Schroddis Tag 4 – Manche Dinge sind hier einfach anders

1 05 2010

Ort: Zimmer 10, Oembia Hostel, Melbourne
Ortszeit: wieder 30.04.2010, 14.10 Uhr
Temperatur: 16 – 19 Grad, meist bewölkt
Anwesende: Die Sonne & ich

Heute um die Mittagszeit kam endlich mal die Sonne zum Vorschein. Also wollte ich auf die Straße, um mal ein paar Strahlen auf meine unterkühlte Haut fallen zu lassen.

So stürmte ich durch das Dickicht der im Hof wachsenden Bäume und Büsche und stellte mich erwartungsvoll mit dem Gesicht in Richtung Süden, entdeckte jedoch die Sonne nicht und musste zu meinem Entsetzen feststellen, dass mir die Gute von Norden auf den Hinterkopf schien.

An manche Dinge muss man sich hier einfach noch gewöhnen…

Darüber hinaus musste ich gestern feststellen, dass ich mit meinem Datum irgendwie einen Tag voraus bin.

*Aaaahhhhh*



Schroddis Tag 3 – Melbourne City

30 04 2010

Ort: Zimmer 10, Oembia Hostel, Melbourne
Ortszeit: 30.4.2010, 20.30 Uhr
Temperatur: 15 – 18 Grad, heiter bis wolkig mit kurzen Schauern
Anwesende: Ein Holzfäller, eine Scheintote und ich

Nabend,

da bin ich wieder, endlich auch wieder nüchtern und ohne Kopfschmerzen.
Die letzte Nacht war ein bissi heftig, hat aber wunderbar gegen den Jetlag geholfen.
In der Hinsicht waren die Tipps der Anderen ja gar nicht so übel.

Freizeitpark für Schaafe

Freizeitpark für Schaafe

Um 10 Uhr waren wir schon mit meinem Onkel in der City von Mebourne verabredet. Nach rund 30 Minuten Staßenbahnfahrt kamen wir pünktlich dort an und haben uns auch direkt gefunden.
Dummerweise konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich gerade stehen und Maggus sah auch noch nicht so wirklich fit aus. Dennoch wollten wir was von dem Tag haben und starteten nach einem Kurzbesuch im Touristenzentrum unsere Tour in einer Kunstgallerie, wo neben Kunstwerken der Ureinwohnern auch verschiedene Gemälde der letzten 150 Jahre, sowie ein paar neumodische, abgefahrene Sachen ausgestellt waren.

Weiter ging es nach einer kurzen Einweisung in den örtlichen Bahnhof mit einem Gang durch diverse Gässchen, welcher in Einer Shopping Mall zum Mittagessen endete. Von dort aus fuhren wir wieder mit der Straßenbahn zum Queen Victoria Market, wo wir uns locker eine Stunde die Füße platt liefen. Ich habe in meinem leben noch nicht einen derart riesigen Markt gesehen. Preislich war es auch die mit Abstand günstigste Einkaufsmöglichkeit, die wir bisher gesehen haben(z.B. 1 Kg. Kartoffeln oder Äpfel für ca. 2 Euro). Nachdem wir unsere nächste warme Mahlzeit in Einzelteilen besorgt hatten, besichtigten wir noch kurz eine Kirche. Auffällig waren hier der dekorativ in Marmor gekleidete Bewegungsmelder und die Videoübertragung vom Altar in auf einen Flachbildschirm in den Vorraum.

Anschließend begaben wir uns Richtung unserer Tram für den Heimweg. Unbemerkt in die falsche Tram eingestiegen fuhren wir so eine ganze Weile, bis wenigstens die Anderen feststellten, dass wir irgendwie nicht so richtig in die richtige Richtung fuhren. Also, erstmal aussteigen und rätseln. Nachdem wir dann einige Stationen wieder zurück gefahren waren, wurden wir uns trotzdem nicht ganz einige, welche Bahn dann nun die Richtige für uns wäre. So stiegen wir nun in zwei verschiedenen Trams ein, um zu sehen, wer es dann als erster zum Hostel schafft.

Während Meggy und Maggus am örtlichen Strand landeten, hatte ich Glück und erwartete die beiden grinsend am Hostel.

Lümmeltüte für altersschwache Gebäude

Lümmeltüte für altersschwache Gebäude

Gegen die Skyline Melbournes ist Mainhattan echt Pille Palle. Interessant finde ich vor allem, dass hier überall moderne Gebäudekomplexe direkt neben uralte Häuser gestellt werden. Um Das ganze noch auf die Spitze zu treiben, baut man nun die neuen Gebäude einfach um die Alten rum.

Wer sich also schon über die deutschen Bauämter und Städteplaner aufregt, sollte definitiv keinen Fuß auf diesen Kontinent setzen. Hier wird Stilbruch groß geschrieben.

