Schroddis Tag 27 – Erste „Kontakte“ zur einheimischen Tierwelt

23 05 2010

Ort: Foyer, Mooloolaba Backpacker Resort, Mooloolaba
Ortszeit: 23.05.2010, 13.30 Uhr
Temperatur: 23 Grad, sonnig
Anwesende: Diverse Leute und ein verdammtes Brennen am Ruecken

Knapp 2.500 km sind wir durch das Land geeiert und haben zu unserer Enttaeuschung bis auf ugly Freddy, diverse bunte Paradiesvoegel (der gemeine Backpacker nicht mitgezaehlt), Kangaroo Salami und Korkodilspiesse noch nicht viel von der einheimischen Tierwelt gesehen.

Man hoert und liest ueberall, dass Schlangen, Spinnen und anderes toedliches Getier immer in unmittelbarer Naehe sind, ohne dass man sie sieht.

Natuerlich hatte ich (wer auch sonst?!) als erster das Glueck mit einem nicht ganz angenehmen

Mitbringsel aus dem lokalen SM-Studio

Mitbringsel aus dem lokalen SM-Studio

Zeitgenossen Bekanntschaft zu machen.

Nach einer netten Runde im Ozean paddeln habe ich mir bei der anschliessenden Dusche den Ruecken abgetrocknet und mich ueber ein fieses Brennen gewundert.

Jetzt weiss ich wieder warum ich diese Quallenviecher nicht leiden kann….

So far

de quaddel paddel Schroddi



Schroddis Tag 26 – Der gemeine Backpacker

22 05 2010

Ort: Foyer, Mooloolaba Backpacker Resort, Mooloolaba
Ortszeit: 22.05.2010, 11.20 Uhr
Temperatur: gefühlt 22 Grad, Wolkenlos
Anwesende: Niiieeeemand. Und wenn se kommen, dann laufe ich

Nachdem wir uns bisher in erster Linie unter den gemaessigten Backpackern befunden haben, ist es nun an der Zeit euch ueber den gemeinen Backpacker aufzuklaeren.

Den gemeinen Backpacker (nachstehend „gP“ genannt) untergliedert man in zwei Unterarten, die sich ab einer gewissen Uhrzeit, die je nach Tagesform variiert, nur noch an wenigen Merkmalen zu unterscheiden ist.

Wir sprechen heute ueber:

  • den gemeinen Stylo Backpacker

  • den gemeinen Ranz Backpacker

Beide Typen sind zwischen 1,50m und 2,00m lang und bewegen sich ueblicherweise vor dem Mittagessen noch auf zwei Beinen fort. Zu erkennen sind sie an ihrer sehr spaerlichen Kleidung, die in aller Regel nur mit einem Paar Flip Flops komplett ist.

Goon - Grundnahrungsmittel

Goon - Grundnahrungsmittel

Das Hauptnahrungsmittel besteht aus Goon (*Erklaerung am Artikelende) und Toastbrot.

Den Tageszyklus beginnt der gP am spaeten Vormittag mit seiner ersten Ration Toast mit Erdnussbutter, Vegiemite oder Marmelade.

Nach diesem Zeitpunkt wird der erste Unterschied zwischen den Typen Stylo und Ranz ersichtlich.

Waehrend sich der gP des Typs Ranz in seinen mit Stoffumrandeten Loechern in der Mittagssonne auf dem Balkon zu den ersten Goon-Trinkspielchen trifft, zieht es der Sylo vor, die ersten drei Outfits anzuprobieren, um am Ende dann doch im Bikini am Pool zu posieren.

Darauf folgt die zweite Ration Toastbrot, diesmal gepaart mit allerlei Gruenzeugs, welches der gP weinige Tage zuvor mit eigenen Haenden geerntet, jedoch anschliessend im Supermarkt zu ueberteuerten Preisen wieder erworben hat.

Der Gemeine Backpacker bei Nahrungsaufnahme

Der Gemeine Backpacker bei Nahrungsaufnahme

Anschliessend beginnt (diesmal mit erhobenen Laermpegel) der Hauptgang Goon, konsumiert aus 4 Liter Plastikbeuteln, ummantelt von Pappe. Dieser Hauptgang zieht sich ueber mehrere Stunden hinweg bis die Sperrstunde von 22 Uhr eingesetzt hat.

Waehrend sich der Typ Stylo in der Zwischenzeit noch fuenf mal umgezogen und die passenden Frisuren gerichtet und wieder verworfen hat, zieht alles, was sich noch auf vier Beinen halten kann in die umliegenden Clubs, wo weiterhin Fluessignahrung eine Hauptrolle spielt. Diese laesst sich ab einem gewissen Zeitpunkt bestens mit der schlechtesten Musik der letzten 20 Jahre verbinden.

Nach dortiger Sperrstunde zwischen 1 und 2 Uhr verlegt dieser Pulk 4 Beiniger gP’s anschliessend unter lautem Getoese wieder zurueck in die Unterkunft, wo dem gemeinen Securtiy Backpacker noch etwas Fluessignahrung angedreht wird, um noch einen Moment auf den Tageshoehepunkt hin zu arbeiten.

Nach einem Dessert, dass ueblicherweise in Reispapier gedreht und in einem anderen Aggregatzustand verabreicht wird, loest sich der Mob langsam wieder auf.

Dort ist der wohl deutlichste Unterschied zwischen dem Typ Ranz und dem gemeinen Stylo zu beobachten.

Beide begeben sich in die Torpedoraeume (siehe Abbildung Yellow Submarine).. Dort wird sich dann der ueberfluessigen Nahrung entledigt. Schliesslich lebt der gP Figurbetont.

Dem Typ Ranz ist relativ latte, ob er das Torpedorohr trifft oder nicht. Sobald das Tageswerk erledigt ist, legt er sich an einem Platz seiner Wahl (Sofa, Balko, Flur oder Bad) nieder, um sich fuer die Nahrungsaufnahme des kommenden Tages zu staerken.

Der Typ Stylo zelebriert seine Niederkunft etwas Eleganter. Die Nahrungsentledigung findet aussliesslich in greifbarer Naehe eines Spiegels statt, um auch wirklich sicher zu gehen, dass die Frisur beim Kotzen noch sitzt. Ist sein Tageswerk erledigt, laesst der sich der Stylo von den letzten verbliebenen in seine Schlafgemaecher tragen, wo auch er sich die naechsten Stunden auf die kommende Nahrungsaufnahme vorbereitet.

Es wurde beobachtet, dass der allgemeine, gemeine Backpacker keine allzu hohe Lebenserwartung hat. Dieser Lebenszyklus endet meist mir einer leeren Kreditkarte oder kaputten Nieren. Nachdem nun Forscher festgestellt haben, dass Nieren nachwachsen, bleibt nur zu hoffen, dass irgendwann auch Hirn nachgezuechtet werden kann.

In diesem Sinne….

Prosit, Schrotti

*Goon: Das Wort stammt von den Aboriginal People und bedeutet uebersetzt „Kopfkissen“ und haengt damit zusammen, dass der vorab entleerte Beutel im aufgeblasenen Zustand nach der „Nahrungsaufnahme“ als Kopfkissen verwendet wird. Der Inhalt ist eine Art Weinverschnitt und beinhaltet Spuren aus der fischverarbeitenden Industrie. Nebenher sei gesagt, dass das Zeuch mir schon einen der schlimmsten Hangovers meines Lebens bereitet hat – Ekelhaft.
Aber billig und knallt, ne?



Schroddis Tag 23 – Don’t trust Richard

19 05 2010

Ort: Lobby, Mooloolaba Backpacker Resort, Mooloolaba
Ortszeit: 19.05.2010, 17.40 Uhr
Temperatur: gefühlt 20 Grad, Wassertemperatur 22 Grad, Sternenhimmel
Anwesende: Ca. 30 Backpacker, Bob Marley und massig knurrende Maegen

Hallo, mal wieder aus einem anderen Ort!

U-Boot Waende

U-Boot Waende

Einiges bereits gesagt, dennoch noch mal aus meiner Sicht. Lesefaule sollten an dieser Stelle wieder schlafen gehen.

Irgendwie war unser Aufenthalt in Brisbane schon wieder schneller vorbei als gedacht. Nachdem wir irgendwie gefallen an dieser schoenen (Geschmackssache) Stadt gefunden und uns in unserem herrlich gelben U-Boot eingelebt hatten, waren wir schon wieder auf bestem Wege auszuchecken.

Ein Mitbewohner ist im Internet auf eine Anzeige aufmerksam geworden, in der fuer 80 Dollar ein Bustransfer zu den weiter noerdlich gelegenen Erdbeerfarmen angepriesen wurde, wo zur Zeit die Erntesaison losgehen

Torpedoraum

Torpedoraum

sollte und massig Erntehelfer gesucht werden.

Wir sollten Richard, den Inseratsverantwortlichen am Freitag Mittag unweit vom Hostel treffen. Dort angekommen erzaehlte er mit zitternden Haenden von seinen guten Kotakten zu den oertlichen Hostels und Farmen und versprach, dass alle dort binnen weniger Tage Arbeit bekommen sollten. Die 80 Dollar fuer den Bus, welcher zwei Tage spaeter kommen sollte, mussten jedoch sofort bezahlt werden. Mir kam das Ganze etwas spanisch vor, jedoch hatten wir ausser 80 Dollar nicht viel zu verlieren und buchten den Bus.

Wir liessen uns von ihm den Ortsnamen geben, wo es hingehen sollte, um vorab schon mal nach

Submarine Hof

Submarine Hof

entsprechenden Unterkuenften zu suchen. Dabei fiel auf, dass er uns einen falschen Ortsnamen notiert hatte. Einen aehnlichen Ort fanden wir jedoch an der Sunshine Coast, wo es hingehen sollte. So rief ich die dort in Frage kommenden Hostels an und fragte vorab, wie es mit Arbeit aussieht. Die Antworten waren nicht so viel versprechend. Uns wurde gesagt, dass die Erdbeerernete nicht vor Anfang/Mitte Juni losgeht. Wir buchten also unser favorisiertes Hostel vorab fuer 2 Tage, um uns hier einfach mal umzusehen.

Am Vorabend der Busabfahrt erfuhren wir, dass es nach Mooloolaba, unserem Ziel, einen oeffentlichen Bus fuer nur 16 Dollar gab.

Trotz aller Befuerchtungen kam Richard am Sonntag mit seinem Bus angefahren und lud mit uns noch etwa 15 weitere Backpacker ein.

Nach rund 90 Minuten Fahrt schmiss er uns dann am Strassenrand raus und sah zu, dass er

Lovely Richard

Lovely Richard

schnellst moeglich wieder dort weg kam.

Da wir bereits unser Hostel gebucht hatten, checkten wir ein und machten uns erstmal im Zimmer breit. An der Rezeption erfuhren wir spaeter, dass seitens des Hostels schon mehrmals versucht wurde gegen Richard vorzugehen, da er ohne jegliche Absprache ahnungslose Backpacker in den Ort faehrt, obwohl es knapp an Unterkuenften ist und fuer die naechsten Wochen keine Arbeit auf den Erdbeerfeldern sein wird.

Fuer uns war es halt eine Erfahrung und gleichzeitig eine Lektion nicht gleich blind der australischen Freundlichkeit zu trauen.

Ein Wehrmutstropfen ist jedoch, dass wir in einem super Hostel gelandet sind, in einem wunderschoenen Ort (endlich weg von den Grossstaedten) gelegen und keine 5 Fussminuten von einem tollen Strand entfernt.

So sitzen wir jetzt hier, geniessen die Zeit und suchen anderweitig nach Jobs, waehrend wir auf die Erdbeerenernte warten.

Soweit erstmal aus Mooloolaba

de Mooloodingsbums Schroddi

PS: Bilder werden folgen…



Schroddis Tag 17 – Chaostrip, geplant planlos

14 05 2010

Ort: Hinterhof, Yellow Submarine Hostel, Brisbane
Ortszeit: 13.05.2010, 21.00 Uhr
Temperatur: gefühlt 20 Grad, Sternenhimmel
Anwesende: 8 Backpacker, eine dröhnende Anlage und diverse alkoholische Getränke

Nachdem die letzten Tage wirklich anstrengend und geplant planlos waren, haben wir nun endlich einen Ort gefunden, an dem man sich wohl fühlen kann – die Yellow Submarine.

Alles fing im Prinzip damit an, dass unsere ganzen Partypeople nach und nach unser Hostel in Melbourne verlassen haben, das Wetter mit 17 – 21 nicht wirklich einladend war und wir uns irgendwie langweilten. Die Jobaussichten waren nicht gut und an Autos war auch nichts gescheites zu finden.

Von Bekannten bekamen wir den Tipp, uns ein „Relocation Car“ zu besorgen.
So riefen wir dann jeden Morgen bei der Agentur an und klopften die verfügbaren Autos ab. Leider war in die gewünschte Richtung Cairns oder Brisbane nicht wirklich was verfügbar. Am dritten Tag gab es dann einen Toyota Hi Top mit 4 Schlafplätzen nach Sydney und wir schlugen zu.

Als nächstes buchten wir via Internet direkt das nächste Hostel in Sydney für zwei Nächte. Dieses Hostel hatte im Netz fast ausschließlich positive Bewertungen, was sich später noch als echt unverständlich herausstellen sollte.

Am nächsten Tag sollten wir das Auto schon um 9.30 Uhr bei der Autovermietung in einem Melbourner Vorort abholen. So packten wir dann unsere 7.000 Sachen und fuhren gegen 8 Uhr mit der Bahn zur Vermietung, die entgegen unserer Informationen erst um 10 Uhr öffnete.

Nachdem wir die verbliebene Zeit abgefrühstückt hatten, bekamen wir unser Auto inkl. Navi. Wir freuten uns wie Glückskekse und stürzten uns das erste Mal in den Linksverkehr.

Maggus bekam den Linksverkehr ganz schnell auf die Reihe und kutschierte uns souverän durch den Großstadtjungel zurück zum Hostel, um unser Gepäck zu holen. Was sich jedoch schwieriger als der Linksverkehr gestaltete, war die ungewohnte Breite des Fahrzeugs, was sich darin äußerte, dass ich plötzlich ein parkendes Auto schon in unserem Motorraum sah. In letzter Sekunde das Steuer rum gerissen war dann auch die Situation gemeistert und ich war endlich richtig wach.

Los ging unsere Reise mit knapp 1.200 km, für die wir ca. 30 Stunden Zeit hatten. Solch ein Auto mehr als eine Stunde zu spät abzugeben kostet 1.500 Dollar Strafe, ist also keine gute Idee. Daher sahen wir zu, dass wir möglichst viele Kilometer gleich am ersten Tag abrissen. Belohnt wurden wir dafür mit der wunderschönen Landschaft Australiens.

Hier wird es schon im Herbst leider relativ schnell dunkel. So gegen 17 Uhr sah man die Hand vor Augen nicht mehr, was das Fahren nicht gerade angenehmer machte. Wir fuhren bis etwa 22 Uhr und machten Rast auf einer 24 Std. Tankstelle in Goulburn, dem ältesten Inlandsort des Kontinents. Nach einer relativ kühlen Nacht in unserem Auto ging es am nächsten Morgen nach einem Frühstück bei Subway weiter, denn vor uns lagen noch etliche Kilometer Wegstrecke.

Gegen 11 Uhr rollten wir dann in Sydney ein und kämpften uns zu unserem nächsten Hostel durch. Es befand sich in einem Block mit sehr engen Gässchen und fehlenden Parkmöglichkeiten für unser Schiff. So parkten wir um die Ecke und checkten erstmal ein. Nachdem wir in einer Blitzaktion all unser Gepäck in unser neues Zimmer geschafft hatten, irrten wir durch die City von Sydney, um den Rückgabeort für unser Fahrzeug zu finden.

Dort angekommen wurden wir unser Fahrzeug schnell los und standen nun irgendwo im Stadtteil Mascot. Unglücklicherweise erfuhren wir, dass ausgerechnet an diesem Tag die örtlich Metro wegen Gleisarbeiten still stand. Es war Sonntag, es fuhren auch keine Busse, man sah allerdings permanent Taxis an einem vorbei fahren. Also beschlossen wir uns ein Taxi in einer Stunde zu bestellen und erstmal essen zu gehen.

Nachdem wir satt und glücklich waren, fiel uns auf, dass wir uns in der Zeit verhauen haben und das Taxi dummerweise erst in zwei Stunden geordert hatten. So riefen wir noch einmal in der Zentrale an und bestellten das Taxi entsprechend früher. Wir sollten das nächste verfügbare Taxi bekommen. Und warteten….10 Minuten….20 Minuten….30 Minuten….40 Minuten….Sms von der Taxizentrale kam, dass unser Taxi vorfährt….50 Minuten….60 Minuten….70 Minuten…. Hunderte Taxen fuhren an uns vorbei, nur nicht das, was uns zugeteilt wurde….80 Minuten…..90 Minuten…. Kurzfristig hielten wir uns eines der im Sekundentakt passierenden Taxis an.

Max, unser kerniger Taxifahrer klärte uns während der Fahrt über Bandenkriminalität, Junkys und die örtlichen Waffengesetze auf. So erfuhren wir zum Beispiel, dass er Kopfschüsse für den einzig wahren Weg für einen endgültigen Drogenentzug hielt und klärte uns weiterhin u.A. über seine Einstellung zu Juden auf, die ich an dieser Stelle weder nennen, noch kommentieren möchte.

Nach dieser amüsanten Fahrt waren wir wieder zurück im Hostel. Im Zimmer angekommen fanden wir meine kanadische Bettgefährtin Chrystal immer noch schlafend auf (mittlerweile war es nach 16 Uhr).

Nicht nur, dass Chrystal in gewissen Kreisen als Künstlername verwendet wird, hatte sie auch eine erschreckend tiefe Stimme. Ich beschloss also die Nacht mit dem Arsch zur Wand zu verbringen.

Nachdem Chrystal erwacht und durch das Bad war, machten wir uns auch alle erstmal frisch und machten es uns im kleinen Vorgarten des Hostels gemütlich.

Nicht nur, dass der Laden echt verranzt war und eine echt ätzende Musik lief, machten auch die Leute dort einen echt unsympathischen und verstrahlten Eindruck. Für uns stand mehr oder weniger fest, dass wir dort nicht lange bleiben wollten. Einziger Pluspunkt des Hostels war, dass es 24 kostenloses W-Lan gab, was ich in meinem Bett nutzte, während die Anderen bereits schliefen.

Mitten in der Nacht kam dann Chrystal rein gestürmt, holte sich einen Sixpack Bier aus dem Kühlschrank und verschwand anschließend mit den Worten „see you in bed later“ wieder aus dem Zimmer. Diese Worte ließen mich mich natürlich nicht besser schlafen. So beschloss ich dann neben der Arsch-zur-Wand-Haltung auch mit einem offenen Auge zu schlafen. Gegen 3 Uhr kam sie wieder, fiel jedoch glücklicherweise in ihr eigenes Bett.

Am nächsten Tag riefen wir wieder bei unserer Fahrzeugvermittlung an und bekamen auf Anhieb auch einen Camper nach Brisbane angeboten. Wir zögerten nicht lange und beschlossen direkt unsere Sachen zu packen und wieder aus Sydney zu verschwinden.

So checkten wir kurzfristig wieder aus, bekamen jedoch das Geld für die zweite Nacht nicht zurück, was uns bei dem Saftladen sowieso nicht wunderte. Hauptsache da weg. Wir bestellten uns also wieder ein Taxi und warteten 20 Minuten….40 Minuten….60 Minuten, riefen noch mal an und kurze Zeit später fuhr dann auch tatsächlich unser Taxi vor. Wir hatten die Angaben für unser nächstes Auto in aller eile nur flüchtig gelesen und gesehen, dass es wieder in Mascot geholt werden sollte. Also ließen wir uns wieder zur Vermietung fahren, bei der wir am Vortag unser Auto abgegeben hatten.

Dort mussten wir uns nur leider sagen lassen, dass sämtliche Autovermietungen in Mascot ansässig waren und wir zu einer anderen Vermietung mussten. Es wäre aber nur ein kurzer Fußweg. Also schnappten wir alle unsere Sachen (pro Person 30 – 40 kg Gepäck) und liefen bei 24 Grad los. Nach einiger Zeit stellten wir fest, dass wir irgendwie falsch sein mussten. So fragten wir uns durch und wussten nach gut 30 Minuten endlich, wo wir tatsächlich hin mussten. Auf letzter Rille schleppten wir uns in den Hof der Vermietung.

Dort dauerte es noch rund 2 Stunden bis endlich alles nötige erledigt war, um vom Hof zu rollen.

Diesmal hatten wir einen 6-Betten Ford Transit Camper mit Klo, Dusche, DVD-Player und anderen

7 Meter Lebensfreude

7 Meter Lebensfreude

Annehmlichkeiten für kleines Geld bekommen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der abgeschrubbten Schaltung machten wir drei Kreuze als wir endlich aus dem Großraum Sydney raus waren. Langsam fing es an zu dämmern, war ja schon wieder früher Nachmittag. So wurde es also Zeit endlich mal was zu essen. Wir fuhren also vom Freeway ab und landeten in bei dem australischen Verschnitt von Burger King. Da wir den ganzen Tag noch nix gegessen hatten, war uns aber auch wirklich egal, was da in die Kauleiste geschoben wird.

Zurück am Auto entdeckte ich entsetzt unseren Schwarzfahrer Freddy über der Beifahrertür sitzen.

Ugly Freddy

Ugly Freddy

Wir gingen davon aus, dass er sich beim Fahrtwind bald verabschieden würde und fuhren erstmal weiter. Einige Stunden später verfranzten wir uns uns Newcastle und landeten in einem Wendehammer direkt am Meer. Ich beschloss mit Maggus einen kurzen Abstecher an den Strand zu machen, wo wir das erste Mal die imposante Wucht des Pazifik zu Gesicht bekamen.

Wieder am Auto stellten wir entsetzt fest, dass Freddy nach wie vor über der Beifahrertür gammelte. So beschlossen wir nun etwas gegen ihn zu übernehmen. Als Mittel kamen uns ein gezielter Schlag mit dem Klappspaten oder ein Angriff mit Wasser in den Sinn. Wir holten also eine Fahrradflasche und versuchten Freddy mit einem gezielten Strahl vom Auto zu schießen. Er ließ sich jedoch nicht beirren. Er rannte kurz über die Windschutzscheibe und zurück an seine stelle. Nach dem zweiten Strahl war er so klever im Türschlitz zu verschwinden und war nicht mehr zu sehen. Auch einen halben Liter später saß er noch in der Ritze und lachte uns aus. Von innen leuchteten wir die Tür aus und vertrauten einfach auf die Dichtungsgummis. So blieb die Beifahrertür von nun an geschlossen und das Ein- und Aussteigen wurde etwas umständicher. Wir fuhren noch ein paar Stunden bis wir irgendwann erschöpft an einem 24-Std. Mc Cafe ankamen, wo wir auf dem Parkplatz nächtigen und das kostenlose W-Lan nutzen konnten. Am nächsten Morgen ging es dann nach einer Dusche und erneutem Frühstück bei Subway wieder auf die Piste. Unser nächstes Ziel war zur Abwechslung mal ein Strand. In Bonny Hills am Rainbow Beach angekommen machten wir, beeindruckt von der Schönheit, einen

Rainbow Beach

Rainbow Beach

Spatziergang und plantschten etwas rum. Nach einer anschließenden Dusche ging es dann weiter nach Port Macquarie, wo wir ebenfalls einen sehr imposanten Küstenabschnitt entdeckten. Diesen Abstecher rundeten wir anschließend mit einem kurzen Spatziergang durch ein kleines Stück Küstenregenwald ab.

Bevor es wieder auf die Piste gehen sollte, speisten wir göttlich bei einem kleinen Italiener. Nun war es wieder dunkel und es lagen an dem Abend noch gut 400 km Holperstrecke vor uns.

Mit letzter Kraft steuerte ich gegen 23.30 Uhr wieder einen 24h Mc Cafe Parkplatz in der Nähe von Ballina an, wo wir noch schnell unsere

Suicide Beach - Das etwas andere Schwimmerlebnis

Suicide Beach - Das etwas andere Schwimmerlebnis

Doppelbetten aufbauten und anschließen schlummerten wie Babys.

Am nächsten morgen lagen noch rund 200km Strecke vor uns. Das Auto mussten wir wieder bis 15 Uhr abgeben. Allerdings wollte ich in jedem Fall noch einen Abstecher ins Meer machen. Byron Bay verpassten wir, mussten jedoch aufgrund Dieselknappheit ohnehin die nächste Abfahrt nehmen, um nicht bald stehen bleiben zu müssen. Nachdem wir unseren Tank mit gut 60 Liter wieder gefüllt hatten, tat sich vor uns wenige Meter weiter ein traumhafter Strand mit beeindruckender Brandung auf. Für mich stand fest, dass ich genau hier eine runde schwimmen musste. Da die Zeit jedoch rannte, hüpften wir schnell in die Badesachen und sprangen für rund 15 Minuten in die Badewannenwasser warmen, kristallklaren Fluten vor Brunswick Heads.

Weiter gings die letzten 100 km nach Brisbane. Auf Anhieb fanden wir die Rückgabestelle, hatten jedoch noch etwas Zeit, um uns ein Hostel zu suchten. Kurz in den Reiseführer geguckt, bekamen wir gleich in unserem favorisierten Hostel ein 3-Bett Zimmer. Unsere Unterkunft war auch schnell gefunden, eingecheckt. Während Meggy sich um unsere Dreckwäsche kümmerte und unseren „Haushalt“ organisiserte, brachten Maggus und ich das Auto weg. Die klassisch familiäre Aufgabenteilung 🙂

Jetzt sind wir hier in einem total abgefahrenen Hostel, zentral gelegen mit familiärer Atmosphäre, Billiardtisch und einem Pool. Die Leute sind echt nett und wir freuen uns auf Brisbane.

Nebenher sei gesagt, dass die Jobchancen hier gar nicht so schlecht stehen.
Evtl. Fahren wir am Sonntag noch ein Stück nach Norden, um dort Erdbeeren zu pflücken.

Ob etwas daraus wird, zeigt sich allerdings erst in den nächsten Tagen. So chaotisch wie es hier die letzten Tage ablief, lebt man hier echt von einer Minute auf die nächste.

Nun erholen wir uns erstmal von den Strapazen der letzten Tage und gucken was Brisbane noch so für überraschungen für uns bereit hält. Bis Samstag/Sonntag werden wir in jedem Fall erstmal in der Yellow Submarine bleiben….vielleicht 🙂

Erkenntnisse der letzten Woche:

  • Nie wieder Rücksicht auf Spinnenleben

  • In Sydney sollte man sich ein Taxi im besten Fall am Vorabend bestellen

  • Kängurus sind ein Mythos. Außer Fleischbrocken am Straßenrand und einer köstlichen Salami haben wir in der Richtung noch nichts zu Gesicht bekommen.

  • U Turn Bay ist überall

  • Beschilderung in Australien ist fürn Arsch

  • Ähm, warum liegt Paddys Rest eigentlich neben Sleepy Hollow?

Bis die Tage

Grüße vom Trucker-Schroddi



Schroddis Tag 15 – Back on the track

11 05 2010

Ort: Mc Cafe, Coolbah Rasthof
Ortszeit: wieder keine Ahnung, 09:30 Uhr
Temperatur: gefühlte 20 Grad, Sonnenschein
Anwesende: Ne Menge Hungrige

Moin,
ging mal wieder alles schneller als gedacht. Wir haben nun einen riesigen Camper, mit dem wir schon wieder rund 300 km aus Sydney raus die Ostküste hoch sind. Unser Ziel ist am Mittwoch Brisbane.
Juetzt ist es aber erstmal an der Zeit die schönsten Strände und Regenwälder der Gegend zu erkunden.

Sobald mal wieder etwas Zeit ist, gibts mal einen ausführlicheren Bericht unseres Chaostrips.



Schroddis Tag 11 – Endlich gehts los

7 05 2010

Update: Alles im Lack, weitere Infos dann morgen.

Grüße aus Sydney

Ort: Living Room, Oembia Hostel, Melbourne – Noch…
Ortszeit: 07.05.2010,12.20 Uhr
Temperatur: 19 Grad, bewoelkt
Anwesende: Alex, die haessliche Katze, Mel & ich

Nachdem wir heute morgen schon fast ein Auto nach Cairns angeboten bekommen haben (leider stellte sich im Nachhinein heraus, dass es nur zwei Sitzplaetze hat), haben wir nun fuer morgen ein Auto nach Sydney bekommen. Wir haben dann etwa 30 Stunden Zeit, um die rund 900 km (exkl. Verfahren) nach Sydney zu machen. Voraussichtlich werden wir unterwegs irgendwo ueber Nacht halten. Je nachdem wie schnell wir halt voran kommen. Anschliessend werden wir halt versuchen von Sydney aus weiter zu kommen. Unter „Contacts“ habe ich die Adresse des neuen Hostels bereits hinterlegt. Sollten wir uns von da nicht im Laufe des 9.5. melden, bitte unsere Namen aus euren Testamenten streichen^^

So moege die Reise in den warmen Norden beginnen….

Gruesse aus Melbourne



Schroddis Tag 6 – Essen bis der Arzt kommt

3 05 2010

Ort: Zimmer 10, Oembia Hostel, Melbourne
Ortszeit: wieder 02.05.2010, 20.30 Uhr
Temperatur: 16 – 18 Grad, bewölkt
Anwesende: Nur meiner einer

Nachdem ich jetzt zeitlich wieder geordnet bin und erfahren habe, dass ich nicht der Einzige hier mit diesen Problemen bin, ist nun hoffentlich der Jetlag endlich rum. Gestern musste einer unserer Mitbewohner mit entsetzen feststellen, dass vor 20 Minuten sein Heimflug gestartet ist. Er hatte sich auch im Datum vertan. