Umsage, aehm, Umfrage
28 06 2011Die Umfrage ist annonym und tut nicht weh. Also lasst euch nicht lumpen,
Gruss
Schroddi
Kategorien : Allgemein, Maschinenraum, Schroddi
Die Umfrage ist annonym und tut nicht weh. Also lasst euch nicht lumpen,
Gruss
Schroddi
Ort: Km 5.453, Parkplatz vorm Touristeninformationszentrum, Exmouth
Ortszeit: Tag 26, 28.06.2011, 13.30 Uhr
Wetter: 25 Grad, leicht bewoelkt
Anwesende: Massig Papageien auf der Stromleitung
Wehleidig hatten wir unseren Fensterplatz im Himmel nach gut 6 Tagen verlassen und fuhren wieder zurueck nach Carnarvon, um dort die Lebensmittelvorraete, sowie den Tank aufzufuellen. Anschliessend sollte es gut 250km ins Landesinnere gehen, wo der Kennedy Range Nationalpark auf uns wartete. Einziger Haken war, dass wir wieder ueber mindestens 60km unbefestigte Strasse fahren mussten. Nach rund 10km ausserhalb der Stadt bogen wir schliesslich vom Highway ab und es ging auf direktem Weg in Richtung Osten. Von Zivilisation war bereits schon nichts mehr zu sehen, was nicht hiess, dass die gegend unbelebt war. Ganz im Gegenteil.
Ueberall wimmelte es von Papageien, Kakadus und Wellensittichschwaermen (ich wusste nicht, dass die auch ausserhalb von Kaefigen existieren). Auch groesseres Wild liess sich gerne mal blicken. So trafen wir auf Ziegen, Schafe und auch Rinder kreuzten gelegentlich die Strasse. Unangenehm waren lediglich die Heuschreckenschwaerme, wie ich sie noch nie zuvor gesehen hatte. So blieb uns zeitweilig nichts anderes uebrig als hin und wieder einige dieser so schoen auf der Windschutzscheibe zerplatzenden Viecher in unserem Kuehlergrill zu sammeln. Da wir erst am fruehen Nachmittag losgekommen waren, dauerte es nicht lange bis es anfing zu daemmern. Die Auswahl an Schlafplaetzen war nicht besonders gross, um genau zu sein, hielten wir sogar am ersten Parkplatz am Strassenrand, welcher sich nach rund 120 Kilometern auftat. Seit sieben Tagen hatten wir nun schon keine Dusche mehr gesehen, wie man sie in westlichen Laendern so kennt. Aufgrund unserer Schwimm- und Schnorchelausfluegen rochen wir zwar noch nicht wie Aboriginies, jedoch freuten wir uns beide mal wieder auf eine ordentliche Suesswasser Dusche, welche am Strassenrand unter dem naechsten Baum auf uns warten sollte.
Fuer unsere 20 Liter fassende Campingdusche war schnell ein passender Ast gefunden und keine halbe Stunde spaeter fuehlten wir uns wieder wie Menschen – zumindest rochen wir auch so.
Neben uns graste eine Herde Rinder am Strassenrand und wenig spaeter brach die stockfinstere Nacht ueber uns herein. Wir vertrieben uns die Zeit mit Gespraechen auf unseren luxurioesen Campingstuehlen. Als dann mal Zeit war, Verzogen wir uns dann in unser rollendes Wohn-Schlaf-Esszimmer, kurbelten die Scheiben bis auf Luftschlitze hoch und verschlossen die Tueren.
Gegen 6 Uhr am morgen wachte ich mit dem ersten Licht auf und musste erschrocken feststellen, dass mein Tuerknopf wieder oben war und meine Tuer einen spalt offen stand. Ich war etwas verunsichert und konnte mir das nicht erklaeren, da ich mir absolut sicher war, die Tuer am Abend verschlossen und erst recht nicht offen stehen gelassen zu haben. Ich sah meine Kamera immernoch auf dem Armaturenbrett liegen und war mir eigentlich sicher, dass man uns nicht ausgeraubt hatte. So schloss und verriegelte ich die Tuer wieder und schlief ein.
Etwa eine Stunde spaeter wachte ich erneut auf, da ich ein Auto neben uns halten hoerte. Durch unsere in den hinteren Scheiben haengenden Fliegennetze sah ich wie jemand aus dem Auto mit noch laufendem Motor ausstieg und zu meiner Beifahrertuer lief. Es handelte sich um einen staemmigen Mann mit langem Vollbart und Aboriginie Herkunft. Da ich wusste, dass eines unserer Messer (natuerlich rein zufaellig) im Handschuhfach direkt vor mir lag, blieb ich regungslos liegen und wartete ab, was passierte.
Er kam mit seinem Gesicht so nah an meine Scheibe, dass seine dicke Nase beinahe einen Fettfleck hinterliess, guckte und entdeckte uns vermutlich. So drehte er sich einen Augenblick spaeter um, nuschelte etwas in seinen Bart und brauste wieder davon.
Was ein Glueck, dass ich noch kurz vorher die Tuer wieder geschlossen hatte.
Nach einem Fruehstueck ging es dann weiter bis wir die (Geister-)Stadt Gascoyne Junction erreichten. Dieser halb verlassene Ort wurde vergangenen Sommer schwer von einem Zyklon erwischt und wirkte ein wenig ausgestorben. Niemand schien sich hier um den Wiederaufbau zu bemuehen. Ueberall lagen Strassenschilder herum und selbst die teilweise weggespuelte Hauptstrasse schien noch unveraendert. In diesem Ort endete auch die unbefestigte Strasse in jede Richtung. Nach unserer letzten Erfahrung mit verschlammten Gravel Roads waren wir uns diesmal einig sofort umzudrehen, sobald die Strassenverhaeltnisse fuer uns kritisch werden, da wir nun wirklich nicht in dieser unwirklichen und gruseligen Gegend liegenbleiben wollten. Nach wenigen Metern fuehrte uns die Strasse bereits durch einen Fluss, was uns fuers erste nicht zurueckschrecken liess. Auch die spaeteren Sprurrillen, welche eher Spurfurchen waren und es zum Balanceakt machten, nicht aufzusetzen, erlagen unserem Abenteuerwillen. So kam es, dass wir uns weiter des Weges kaempften und die Strassenverhaeltnisse bald besser wurden. Der Strassenbelag war sehr steinig und uneben, was die Fahrt zu einer echt holprigen angelegenheit machte. Wir konnten uns nur mit 20 – 40 kmh fortbewegen, was bei rund 60km Streckenabschnitt jedoch nicht so dramatisch war, denn wenn wir eins hatten, dann war es Zeit. So holperten wir des Weges durch verlassene Outback Landschaften und ausgetrocknete Flussbette bis wir nach einer gefuehlten Ewigkeit am Nationalpark ankamen.
Als wir am Strassenrand ranfuhren, um die dortigen Informationstafeln zu lesen erklang beim Einschlagen des Lenkrads ein furchteinfloessender Klang aus Richting des Motors. Genau das, was man nicht hoeren moechte, wenn man seit Stunden kein Auto mehr gesehen hat und sich gelinde gesagt am Arsch der Welt befindet. So taten wir einfach so als haetten wir nichts gehoert und fuhren die letzten wenigen hundert Meter zu unserem endgueltigen Ziel. Bis dato liess dieses grauenvolle Geraeusch beim Lenken nicht nach und ich warf mal einen gegruselten Blick unter die Motorhaube. Dort schien sich das Problem gut sichtbar bemerkbar zu machen. Wir verloren Hydraulikfluessigkeit der Servolenkung – und davon nicht wenig. Gluecklicherweise hatten wir zufaellig noch einige hundert Milliliter im Kofferraum und ich fuellte erstmal nach. Durch die Hitze und das ewige geruettel waren wir recht fertig und an diesem Tag nicht mehr wirklich zum Wandern aufgelegt. So entschieden wir uns in dieser wunderschoenen Gegend erstmal den Nachmittag und eine Nacht zu verweilen und uns vielleicht am naechsten Tag auf die Socken zu machen. In jedem Fall war uns nicht danach, das Auto so schnell wieder bewegen zu muessen. Ungluecklicherweise wimmelte es an unserem Nachtlager nur so von Fliegen und Moskitos, die einem das Leben nicht einfacher machten. Ausgeschlafen am naechsten Morgen lockte uns dann doch die malerische Kulisse und wir machten uns mit festem Schuhwerk auf in diese zerklueftete Landschaft. Wir kraxelten zwischen hohen und steil abfallenden Felswaenden, erklommen ausgetrocknete Wasserfaelle und kamen am Ende an einem malerisch gelegenen Wasserloch an – stets in Begleitung unserer treudoofen Fliegen, die uns keinen Augenblick von der Seite wichen. 
Nach gut 2 Stunden zurueck am Auto, war es nun Zeit fuer uns wieder aufzubrechen. Beim ersten recht schwegaengigen Lenkeinschlag standen mir bereits die Haare zu Berge, da dieses Mark durchdringende Gerauesch nach wie vor nicht verstummt war. Wir fuhren wieder zum Ausgang des Nationalparks, wo ich noch einmal stoppte und einen Blick unter die Motorhaube warf. Die nachgefuellte Hydraulikfluessigkeit hatte sich bereits wieder verfluechtigt. Da wir noch ein Wenig des kostbaren Tropefchens uebrig und noch rund 250km bis zur naechsten Werkstatt vor uns hatten, versuchten wir das Problem zu lokalisieren und evtl. zu beheben. Wir fuellten also wieder auf, ich startete den Motor und nach einer Weile liess sich schnell erkennen, dass es aus saemtlichen Schlaeuchen zwischen dem Behaelter und der Hydraulikpumpe tropfte. Meine einzig logische Erklaerung war, dass sich von dem Gerappel die Schellen geloest oder die Schlaeuche verschoben haben. Daher zog ich die Schellen schnell etwas nach und versuchte einen Zulauf mit Kabelbindern zu fixieren. Dennoch tropfte es weiter und wir konnten offensichtlich fuer den Moment nichts dagegen ausrichten.
So fuhren wir weiter und hofften, dass unser Kleiner uns noch irgendwie bis zurueck nach Carnarvon bringen wuerde. Nach wenigen Kilometern war das wirklich elende Geraeusch wieder da und wir versuchten es einfach mit lauter Musik zu uebertoenen. Nach einer Weile verstummte der schreckliche Klang, das Lenken fiel deutlich schwerer und bei jedem Stein verriss es mir das Lenkrad.
Unsere Servolenkung war also floeten gegangen und das Fahrzeug unter Kontrolle zu halten und dort hin zu lenken, wo wir es haben wollten fiel sogar noch wesentlich schwerer als bei Fahrzeugen ohne Servolenkung. Mir fiel ein Stein vom Herzen als wir wenigstens wieder die gruselige Geisterstadt erreichten, wo wir an den oeffentlichen Toiletten nicht nur unsere Dusche auffuellten, sondern auch noch mal einen ordentlichen Schluck der Hydraulikfluessigkeit nachschenkten. Fuer einen Moment fiel das lenken wieder angenehm leicht, jedoch legte sich das auch bereits wieder nach wenigen Kilometern. Da diese Strasse jedoch nicht so kurvenreich und holprig war, war die restliche Fahrstrecke wenigstens nicht so ein Kraftakt. Wieder hielten wir am Parkplatz, an dem Wir bereits zwei Naechte zuvor geschlafen hatten, genossen erneut eine gute Dusche und sassen den Abend einfach aus. Diesmal war es wenigstens eine Nacht ohne furchteinfloessende Begegnungen oder unerklerliche Tueroeffnungen.
Am naechsten Mittag erreichten wir endlich die Stadt. Auch wenn ich mittlerweile mit meinem ganzen Koerper am Lenkrad hing, um Kurven zu fahren, fuhren wir noch, was ja die Hauptsache war. In der Stadt angekommen gab es erstmal was wichtiges zu erledigen und der naechste Programmpunkt war dann die Reparatur unseres angeschlagenen Wohnzimmers. Bereits bei der Einfahrt in den Ort hatte ich zwei Werkstaetten entdeckt, die ich auf dem Rueckweg anfahren wollte. Bei Nummer eins angekommen ging ich rein und traf auf die freundliche Lady aus dem Buero. Ich beschrieb ihr unser Problem, sagte ihr, dass voraussichtlich nur ein paar Schlaeuche gewechselt werden muessen und wir das Problem sofort geloest haben braeuchten. Sie antwortete, dass sie derzeit fuer mindestens die naechsten 5 Tage ausgebucht seien, sie jedoch kurz Ruecksprache mit dem Mechaniker halten wolle. Dies aenderte ihre Meinung nicht und sie verwies mich an zwei andere Werkstaetten. So fuhren wir weiter zu Werkstatt Nummer Zwei. Diesmal hatte ich die Gelegenheit direkt beim Werkstattchef vorstellig zu werden. Leider war die Antwort wieder die Gleiche. Kein Termin vor dem 4. Juli.
Irgendwie schien in diesem Ort, den ich mittlerweile schon so gar nicht mehr leiden konnte , niemand auch nur annaehernd Interesse zu haben, wie ueblich ein paar hilflose Backpacker auszunehmen und das schnelle Geld verdienen zu wollen. Ich fragte mich ernsthaft, warum die nicht alle gleich wegen Reichtum geschlossen hatten. Die verzweiflung auf die Stirn geschrieben hielt ich bei einem Toyotahaendler. Diesmal liess ich Monique reingehen und die hoffnungslos Ahnungslose spielen. Keine zwei Minuten spaeter traute ich meinen Augen nicht, als sie doch tatsaechlich mit einem Mechaniker im Schlepptau wieder raus kam. Er tauschte uns die Schlaeuche aus, fuellte anschliessend unsere Hydraulikfluessigkeitsvorraete wieder auf und wollte am Ende nicht einmal Geld dafuer haben. Vermutlich war diese Werkstatt auch wegen ploetzlichem Reichtum geschlossen, im Gegensatz zu den anderen Laeden schienen hier die Mechaniker jedoch Langeweile zu haben. Erleichtert fuellten wir unseren Tank und verliessen die Stadt, der reichen Werkstaetten und wechselgeldlosen Geschaefte endlich gen Norden.
Tschuess Carnarvon, ich will dich nie wieder sehen.
Es gruesst
der Schroddi mit dem Lenkerarm
Ort: Km 4.993, Kleiner Parkplatz mit Blick aufs Riff bei Coral Bay
Ortszeit: Tag 23, 25.06.2011, 11.20 Uhr
Wetter: 23 Grad, Regen *waeh*
Anwesende: 1000% Luftfeuchtigkeit
Rund 30km nach unserer Schlammexkursion kamen wir endlich in der Grossstadt (ca. 7.000 Einw.) Carnarvon an. Wie fuer grosse Orte ueblich, wollten wir uns hier nicht lange aufhalten, und fuhren daher zielstrebig den ersten groesseren Supermarkt seit Perth an, um unsere eigentlich noch eine Weile ausreichenden Lebensmittelvorraete aufzufuellen. Mit Rechnungen
von insgesamt etwas ueber 160$, sowie tonnenweise Lebensmittel im Einkaufswagen steuerten wir wieder unser Auto an und hatten keinen blassen Schimmer, wie und wo wir alles unterbringen sollten. Da es auf dem dortigen Parkplatz von schnorrenden Aboriginies nur so wimmelte, schmissen wir die Tueten erstmal ins Auto und hielten Ausschau nach einem ruhigeren Ort, um alles zweckmaessig zu verstauen. Etwa 30 Minuten und einen logistischen Meisterakt spaeter passte alles perfekt, jedoch gingen unsere hinteren Stossdaempfer maechtig in die Knie und wir machten uns ernsthaft sorgen bei der sportlichen australischen Strassenbauweise nicht aufzusetzen. Die Stadt machte bis auf einige huebsche Gebaeude keinen wirklich einladenden Eindruck und legal kostenlos konnte man hier ohnehin nicht schlafen. So fuhren wir wie bereits am Vortag geplant weiter, zu den etwa 70 km entfernten Blaseloechern (eng. Blowholes), wo sich auch ein sehr guenstiger Campingplatz befinden sollte. Da sich der Weg zog und die Dunkelheit schnell naeher rueckte, passierten wir die Blaseloecher ungesehen und hielten erstmal ausschau nach einem Schlafplatz.
Der Campingplatz wand sich hinter den Duenen auf einer Laenge von 1,7km entlang des Strandes und bestand aus vielen kleinen, sandigen Parkbuchten. Etwa 20m vor Ende des Areals fand sich dann endlich der perfekte Ort. Wir stellten unser Auto an einen kleinen Hang, direkt neben einer Feuerstelle und fingen an, die Gegend nach einem ebenen Platz fuer unser Zelt abzusuchen. Auf der Spitze einer Duene hatten wir gefunden, wonach wir ausschau hielten. Von unserem Zelt aus sollten wir Ausblick ueber die gesame Bucht, sowie die beste Meeresrausch-Klangkulisse jenseits des 26. Breitengrades haben.
Nachdem wir uns dort haeuslich eingerichtet hatten, ging es erstmal daran, den Strand zu erkunden. Es tat sich uns eine riesige, einsame Bucht mit nicht sehr grossen, jedoch kraftvollen Wellen auf. Monique wollte mich in Klamotten schwimmen sehen, hatte mich jedoch in der hinsicht etwas unterschaetzt. So landeten wir nur Augenblicke spaeter beide in voller Montur im ueberraschend warmen Nass. Den Rest des Abends liessen wir recht entspannt angehen und freuten uns auf die Erkundung der Gegend am naechsten Tag.
Es versprach wieder ein vom guten Wetter gesegneter Tag zu werden. Wir packten also unsere sieben Sachen und machten uns auf die Socken, um die felsige Kuestenlandschaft und die dazugehoerigen Blaseloecher zu erkunden. Nach rund 2km erreichten wir eine wunderschoene Bucht, durch eine einsame Insel weitestgehend abgegrenzt vom offenen Meer. In diesem relativ
flachen Gewaesser schien es vor Korallen und Fischen nur so zu wimmeln, was uns veranlasste, nach unserem Rundgang das erste Mal auf diesem Roadtrip unser Schnorchelequipment auszupacken. Weiter ging es auf die Felskueste, an welcher sich extrem grosse Wellen brachen und die gischt mit Leichtigkeit ueber 10 Meter hoch schleuderten. Ein Schild warnte unvorsichtige Besucher, dass Riesenwellen toedlich sind, was uns ja natuerlich nieeeee passieren koennte. So trauten wir uns recht nahe an den Rand des Abrunds, um einige imposante Bilder zu schiessen. Als Monique dann froehlich vor den brechenden Riesen posierte und locker anmerkte, dass man von den riesigen Gischtwolken im Ruecken doch nichts spuere…
…erreichte uns wohl eine dieser besagten Riesenwellen, als haetten sie ihr diesen Spruch uebel genommen. Gluecklicherweise ist nicht viel passiert und es schwamm lediglich einer ihrer Flip Flops davon, welchen wir gluecklicherweise spaeter wieder einfangen konnten. Ihr nasser ruecken war schnell getrocknet und wir spatzierten weiter die zerkluefteten Felsformationen entlang, bis wir letztendlich die besagten Blaseloecher erreichten, welche bei Eintreffen der Wellen Wasserfontaenen bis ca. 20 Meter senkrecht in die Luft bliessen.
Nachdem wir dort einige Zeit verweilt hatten, begaben wir uns zurueck an das Korallenriff. Monique war so clever ihr Schnorchelequipment bereits unbemerkt morgens eingepackt zu haben. Mir standen dann ungluecklicherweise noch einmal rund 4km beschwerliche Strandwanderung bevor, bis wir endlich ins (nicht so) kuehle Nass springen konnten. Auf dem Weg zurueck zu unserem Plaetzchen traf ich auf unseren alten Freund John, welcher uns bereits am Whalebone Beach bei Denham mit frischem Fisch versorgt hatte. Dieser kam gerade vom Angeln – was auch sonst. Er erklaerte mir, dass er ein wahrer Jaeger ist und Fische ja so ziehmlich das Einzige sind, was man noch legal jagen duerfe. So kommt es, dass er in diesen fischreichen Gewaessern grundsaetzlich wesentlich mehr faengt als er essen kann und daher zwangslaeufig den Grossteil des Fischs verschenkt. Nach dem Wechsel weiterer Worte bekam ich dann wieder einige fertig filetierte Fische in die Hand gedrueckt, bedankte mich und wanderte mit unserem Abendessen weiter froehlich meines Weges.
Nach knapp 2 Stunden auf dem Zahnfleisch wieder am Schnorchelspot angekommen, war in der Zwischenzeit bereits die Flut zurueckgegangen, was es nahezu unmoeglich machte ueber das Riff zu schnorcheln. So begnuegten wir uns am Rande des Riffes und wollten am naechsten Tag mehr sehen.
Ungluecklicherweise musste ich am naechsten Tag nach Carnarvorn fahren, um eine auf meine Mailbox gesprochene Nachricht abzuhoeren, da ausgerechnet am kommenden Montag meine Mailbox umgestellt wuerde und mir somit die aeusserst wichtige Nachricht verloren gehen wuerde.
Am gleichen Abend ging es erstmal darum, unseren frischen Fisch zuzubereiten. Da wir ausser einem Gaskocher und zwei Toepfen kein passendes Equipment hatten, machten wir halt ein Feuer und garten den leckeren Fisch anschliessend in der Glut. Mit vollen Maegen ging es ins Zelt und der naechste Morgen liess nicht lange auf sich warten.
Frueh machten wir uns fertig, damit ich rechtzeitig zur Mittagszeit wieder zurueck sein wuerde, um bei Flut Schnorcheln gehen zu koennen. Ich liess Monique also meine Uhr da und kuendigte an, in rund 3-4 Stunden zurueck zu sein, was sich bei der folgenden Misere als grobe Fehleinschaetzung erwies. In gemaechlichem Tempo machte ich mich also auf die rund 70km einfache Strecke und nutzte die Gelegenheit, unsere Elektroartikel waehrend der Fahrt zu laden. Da ich ohnehin in die Stadt fuhr, nahm ich unsere seit Perth nicht mehr gewaschene Dreckwaesche mit und hatte auch noch einige andere Erledigungen auf der To Do-Liste. Im Ort angekommen drehte ich eine kleine Runde, um den dortigen Waschsalon zu erspaehen, musste nach einiger Zeit jedoch erfolglos aufgeben. Daher fand ich mich erstmal in der zentral gelegenen Touristeninformation ein, um noch einige weitere Dinge in Erfahrung zu bringen. Zu meiner „Freude“ bekam ich gesagt, dass sich der Waschsalon versteckt etwas ausserhalb der Stadt in der Richtung befand, aus der ich kam. Also eierte ich die 5 Kilometer wieder zurueck, um festzustellen, dass sowohl die Waschmaschine, als auch der Trockner mit jeweils fuenf Dollarmuenzen gefuettert werden wollten. Nach einer laengeren Suche im Auto schaffte ich es immerhin auf drei Muenzen, was so oder so zu wenig war. Im Waschsalon konnte mir natuerlich niemand mit Kleingeld aushelfen. So wanderte ich erstmal hoffnungsvoll zum benachbarten Elektroladen, wo man mir ohne einen Blick in die Kasse zu werfen freundlichst mitteilte, dass man nur drei Dollarmuenzen habe. So dachte ich mir also etwas neues aus, setzte mich ins Auto und fuhr zur naechsten Tankstelle, wo ich mir eine Cola kaufte und das Wechselgeld in Dollarmuenzen erbat. Auch hier wurde ich unfreundlich abgewiesen und bekam offensichtlich bewusst nicht eine passende Muenze im Wechselgeld. Direkt nebenan gab es ein kleines Kiosk, wo ich ebenfalls einen Korb bekam und langsam wohl sichtlich angefressen war. Wieder setzte ich mich ins Auto und fuhr weiter in Richtung Stadt. An einer Fast Food-Kette gehalten, hatte ich endlich Glueck und bekam zaehneknirschend mein benoetigtes Kleingeld.
So fuhr ich MAL WIEDER aus der Stadt, um endlich die Waesche anzuschmeissen. Natuerlich war nur 2 Minuten vor mir ein Auto mit drei Arbeitern angekommen, die natuerlich die verbliebenen Waschmaschinen fuellten, sodass ich erstmal 15 weitere Minuten auf eine freie Maschine warten musste. Entgegen den typischen australischen Waschmaschinen dauerte hier das Programm jedoch eine viertel Stunde laenger und ich bummelte die Zeit ab. Auch der Trockner liess nicht wie in Donnybrook nur 20, sondern satte 50 Minuten auf sich warten. Mittlerweile hatten wir fruehen Nachmittag und Schnorcheln war quasi gestorben. So spielte ich mir noch Buena Vista Social Club auf meinen Mp3-Player und eierte anschliessend ganz entspannt zu unserem Campingplatz zurueck, wo seit mittlerweile knapp 6 Stunden Monique auf mich wartete und bereits kurz davor war, den Ranger nach einem Anruf bei der Polizei zu bitten, weil sie sich nach rund 3 Stunden Ueberfaelligkeit langsam Sorgen machte. Nachdem ich ihr meine Misere in dem Ort, welcher mir langsam immer unsympatischer wurde, erlaeuterte, war die Situation auch wieder entspannt und wir entschlossen uns, noch 1-2 Naechte laenger zu bleiben.
Waehrend meiner Abwesenheit hatte sich direkt neben uns Lazy K mit seinem Bus inkl. angehaengter Garage, in der sich neben einem Gelaendewagen auch noch ein Boot befand, ein gemuetliches Plaetzchen verschafft. So hatten wir nun Proll und Protz als unsere Nachbarn. Dennoch bekamen wir mit unserer aeusserst gemuetlichen Dackelgarage keine Minderwertigkeitskomplexe und genossen einen gemuetlichen Abend am Feuer.
Den naechsten Morgen liessen wir ruhig angehen, da ausser Schnorcheln um die Mittagszeit nicht viel auf dem Programm stand. Durch unseren geoeffneten Zelteingang konnten wir vor dem Aufstehen noch eine Gruppe Wale beobachten, die in aller Ruhe ihren Weg vorbei an unserer Bucht zogen. Gegen Mittag wanderten wir dann wieder zum Riff und wurden mit dem richtigen Timing bei Flut mit einem absolut umwerfenden Schnorcheltrip belohnt. Den dortigen Fischreichtum hatte ich selbst auf den Malediven nicht oft zu Gesicht bekommen und kurz vor Schluss tauchte als Kroenung direkt vor uns noch ein sehr zurtraulicher Engelshai auf, welcher uns bis knapp einen Meter an sich heran liess.
Auf dem Rueckweg trafen wir mal wieder auf unseren Freund John, welcher sich (wer haette es gedacht) auf dem Weg zum Angeln befand. Er versprach uns erneut Fisch, falls wir ihn abends in seinem Koenigreich besuchen wollten.
Zurueck in der heimischen Nachbarschaft oeffnete Lazy K aufgrund des Windes seine Garage fuer die Oeffentlichkeit und lud zu einem nachbarlichen Umtrunk mit kleinen Leckereien ein. Nach Einbruch der Dunkelheit verabschiedeten wir uns aus der mittlerweile mit knapp 15 Mann besetzten Garage und machten uns mit Bier und Wein auf den Weg zu John. Dort angekommen praesentierte er uns erstmal einen Wassereimer mit drei grossen Fischen, welche er fuer uns „gejagt“ hatte. Leider kam an diesem Abend nicht mehr rum, da ein rund 4 Meter grosser Hai auftauchte und saemtliche Fische vertrieb. Gut zu wissen, dass wir wenige Tage zuvor an nahezu der gleichen Stelle baden waren…wir sind ja aber sowieso nicht geniessbar.
So verbrachten wir einen lustigen Abend mit John und schleppten diesmal kiloweise frischen Fisch mit nach Hause, welchen es jedoch erst am kommenden Tag zum Mittagessen geben sollte.
Tags drauf schmiss ich dann bereits mittags die Feuerstelle an, waehrend Monique den Mann stellte und fachmaennisch die Fische ausnahm. Als Lazy K um seine Residenz schlich, schnorrte ich ihn bei der Gelegenheit um etwas Solarstrom an und lud endlich meine arg gechwaechten Fotoakkus.
Als wir dann abends im Auto sassen und uns gerade fuer ein Abendessen entscheiden wollten, klopfte es dann ploetzlich an der Scheibe und Ali, Lazy K’s Frau reichte uns eine Schuessel mit gebratenen Nudeln, Huehnchen und Gemuese ins Auto. So hatten wir erneut ein kostenloses und echt leckeres Mahl.
Am naechsten Tag packten wir nach bald einer Woche Aufenthalt unsere 6,5 Sachen und verliessen unseren Fensterplatz im Himmel, welcher gerade mal umgerechnet 1,80 EUR pro Nacht und Person gekostet hatte.
Es gruesst
ein himmlicher Schroddi
Ort: Km 4.740, Woolworth Parkplatz, Carnarvon
Ortszeit: Tag 22, 24.06.2011, 10.20 Uhr
Wetter: 25 Grad, wolkenlos
Anwesende: Viele bunte Autos…
Nach einer erneuten Lagerfeuernacht ging es in den wunderschoenen Kalbarri Nationalpark, welcher mich ein wenig an die Outback Umgebung um Kings Canyon erinnerte. Nachdem wir an einem Aussichtspunkt gehalten und einen kleinen Besuch in der Schlucht eingelegt hatten, ging es nach einem zuenftigen Fruehstueck auf einen 8 km langen Rundweg, welcher uns zuerst am Rande des Canyons entlang und spaeter direkt durch die Schlucht fuehren sollte. Ausgewiesen war dieser Wanderweg als „Moderat“, sollte 3-4 Stunden in Anspruch nehmen und am Startpunkt befanden sich beruhigend viele Rentner, was auf einen lockeren Spatziergang hindeuten sollte.
Bewaffnet waren wir mit rund 4 Litern Wasser, zwei Fotoapparaten und (wie sich erst hinterher erwies) voellig ueberfluessigen Pullis und Jacken. Der Pfad fuehrte uns die steilen Felswaende mit atemberaubender Aussicht entlang. Bereits nach kurzer Zeit war von den anfaenglichen Rentnerschaaren nichts mehr zu sehen. Nach gut 2 Kilometern trafen wir auf die ersten zivilisierten Zweibeiner, welche uns verrieten, dass sie bei Kilometer 3,5 umgedreht haben, da es „etwas“ enger wurde. Wir dachten uns, dass wir noch zu zweit durchpassen, wo einer der Entgegenkommenden stecken geblieben waere und wanderten froehlich weiter.
Ploetzlich fuehrte uns der steinige Weg recht steil und etwas abenteuerlich hinab an das in der Schlucht befindliche Sandbett des Flussufers. Nach einer kleinen Pause ging es weiter, immer am Wasser entlang. Die Sandbank war schnell hinter uns gelassen und die Felswandauslaeufer, auf welchen wir entlang gingen, wurden immer schmaler, bis wir uns an einem Felsueberhang mit gut 15cm tritt befanden und den Rucksack sogar separat durchgeben mussten. Nach dieser Kletteraktion wurden wir dafuer mit dem schoensten Streckenabschnitt belohnt, wo uns Kangaroos und Ziegen vor die Fuesse liefen und die Felswaende in den schoensten Farben schillerten. Kurz vor Ende des Wanderwegs hatten wir es dann endlich geschafft, uns zu verlaufen und wir fanden den ausgeschilderten Weg vom Flussufer zum oberen Rand des Canyons nicht mehr. So suchten wir uns unseren eigenen Weg, welcher mehr an Freeclimbing als an Wandern erinnerte. Atemlos kamen wir schliesslich oben an. Da wir weiter mussten, um unseren Weg ueber die mit toten Kangaroos gesaeumte Strasse auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz in Kalbarri noch vor Sonnenuntergang zurueck zu legen, sprangen wir ins Auto und waren schnell wieder zurueck auf der unbefestigten Strasse. Wir klapperten noch einen weiteren Aussichtspunkt ab und begaben uns auf den rund 60km langen Weg in die Stadt. Bereits zu Beginn schnitt uns ein kleines Kangaroo und wir entdeckten eine Gruppe Emus mampfend im Busch, direkt neben der Strasse.
Mit entsprechender Vorsicht kamen wir dann eine knappe Stunde spaeter im Ort an, wo wir schon vor Ortseingang auf grosse Warnschilder stiessen, die aussagen dass man im Ort nicht Campen darf. Im Staedtchen machten wir uns dann ein wenig frisch und fuhren eine Strasse, die offensichtlich den Kangaroo Highway kreuzte, einige Kilometer suedlich aus der Stadt. Es gab dort einige Abfahrten an die im Nationalpark befindliche Felskueste. Eine davon waehlten wir als unseren naechsten Schlafplatze. Nach einem Abendessen an diesem durchaus stuermischen Plaetzchen, fuhr ploetzlich ein Auto auf uns zu, parkte keine 10 Meter von uns entfernt und sah sehr verdaechtig nach Backpacker aus. Zum Spass stieg ich aus, um den dreisten Fahrer mal zu fragen, ob es sich bewusst ist, dass es nicht erlaubt ist, an diesem Ort zu stehen. Das deutsche Paerchen bejate diese Frage mit der Argumentation, dass der Ranger sie gerade bereits aus der Stadt vertrieben habe und sie hoffen wenigstens hier die Nacht zu verbringen. Im weiteren Gespraech erfuhr ich, dass sie gerade aus Norden kamen und wir tauschten einige Tipps ueber Schlafplaetze , Arbeitsmoeglichkeiten und andere nuetzliche Dinge aus. Nach einer warmen aber stuermischen Nacht fruehstueckten wir diesmal direkt an den Klippen und verbummelten den Tag im Ort mit allerlei Erledigungen (z.B. Fotoakkus in oeffentlichen Toiletten laden). Urspruenglich konnten wir unsere Elektrogeraete mittels eines Stromkonverters direkt im Auto laden. Am Abend zuvor war uns jedoch die Sicherung des Zigarettenanzuenders durchgeraucht und sollte nach dem folgenden Test leider auch nicht die Einzige sein. So hatten wir nun unsere erste nicht ganz folgenlose Panne. Am spaeten Nachmittag verzogen wir uns auf dem Weg zum am Highway gelegenen Schlafplatz der vorletzten Nacht, in den Busch und weihten mangels oeffentlicher Nasszellen meine Campingdusche unter einem Baum ein.
Nach einer weiteren Nacht am Lagerfeuer fuehrte uns der Weg ueber knapp 170 unspektakulaere Kilometer Geradeausstrecke zu dem in der Shark Bay gelegenen Hamelin Pool, wo es erneut lebende Stromatolithen und eine alte Telegraphenstation zu besichtigen gab. Weiterhin stoppten wir unterwegs zu unserem Tagesziel an einem Muschelstrand, und versuchten vergebens Haie, Delfine, Rochen, Schildkroeten oder Seekuehe im Wasser zu entdecken. Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang erreichten wir dann den malerischen 1.000 Seelen Ort Denham, wo wir uns in der Touristeninfo in einen der 5 Kuestenabschnitte fuer eine kostenlose Uebernachtung registrieren liessen. Mit dem Wunsch noch vor Sonnenuntergang haeuslich zu werden, duesten wir an unseren gewaehlten Strand und waren mit dem glasklaren Wasser, jedoch nicht mit dem relativ kleinen Sandstrand zufrieden und entschieden uns noch eine Abfahrt weiter an den Whalebone Beach zu fahren, wo eigentlich alles passte. Da die Naechte mittlerweile deutlich waermer geworden waren, wollten wir diesmal im Zelt am Strand schlafen. So ging es auf die Suche nach einem moeglichst nahe am Wasser gelegenen Strandplatz, ohne jedoch bei der kommenden Flut nasse Fuesse zu bekommen. So ebneten wir einem Platz
am Duenenrand und stellten unsere Behausung fuer die Nacht auf. Nach einem entspannten Abend am Strand oeffneten wir am naechsten morgen den Zelteingang und stellten fest, dass das Wasser mittlerweile bis rund 30cm vor das Zelt gestiegen war und dass der Wind offensichtlich auch Regen ankuendigte. Daher entschlossen wir uns entgegen dem geplanten Strandtag das Zelt abzubauen und erstmal in die Stadt zu fahren, um einen geeigneten Ansprechpartner zu finden, welcher unsere (nicht unwichtige) Stromversorgung im Auto wieder herstellen konnte.
Eine entsprechende Werkstatt ausgemacht, sagte man uns vor Ort ungesehen, dass wohl der Zigarettenanzuender im Eimer sei und wir uns beim benachbarten Schrotthaendlier einen neuen Besorgen koennten. So fuhren wir zum Schrotthaendler, welcher so ueberhaupt keine Zeit fuer Kundschaft hatte und uns weiter an einen Kfz-Elektriker verwies. Dort angekommen, wurden wir freundlich empfangen und nach einem Kurzen Check des Stromkreises durfte ich zaehneknirschend erfahren, dass der nur 3 Wochen zuvor erworbene Stromkonverter im Eimer war. Gluecklicher habe er erst den Tag zuvor neue Konverter erhalten und koenne uns ein Exemplar fuer nur 60 AUD anbieten. Nach einem Probelauf war ich dann fuer „nur“ 90 Dollar inkl. Arbeitszeit ein stolzer Besitzer eines neuen Stromkonvertes.
Unser Nachbar John hatte uns in der vergangenen Nacht mit frisch gefangenem und bereits filetiertem Fisch versorgt, welchen nach unserem nicht gerade kostenguenstigen Werkstattbesuch auf dem oeffentlichen Gasgrill in Denham zubereiteten und genossen. Dabei trafen wir auf den Franzosen Eric und seine Neuseelaendische Reisebegleitung. Es sollte nicht das letzte mal gewesen sein, dass wir Eric trafen….
Aufgrund des verregneten Tags liess sich leider nicht viel machen und der Abend endete mit einer zweiten (diesmal unangemeldeten) Nacht am Whalebone Beach – diesmal jedoch zwangslaeufig im wasserdichten Auto.
Am naechsten Morgen wurden wir bei Dunkelheit unsanft um 5.45 Uhr vom rappelnden Wecker aus dem Schlaf gerissen, um noch vor Resortoeffnung in Monkey Mia zu sein. Nach der rund 50 km langen fahrt mit diversem Wildwechsel erreichten wir den Resort puenktlich vor Oeffnung und sparten uns mal wieder den Eintritt. Nach einem gediegenen Fruehstueck ging es zum
dortigen Strand, wo gegen 8 Uhr eine Delfinfuetterung stattfinden sollte. Ueberpuenktlich trafen die wilden Delfine ein, welche hier rund 10% ihres taeglichen Tagesbedarfs an Fisch verfuettert bekommen. Bis knapp ueber die knoechel standen wir im eiskalten Wasser und die gutgelaunten Grinsemaenner schwammen direkt vor unseren Fuessen auf und ab und warfen einen skeptischen Blick auf die lustig gekleideten Zweibeiner mit ihren silbernen klickenden Dingern in den Haenden.
Nach rund einer halben Stunde war die Veranstaltung vorbei und wir entschlossen uns in den dortigen Campingplatz zu schleichen, um nach Tagen mal wieder eine Dusche zu bekommen. Kurze Zeit spaeter genossen wir dann die erste heisse Dusche seit fast 10 Tagen. Anschliessend machten wir uns auf den rund 150km langen Weg, die Halbinsel gen Sueden wieder zu verlassen. Bei dieser Gelegenheit ueberquerten wir zum Xten und nicht zum letzten Mal den 26. Breitengrad, welcher den Nordwesten vom Suedwesten des Landes Teilte. Wieder zurueck auf dem Festland ging die Reise weiter in Richtung Norden, wo uns der Highway nach rund 200km in die naechste Stadt Carnarvon fuehren sollte. Da es dort keine legal kostenlosen Schlafplaetze geben wuerde, sollte uns der Weg noch weitere 70km noerdlich fuehren, was allerdings vor dem baldigen Einbruch der Dunkelheit wenig realistisch schien. Daher hielten wir nach geeigneten Schlafplaetzen noch vor der Stadt ausschau. Uebernachtungsmoeglichkeit Nr. 1 lag direkt an der Strasse und machte einen wenig einladenden Eindruck. Obwohl wir dort John, unsere Nachbarn der letzten Naechte am Whalebone Beach erspaehten, entschlossen wir uns weiter zu gucken und unser Camping Guide spukte einen direkt am Strand gelegenen Campingplatz aus, welcher ueber eine rund 8,5 km lange, unbefestigte Strasse erreichbar sein sollte.
Wenig spaeter verliessen wir also den Highway und kamen auf eine recht huegelige Gravel Road. Die vorherige Nacht hatte es durchgeregnet. Was dies fuer die Strassenverhaeltnisse bedeuten kann, hatten wir ja bereits beim Besuch der Geisterstadt Ora Banda festgestellt. Durch das huegelige Teilstueck auf den ersten 6km war der Weg auch fuer uns einigermassen befahrbar. Die Kuppen waren bereits weitestgehend abgetrocknet, in den Senken entwickelte sich jedoch die Fahrt jedesmal zur extremen Rutschpartie und wir versuchten wieder zwei Punkte einzuhalten:
1.Nicht stehenbleiben
2.Nicht in den Strassengraben rutschen
Es gelang uns dies umzusetzen und wir erreichten erleichtert die Gabelung, wo es die letzten 2,5 km zum Campingplatz gehen sollte. Binnen weniger Meter entwickelte sich diese „Strasse“ genannte Schlammpiste zu einem Alptraum aller Fronttriebler. Zum Anhalten oder drehen war es bereits zu spaet und der Schlafplatz war schon in Sichtweite als nicht mehr wir, sondern die Strasse entschied, wo es hingehen sollte – naemlich ploetzlich viel zu nahe an den Strassenrand. Nach wenigen Metern hatte die Strasse unseren endgueltigen Parkplatz gefunden und liess uns einfach am linken Strassenrand stehen. Es war kein Vor oder Zurueck mehr moeglich, ohne unser Grab tiefer zu schaufeln und wir freuten uns notgedrungen ueber diesen ausgesprochen schoenen Schlafplatz keine 50 Meter vom Meer entfernt. Ganz nach dem Motto: „Wenn es nichts mehr zu verlieren gibt, einfach lachen“, hatte uns diese unmoegliche Situation richtig gute laune beschert und wir stiegen aus, um uns das Disaster mal von aussen anzusehen. Bei den ersten Schritten versanken wir sofort bis zu den Knoecheln in der schlammig-lehmigen Pampe. Nach wenigen Minuten erinnerten unsere Flip Flops an Plateau-Schuhe mit einer Schlamm-Seegras Sohle, weshalb wir sie zwangslaeufig am Strassenrand liegen lassen mussten und barfuss weiter wateten. Einige Male hopsten wir kichernd um das Auto als wir ploetzlich ein naeherkommendes Motorengeraeusch hoerten. Mit unangemessen hohem Tempo kam ein Backpacker Van querstehend um die Kurve geschlittert und ich sah ihn schon apruppt in unserem Kofferraum zum Stehen kommen. Gluecklicherweise guckte sich die Strasse fuer ihn ein anderes Plaetzchen aus und parkte ihn etwas unsanft auf der anderen Strassenseite keine 10m von uns entfernt. Wir freuten uns ueber Nachbarn und kamen mit dem englischen Paerchen ins Gespraech.
Im Gegensatz zu uns nahmen sie die Situation nicht so gelassen und wollten uns beim anschliessenden Strandspatziergang nicht begleiten. Stattdessen liefen sie los und wollten bei einem rund 500m entfernt stehenden Camper Hilfe suchen. Wir gingen derweil Richtung Meer, welches extrem flach abfiel und sich gerade auf dem Rueckzug befand. So wurde der Strandspatziergang mangels Strand zu einer Mattwanderung. Waehrend wir mit den dortigen Krebsen spielten, sahen wir aus der Ferne, dass die Englaender mit ihrem Hilfegesuch offensichtlich erfolgreich waren und neben ihrem Kleinbus bereits ein Gelaendewagen stand. Neugierig wateten wir zurueck, um uns das Spektakel aus der Naehe anzusehen. Vor Ort trafen wir auf das Paerchen und einen Uraustralier wie aus einem Wild West-Film entlaufen. An den Haken genommen war der Van schnell wieder frei und schlitterte davon. Auch uns bot Dick, der urige Retter seine Hilfe an. Wir lehnten dankend ab und erklaerten ihm, dass wir es am kommenden Mittag aus eigener Kraft probieren wollten, wenn die Strasse ein wenig abgetrocknet sein wuerde.Wir breiteten uns daraufhin im Buschland aus und genossen einen wunderschoenen Sonnenuntergang mit dicken Regenwolken und dem Vollmond auf der anderen Seite. Mit der Dunkelheit kamen die Mueckenschwaerme und binnen Minuten juckte es ueberall. Daher zogen wir uns fluchtartig ins Auto zurueck und stuelpten erstmal behelfmaessig Socken ueber die komplett verschlammten Fuesse. Nach der anschliessenden Moskitojagd gab es ein notduerftiges Abendessen, da sich die meisten unserer Lebensmittel im Kofferraum befanden und wir die Autotueren nicht mehr oeffnen wollten, um den draussen lauernden Blutsauger nicht noch eine weitere Gelegenheit zu geben.
Nach einer echt ruhigen Nacht liessen wir den kommenden Tag ganz gemaechlich angehen, da wir vorrausichtlich vor dem fruehen Nachmittag ohnehin nicht loskommen wuerden. Gegen 9 Uhr vernahmen wir ein Motorengeraeusch, welches zu einem vom Campingplatz kommenden Gelaendewagen gehoerte. Er hielt neben uns und der Fahrer fragte uns durchs geoeffnete Fenster, ob er uns helfen koenne. Zu seiner Ueberraschung lehnten wir erneut dankend ab und wuenschten einen schoenen Tag. Am Spaeten Vormittag kamen wir dann langsam in Bewegung. Als ich gerade dabei war, in einer Pfuetze die mittlerweile zementartige Verkrustung von den Flip Flops zu loesen, kam Dick, der Helfer des Vortags, mit einem Kanu auf dem Dach um die Ecke, erzaehlte von dem umwerfend grossen Fisch im Wasser und bot uns an, unser Angelequipment zu schnappen und mit raus zu fahren. Leider findet sich in unserem Auto keine entsprechende Ausruestung, weshalb ich auch dieses Angebot ausschlagen musste. Weiterhin erzaehlte ich ihm, dass wir am Nachmittag endlich versuchen wollten, aus eigener Kraft wieder auf den Rueckweg zu kommen. Irgendwie schaffte Dick es jedoch relativ schnell, mich umzustimmen, als er mir erzaehlte, dass im Laufe des Tages die Flut kommen wuerde und aufgrund der Mondphase bis direkt an den Strassenrand reicht, was unsere Situation noch erheblich verschlimmern koennte.
So gingen wir direkt ans Werk und die Stahlkette war nach kurzer Zeit am Abschlepphaken (welcher sinnloser Weise mittig unterm Kofferraum sass) angebracht.
Mittels drei Antriebsachsen bewegten wir uns dann langsam rueckwaerts aus unserem kuscheligen Schlammloch. Auf der Strassenmitte angekommen griffen ploetzlich unsere Raeder, wir machten einen Satz nach hinten und es wurde nochmal brenzlig. Die Stahlkette hatte sich naemlich bei der Gelegenheit um die Achse hinter unserem linken Hinterrad gewechselt. Beinahe haetten wir unserem kleinen somit wirklich den finalen Todesstoss verpasst, jedoch konnten wir die Stahlfessel mit einem mittleren Gewaltakt loesen und es ging weiter rueckwaerts auf einen sandigen Seitenweg. Von dort aus kamen wir endlich wieder aus eigener Kraft los und erreichten total verdreckt aber uebergluecklich den Highway nach Carnarvon, wo wir in der ersten Parkbucht hielten und etliche Kilo Schlamm aus den Radkaesten holten. Als die rotbraune Kruste auch endlich von den Fuessen gepopelt war, ging unsere Reise endlich weiter…
Es gruesst die Suddelwutz
Schroddi
Die letzten 6 Tage haben wir an unserem Fensterplatz im Himmel verbracht, wo mangels Strom und Empfang ein vollwertiges Bloggen leider nicht moeglich war. Zum juetzigen Eintritt in die Zivilisation war ein Digitalisieren des Niedergeschriebenen leider nicht moeglich. Nun geht es erstmal wieder 250km ins Landesinnere, wo sicherlich viel Zeit zum Schreiben sein wird. Sobald uns das Outback also wieder ausspuckt, darf man mit neuem Lesestoff rechnen.
Nur eins voraus… Es wird lang, lang und dreckig….
Ort: Km 2.544, Geraldton
Ortszeit: Tag 8, 10.06.2011, 12 Uhr
Wetter: 23 Grad, sonnig
Anwesende: Das rauschen des Windes
Es war frueher Nachmittag als uns das Outback in der Millionenstadt Perth ausspuckte.
Mit jedem Kilometer stieg in mir das Grauen vor ersten Kontakten mit der Zivilisation.
Zum Einstieg sollte ich auch gleich eine Art Konfrontationstherapie bekommen, indem wir zum gnadenlos ueberlaufenen Hillarys Harbour fuhren. Nach 4 Tagen ohne Dusche in gnadenlos dreckigen Klamotten versuchte ich mich also unter Menschen zu begeben und fuehlte mich sichtlich unwohl. Um meine mittelschwere innere Krise zu ueberspielen fing ich also an, gegen alles zu mobben, was saubere Klamotten als ich trug – also gegen jeden. Naja, teils zu recht…
Nach diesem heftigen Einstieg fuhren wir zum Hostel, auf dessen Parkplatz wir die kommende Nacht verbringen sollten. Das Auto keine fuenf Minuten im Hof geparkt, verabschiedete ich mich wie ueblich direkt zum naechstgelegenen Thai Restaurant. Nachdem ich mich die letzten 4 Tage ausschliesslich von Dosenfrass, Instantsuppen und Brot ernaehrt hatte, schlenderte ich
anschliessend mit einer prall gefuellten Plautze zurueck zum Hostel. Dort war es an der Zeit die Staub- und Schlammkruste mit UV-Schutzfaktor 65.000 zu loesen. So verschwand ich mit einer Stahlbuerste und 5 Litern Terpentin in der Dusche und versuchte unter einem Duschkopf, welcher Wasser nur troepfchenweise abgab, meine urspruengliche Hautfarbe wieder zum Vorschein kommen zu lassen. Nach einer langwierigen Haeutung fuehlte ich mich wieder wie ein Mensch und konnte nun die abendlichen Feierlichkeiten angehen, welche wir mit einigen Bekannten des letzten halben Jahres begossen.
Am naechsten Tag lief dann alles etwas langsamer an. Nachdem wir uns erstmal bei einem deutschen Fleischer mit Wiener wuerstchen, Leberwurst und Emu- & Kangaroosalami eingedeckt hatten, ging es am fruehen Nachmittag endlich auf die Strasse in den waermeren Norden. Bei Einbruch der Dunkelheit erreichten wir Yanchep, wo es einen Nationalpark gibt, in dem wir uns am kommenden Morgen Koalas ansehen wollten. Den Sonnenuntergang schauten wir uns noch am Strand an und zogen uns zum Abendessen an ein Kiosk zurueck, wo wir ausgesprochen luxurioes mit Beleuchtung an einem Tisch essen konnten. Die anschliessende Suche nach einem Nachtlager fuehrte uns keine 200m weiter in einen kleinen Pfad mitten im Busch. 
Am folgenden Morgen ging es dann zu frueher Stunde noch vor Oeffnung (um den Eintritt zu sparen) in den Nationalpark. Wir wollten die dortigen Koalas sehen, trafen stattdessen jedoch auf sehr zutrauliche Kangaroos. Die Eukalyptus mampfenden Schlafmuetzen pennten noch in den Baeumen und waren fuer morgentliche Besuche offensichtlich nicht besonders aufgeschlossen. So hatte uns nach relativ kurzer Zeit der Highway zurueck und es ging weiter nach Norden. Auf dem Weg schauten wir uns einige verschlafene Kuestenstaedte und deren Straende an. Bei Lancelin taten sich vor uns die groessten Sandduenen auf, die ich in meinem Leben gesehen
habe. Wie mittlerweile beinahe ueblich, misshandelten wir unseren fahrenden Untersatz wieder gnadenlos und buegelten ueber eine unmoegliche Piste mitten in die Wueste, wo wir wie kleine Kinder im Sandkasten fuer die Grossen tollten.
Rund 100 km weiter sollte unser naechster Stop an einem See sein. Es war nicht irgendein See, denn dort gab es lebende Stromatoliten zu sehen. Wer sich jetzt fragt:“Was sind denn Stromalotitten?“ Liegt richtig, titten, titten, titten…. Kurze Zeit spaeter ging es dann weiter zum Gegenprogramm fuer das weibliche Geschlecht, zu den Penicles, sorry Pinnacles. Welche aus schoen anzusehenden Sandsteinsaeulen in einer Sandwueste bestehen. Puenktlich nach
Schliessung des Nationalparks erfreuten wir uns erneut ueber freien Eintritt und drehten bei untergehender Sonne eine Runde durch diese ausserirdische anmutende Landschaft. Anschliessend befanden wir uns mal wieder im Dunklen mitten im Kangarooland. So schlichen wir mit 60 Sachen ueber den Highway, die Blicke stets in die Strassengraben gerichtet und hielten Ausschau nach geeigneten Schlafplaetzen. Wir bogen also in diverse unasphaltierte Nebenstrassen ein, fanden jedoch ausser Schildern mit der Beschriftung „No Camping“ keine geeignete Nische, unser Auto zu verstecken. Bis auf das Vergnuegen ein etwas genervtes Kangaroo vor dem Auto her zu scheuchen, war die Suche leider sehr frustrierend.
Rund 50 Kilometer und diverse Kangaroobegegnungen weiter fand sich die Einfahrt zu Sandy Cape, einem Campingplatz, auf dem man nichts bezahlen braucht, wenn man spaet kommt und dreist genug ist. Nach etwa 8 Kilometern auf extrem holpriger Strecke, gesaeumt von suizidgefaehrdeten Kangaroos, fand sich ein sehr ruhiger Schlafplatz, welcher uns jedoch von Millionen Blutsaugern mies gemacht werden sollte.
Nach einer angenehm warmen Nacht ging es frueh zurueck auf die Strasse, um nicht dem Platzwaechter in die Haende zu fallen. Diesmal jedoch in umgekehrte Richtiung, wo wir nach gut 13 km wieder in Jurien Bay ankamen. Dort fruehstueckten wir gemuetlich und verbrachten einen entspannten Tag am Strand. Im oertlichen Toilettenhaeuschen wartete endlich eine extrem erfrischende (kaltwasser)Dusche auf uns. 
Nachdem unser Tank wieder gut gefuellt war, ging es endlich weiter in Richtung Norden.
Alerdings blieb uns nach diesem verbummelten Tag nicht viel Fahrzeit und wir mussten uns nach rund 100km bereits wieder einen Schlafplatz suchen. Diesmal bot sich der Strand von Cliff Head an, wo wir ein recht einsames Plaetzchen gefunden hatten und endlich legal Feuer machen konnten. Schnell hatte sich eine kleine, verrostete Metalltonne gefunden, aus der rasch der Boden getreten war. Nach einem schoenen Sonnenuntergang am Strand hatten wir also an unserer brennenden Pennertonne ein vorzuegliches Abendessen.
Einige Zeit spaeter fiel scheinbar eine der in der neben dem Auto platzierten Muelltuete gelagerten Flaschen um. Im gleichen Augenblick klimperte es nochmal und ploetzlich entfernte sich unser Muell unter lautem rascheln in rasender Geschwindigkeit. Etwas verdutzt leuchteten wir unserem Muell hinterher und sahen in der Ferne lediglich zwei gruselige Augen leuchten. Nur wenig spaeter schlich der Fuchs, zu welchem diese Augen gehoerten wieder nur wenige Meter um uns herum und liess sich vom Schein unserer Lampen nicht beeindrucken. Nach einiger Zeit verzog er sich jedoch, als er feststellen musste, dass es ausser Plastik und Glas bei uns nichts zu holen gab.
Heute Morgen ging es dann gemaechlich weiter. Wir besuchten einige verschlafene Staedchen, deren Straende und rissen ansonsten haptsaechlich Kilometer. Verdaechtig waren lediglich die entgegenkommenden ueberaus freundlich winkenden Schulbusfahrerinnen, seit ich ohne Shirt fuhr. Wenig spaeter folgte uns mal wieder die Polizei. Vermutlich bekamen sie beim Nummernschildabgleich zu hoeren, dass unser Auto dermassen vermuellt ist, dass eine Frage nach den Fahrzeugpapieren recht aussichtslos ist. So wurden wir nach einer Weile ueberholt und man sah die freundlichen Beamten nicht mehr wieder.
Unser Nachtlager haben wir nun auf einem kostenlosen 24h Parkplatz AUFgeschlagen und hoffen, dass unsere Nachbarn ihre Kinder bald ERschlagen.
Weitergehen soll es morgen in den bei Kalbarri beheimateten Nationalpark, wo wir endlich mal etwas Bewegung bekommen…sehen wir mal, ob das gut geht.
Viele Gruesse
oben ohne Schroddi
Ort: Km 1.371, Kurz vor Yellowdine auf dem Weg nach Perth (nur noch 400 km)
Ortszeit: Tag 3, 06.06.2011, 7.45 Uhr
Wetter: Sonnig – endlich
Anwesende: Ein morgenaktiver Terrorzwerg
In der 500 Einwohner Metropole war es kein Kunststueck einen Schlafplatz zu finden. Hinter einem Getreidesilo fand sich ein gemuetliches und ruhiges Plaetzchen fuer die eiskalte erste Nacht im Auto. Viel geschlafen haben wir wohl nicht und um 6.30 Uhr ging es ein zweites Mal zum Wave Rock, um auf dem Stein zu Fruehstuecken.
Die naechste Etappe sollte uns anschliessend in die rund 400 km entfernte Goldgraeberstadt Kalgoorlie ins Outback fuehren, wo wir abends einen Bekannten treffen wollten.
So sollte es auf kuerzestem Weg die ersten 120 km ueber eine unbefestigte Strasse gehen. Natuerlich fuhr diese Strecke Monique, da ich nur zwei Tage vor Abfahrt beim Driften auf einer unbefestigten Strasse „mein“ Auto in den Strassengraben geschleudert hatte. Gottverlassen ging es dann Ewigkeiten ueber die ruckelige Piste. Waehrend einer Pinkelpause bot ich meiner Chauffeurin dann durchs geoeffnete Fenster an, dass das nun die Gelegenheit waere, mich stehen zu lassen….bloede Idee!
Nachdem ich die folgenden zwei Kilometer gelaufen war, erbarmte sie sich dann doch und liess mich wieder einsteigen…auf der Fahrerseite. Nach der langen Laufstrecke goennte ich mir zur Weiterfahrt dann ein vitalisierendes Bier. Die weiteren 300 km gingen anschliessend relativ unspektakulaer geradeaus.
Von einer Freundin habe ich mir sagen lassen, dass es knapp 6 km vor Kalgoorlie einen kostenlosen Campingplatz an einem See gibt. Ueber eine unmoegliche Buckelpiste fuehrte uns eine Strasse an diesen Ort, wo wir beschlossen schon mal das Zelt aufzustellen, um uns diese Prozedur in Dunkelheit zu sparen. Nach getaner Arbeit fuhren wir endlich in die nach wildem Westen anmutende Grossstadt (30.000 Einwohner) und verabredeten uns mit Vincent. Ein anschliessender Blick auf den Wetterbericht liess uns zurueck aus der Stadt fahren und unser Zelt wieder abbauen, was sich im Nachhinein als brilliante Entscheidung erwies.
Kurz nach Einbruch der Dunkelheit gab es noch ein schnelles Abendessen vom Gaskocher. Mit einsetzendem Nieselregen fuhren wir zu unserem verabredeten Treffpunkt, liessen uns von einem besoffenen Aboriginie um eine Kippe anschnorren und kehrten dann in Paddy’s Pub ein. Vincent wollte unbedingt noch das Lokal wechseln, da in den benachbarten Kneipen in Unterwaesche und ohne oben bedient wurde. Unserer weiblichen Begleitung gefiel die Idee nicht so gut. Daher warfen wir nur mal einen kurzen Blick in einen dieser Schuppen, um festzustellen, dass die dortigen Outbackschabracken eine schlechtgelaunte Reisebegleitung ohnehin nicht wert waren. Da wir von der vergangenen Nacht ohnehin etwas geschafft waren und noch keinen Schlafplatz hatten, verabschiedeten wir uns anschliessend von Vincent und machten uns auf die Suche nach einem Schlafplatz fuer die kommende Nacht, welcher sich in einer Wohngegend direkt neben einer Gueterzugtrasse finden liess.
Nach einer relativ warmen und ausgesprochen gemuetlichen Nacht mit Dauerregen starteten wir den kommenden Tag mit fluechen gegen das miese Wetter. Auf unserem Tagesplan standen ein Blick in Kalgoorlies grosses Loch (Tagebau mit einem 3,5km x 1,5km breiten und ueber 500m tiefen Loch) und die Fahrt zum Lake Ballard, einem Salzsee, in dem 51 perverse Metallfiguren stehen. So machten wir uns frueh auf die Socken und kamen einige Minuten spaeter an den verschlossenen Toren des Mienengelaendes an. Waren wir wirklich knapp 800km gefahren, um am Ende den Blick auf Kalgoorlies Loch verweigert zu bekommen? Um den Grund der Schliessung zu erfahren, fuhren wir also zurueck in die Stadt, um uns bei der
oertlichen Touristeninformation schlau zu machen. Dort teilte man uns mit, dass es zu einem Steinschlag gekommen sei, die Aussichtsplattform aber am gleichen Nachmittag oder spaetestens am naechsten Tag wieder oeffnen wuerde. Wir entschlossen uns also erstmal zum rund 200 km entfernten Lake Ballard zu fahren. Da die letzten knapp 60 km aus unbefestigter Strasse bestanden und es nun schon seit dem Vorabend leicht regnete, riefen wir im naechstgelegenen Ort an, um uns ueber die dortigen Strassenverhaeltnisse zu Informieren. Es lagen keine Meldungen ueber unpassierbarkeit der Strecke vor und wir machten uns auf den Weg, welcher uns an Geisterstaedten der Goldgraeberzeit um 1900 vorbeifuehrte.
Leider war von der direkt am Weg liegenden Stadt Broad Arrow so gut wie nichts mehr uebrig. Daher beschloss ich kurzerhand eine Nebenstecke nach Ora Banda zu nehmen. Wie ich erst auf halbem Wege der 27km langen Strasse auf dem Atlas entdeckte, waren die letzten 9km der Strasse nicht Asphaltiert. Nach ueber 12 Stunden Dauerregen sollte die Strasse mit einem Fronttriebler nahezu unpassierbar sein und die Hand voll entgegenkommender Allradfahrzeuge sollte auch keinen anderen Eindruck erwecken.
Kurze Zeit spaeter endete das geteerte Strassenstueck und vor uns tat sich eine furchteinfloessende Schlammpiste auf. Dennoch beschlossen wir uns von den miesen Strassenverhaeltnissen nicht unterkriegen zu lassen. Falls doch, haetten wir alles, was wir fuer einen laengeren Aufenthalt im Strassengraben braeuchten. So schlitterten wir foermlich durch den Matsch und versuchten nicht stehen zu bleiben oder von der Piste abzukommen. Einige Liter Angstschweiss spaeter erreichten wir Ora Banda, was ausser einem Pub und ein paar Wellblechhuetten nicht viel zu bieten hatte. Im Pub fragte man uns unglaeubig, ob wir wirklich mit dem Fronttriebler die Stadt erreicht haetten. Da es immernoch regnete und die „Stadt“ ebenfalls verschlammt war, entschieden wir uns nicht lange zu bleiben, um nicht noch schlechtere Strassenverhaeltnisse auf dem Rueckweg vorfinden zu muessen.
Erleichtert erreichten wir wieder den Goldfields Highway nach Menzies und waren keine 2 Stunden spaeter in dieser auch recht verlassenen Stadt, welche aus einigen sehr schoenen alten Gebaeuden und ueberwiegend Wellblechhuetten bestand. In der dortigen Touristeninformation fragte ich sicherheitshalber noch mal nach den Strassenbedingungen zum Salzsee. Nicht ueberrascht erfuhr ich, dass die Strecke aufgrund der Wetterbedingungen fuer alle Fahrzeuge geschlossen ist. Nachdem uns schon Kalgoorlie ihr Loch verwehrte und wir nun auch nicht die noerdlich gelegenen Feuchtgebiete erkunden durften, zweifelten wir langsam an dem Wert des immerhin rund 1.700 km Umwegs auf dem Weg in das knapp 200km von Donnybrook entfernte Perth.
Nachdem mal wieder alle Plaene durchkreuzt waren, entschieden wir uns einen Zahn zu zulegen und noch einen zweiten Versuch am Loch zu wagen, bevor wir den verfruehten Rueckweg nach Perth antreten wuerden. Im Tiefflug ging es dann im hoeheren dreistelligen Geldstrafenbereich in einer knappen Stunde zurueck nach Kalgoorlie, wo wir noch einen kurzen Zwischenstop im Minenmuseum einlegten. Beim zweiten Anlauf am Super Pit genannten Riesenloch hatten wir endlich mal Glueck an diesem Tag und Monique konnte endlich sehen, dass es in diesem Ort noch ein groesseres (Arsch)Loch als mich gab.
Mit Einbruch der Dunkelheit verliessen wir die Goldgraeberstadt ohne glitzerndes Gestein in den Taschen wieder in Richtung Perth. Nach rund 170km Nachtfahrt schlugen wir unser Nachtlager am Strassenrand auf. Heute morgen kurz nach Anbruch des Tages bekam meine „Bettnachbarin“ dann Hummeln im Hintern. So kam es, dass ich noch nicht wirklich aus meinem Schlafsack gekrochen war, als wir schon wieder auf die Strasse nach Westen rollten.
Vor etwa einer Stunde machte Monique die Musik leise und teilte mir mit, dass sich die Polizei hinter uns befindet und fragte mich, ob sie denn anhalten solle. Antwort darauf: „Wenn sie das Blaulicht anhaben, sollten wir das wohl besser tun“. Da wir nur mit 70 km/h auf dem mit 110km/h beschilderten Highway schlichen, waren wir gespannt, ob wir dafuer Aerger bekommen werden. Die freundlichen Polizisten warfen einen Blick in unser Fahrzeug und fragten nach Fuehrerschein und Fahrzeugpapieren. Den Fuehrerschein hatten wir recht schnell zur Hand, doch die Fahrzeugpapiere mussten sich irgendwo in einem unauffindbaren Rucksack auf unserer zugemuellten Ruecksitzbank befinden. Wir kuendigten also an, dass es sich nur um Stunden handeln koenne alle geforderten Papiere zu besorgen. Grinsend fragte man uns dann, woher wir waeren, ob wir Backpacker seien und ob wir unsere Zeit hier geniessen. Scheinbar wollten die netten Beamten nicht den ganzen Tag auf den Fahrzeugschein warten, verzichteten auf die restlichen Papiere, wuenschten uns eine schoene Zeit und verschwanden wieder. Erheitert von der „sehr strengen“ Fahrzeugkontrolle nahmen wir uns den naechsten Parkplatz als Gelegenheit mal Ordnung im hinteren Teil unseres Wohn-, Ess- und Schlafzimmers zu machen. Die letzten Kilometer verwandelte sich die Landschaft von kargem und flachen Outbackcharme in eine Mittelgebirgsaehnliche huegelig und bewaldete, gruene Gegend, die geradezu nach Zivilisation riecht. Bis Perth sind es nun keine 100km mehr und mir graut es schon seit mehr als einem halben Jahr wieder in einer Grossstadt anzukommen. Ob ich es noch schaffe, mich entsprechend zivilisiert zu verhalten, erfahrt ihr dann im naechsten Bericht.
Es gruesst der unzivilisierte Schroddi aus dem Niemandsland
Ort: Km 374, Hyden
Ortszeit: 03.06.2011, 19.30 Uhr
Wetter: Arschkalt
Anwesende: Mounique und die Beleuchtung der Informationstafel
Vor Ewigkeiten habe ich angekuendigt, dass ich nach meiner Farmarbeit in Donnybrook ein Auto kaufen werde und damit die Westkueste hochfahre. Und wieder kam es anders als gedacht…..
Vor einiger Zeit traf ich dann auf das liebenswert verrueckte Huhn Monique, welches in etwa die gleichen Reiseplaene und darueber hinaus auch ein Auto hatte. Nachdem ich sie ueberreden konnte entgegen ihrer urspruenglichen Planung noch etwas laenger in Donnybrook auf mich zu warten, sollte einer gemeinsamen Reise nicht mehr viel im Wege stehen. So bereiteten wir alles vor, um vergangenen Samstag nach gut einem halben Jahr in Donnybrook aufzubrechen. Nachdem mich mein Boss ueberreden konnte, noch um eine Woche zu verlaengern, stand der Abreise nur noch die Registrierung des Autos im Wege. Genau eine Woche vor geplanter (wie ich dieses Wort „Plan““ doch mittlerweile hasse) Abreise entschied sich das liebreizende Gefaehrt, sich nur noch im dritten Gang zu bewegen und gelegentlich seinen Dienst zu verweigern. Nach einem Besuch des netten (und mittlerweile schwer reichen) Mechanikers sollte alles wieder soweit funktionieren. Beim fuer die Registrierung des Fahrzeugs notwendigen Checks, stellte sich jedoch heraus, dass das Problem weiterhin besteht und ausserdem einige weitere Maengel vorhanden sind. So brachten wir unseren offensichtlich altersschwachen Freund zwei Tage vor erhoffter Abreise wieder in die Werkstatt und erledigten derweil andere Besorgungen. Am naechsten Tag erreichte uns dann die unschoene Nachricht, dass die Reparatur des Autos etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen und sich unsere Abreise dadurch wohl noch um 2 – 3 Tage verschieben wird. So nutzte ich die Zeit am Abreisetag, um noch ein paar Dollar zu verdienen und saemtliche andere (aufgeschobene) Erledigungen in Angriff zu nehmen.
Einige verregnete und langweilige Tage spaeter fuhren wir voller Vorfreude wieder zur Werkstatt, um dann erfahren zu duerfen, dass der Mechaniker unserem Freund nicht abgewoehnen kann, nur im dritten Gang zu fahren. Sichtlich in seiner Schrauberehre angekratzt versprach er kostenfrei am Ball zu bleiben und wollte noch zwei Tage Aufschub haben. Geknickt fuhren wir zurueck nach Donnybrook und sassen weiterhin die Zeit ab.
Donnerstag Morgen, also fuenf Tage nach unserem urspruenglichen Abreisetag kam dann ploetzlich und unerwartet die frohe Botschaft, dass nun endlich alles paletti sei. So duesten wir mal wieder nach Boyanup und holten endlich unseren kleinen roten Freund aus der Werkstatt, um ihn zwecks zweiten Checks zum oertlichen Mechaniker zu bringen. Dieser gab gluecklicherweise auch gruenes Licht und sendete alle zur Ueberschreibung des Fahrzeugs notwendige Unterlagen nach Perth.
Bis wir alles im Auto verstaut hatten und feststellten, dass Platz ein sehr kostbares Gut sein kann, war es Nachmittag und es blieb nicht mehr viel Zeit bis Sonnenuntergang. Daher fing ich an zu maulen, dass ich noch eine Nacht in Donnybrook bleiben will. Monique teilte diese Meinung ueberhaupt nicht und wollte schnellstmoeglich los. Widerwillig lenkte ich dann ein.
Ich sollte jedoch ueberraschend meinen Willen bekommen, denn nachdem das Auto fertig gepackt war, flitzte meine Aufbruchsfreudiere Haelfte zum Mechaniker, um den Papaierkram fuer die Registrierung zu holen. Geknickt kam sie nur wenige Minuten spaeter wieder und teilte mir mit, dass wir noch eine weitere Nacht in Donnybrook bleiben muessen. Mit einem fetten Grinsen nahm ich die „schlechte“ Botschaft hin und verlaengerte meinen Hotelaufentalt um eine weitere Nacht. Um Monique etwas aufzuheitern sagte ich ihr, dass wir bis zum naechsten Tag, 10 Uhr den Ort endlich verlassen haben werden.
Am naechsten Morgen ging es dann in aller Fruehe zum Meldeamt, um das Auto endlich umzumelden, was dann auch ohne groessere Schwierigkeiten funktionierte. Um 10.05 Uhr hatten wir die neuen Nummernschilder mit den Buchstaben „DB“ am Auto angebracht und konnten uns endlich auf den Weg machen.
Mit 2Kg Moehren, 20 Flaschen Bier, einer halben Tonne Konserven und dem Hotel-Bettzeug ging es dann mit unserem vollends ueberladenen Auto auf die Strasse Richtung Osten.
Mit Spice Girls und den Prinzen in den Ohren und purem Hass im Bauch ging es dann in gemaechlichem Tempo ueber schnuckelige Landstrassen ins Landesinnere. Etliche Moehren und rund 1,5 Liter Kakao spaeter erreichten wir kurz vor Sonnenuntergang den Wave Rock in Hyden. Nach einer kurzen kraxelei am Fels entschieden wir mit einbrechender Dunkelheit noch unser Dinner am oertlichen Barbeque-Platz zu koecheln.
Um das Gas unseres Campingkochers zu sparen fand ich heraus, dass man im Topf auf den elektrischen Grills doch tatsaechlich Wasser nahezu zum Kochen bringen kann. Gut gesaettigt und kugelrund wollten wir anschliessend in den benachbarten Toiletten unser Geschirr abspuelen. Leider mussten wir feststellen, das offensichtlich jemand nach Einbruch der Dunkelheit die Toilettenhaeuser versteckt hatte. Mit Strinlampen irrten wir so in stockfinsterer Nacht umher und suchten vergebens die Toiletten, welche wir in Helligkeit noch gesehen haben. Als wir nach einigen Minuten nichts weiter als eine Pumpstation fanden, gaben wir auf und sind nun auf der Suche nach einem kostenlosen Schlafplatz.
Wir sind gespannt, was dieser Roadtrip noch so mit sich bringen wird und ob unser kleines chronisch ueberladenes Gefaehrt die rund 8000 anstehenden Kilometer noch durchhaelt.
Ich werde versuchen im Blog etwas am Ball zu bleiben und euch auf dem Wege ein Stueck mitreisen lassen.
Viele Gruesse in die warme Heimat
aus dem ausnahmsweise mal arschkalten Australien
Roadtripper Schroddi
Ort: Tv Raum Swag Hotel, Donnybrook
Ortszeit: 01.06.2011, 9.00 Uhr
Wetter: 17 Grad, Schauer
Anwesende: Daniel Wirtz live 🙂
Es war mal wieder ein typisch verschlafener Sonntag Morgen, als ich verpennt mit meinem Kakao in der Hand auf das von Zaeunen und Vogelnetzen umgebene Farmgelaende fuhr. Auf halben Wege zu den Pflaumenbaeumen stoppte ich, da ploetzlich direkt vor meinem Auto ein stattlicher brauner Bulle auftauchte. Ich rieb mir die Augen und schlug meinen Kopf gegen das Lenkrad, doch der Bulle schien wirklich real zu sein.
Da ausser mir um diese Uhrzeit niemand auf der Farm zu erwarten war, entschied ich mich, selbst den Bulen aus der von Vogelnetzen umgebenen Plantage zu treiben. Als ich also aus dem Auto ausstieg, um den Bullen ein Stueck zurueck zu treiben, biss dieser erstmal beherzt in einen unserer wertvollen Aepfeln. Ich machte dem Schlingel also Beine und er zog sich ein ganzes Stueck zu den Plaumenbaemen zurueck. So konnte ich nun das Vogelnetz und ein Gate oeffnen. Kaum zurueck im Farmgelaende folgten mir zwei weitere neugierige Vielfrasse, welche ich dann mit Getoese zurueck auf die Kuhwiese scheuchte.
Der glueckliche Bulle stand nach wie vor unterhalb der Pflaumenreihen. So entschied ich mich, etwa 50 Meter die Baumreihen hoch zu laufen und dann quer zu klettern, um irgendwie unbemerkt am Bullen vorbei zu kommen und hinter ihm aufzutauchen. Als ich dann am unteren Ende der Reihen wieder ankam, war mein grosser brauner Freund verschwunden. Scheinbar wollte er mit mir verstecken spielen. Da ich jedoch am fruehen Morgen nicht fuer Spielereien aufglegt war, griff ich zu unfairen Mitteln und schwang mich ins Auto, mit dem ich eine Runde um das Gelaende drehte. Von dem Bullen fehlte aber auch nach der zweiten Runde noch jede Spur. So lief ich also langsam entnervt noch eine dritte Runde, um ganz sicher zu gehen dass ausser mir niemand da war. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir schon nicht mehr ganz sicher, ob ich das Tier wirklich gesehen hatte oder ob das Steak von hauseigenem Rind am Vorabend vielleicht nicht mehr ganz gut war. Ich gab also auf und begann mit meiner eigentlichen Arbeit. Als spaeter mein Boss vorbei kam, erzaehlte ich ihm von meiner eigenartigen Erscheinung. So drehte er auch noch eine Runde mit dem Motorrad, allerdings ebenfalls erfolglos.
Zwei Tage spaeter erreichte ich zur Mittagspause das untere Ende einer Pflaumenbaumreihe und sah rund 100m von mir entfernt wieder den mir bereits zuvor erschienenen braunen Bullen stehen und gluecklich das lang gewachsene gruene Gras mampfen. Ich traute meinen Augen nicht. Verwirrt griff ich erstmal zu meinem Brot und biss herzhaft in die ungarische Salami – Der Bulle war aber immernoch da. Ich bat ihn, sich diesmal nicht von der Stelle zu bewegen und sprintete zum anderen Ende der Farm, wo mein Boss gerade andere Rinder wog. Ich konte mir das Grinsen nicht verkneifen, als ich ihm sagte, dass ich wieder Rinder auf der Plantage sehe und sicher bin, dass es diesmal keine Halluzinationen sind. So sprangen wir also auf sein Motorrad und fuhren zum Ort meiner letzten Erscheinung. Tatasaechlich stand der Bulle noch da und ich war wirklich erleichtert, dass ich ihn in diesem Momnt nicht als Einziger sah, was mich wohl langsam dazu bewegt haette, meine Ernaehrung auf Veganisch umzustellen.
Ich sprang also vom Moped und liess meinen Chef wild fluchen auf den Bullen zufahren. Dieser lies aengstlich einen Pups und rannte durch das Vogelnetz und einen Zaun davon, was ein Loch hinterlies, gross genug, um einen Laster darin zu parken.
Meinem sichtlich angefressendem Boss habe ich dann als Sahnehaeubchen noch berichtet, dass ich am morgen einige Papageien in den Apfelbaeumen gesehen habe.
Daraufhin fragte er mich nur, ob ich in 5 Minuten noch da sei und brauste davon. Einige Zeit spaeter kam er in Freizeitklamotten in seinem Auto angefahren, drueckte mir seine Flinte und reichlich Munition in der Hand und sagte mir, dass ich die bloeden Voegel erschiessen soll. Falls ich keine Papageien finde, koenne ich im Buschland neben der Farm einige Voegel, Enten, Schwaene oder Kangaroos schiessen. Mit den anschliessendem Worten, dass ich mich doch bitte nicht selbst erschiesse, verschwand er den Rest des Tages auf ein Footballspiel und liess mich mit der Waffe zurueck.
Gesagt, getan…
Es gibt diese Tage, an denen man sich die Drecksarbeit nur mit einem Blick auf den Kontoauszug versuessen kann. Manchmal kommt es allerdings auch anders als man denkt….