Schroddis Tag 115 – Zuhause ist’s doch am schoensten

21 08 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Backpackes, Mooloolaba
Ortszeit: 21.08.2010, 17.10 Uhr
Wetter: 23 Grad, sonnig
Anwesende: Confusius 🙂

Wenn fuenf Typen in verschiedenfarbigen Spiderman-Kostuemen die Strasse entlang joggen und Opi froehlich grinsend unter einer Bruecke sein Crack aus einer Dose raucht,
wenn junge Maedels im Kebabshop nach Klarsichtfolie fragen, um sich nackt darin einzuwickeln und 100 Studenten verkleidet und bunt angemalt in dein Zuhause einchecken….

…erst dann weisst du, dass du wieder zu Hause bist.

Welcome back, Maggus!

Let’s make some nooooiiiiisssssseeeee 🙂



Schroddis Tag 112 – Spinnen und andere harmlose Tiere

18 08 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Backpackes, Mooloolaba
Ortszeit: 18.08.2010, 15.00 Uhr
Wetter: 23 Grad, sonnig
Anwesende: ^^

Lange hat sich mir die Frage gestellt, wer von uns wohl den ersten Spinnenbiss abbekommt. Eine Frage, auf die es genau genommen nur eine Antwort gibt.

Gestern sass ich auf dem Balkon, um mir in der Abendsonne mein Fruehstueck zu machen. Ploetzlich fuehlte ich etwas ueber meinen Arm krabbeln. Es handelte sich um einen winzigen, achtbeinigen Krawallmacher, welchen ich mir anschliessend vom Arm streifte.

Nach wenigen Sekunden begann es zu brennen und schwoll aehnlich eines Mueckenstiches an. Dieses Brennen ging dann nach wenigen Minuten in einen bis heute anhaltenden Schmerz ueber. Zusaetzlich glueht die Stelle nun wie ein Sonnenbrand, ist aber gluecklicherweise nicht dicker geworden und hat sich nicht verfaerbt, sodass ich bisher noch keinen Arzt damit bereichern will.

Mit einem anderen Tier hatten wir es heute Mittag zu tun. Angeblich wurde wieder mal eine Schlange gesichtet, welche sich in ein Rohr am Pool verkrochen haben soll.

Vom Aufruhr alamiert rauschte Carey, unsere Chefrezeptionistin herbei, um mal beherzt mit dem Rohr gegen einen Baum zu klopfen.

Zungenmaler Lollipops machen lt. neusten Studien aggressiv

Zungenmaler Lollipops machen lt. neusten Studien aggressiv

Nach ein paar Schlaegen gegen den Baum, kam etwas laengliches herausgepurzelt, was uns erstmal frech die Zunge rausstreckte.

Gluecklicherweise hatte es Beine (wenn auch kurze) unt entpuppte sich mit seiner blauen Zunge als harmloser Blue Tongue Lizzard, welcher sich anschliessend schimpfend und vermutlich mit ordentlichen Kopfschmerzen vom Acker machte.

„Fxxking tourists“ fluchend stapfte auch Carey wieder von dannen.

Nein Carey, wir heissen nicht alle Mogli und sind im Dschungelbuch aufgewachsen.
Ich glaube hier sind sogar Leute, die vorher Waschbeton fuer eine Pflanze gehalten haben. Zumindest benehmen sich einige so…. 🙂

So weit….

Es gruesst

vielleicht bald Spidermäään



Schroddis Tag 108 – Freitag, der 13.

13 08 2010

Ort: Zzimmer 206, 2. Stock, Mooloolaba Backpackes, Mooloolaba
Ortszeit: 14.08.2010, 2.00 Uhr
Wetter: 9 Grad, Sternenhimmel
Anwesende: Niemand

Blutsbruderschaft mit dem Geschirrspueler - in meinen Venen fliesst nun Spueli

Blutsbruderschaft mit dem Geschirrspueler - in meinen Venen fliesst nun Spueli

Freitag, der 13. war fast rum als ploetzlich der Geschirrspueler zum desinfizierten Handkantenschlag ansetzt und mir 5 Minuten vor Ende meiner heutigen Fregar Algo Uebungseinheit noch einen Cut im Linken Zeigefinger zusezt. Nach dem ich mich bereits vor einigen Tagen in den anderen Zeigefinger geschnitten habe, sind nun beide Finger gepflastert. Jacko waere stolz auf mich gewesen.

I love you all

Schroddi



Schroddis Tag 107 – Splendor In The Grass

13 08 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Backpackes, Mooloolaba
Ortszeit: 13.08.2010, 14.00 Uhr
Wetter: 19 Grad, sonnig
Anwesende: Keine S…, alle weg

Vor zwei Wochen hat etwa eine Autostunde von hier eines der groessten Musikfestivals Australiens stattgefunden. Von Donnerstag bis Sonntag haben etwa 35.000 Leute in Woodford das Splendor in the grass Festival gerockt.

Waehrend des Festivals waren bereits 6 meiner Mitbewohner zum Ausschank auf dem Festival arbeiten. Einer davon kam aufgrund eines Spinnenbisses, durch den er lt. Arzt fast seinen Fuss verloren haette (Was die Monster anrichten sieht man HIER), einen Tag frueher zurueck.

Nachdem wir bereits erfolgreich Hard cleaning im Bootcamp betrieben haben, war es fuer mich Zeit eine neue Herausforderung anzunehmen. So heuerte ich an, Mittwoch und Donnerstag das Festivalgelaende zu reinigen.

Am naechsten Morgen fiel ich gegen 6.00 Uhr aus dem Bett, um mir fuer die Arbeit noch ein Deutsches Brot (yeeeeahhhhh, hier gibt’s ne deutsche Baeckerei) zu schmieren.

Nachdem endlich die Motoren zum Laufen begracht wurden, rollten wir dann mit den verranzten Hostelkarren mit dem Ziel Woodford vom Hof. Es sollte direkt durch das Sunshinecoast Hinterland, vorbei an den Glasshouse Mountains Richtung Woodford Wasteland gehen.

Aufgrund eines noch nicht ganz zurechnungsfaehingen Beifahrers und der teilweise echt miserablen Beschilderung, wo wir mal wieder bei Australiens Schildern waeren, artete usere fuer 50 Minuten geplante Fahrt in eine rund 90 minuetige Odysee im Hinterland aus.

Nach der Irrfahrt durch malerische Landschaften auf Serpentinenpaessen, nach den sich jeder Motorradfahrer die Haende lecken wuerde, kamen wir rund 40 Minuten zu spaet auf dem riesigen Festivalgelaende an.

Kurze Zeit spaeter kam unser Boss (Diana, weiblich, mitte 40, Hippie Hut, riesige Sonnenbrille, kunterbunte Leggins und Gummistiefel) auf ihrem Motorrroller angeduest und eskortierte uns zu ihrem Buerocontainer.

Dort angekommen trugen wir uns fuer die laufende Schicht ein und fuellten die Kontatformulare aus. Anschliessend wurden wir mit den fuer Australien ueblichen Arbeitswesten, Greifern und Muelltueten ausgestattet und fuhren zu einem Teil des Campinggelaendes.

Woodford Wasteland

Woodford Wasteland

Waehrend der Fahrt bot sich uns ein Anblick von GAV (groesster anzunehmender Vermuellung) auf einem traumhaft schoenen Gelaende, das mit 1,3 km x 1,7 km etwa fast der Stadtflaeche Bad Sodens entspricht. Wir begannen also in gemuetlichem Tempo all den Muell einzusammeln und die dortigen Muelltonnen zu fuellen.

Den Ekel vor den Hinterlassenschaften der Camper hat man schnell verloren und es deutete sich an, dass die Arbeit nicht nur entspannt, sondern auch echt witzig werden wuerde.

Unsere Arbeitskollegen waren meist Backpacker und einige

Nachttauchgang - wenn das Hobby zur Sucht wird

Nachttauchgang - wenn das Hobby zur Sucht wird

Alternative, die aussahen als ob sie bereits seit Jahren nur noch auf Festivals leben, was in Grunde genommen auch richtig ist. Wie ich erfuhr reisten einige von ihnen wirklich von Festival zu Festival, um dort von den Hinterlassenschaften der Camper zu leben.

Bereits nach wenigen Minuten Arbeit waren die ersten verschlossenen Dosenbiere und versiegelten Tabakpaeckchen gefunden, woraufhin wir beschlossen die Funde erstmal mit einer Zigarettenpause und einem isotonischen Erfrischungsgetraenk zu feiern.

Auch waehrend der Arbeit wurde die Laune von Minute zu Minute besser.und die Funde immer

Mit Steigung, Reinigen fuer Fortgeschrittene

Mit Steigung, Reinigen fuer Fortgeschrittene

kurioser. Es ist unglaublich, was Festivalbesucher alles zurueck lassen.
Neben Kondomen in jeder Form (ausgerollt, zugeknotet, gefuellt oder gerissen) zahelten wohl der Vibro-Penisring, diverse Rauchinstrumente und jede Art von Drogen, ein voller Eierkarton (ich hatte bis dato noch nie jemand mit rohen Eiern beworfen) und ein Ganzkoerper-Schutzanzug mit Chuppa Chupps Logo zu unseren erheiternsten Funden.

Weiterhin entsorgte ich etwa 40 Brillen, 100 Flip Flops, diverse Unterwaesche, 20 Campingstuehle, 10 Zelte, hunderte Rollen Klopapier, Alkohol im wert von etlichen tausend Dollar, sowie tausende Getraenkedosen und Kippenstummel.

Woodfordia - Hollywood nur eine Kopie?

Woodfordia - Hollywood nur eine Kopie?

Aus den anfaenglich geplanten zwei Tagen wurden im Endeffekt Vier, was zum Einen wohl am unbaendigen Arbeitswille des gemeinen Backpackers und zum Anderen an unserer total planlosen Chefin lag.

Ueber die oertliche Verpflegung, welche aus einer Snackbude bestand, die kostenlos Sandwiches, Hot dogs und Burger an alle Arbeiter verteilte, konnte man sich absolut nicht beschweren. So gab es halt zum Fruehstueck einen saftigen Baconburger oder ein in Ketchup und Kaese ertraenktes, heisses Wuerstchen.

Neben einem etwas aufgefuellten Konto, einem Plastik-Patronenguertel, zwei neuen Campingstuehlen und 20 gefundenen Dollar bleiben mir die Erinnerungen an wohl einen der besten Jobs ever, sowie die nachfolgenden Erkenntnisse:

  1. Gruselige Spinnen fuehlen sich besonders in Plastiktueten wohl.
  2. Australier benutzen ausschliesslich rote Kondome?!
  3. Wenn du die Wahl zwischen Erdbeeren und Abfall hast, nimm den Abfall.
  4. Althippies sind die entspannteren Arbeitgebe
  5. Einmal buecken, 20 Muecken. Das Geld liegt hier nicht nur auf der Strasse, sondern auch im Gebuesch.
  6. Auch rohe Eier koennen bei einem weiten Wurf schmerzhaft einschlagen.

Es gruesst der Muellsammler aus Leidenschaft

Schroddi



Schroddis Tag 102 – Urlaub

8 08 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Backpackes, Mooloolaba
Ortszeit: 08.08.2010, 14.00 Uhr
Wetter: 23 Grad, sonnig
Anwesende: Meggy und ein Englaender, der ihr grad auf die Nerven geht

Nach einer wirklich schweisstreibend anstrengenden und arbeitreichen Zeit im tiefst winterlichen Australien hat sich Maggus in den wohl verdienten Erholungsurlaub verabschiedet.

Fuer uns war es die beste Gelegenheit ueberfluessigen Kram zurueck nach Deutschland zu schicken und in 2 Wochen heisst begehrte Importware zu bekommen.

So freuen wir uns nicht nur Maggus bald wieder zu sehen, sondern auch auf nen Appelstescher und nen Eierentkerneer

Maggus, halt die Ohren steif und

.R      H       H
…I       E        A
….D        R       R
……E                   D

Gruesse aus der Heimat

Meggy, Schroddi & der Rest des Hostelschliessungskomandos



Schroddis Tag 94 – Fregar Algo

31 07 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Backpackes, Mooloolaba
Ortszeit: 31.07.2010, 13.20 Uhr
Wetter: 24 Grad, meist sonnig
Anwesende: Mein O-Saft, wie immer….

Zum Playboy Titelfoto hat es nicht ganz gereicht

Zum Playboy Titelfoto hat es nicht ganz gereicht

Nachdem die ausgewogene Ernaehrung der letzten Monate dafuer gesorgt hat, dass ich mir ein paar Pfunde Winterspeck zugelegt habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, mich etwas sportlich zu betaetigen. So habe ich vergangene Woche meine ersten Trainingseinheiten der mexikanischen Extremsportart Fregar Algo absolviert.

Diese Sportart besteht darin, sich in Lichtgeschwindigkeit auf mit Seifenwasser bewaesserten PVC-Boden zu bewegen und dabei alles zu spuelen, was einem in den Raum geschmissen wird. Die Schwierigkeitsgrade reichen hierbei von nahezu unverschmutzten Tacobehaeltnissen bis hin zu mit Fleischresten verkrusteten Kochtoepfen.

Fregar Algo Trainingsraum

Fregar Algo Trainingsraum

Gerade Extremsport geht natuerlich nicht ohne Verletzungen von statten. So gehoeren Verbrennungen (ja, der Ofen ist auch von aussen heiß), kleinere Schnittwunden und Spuelhaende zum Alltag.

Mit regelmaessigen Training kann man es dann (so wie ich) auf das Titelblatt einer australischen Kochzeitung schaffen.

Bis die Tage

Fregar Algo Altmeister Schroddi



Schroddis Tag 87 – Huehnchen suess sauer oder wie man einen Baum toetet

25 07 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Backpackes, Mooloolaba
Ortszeit: 24.07.2010, 21.00 Uhr
Wetter: 17 Grad, dunkel
Anwesende: Ein Hauch von Muskelkater

Nachdem ich die letzten 2 Tage bereits um 6.15 Uhr im Bootcamp angetreten bin, um 90 hungrigen Kids das Fruehstueck zu machen, wollte ich diesen Tag mal ruhiger angehen lassen. So bin ich fuer meine Verhaeltnisse ausgesprochen spaet gegen 9.30 Uhr aufgestanden und habe mich zu meiner taeglichen Ration Marmeladentoast geschleppt.

Waehrend ich so schlaftrunkend am Toast-Buffet stand, bekam ich von der Rezeption zugerufen, dass heute jemand vom Hostelbesitzer benoetigt wird, um ein Loch zu graben.
Ich vergewisserte mich kurz, dass es sich nicht um ein Grab fuer dessen Geschaeftspartner handelt und sagte spontan zu. So sollte es eine Stunde spaeter losgehen.

Etwa eine halbe Stunde spaeter begann es zu regnen. Nach kurzer Nachfrage bekam ich dann gesagt, dass sich die Arbeit wegen der Naesse auf unbestimmte Zeit verzoegern wird, vorausgesetzt es findet heute ueberhaupt noch statt.

So beschloss ich erstmal eine Waschmaschine anzuwerfen. Als ich die Waesche 20 Minuten spaeter (ja, australische Waschmaschinen sind so schnell) in den Trockner geraeumt hatte, bekam ich dann gesagt, dass ich 10 Minuten spaeter doch zur Arbeit abgeholt werde. Keine fuenf Minuten spaeter tauchte wirklich Siek, der Hostelbesitzer auf.

Ich ging also wieder an die Rezeption, wo ich gesagt bekam, dass man nicht wisse, ob ich heute noch zur Arbeit benoetigt werde. Kurze Zeit spaeter bestaetigte Siek, dass die Arbeit stattfinden wird, wies mich jedoch vorab an, einige Lattenroste in den dritten Stock zu tragen.

Hostelpanzer - Benutzung nur mit Ohrschuetzern

Hostelpanzer - Benutzung nur mit Ohrschuetzern

Anschliessend ging es mit unserem Hostelpanzer mit fehlendem Auspuff auf die Reise. Diese Schrottmuehle hat mit 5 Litern Hubraum und mangels Auspuff nicht nur einen abgefahrenen Sound, sondern geht im Standgas auch immer aus, nimmt meistens das Gas nicht an und hat noch ein paar andere gruselige Geraeusche auf Lager (mal abgesehen von den Fehlzuendungen, die mich haben in Deckung gehen lassen, da ich dachte, dass jemand auf uns schiesst). Auf Rueckfrage erzaehlte mir Siek, dass man in Australien ein Auto fahren darf solange es faehrt – unabhaengig von der Lautstaerke.

Nach einer abenteuerlichen Reise kamen wir an seinem Wohnhaus an, wo ich direkt in den Garten gefuehrt wurde, um zu erfahren was ich denn zu tun habe.

Dort fand ich einen wasserbefuellten, muschelfoermitgen Kindersandkasten mit Abfluss vor. Dieser sollte durch eine groessere Wanne ersetzt werden, um den Lebensstandard seiner Enten zu verbessern.

Er drueckte mir also einen Spaten in die Hand und wollte wieder kommen, um den Abfluss abzuschrauben. Aufgrund des mit Kieselsteinen durchsetzten Matsches war allerdings mit dem Spaten nichts zu bewegen. So begann ich also mit den Haenden den Matsch mit den Kieselsteinen weg zu schaffen. Nachdem die ersten Schichten abgetragen waren konnte ich endlich mit dem Spaten arbeiten.

Neben den beiden Enten sprangen auch 4 Huehner im Garten rum, welche ganz schnell

Die drei Damen der Bauaufsicht

Die drei Damen der Bauaufsicht

Interesse an den vielen im Matsch befindlichen Regenwuermern fanden. So sprangen permanent die suizidgefaehrdeten Huehner um mich herum und liessen sich von nichts beirren. Da die Wuermer genau dort zu vorschein kamen, wo ich mit dem Spaten hin hackte, habe ich beim Hacken etliche Male den Huehnerkopf nur knapp verfehlt. Ich schubste die Huehner immer wieder bei Seite, allerdings liessen diese sich auch davon nicht beeindrucken. Irgendwann begann ich mit ihnen zu reden – auf Englisch, es waren ja keine deutschen Huehner. Dennoch verstanden sie mich nicht und hielten immer wieder die Koepfe unter den Spaten.

Als ich den Abfluss endlich freigebuddelt hatte und Siek immer noch nicht wieder aufgetaucht war, liess ich mir von seiner Frau eine Rohrzange geben und begann selbst den Abfluss vom Rohr zu loesen. In diesem Moment begann eines der Huehnchen liebevoll an meinem Ohr zu knabbern.

Langsam war das Verhalten der Maedels nicht mehr an dreistigkeit zu ueberbieten. So wurde ich dann auch langsam „handgreiflich“ und begann die Huehner durch den Garten zu werfen, was scheinbar nicht nur mir Spass brachte und letztendlich dafuer sorgte, dass die Huehner genauso verschlammt waren wie meine Haende.

Bis ich endlich genug des mit Kieselsteinen und Wurzeln durchsetzten Schlamms weggeschafft hatte, um die neue Wanne einzusetzen, lief mir der Schweiss in Stroemen und ich war von oben bis unten komplett eingesaut mit der schlammigen Erde. In diesem Moment tauchte auch Siek wieder auf, um festzustellen, dass das Abflussrohr fuer die neue Wanne viel zu hoch lag. So machte ich mich daran auch noch das Rohr auszugraben. Als dies geschafft war und ich den Graben vertiefen wollte, musste ich mit entsetzen feststellen, dass sich darunter eine beindicke Hauptwurzel einer der nebenstehenden Baeume befand.

Unbeeindruckt vorn der Tatsache, dass das Zertrennen der Wurzel zum Tod des gerade 50 cm entfernten Baums fuehren koennte, wurde ich angewiesen diese Wurzel mit dem Spaten zu zerhacken. Langsam begannen diverse Muskeln in meinem Koerper zu krampfen und schrien nach Wasser und fester Nahrung.

Nachdem ich einen Teil der vorher abgetragenen Schlammmasse wieder den Berg hoch geschleppt habe, um den Rest der Grube wieder aufzufuellen, sehnte ich mich einfach nur noch nach einer Dusche. Im gleichen Moment bekam ich gesagt, dass Siek noch einige Saecke Komposterde im Auto hat, die in den Garten runter getragen werden muessen. So kam er mit einem 20 kg Sack nach dem anderen an.

Nach einigen Saecken fragte ich ihn, wie viele er denn noch hat und er grinste nur unverschaemt – falsche Antwort….

Nach 12 Saecken mit 240 kg Torf war dann endlich Feierabend und er fuhr mich zurueck ins Hostel. Nachdem ich meine verschlammten Klamotten in die Ecke geschmissen habe und mir die braune Kruste von der Haut gewaschen habe, entdeckte ich die etlichen Wunden und Splitter in meinen Haenden, die mich neben meinem aufkommenden Muskelkater die naechsten Tage noch an einen wundervollen Arbeitstag erinnern werden.

Was habe ich also an diesem Tag gelernt?

  • Das Schimpfwort „dummes Huhn“ gibt’s nicht ohne Grund
  • Grabe keine Loecher im Streichelzoo
  • Wenn jemand auf die Frage nach dem Arbeitsvolumen grinst – einfach totstellen

Heute trete ich dann meinen Tellerwaescherjob beim oertlichen Mexikaner an. Hoffentlich haben die keine (lebenden) Huehner in der Kueche.

Ich staerke mich jetzt erstmal mit Huehnchen Suess Sauer, denn Rache ist suess.

Es Gruesst

der Erdlochschroddi



Schroddis Tag 84 – Die Metamorphose

21 07 2010

Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Backpackers, Mooloolaba
Ortszeit: 21.07.2010, 15.00 Uhr
Wetter: 21 Grad, leicht bedeckt
Anwesende: 15 paar dreckige Schuhe und zwei vernarbte Surfbretter

Durch unser Eindringen in den australischen Lebensraum haben wir eine schleichende, scheinbar unaufhaltsame Metamorphose in Gang gesetzt, welche uns zu dem macht, was wir sein werden, wenn falls wir wieder kommen.

Verlassen habe ich Deutschland als ueberzeugter Sportschuh-Traeger, da ich von Adiletten nach wenigen Metern die wuestesten Blasen bekomme und ein String zwischen meine Zehen gar nicht in Frage kommt. Nachdem wir langsam begannen in waermere Gefilde vorzudringen, erwachte in mir ein immer staerker werdendes Verlangen wie ortsueblich auch mal ein bisschen Haut zu zeigen.

In Brisbane fielen mir schliesslich schwarze, u.A. mit Totenkoepfen verzierte Flip Flops in die Haende.

Nach nur wenigen Metern in meinem neuen Schuhwerk taten sich allerdings bereits die ersten Blasen auf, welche zeitweise in wirklich schmerzhafte Wunden uebergingen.

So nutzte ich die Dinger einige Zeit ausschliesslich zum Duschen und maschierte sonst ueberwiegend barfuss. Nachdem ich mir mit meiner Bafusslauferei jedoch mehrmals Scherben in die Fuesse gelaufen habe, stieg ich doch wieder auf Flip Flops um.

Diese liefen dann mit der Zeit meine Fuesse ein (nicht umgekehrt, schliesslich sind nun die Fuesse und nicht die Schlappen deformiert). Mittlerweile sind Maersche von mehreren Kilometern kein Problem mehr und selbst klettern in unwegsamen Gelaende hat sich mit meinen Totenkopftretern als absolut komfortabel herausgestellt.

Mittlerweile liebe ich die Dinger und will sie gar nicht mehr hergeben.
Flip Flops sind halt doch nicht nur zum Kakerlaken zertreten geeignet und festes Schuhwerk absolut ueberbewertet.

!Metamorphosenstadium „entspannter Fflip Flop-Traeger“ erfolgreich erreicht!

Es gruesst der

Nudistenfuss Schroddi



Schroddis Tag 75 – Hotel California

13 07 2010

Ort: Bett, Zimmer 206, 2. Stock, Mooloolaba Backpacker Resort, Mooloolaba
Ortszeit: 13.07.2010, 09.40 Uhr
Wetter: 21 Grad, bewoelkt, sonnig
Anwesende: Meister Propers Axelschweiss und ich

Nachdem wir jetzt seit gut 2 Monaten in Mooloolaba residieren, und es fuer jeden von uns mittlerweile ein Zuhause geworden ist, stelle ich euch heute mal unsere Luxusherberge vor.

Das Mooloolaba Beach Backpackers hat in zwei Haeusern mit grossem

Deutsche sind im Ausland sehr beliebt

Deutsche sind im Ausland sehr beliebt

Aussenbereich etwa 120 Betten, von welchen etwa 50 Stueck vom harten Kern, den Longstays „belegen“ werden. Unser Zuhause hat auch ein grosses Angebot an Aktivitaeten. Neben einem Tour Desk, an dem man von Busfahrten ueber Sportaktivitaeten und Ausfluegen bis hin zu Flugtickets in die Heimat alles buchen kann, stehen hier auch u.A. Guitarren, Kajaks, Bodyboards, Surf-Bretter, Fahrraeder (oder was man dafuer halten kann) kostenlos zum Verleih. Weiterhin haben wir hier eine komplette Pokerausruestung inkl. Tisch, einen Billiardtisch, einen Pool, einen Beamer mit Leinwand und verschiedene andere Annehmlichkeiten.

Bei unserem Check in wurden wir im Raum 303 im 3. Stock des Hauptgebaeudes einquartiert – dem Ghetto
des gemeinen Backpackers (siehe gleichnamiger

Die Kakerlaken kommen nur nachts

Die Kakerlaken kommen nur nachts

Artikel).
Es ist ein Ort der Lebensfreude. Nadem die Musik und Gesaenge, sowie das gekreische und Gebruelle zwischen 3 und 4 Uhr eingestellt wird, bekommt oefter der Erste,nicht nur zur Freude der auf der Couch verbliebenen Goon-Leichen, am naechsten Morgen um 7 Uhr Lust mal wieder richtig laut Techno zu hoeren. Wenn die etwa 10 stuendige Kockodysee von rund 40 Flurbewohnern in der sehr mager bestueckten Kueche beginnt, wacht auch der letzte auf, um sich an den Saufspielen auf dem Balkon beteiligt.
Es ist nicht unueblich, dass dabei Fensterscheiben oder die Moebelierung zu Bruch gehen. Breits nach dem Fruehstueck sollte man sich dort zuegig bewegen, um nicht in einer der Goon-Pfuetzen kleben zu bleiben.Wohnzimmer

Vor etwa 5 Wochen haben wir taktisch klug in einer Biltzaktion in ein freies Zimmer einen Stock tiefer gewechselt. Dieser Flur hat auf gleicher Flaeche fuenf Zimmer weniger und wird ueberwiegend von Longstays bewohnt.

So wohnen wir hier mit einem festen Kern von zwei Franzosen, einem Koreaner, einem Englaender und einem weiteren Deutschen, jeweils zu zweit in einem Zimmer. Je nachdem wie voll das Hostel ist, bekommen wir immer wieder fuer kurze Zeit neue Mitbewohner, sind aber ein recht ruhiger Flur.

Hierdurch geniessen wir gewisse Privilegien, die sich in einer voll ausgestatteten (sauberen)

Luxusbalkon

Luxusbalkon

Kueche, und dem einzigen, mit Leder bestuhlten, 24 Stunden geoeffneten Balkon ausdruecken.

Darueber sind wir der wohl einzige Balkon mit Liveband. So kommt es nicht selten vor, dass mit mehreren Akustik- und einer E-Guitarre musiziert wird.

Joa, was soll ich sagen, hier kann man es wirklich gut aushalten. Nicht zum Spass wird unser Hostel auch liebevoll als Hotel California bezeichnet.

Gruesse

Schroddi

PS: Sorry, die miese Formatierung. Meistens will das WordPress nicht so wie ich….



Schroddis Tag 71 – Man sieht den Wald vor lauter Schildern nicht

9 07 2010

Ort: Bett, Zimmer 204, 2. Stock, Mooloolaba Backpacker Resort, Mooloolaba
Ortszeit: 08.07.2010, 12.20 Uhr
Wetter: 18 Grad, bewoelkt, windig
Anwesende: Mein Aetherkoerper und ich

Nach gut ueber 2 Monaten auf diesem Kontinent stoesst man hier dennoch weiterhin regelmaessig auf echte Kuriositaeten. Viele davon in Form eines Schildes.

Die ersten Tage waren nachtuerlich die haertesten. Vorab war mir bewusst, dass der Linksverkehr eine Umstellung sein wuerde. Nachdem ich mich beim Ueberqueren einer Strasse (wie die meisten Neuankoemmlinge) ein paar mal fast ueberfahren lassen habe, weil ich den Verkehr aus der anderen Richtung erwartet haette, hat sich meine Rechts-Links Schwaeche spaetestens nach einigen Kilometern in unserem Campervan weitestgehend erledigt.

Dabei sollte es aber nicht bleiben….

Haeufig hatte ich nachezu Kollisionen mit Fussgaengern und Radfahrern in Gegenrichtung, stand vor Rolltreppen in die falsche Richtung, versuchte vergeblich die Dusche in die „falsche“ Richtung aufzudrehen und einmal riss ich sogar die Tuer der Kuehltheke im Supermarkt fast aus den Scharnieren (die anderen Kunden muessen mich fuer bekloppt gehalten haben, als ich an der falschen Tuerseite gezerrt habe).

Fuer Toelpel wie mich stellt man hier fuer jeden und alles Schilder auf. So hat zum Beispiel in unserem Wohnzimmer ALLES ein Schild: Der Tv ein Schild „Television“, die Mikrowelle ein Schild „Microwave“ und sogar der Lichtschalter hat ein Schild namens „Light Switch“…

Die gelben Schilder fuer die Strasse kreuzenden Kaengurus sind Weltweit bekannt. Darueber hinaus wird allerdings auch vor bestimmt 20 weiteren Tierarten gewarnt. So hat man alle paar Kilometer ein Schild, auf dem vor irgendwas Lebendigem gewarnt wird.

Wenigstens ist man so fair mittels Schildern auch vor fest installierten Blitzern zu warnen. Ungluecklicherweise haben hier viele deutsche Touristen noch nicht gehoert, dass es beim Blitzen keine Toleranzen gibt. Selbst kleinere Geschwindigkeitsuebertretungen kosten bereits mehrere hunderte Dollar. Ueblicherweise zahlen Backpacker ihre Tickets nicht. Wenn man in den naechsten 5 Jahren noch mal ins Land moechte, sollte man sich das aber ueberlegen – oder langsamer fahren.

Nachdem man diese Schilder als freundlichen Hinweis sehen kann, sollte man sich nicht nur aufgrund der hohen Strafen an die meisten Hoechstgeschwindigkeiten halten. Nachdem man in Deutschland viele Kurven leicht mit 20 kmh ueber der Geschwindigkeitsbegrenzung fahren kann, sollte man dies hier ausschliesslich mit einem vollwertigen Rallyfahrzeug und den entsprechenden Fahrkenntnissen riskieren.

Aehnlich verhaelt es sich auch in oeffentlichen Verkehrsmitteln. Mein absoluter Favorit war ein Hinweisschild am Fenster des Busfahrers: „Bitte nicht durch das Fenster in den Bus einsteigen“. Auch in der Metro wird mit Schildern gebeten die Zuege nicht durch sich schliessende Tueren zu verlassen. (In Deutschland waere eher ein schild angebracht, auf dem steht, dass Fahrgaeste sich erst in den Zug quetschen sollen, wenn die Tueren bereits geoeffnet sind)

Obwohl in OZ Flaechendeckend Geschwindigkeitsbegrenzungen von maximal 110 bis 130 Kmh herrschen, wird hier mangels Kfz-Steuer Wert auf moeglichst grossen Hubraum gelegt. Ich habe in meinem Leben noch nicht so viele Autos mit V8 Motoren und mindestens 200 L Hubraum gesehen.
Mangels TUEV bekommt man jedoch oefter mal Autos zu sehen, welche nur noch von Klebeband und Kaugummi zusammen gehalten werden. Zuletzt habe ich einen Spezialisten, gesehen, der seinen Seitenspiegel mit einer Verlaengerung aus gut 15 Kabelbindern am vorderen Scheibenwischer (vermutlich ebenfalls defekt) befestigt hat.

Auch Ladungssicherung wird hier nicht so ernst genommen. Dachgepaecktraeger sind ohnehin total ueberbewertet. Ersatzraeder, Surfboards und die Schwiegermutter werden einfach direkt auf das Autodach gegurtet. Hunde reisen in aller Regel auf der Ladeflaeche. Haeufig sieht man hier auch Jeeps mit Booten in der Groesse von Einfamilienhaeusern auf dem Anhaenger.
Eine wirkliche Hoehenbegrenzung fuer Pkw scheint es hier nicht zu geben. Eine Bruecke gilt bereits als niedrig, wenn die Durchfahrtshoehe weniger als 5,70 betraegt.

Den Zonk hat man hier als Fussgaenger gezogen. Sofern man nicht eine Strafe in Hoehe von bis zu 250$ riskieren moechte, wartet man halt auf gruenes Licht. Dies kann hier unter Umstaenden etwas laenger dauern. Kontaktschleifen im Boden hat hier leider noch niemand erfunden. So benoetigt man etwa 5-6 Minuten, um eine Kreuzung mit zwei Ampeln zu ueberqueren. Ich gehe davon aus, dass hier schon mehr Menschen an roten Ampeln als im Outback verdurstet sind.Und wer haette es gedacht, auch an den Ampeln haengen Schilder, welche erklaeren, wann genau man zu laufen hat?!

Warum tragen hier nicht auch doofe Leute ein Schild?

Viele Gruesse

vom Schild-Buerger Schroddi

PS: In diesem, in den Vergangenen und in meinen zukuenftigen Texten sind Links eingebaut. Manchmal Hintergrundinformationen, manchmal Bilder oder Videos aber garantiert sinnfrei und immer einen Blick wert. Leider heben sich die Links nicht so gut vom eigentlichen Text ab. In der Regel erscheint ein Kommentar, sobald man mit der Maus ueber den Link faehrt. Hier ein:
-> Beispiellink <-

PPS: Vielen Dank fuer die Genesungswuensche, ging (bis gestern) wieder besser. Aber wird schon…irgendwie



Schroddis Tag 60 – Das Leben fickt mich jeden Tag – heute mal von hinten

28 06 2010

Ort: Sofaecke, 2. Stock, Mooloolaba Backpacker Resort, Mooloolaba
Ortszeit: 28.06.2010, 14.10 Uhr
Temperatur: 23 Grad, sonnig
Anwesende: Eine Glotze mit gewohnt schlechtem Programm

Tjoa, was soll ich sagen?! Schroddi ist mal wieder voll in seinem Element.
Nachdem ich bereits die letzten Tage immer wieder Probleme mit meinem Ruecken hatte,
habe ich mir gestern den Rest gegeben.

Auf dem Weg ins Zimmer habe ich mir versehentlich einen Rueckenwirbel rausgehustet.
Klingt lustig, ist es aber nicht. Ich hatte in der Vergangenheit ja schon oefter Hexenschuesse.
Diesmal hat es aber Ausmasse angenommen, bei denen ich wirklich Angst bekommen habe.
Ich habe mich auch die Couch gelegt und schaffte es die naechsten Stunden nicht mehr mich zu bewegen, geschweige denn aufzustehen.

Nach einer gehoerigen Ueberdosis Ibuprofen konnte ich einige Stunden schlafen und schaffte es anschliessend immerhin mich unter hoellischen Schmerzen aufs Klo zu schleppen, wenn auch nicht im aufrechten Gang. Den restlichen Abend verbrachte ich also auf der Couch und „vergnuegte“ mich mit dem grauenhaft schlechten Fernsehprogramm. Kommissar Rex in O-Ton mit englischem Untertitel, um mal ein Beispiel zu nennen….

Beim heutigen Arztbesuch bekam ich dann fuer 55$ lediglich eine Spritze (O-Ton Aerztin: Ten minutes after injection you’ll feel drunk^^), zwei riesige Mueckenstiche und gesagt, dass ich die naechsten Tage relaxen und evtl. mal zur Massage gehen soll.

Mittlerweile kann mich mich auch wieder weiter als 5 Meter aus eigener Kraft im fast aufrechten Gang bewegen.

Ich gehe davon aus, das die Ursachen in einer Mischung aus fehlendem Radsport, beschissenen Betten und einem Tag mit Gunnery Sergeant Hartman zu suchen sind, dem ich zukuenftig mit taeglichen Radtouren entgegenwirken werde.

Bis es soweit ist, werde ich mich erstmal beim oertlichen Thai Massagestudio durchkneten lassen, natuerlich ohne Specialservices….naja, vielleicht 🙂

Drueckt mir die Daumen, dass ich das bald in den Griff bekomme, sonst hat sich das Abenteuer OZ fuer mich evtl. in wenigen Wochen erledigt.

Da wir in den letzten 2 Monaten schon reichlich mehr oder minder kuriose Ausfaelle hatten, haben wir beschlossen im Blog eine Seite „Injuries“ einzurichten, um unsere ganzen Ausfaelle mal nachhalten zu koennen. Falls zumutbar auch mit fotografischer Dokumentation.

Es gruesst

der buckelige Schroddi

PS: Vorstehender Text unter Vorbehalt, da unter Einfluss harter Drogen geschrieben.



Schroddis Tag 55 – Strawberry picking unter Gunnery Sergeant Hartman

23 06 2010

Ort: Balkon 2. Stock, Mooloolaba Backpacker Resort, Mooloolaba
Ortszeit: 22.06.2010, 18.50 Uhr
Temperatur: ….ist mir grad egal
Anwesende: Per soenlich und Kevin Russell im Hintergrund

Wochenlang haben wir uns hier die Zeit vertrieben und auf einen Job auf einer Strawberry Farm gewartet. Heute war es dann fuer mich soweit.

Als gruendlicher Deutscher ware ich natuerlich entsprechend auf meinen Wildlive Kriegseinsatz geruestet. Mit Kampfstiefeln, Hosengummis, Ueberlebensmesser und Carmoflage (Tarn-)Kappe bewaffnet sollte eigentlich nichts schief gehen.

Um 7 Uhr ging es mit dem Hostel Shuttlebus und einem noch „leicht“ alkoholisierten Fahrer zu naechsten Farm.

Dort angekommen erzaehlte mir Kev, dass er gestern seine Schuhe verlegt hat und heute barfuss arbeiten wuerde. Etwas spaeter stellte ich fest, dass er wohl nicht der einzige Schmerzbefreite war, welcher seine Schuhe verlegt hat.

Nach einer kurzen Anwesenheitsaufnahme wurde ich direkt Gunnery Sergeant Hartman vorgestellt. Dieser wies mich dann in aller Kuerze mit militaerischer Praezision in die hohe Kunst des Erdbeeren pflueckens ein. Keine 10 Minuten spaeter stand ich mit den anderen Arbeitsmaschinen auf dem Feld und pflueckte was das Zeug hielt.

Die Arbeitsanweisung lautete wie folgt: Mit beiden Haenden die Straeucher nach reifen Erbeeren durchsuchen und gleichzeitig braune Blaetter, schimmelige Fruechte und Runner zu entfernen. Des weiteren wies Gunnery Sergeant Hartman an, die durch schimmelige Erdbeeren kontaminierte Haende an der Hose abzuwischen, bevor man die naechste Pflanze anfasst.
„Is klaaar, Sir“

So versuchte ich nach kurzer Zeit eine schonende Haltung einzunehmen und beim Pfluecken in die Hocke zu gehen. Sofort stand unser Drill instructor wieder neben mir und bruellte mich an, dass ich gefaelligst im stehen arbeiten soll, weil alles andere zu langsam sei.

Nach einigen Stunden spielte meine ohnehin durch unsere beschissenen Betten abgeschlagene Lendenwirbelsaeule gar nicht mehr mit und ich konnte nicht weiter gebueckt arbeiten ohne mich irgendwo abzustuetzen. So behielt ich meine Hand zum Stuetzen am Gestaenge, welches mein Erdbeerkoerbchen enthielt. Hartmann, der eben noch hunderte Meter entfernt stand, tauchte sofort wieder neben mir auf und Bruellte mich erneut an. Diesmal, dass ich mich bei der Arbeit gefaelligst nicht auf meinem Korb abstuetzen und mit beiden Haenden arbeiten soll. Das war an dem Tag umgefaehr der 20. Moment, an dem ich einfach nur gedacht hab: „F**k you!“

So stuetzte ich mich weiterhin im Acker ab und ging hin und wieder in die Hocke, weil es einfach nicht mehr anders ging.

An den Lkw, auf welche die vollen Erdbeerkoerbe geladen wurden, klebten zusaetzlich motivierende Aufkleber, wie u.A.:

„Du hast mit beiden Haenden zu arbeiten“
„Wenn du nicht gleichzeitig reden und Arbeiten kannst, halts Maul“
„Es wird auch im Regen gearbeitet, solange es keine andere Anweisung gibt“

Ueber letzteren Spruch musste ich schmunzeln. Gluecklicherweise sind wir ja in Australien, wo es nicht so viel regnet.

Etwa 10 Minuten spaeter wurde ich (welch Ueberaschung) an diesen Gedanken erinnert.

Es folgten noch zwei weitere Schauer, und ja, es wurde im Regen gearbeitet….

Derweil sprang immer wieder Gunnery Sergeant Hartmann zwischen den Reihen rum, bruellte einzelne Leute an, schneller zu arbeiten, drohte mit Rauswurf und trennte sich unterhaltente Picker.

Nach dem Regen kletterten dann zwischen den Erdbeerreihen kleine Froesche rum.
Zu meiner Ueberaschung war dies nahezu das einzige Viechzeug, was ich an dem Tag zu Gesicht bekam. Abgesehen von den toten Fliegen zwischen den Pflanzen, was mich im zusammenhang mit meinem vom Insektizid brennenden Unterarmen davon abhielt, auch nur eine von den lecker aussehenden Erdbeeren zu probieren. Damit haette ich vermutlich ohnehin 20 Liegestuetzen vom Drill instructor verordnet bekommen.

Nach gefuehlten 200 Stunden gebueckt arbeiten bruellte dann Segeant Hartmann ein letztes Mal zum Feierabend

Es war garantiert die nicht die schlechteste Arbeit, die ich je gemacht habe, definitiv jedoch die schmerzhaftete.

Dennoch werde ich, wenn ich mich morgen noch irgendwie bewegen kann, wieder auf dem Feld stehen.

Um Abschliessend etwas positives ueber den Job sagen zu koennen, ist es, dass die Farm wunderschoen im dicht gewachsenen australischen Wald gelegen und bildhuebsch mit Palmen umrandet ist. Die Leidensgenossen (etwa 50) waren echt super und nicht nur die Fruechtchen am Boden waren nett anzusehen.

Leider war es mir aufgrund des ausdruecklichen Handy- und iPodverbots nicht moeglich Fotos zu schiessen.

Bis die Tage

Private van Schrottensen

UPDATE: Nachdem ich die halbe Nacht aufgrund Rueckenschmerzen nicht schlafen konnte und ich es heute morgen nicht annaehernd geschafft habe etwas vom Boden aufzuheben, habe ich kurzfristig mittels Post it gekuendigt.

Was mir also bleibt:

  • Rueckenschmerzen
  • Muskelkater von den Kniekehlen bis in die Schultern
  • Tierisch Bock auf eine verdammte Erbeertorte