (Australier sind dafuer bekannt, nicht Nein sagen zu koennen), bekam ich den heissen Tipp, dass der Besitzer eines benachbarten italienischen Restaurants noch einen Tellerwaescher sucht.

Also flitzte ich wieder nach Hause, wechselte die Garderobe und stellte mich im Restaurant vor. Leider war nur die Managerin dort, welche mir bestaetigte, dass der Job verfuegbar ist und ich zwei Tage spaeter wieder kommen solle, wenn der Chef arbeitet.

So stellte ich mich am folgenden Dienstag persoenlich und mit Lebenslauf beim Kuechenchef vor. Dieser machte den Eindruck als ob er nur wiederwillig jemanden einstellen moechte und darueber hinaus von mir mangels Erfahrung nicht besonders begeistert war. Dennoch lud er mich zu einem Probearbeiten ein.

Erneut zwei Tage spaeter wies mich dann Nick 2 ½ Stunden in meinen neuen Job ein. Dieser beinhaltete allerdings nicht wie erwartet nur Spuel- und Reinigungsarbeiten, sondern war wesentlich umfangreicher. Von der Pizzateigzubereitung ueber Gemuesepraeparierung und dem Aufwaermen von Lasange und Canellonis bis hin zum Kreieren der Desserts war eigentlich fast alles an Kuechenarbeit vertreten.

Nach meinem Probearbeiten bekam ich vom Chef gesagt, dass ich schneller werden muesse, er mich aber wieder sehen moechte. So bat er mich am kommenden Samstag fuer eine volle Schicht zu kommen.

Als ich Freitags in der Stadt unterwegs war, bekam ich ploetzlich aus einem fahrenden Auto von meiner Kuechenchefin aus dem Nacktcafe zugerufen, dass ich mein Geld fuer die geleisteten Stunden im Cafe abholen koenne. So stattete ich dem Cafe am naechsten Tag einen Besuch ab, da ich ohnehin nichts Bares mehr in der Tasche hatte.

Dort angekommen erzaehlte man mir, dass der Franzose nichts taugt und dass man mich zurueck haben moechte. Ich liess sie noch eine Nacht zappeln. Nach meiner heutigen Zusage waere mir Jan, die Kuechenchefin vor Glueck fast um den Hals gefallen. So arbeite ich ab naechster Woche in drei Lokalen, die alle keine 50 Meter auseinander liegen und habe einen Wochenverdienst, von dem ich in Deutschland nur haette traeumen koennen.

Mal wieder kam alles anders als gedacht und das beinahe taeglich. Ich bin gespannt wie lange diese Situation nun anhalten wird. Gerne erinnere ich mich an meine Worte aus dem diesjaehrigen Fruehling, dass ich nie wieder in einer Kueche arbeiten moechte…

Bis die Tage

Es gruesst der Typ mit der Spuelschuerze.

PS: ein weiteres Bild folgt in kuerze



Schroddis Tag 122 – Der uebers Wasser ging und zwischen Baeumen hing

28 08 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Backpackers, Mooloolaba
Ortszeit: 28.08.2010,12.00 Uhr
Wetter: 22 Grad, sonnig
Anwesende: Niemand, ungewohnte Stille

Nachdem ich mich die letzten Wochen mit Fregar Algo fit gemacht habe, wurden mir leider meine woechentlichen Trainingseinheiten von 6 auf 3 zusammengekuerzt. Daher war es mal wieder Zeit, mich nach einem zweiten Extremsport umzusehen.

Wie ueblich passierte alles wieder ganz unverhofft.

Samstag Morgen kurz nach 9 Uhr tat es einen Schlag und unsere Rezeptionistin stand im Raum. Mit verschlafenen Augen versicherte ich mich visuell, dass sie trotz des Laerms nicht durch die Wand gekommen ist.

Im gleichen Moment bekam ich mitgeteilt, dass ich in einer halben Stunde vier Maedels das Stand up Paddeln beizubringen habe. Ohne jegliche Reaktion abzuwarten war sie auch schon einen Augenblick spaeter wieder verschwunden – zum Glueck ohne ein Loch in der Wand zu hinterlassen…

So sprang ich als erstes in meine Badehose und schleppte mich zu meinem morgentlichen Marmeladentoast.

Jesus letzter Gang uebers Wasser fuehrte ihn zum oertlichen Gebrauchtwagenhaendler

Jesus letzter Gang uebers Wasser fuehrte ihn zum oertlichen Gebrauchtwagenhaendler (Szene nachgestellt)

Anschliessend ging es mit den Maedels zum etwa 50m entfernten Kanal, wo sie zuerst die Theorie vermittelt bekommen, was natuerlich auch einen Hinweis auf die im Kanal befindlichen (nicht ganz ungefaehrlichen) Tiere beinhaltet. So erlaeuterte ich, dass es u.A. Stachelrochen, Quallen und Haie (kein Witz) im Kanal gibt. Gerade wegen den Haien wurde ich natuerlich erschrocken angeguckt.

Nachdem wir etwa eine halbe Stunde durch den Kanal gepaddelt sind, tauchten ploetzlich zwei Rueckenflossen direkt vor unseren Boards auf. Geschockt von dem vermeidlichen Anblick zweier Haie waere einer meiner Schuetzlinge beinahe vom Brett gefallen. Zu ihrer Beruhigung gehoerten diese Flossen nur Delfinen, die sich auch gerne mal im Kanal tummeln.

Am Sonntag wieder das gleiche Spiel, diesmal leider ohne Delfine. Ab Montag war dann der eigentliche, „ehrenamtliche“ Paddelboard Instructor wieder da und diese Joboption hatte sich leider erledigt. Da ich nun nur vertretungsweise ab und zu uebernehme.

Bei der dienstaeglichen Mietverhandlung mit unserer durch Waende gehenden Rezeptionistin fragte ich dann nach einer entsprechenden Mietermaessigung aufgrund der geleisteten Paddelstunden.

Sie drehte sich zum zufaellig anwesenden Hostel- (und dank mir aufgepimpten Ententeich-)Besitzer um und fragte, ob ich freie Unterkunft bekomme.

Er bejahte dies mit dem Hintergrund, dass das Hostel bald Surfstunden anbieten will und ich u.A. die Leute zu den entsprechenden Straenden fahren soll. Auf die Frage, wann die Surfstunden eingefuehrt werden sollen, konnte mir aber noch keiner so genau eine Antwort geben. Ich solle erstmal ein paar Leute zum Fussballspiel zwischen unserem und dem Colundura Hostel fahren.

Leider sagten unsere Gegner rund 20 Minuten vor Spielbeginn ab, als wir bereits im Auto sassen. So spielten wir halt gegen uns selbst. Ungluecklicherweise wurde ich dadurch zum Mitmachen verdonnert und habe das erste Mal seit bestimmt 10 Jahren wieder Fussball gespielt. Hart verdientes Geld….Kann ich mich jetzt eigentlich schon Profifussballer schimpfen, weil ich fuer’s Spielen bezahlt wurde?

Nach etwa einer Stunde war das Spiel Deutschland-Frankreich-Schottland gegen Deutschland-Frankreich-Irland-Brasilien vorrueber. Endstand war mir unbekannt und egal. Hauptsache endlich vom Platz….

Die naechsten Tage fragte ich taeglich an der Rezeption, was zu tun sei und raeumte so die Putzleute-Huette und die Werkstatt-Huette auf, sortierte Fahrradschloesser und schleppte Hochbetten in Einzelteilen durch die Gegend.

Das unumstrittene Wochenhighlight war dann allerdings ein erneuter Einsatz im Bootcamp. Ich wusste absolut nicht, was zu machen war, wurde nur gefragt, ob ich schwindelfrei sei…

Mit zwei weiteren Jungs fuhr ich dann zum Damm. Unterwegs besorgten wir beim Verleih u.a. eine benzinbetriebene Stihl-Flex. Am Camp angekommen verduennisierte sich Dallas gleich mit der Flex und freute sich ueber sein neues Spielzeug ein Loch ins Knie.

Mit Kev bekam ich dann die Aufgabe mitten im Wald an einem Kletternetz die ausgefransten Enden zu verbrennen. So zuendelten wir dann mit einem Feuerzeug und einem Teelicht herum. Mit einem Teelicht zu klettern ist eine Herausforderung, macht aber keinen Spass, wenn einem dabei heisses Wachs den Arm hoch laeuft – Keine gute Idee…

Nach und nach machten uns auch die etwas aufdringlichen Moskitos zu schaffen, welche dafuer gesorgt haben, dass mich neben meinem bis heute anhaltenden Muskelkater auch noch ein fieses Jucken der Arme an diesen Job erinnern.

Nachdem wir diese Arbeit beendet und auch den Weg zurueck ins Camp gefunden hatten (mein Kollege wollte ein zweites Feuerzeug besorgen und kam nach einigen Minuten zurueck, weill er den Weg aus dem Wald nicht mehr fand), ging es zum mittleren Seilgarten in etwa 2-3 Metern Hoehe. Ich hatte echt Spass, mich dort entlang zu hangeln und einige Sachen mit Klebeband zu fixen. Nachdem die Arbeit, sowie unsere anschliessende Mittagspause vorbei waren, bekamen wir einen Hueftgurt in die Hand gedrueckt und wurden zum Hochseilgarten gefuehrt, welcher sich im bis zu 15m Hoehe zwischen den Baeumen befand.

Was ist schwarz und sitzt auf nem Baum? !dnarbdlaW men hcan rennapS niE<-

Was ist schwarz und sitzt auf nem Baum? !dnarbdlaW men hcan rennapS niE<-

Kev meldete sich freiwillig auf die Seile zu gehen und ich hatte auch keine Einwaende. So plagte ich mich unten weiter mit den Moskitos ab, versuchte nicht in Spinnennetze zu laufen (die u.A. auch in Gesichtshoehe mitten ueber den Weg gespannt waren) und behielt meinen bibbernden Kollegen im Auge, der sich Todesmutig und mit voller Buchse ueber den Parcours hangelte.

An der ersten Gabelung nutzte er die Moeglichkeit schnellstmoeglich wieder runter zu kommen und schickte mich hoch. Grundsaetzlich habe ich ja kein Problem mit Hoehen, so lange ich angeseilt bin. Allerdings traute ich dem Sicherungssystem nicht ueber den Weg und die Tatsache, dass wir den Parcours checken sollten, einige verrotteten Tritte vorfanden und vermutlich seit Ewigkeiten die Ersten waren, welche auf diesen Kabeln standen, gab mir auch nicht wirklich ein sicheres Gefuehl.

Zu guter letzt ist alles gut gegangen und wir konnten Feierabend machen. Allerdings war unser Flex-Freund nicht mehr aufzufinden. Nach einem kurzen Anruf von seinem Arbeitgeber kam er dann um die Ecke. Angeblich habe er uns gesucht. Tatsaechlich war er schon seit Stunden fertig mit der Arbeit und lag schlafend in der Ecke.

Mit allen diesen Jobs habe ich mir etwas mehr als die Unterkunft der vergangenen Woche erarbeitet. Diese Woche gab es aber leider keinen Job fuer mich, was bedeutet, dass ich vermutlich bald zwei Wochen Miete auf einmal auf den Tisch legen muss…

Irgendwie ist das ja auch nix. Ich glaub ich sollte mir mal wieder einen neuen Job suchen…

Es gruesst

Cliffhangers kleiner Bruder



Schroddis Tag 115 – Zuhause ist’s doch am schoensten

21 08 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Backpackes, Mooloolaba
Ortszeit: 21.08.2010, 17.10 Uhr
Wetter: 23 Grad, sonnig
Anwesende: Confusius 🙂

Wenn fuenf Typen in verschiedenfarbigen Spiderman-Kostuemen die Strasse entlang joggen und Opi froehlich grinsend unter einer Bruecke sein Crack aus einer Dose raucht,
wenn junge Maedels im Kebabshop nach Klarsichtfolie fragen, um sich nackt darin einzuwickeln und 100 Studenten verkleidet und bunt angemalt in dein Zuhause einchecken….

…erst dann weisst du, dass du wieder zu Hause bist.

Welcome back, Maggus!

Let’s make some nooooiiiiisssssseeeee 🙂



Schroddis Tag 112 – Spinnen und andere harmlose Tiere

18 08 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Backpackes, Mooloolaba
Ortszeit: 18.08.2010, 15.00 Uhr
Wetter: 23 Grad, sonnig
Anwesende: ^^

Lange hat sich mir die Frage gestellt, wer von uns wohl den ersten Spinnenbiss abbekommt. Eine Frage, auf die es genau genommen nur eine Antwort gibt.

Gestern sass ich auf dem Balkon, um mir in der Abendsonne mein Fruehstueck zu machen. Ploetzlich fuehlte ich etwas ueber meinen Arm krabbeln. Es handelte sich um einen winzigen, achtbeinigen Krawallmacher, welchen ich mir anschliessend vom Arm streifte.

Nach wenigen Sekunden begann es zu brennen und schwoll aehnlich eines Mueckenstiches an. Dieses Brennen ging dann nach wenigen Minuten in einen bis heute anhaltenden Schmerz ueber. Zusaetzlich glueht die Stelle nun wie ein Sonnenbrand, ist aber gluecklicherweise nicht dicker geworden und hat sich nicht verfaerbt, sodass ich bisher noch keinen Arzt damit bereichern will.

Mit einem anderen Tier hatten wir es heute Mittag zu tun. Angeblich wurde wieder mal eine Schlange gesichtet, welche sich in ein Rohr am Pool verkrochen haben soll.

Vom Aufruhr alamiert rauschte Carey, unsere Chefrezeptionistin herbei, um mal beherzt mit dem Rohr gegen einen Baum zu klopfen.

Zungenmaler Lollipops machen lt. neusten Studien aggressiv

Zungenmaler Lollipops machen lt. neusten Studien aggressiv

Nach ein paar Schlaegen gegen den Baum, kam etwas laengliches herausgepurzelt, was uns erstmal frech die Zunge rausstreckte.

Gluecklicherweise hatte es Beine (wenn auch kurze) unt entpuppte sich mit seiner blauen Zunge als harmloser Blue Tongue Lizzard, welcher sich anschliessend schimpfend und vermutlich mit ordentlichen Kopfschmerzen vom Acker machte.

„Fxxking tourists“ fluchend stapfte auch Carey wieder von dannen.

Nein Carey, wir heissen nicht alle Mogli und sind im Dschungelbuch aufgewachsen.
Ich glaube hier sind sogar Leute, die vorher Waschbeton fuer eine Pflanze gehalten haben. Zumindest benehmen sich einige so…. 🙂

So weit….

Es gruesst

vielleicht bald Spidermäään



Schroddis Tag 108 – Freitag, der 13.

13 08 2010

Ort: Zzimmer 206, 2. Stock, Mooloolaba Backpackes, Mooloolaba
Ortszeit: 14.08.2010, 2.00 Uhr
Wetter: 9 Grad, Sternenhimmel
Anwesende: Niemand

Blutsbruderschaft mit dem Geschirrspueler - in meinen Venen fliesst nun Spueli

Blutsbruderschaft mit dem Geschirrspueler - in meinen Venen fliesst nun Spueli

Freitag, der 13. war fast rum als ploetzlich der Geschirrspueler zum desinfizierten Handkantenschlag ansetzt und mir 5 Minuten vor Ende meiner heutigen Fregar Algo Uebungseinheit noch einen Cut im Linken Zeigefinger zusezt. Nach dem ich mich bereits vor einigen Tagen in den anderen Zeigefinger geschnitten habe, sind nun beide Finger gepflastert. Jacko waere stolz auf mich gewesen.

I love you all

Schroddi



Schroddis Tag 107 – Splendor In The Grass

13 08 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Backpackes, Mooloolaba
Ortszeit: 13.08.2010, 14.00 Uhr
Wetter: 19 Grad, sonnig
Anwesende: Keine S…, alle weg

Vor zwei Wochen hat etwa eine Autostunde von hier eines der groessten Musikfestivals Australiens stattgefunden. Von Donnerstag bis Sonntag haben etwa 35.000 Leute in Woodford das Splendor in the grass Festival gerockt.

Waehrend des Festivals waren bereits 6 meiner Mitbewohner zum Ausschank auf dem Festival arbeiten. Einer davon kam aufgrund eines Spinnenbisses, durch den er lt. Arzt fast seinen Fuss verloren haette (Was die Monster anrichten sieht man HIER), einen Tag frueher zurueck.

Nachdem wir bereits erfolgreich Hard cleaning im Bootcamp betrieben haben, war es fuer mich Zeit eine neue Herausforderung anzunehmen. So heuerte ich an, Mittwoch und Donnerstag das Festivalgelaende zu reinigen.

Am naechsten Morgen fiel ich gegen 6.00 Uhr aus dem Bett, um mir fuer die Arbeit noch ein Deutsches Brot (yeeeeahhhhh, hier gibt’s ne deutsche Baeckerei) zu schmieren.

Nachdem endlich die Motoren zum Laufen begracht wurden, rollten wir dann mit den verranzten Hostelkarren mit dem Ziel Woodford vom Hof. Es sollte direkt durch das Sunshinecoast Hinterland, vorbei an den Glasshouse Mountains Richtung Woodford Wasteland gehen.

Aufgrund eines noch nicht ganz zurechnungsfaehingen Beifahrers und der teilweise echt miserablen Beschilderung, wo wir mal wieder bei Australiens Schildern waeren, artete usere fuer 50 Minuten geplante Fahrt in eine rund 90 minuetige Odysee im Hinterland aus.

Nach der Irrfahrt durch malerische Landschaften auf Serpentinenpaessen, nach den sich jeder Motorradfahrer die Haende lecken wuerde, kamen wir rund 40 Minuten zu spaet auf dem riesigen Festivalgelaende an.

Kurze Zeit spaeter kam unser Boss (Diana, weiblich, mitte 40, Hippie Hut, riesige Sonnenbrille, kunterbunte Leggins und Gummistiefel) auf ihrem Motorrroller angeduest und eskortierte uns zu ihrem Buerocontainer.

Dort angekommen trugen wir uns fuer die laufende Schicht ein und fuellten die Kontatformulare aus. Anschliessend wurden wir mit den fuer Australien ueblichen Arbeitswesten, Greifern und Muelltueten ausgestattet und fuhren zu einem Teil des Campinggelaendes.

Woodford Wasteland

Woodford Wasteland

Waehrend der Fahrt bot sich uns ein Anblick von GAV (groesster anzunehmender Vermuellung) auf einem traumhaft schoenen Gelaende, das mit 1,3 km x 1,7 km etwa fast der Stadtflaeche Bad Sodens entspricht. Wir begannen also in gemuetlichem Tempo all den Muell einzusammeln und die dortigen Muelltonnen zu fuellen.

Den Ekel vor den Hinterlassenschaften der Camper hat man schnell verloren und es deutete sich an, dass die Arbeit nicht nur entspannt, sondern auch echt witzig werden wuerde.

Unsere Arbeitskollegen waren meist Backpacker und einige

Nachttauchgang - wenn das Hobby zur Sucht wird

Nachttauchgang - wenn das Hobby zur Sucht wird

Alternative, die aussahen als ob sie bereits seit Jahren nur noch auf Festivals leben, was in Grunde genommen auch richtig ist. Wie ich erfuhr reisten einige von ihnen wirklich von Festival zu Festival, um dort von den Hinterlassenschaften der Camper zu leben.

Bereits nach wenigen Minuten Arbeit waren die ersten verschlossenen Dosenbiere und versiegelten Tabakpaeckchen gefunden, woraufhin wir beschlossen die Funde erstmal mit einer Zigarettenpause und einem isotonischen Erfrischungsgetraenk zu feiern.

Auch waehrend der Arbeit wurde die Laune von Minute zu Minute besser.und die Funde immer

Mit Steigung, Reinigen fuer Fortgeschrittene

Mit Steigung, Reinigen fuer Fortgeschrittene

kurioser. Es ist unglaublich, was Festivalbesucher alles zurueck lassen.
Neben Kondomen in jeder Form (ausgerollt, zugeknotet, gefuellt oder gerissen) zahelten wohl der Vibro-Penisring, diverse Rauchinstrumente und jede Art von Drogen, ein voller Eierkarton (ich hatte bis dato noch nie jemand mit rohen Eiern beworfen) und ein Ganzkoerper-Schutzanzug mit Chuppa Chupps Logo zu unseren erheiternsten Funden.

Weiterhin entsorgte ich etwa 40 Brillen, 100 Flip Flops, diverse Unterwaesche, 20 Campingstuehle, 10 Zelte, hunderte Rollen Klopapier, Alkohol im wert von etlichen tausend Dollar, sowie tausende Getraenkedosen und Kippenstummel.

Woodfordia - Hollywood nur eine Kopie?

Woodfordia - Hollywood nur eine Kopie?

Aus den anfaenglich geplanten zwei Tagen wurden im Endeffekt Vier, was zum Einen wohl am unbaendigen Arbeitswille des gemeinen Backpackers und zum Anderen an unserer total planlosen Chefin lag.

Ueber die oertliche Verpflegung, welche aus einer Snackbude bestand, die kostenlos Sandwiches, Hot dogs und Burger an alle Arbeiter verteilte, konnte man sich absolut nicht beschweren. So gab es halt zum Fruehstueck einen saftigen Baconburger oder ein in Ketchup und Kaese ertraenktes, heisses Wuerstchen.

Neben einem etwas aufgefuellten Konto, einem Plastik-Patronenguertel, zwei neuen Campingstuehlen und 20 gefundenen Dollar bleiben mir die Erinnerungen an wohl einen der besten Jobs ever, sowie die nachfolgenden Erkenntnisse:

  1. Gruselige Spinnen fuehlen sich besonders in Plastiktueten wohl.
  2. Australier benutzen ausschliesslich rote Kondome?!
  3. Wenn du die Wahl zwischen Erdbeeren und Abfall hast, nimm den Abfall.
  4. Althippies sind die entspannteren Arbeitgebe
  5. Einmal buecken, 20 Muecken. Das Geld liegt hier nicht nur auf der Strasse, sondern auch im Gebuesch.
  6. Auch rohe Eier koennen bei einem weiten Wurf schmerzhaft einschlagen.

Es gruesst der Muellsammler aus Leidenschaft

Schroddi



Schroddis Tag 102 – Urlaub

8 08 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Backpackes, Mooloolaba
Ortszeit: 08.08.2010, 14.00 Uhr
Wetter: 23 Grad, sonnig
Anwesende: Meggy und ein Englaender, der ihr grad auf die Nerven geht

Nach einer wirklich schweisstreibend anstrengenden und arbeitreichen Zeit im tiefst winterlichen Australien hat sich Maggus in den wohl verdienten Erholungsurlaub verabschiedet.

Fuer uns war es die beste Gelegenheit ueberfluessigen Kram zurueck nach Deutschland zu schicken und in 2 Wochen heisst begehrte Importware zu bekommen.

So freuen wir uns nicht nur Maggus bald wieder zu sehen, sondern auch auf nen Appelstescher und nen Eierentkerneer

Maggus, halt die Ohren steif und

.R      H       H
…I       E        A
….D        R       R
……E                   D

Gruesse aus der Heimat

Meggy, Schroddi & der Rest des Hostelschliessungskomandos



Schroddis Tag 94 – Fregar Algo

31 07 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Backpackes, Mooloolaba
Ortszeit: 31.07.2010, 13.20 Uhr
Wetter: 24 Grad, meist sonnig
Anwesende: Mein O-Saft, wie immer….

Zum Playboy Titelfoto hat es nicht ganz gereicht

Zum Playboy Titelfoto hat es nicht ganz gereicht

Nachdem die ausgewogene Ernaehrung der letzten Monate dafuer gesorgt hat, dass ich mir ein paar Pfunde Winterspeck zugelegt habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, mich etwas sportlich zu betaetigen. So habe ich vergangene Woche meine ersten Trainingseinheiten der mexikanischen Extremsportart Fregar Algo absolviert.

Diese Sportart besteht darin, sich in Lichtgeschwindigkeit auf mit Seifenwasser bewaesserten PVC-Boden zu bewegen und dabei alles zu spuelen, was einem in den Raum geschmissen wird. Die Schwierigkeitsgrade reichen hierbei von nahezu unverschmutzten Tacobehaeltnissen bis hin zu mit Fleischresten verkrusteten Kochtoepfen.

Fregar Algo Trainingsraum

Fregar Algo Trainingsraum

Gerade Extremsport geht natuerlich nicht ohne Verletzungen von statten. So gehoeren Verbrennungen (ja, der Ofen ist auch von aussen heiß), kleinere Schnittwunden und Spuelhaende zum Alltag.

Mit regelmaessigen Training kann man es dann (so wie ich) auf das Titelblatt einer australischen Kochzeitung schaffen.

Bis die Tage

Fregar Algo Altmeister Schroddi