Kurze Anmerkung an die ATGler: Die Spurbreite scheint hier meines Erachtens zu variieren. Solte ich hier bald mal einen Zollstock in die Finger bekommen, werde ich das ganze dann mal fachmännisch prüfen (hoffentlich ohne mich überfahren zu lassen) 🙂

So weit für heute vom vermuskelkaterten Frosti-Schroddi



Schroddis Tag 2

29 04 2010

Ort: Zimmer 10, Oembia Hostel, Melbourne
Ortszeit: 30.4.2010, 7.42 Uhr
Anwesende: Ich (mindestens zweimal)

Einen wunderschönen, verkaterten guten Morgen,

der zweite Tag ist nun rum, allerdings erst seit wenigen Stunden und ich spüre ihn noch deutlich….
Irgendwie war es ein recht ruhiger Tag. Nach etwas Morgensport und einem ausgedehnten Frühstück, was für mich relativ untypisch ist, haben wir….Boa, was war gestern eigentlich?

Ich stehe noch etwas neben mir. Nachdem wir gestern gegen Mittag bei der Bank waren und nach einigen Schwierigkeiten unsere Konten eröffnet hatten, waren wir noch etwas einkaufen und setzten uns anschließend aufs Zimmer. Ich fing an die Straßenbahnpläne zu studieren, was mit einem noch andauernden Jetlag wohl keine gute Idee war. Es dauerte keine 5 Minuten bis mir die Augen zu fielen und ich seelisch schlummerte. Als ich nach etwa einer Stunde, gequält von Alpträumen, wieder aufwachte, schlummerten die beiden Anderen ebenso seelisch. Ich schlich mich also aus dem Zimmer und saß unten etwas herum, bis diverse andere Leute eintrudelten und wir munter schnackten.

Einige schleppten plötzlich unmengen an „billigem“ Wein und Früchten an. Aufgrund des schlechten Wetters stand eine San Gria an. Ich hatte mir vorgenommen den Tag bis mindestens 22 Uhr durchzuhalten. Als ich dann gegen drei Uhr begann fließend Irisch zu sprechen, hat dann irgendwann der letzte Funken Vernunft gesiegt und ich bin auf allen vier Brustwarzen ins Bett gekrochen, nachdem ich (mit Stirnlampe) die getrocknete, auf meinem Bett liegende Wäsche sortiert und zusammengelegt hatte. Das muss ein Bild für die Götter gewesen sein.

Nun, ca. 4 Stunden später werde ich mich mal unter eine kalte Dusche stellen und hoffen, dass ich bald wieder geradeaus gucken und den Tag genießen kann.

Es grüßt der drunken Master aus dem Bette



Australische Geisteraustreibung

28 04 2010

Heute morgen kopfte es an der Tür und der freundiche Ghostbuster bat sich an unser Zimmer von Geistern zu befreien.

Wir ließen ihn rein und er fand einige Geister der Klasse Jettes Lagges.

Seht selbst….

Ghostbuster



Schroddis Tag 1 nach Ankunft

28 04 2010

Ort: Victorianisches Wohnzimmer unseres Hostels
Ortszeit: 28.4.2010, 6.30 Uhr
Anwesende: Nur die hässliche Hauskatze und ich

Guten Morgen,
die erste Nacht auf der anderen Seite der Welt ist rum. Zumindest für mich. Der Rest des Hostels schlummert noch oder will zumindest nicht aufstehen.

Wie fühlt es sich an auf der anderen Seite der Welt zu sein? Nun ja, irgendwie hätte ich es mir etwas anders vorgestellt.

Nachdem wir feststellen mussten, dass die meisten Hostelbewohner Deutsche sind und wir von der guten Seele unseres Hauses als nächste Einkaufsmöglichkeit einen ALDI genannt bekommen haben , wusste ich wieder, warum ich bei den meisten Abschieden immer sagte: „Bin doch nicht weit weg“. Zmindest fühlt es sich wirklich nicht so an. Zum Frühstück gibt es später ungarische Salami und einige weitere Dinge, die einem nicht ganz unbekannt sind. Am Telefon habe ich auch bereits gesagt bekommen, dass es nicht so klingen würde als wäre ich am anderen Ende der Welt.

Unser Flug war wirklich anstrengend und fing auch recht turbulent an. Am Check In-Schalter angekommen, wurden wir von einem Polizisten erstmal ohne Gründe wieder weggeschickt. Kurze Zeit später haben sie dann die Schalterhalle gesperrt. Wie sich herausstellte wegen eines herrenlosen Gepäckstücks, dass erstmal vom Bombenräumkommando untersucht wurde. Glücklicherweise haben sie die Flache O-Saft anschließend nicht sprengen müssen. So versuchten wir anschließend einzuchecken, was sich auch als komplizierter herausstellte als gedacht. Leider musste ich feststellen, dass ich meine verschweißten Bundeswehr-Streichhölzer nicht mitnehmen durfte. Eine der beiden Packungen hatte ich schnell zur Hand, wusste jedoch nicht wo das Zweite ist und ließ es einfach mal drauf ankommen.

An der Security-Schleuse wurde Meggy anschließend wegen ihres Pfeffer-Sprays gestoppt, welches sie auch bei ihren letzten Flügen in die USA immer dabei hatte!? Nachdem dies bei der Flughafenpolizei in vertrauensvolle Hände gegeben wurde, konnten wir in letzter Minute endlich in unseren Flieger steigen, wo wir uns fasziniert mit dem Bord-Entertainment beschäftigten und erstmal mittels unserer im Sitz integrierten Spiele-Controller eine Runde Tetris auf unseren eigenen Monitoren gegeneinander spielten.

Der Flug zog sich unheimlich und wir bekamen kaum ein Auge zu. Bei dickem Nebel und Dauerregen in Seoul angekommen, machten wir es uns erstmal in einer Raucher-Lounge bequem und versuchten irgendwie die knapp 6 Stunden Wartezeit rum zu bekommen. Währenddessen stellten wir fest, dass die freundlich Dame am Frankfurter Check in die Tickets für den Weiterflug von Meggy und mit beide auf meinen Namen ausgestellt wurden. Nachdem wir das korrigieren lassen hatten, ging es nun einige Stunden später endlich weiter.

Diesmal hatten wir mit unserem Flieger leider nicht ganz so viel Glück. Anstatt einer persönlichen Spiele- und Multimedia-Konsole in jedem Sitz, gab es nur einen großen Fachbildschirm für alle, auf dem ich dann an Ende verzweifelt eine Reportage über Weinanbau in Österreich sehen musste.

So blieb uns nichts anderes übrig als krampfhaft zu versuchen etwas zu schlafen, was uns dann zeitweise auch mehr oder minder gelang.

In den frühen Morgenstunden war es dann soweit. Der Landeanflug auf unser Ziel begann und äußerte sich bei einem Blick aus dem Fenster in einem unglaublich beeindruckenden Lichtermeer mit dem Namen „Melbourne“. Nach der Landung hinterließ ich meine Sabberspuren an der Fensterscheibe ihrem Schicksal und stellte mich nach einem letzten Einkauf bei Duty Free bei der Passkontrolle an. Alles lief wirklich reibungslos. Nachdem wir unsere begehrten Stempel hatten, lag unser Gepäck bereits auf dem Band für uns bereit und es ging durch die Tür in die schöne, neue Welt, wo uns bereits men Großonkel mit seiner Frau erwartete.

Nach einem Wabbelsandwich und den ersten gescheiterten Konversationen in Englisch (meinerseits), machten wir uns dann zum Shuttle-Bus in Richtung unseres Hostels.

Vorbei an der beeindruckenden Skyline von Melbourne und dem ersten Blick auf das Meer kamen wir dann nach etwa einer Stunde an unserem Ziel an.

David zeigte uns direkt alles Wissenswertes rund um unsere neue Herberge. Nachdem wir unsere Rucksäcke nach dem Prinzip der chaotischen Lagerung enteert hatten, machten wir uns auf einen kleinen Spatziergang, der uns auf direktem Wege zum Strand führte. Eider war es bei rund 18 Grad und baldigem einsetzenden Nieselregen etwaskalt, um gleich ins kühle Nass zu springen. Also machten wir uns direkt zum Einkauf unseres Abendessens.

Anschließend verbrachten wir den Nachmittag auf den Bänken vor unserem Hostel und lernten viele unserer Mitbewohner kennen. Zu meiner Begeisterung bestätigte sich alles, was ich bereits über das Backpackervölkchen gelesen hatte. Es waren ausnahmslos echt sympathische Leute, mit denen man schnell warm wurde und direkt über Gott und die Welt plauderte, wirklich ganz anders als im stockesteifen Deutschland.

Gequält vom Jetlag, der uns allen echt zu schaffen machte, versuchten wir uns wenigstens bis in die Abendstunden wach zu halten, was uns mehr oder weniger gelang. Ich legte zum Beispiel ein unfreiwilliges Schläfchen beim Umspeichern meiner Telefonnummern im Wohnzimmersessel hin.

So versuchten wir anschließend unseren Jetlag mit den heimischen Biersorten zu bekämpfen, was eigentlich ganz gut gelang. Nachdem uns Maggus ein leckeres Abendessen zauberte, verweilten wir noch ein paar Stunden bis wir total platt ins Bett fielen. Leider haben wir ein Bett zur gut befahrenen Straße hin, wo permanent irgendwelche V8 Maschinen mit nicht unbeachtlichem Tempo entlang ballerten. In der ersten Nacht sollte uns das aber nur bedingt stören. Dennoch war meine Nacht heute morgen kurz nach 6 Uhr beendet. So sitze ich jetzt hier, während sich die anderen beiden mittlerweile zum morgentlichen Jogging verabschiedeten. Dazu hat mich bisher kein Oberfeldwebel zwingen können, also werden die beiden es garantiert auch nicht schaffen 🙂

Heute steht auf dem Plan, uns mal über die örtlichen Bankgepflogenheiten schau zu machen. Unser Bargeld neigt sich schon langsam dem Ende zu, weshalb wir in der Richtung langsam tätig werden sollten.

So weit mal für heute…

Es grüßt der Schroddi im Morgenrot



Wir kamen auf der anderen Seite der Welt an…kamen wir?

28 04 2010

Da fliegt man soweit, wie man nur kann und dann sowas….

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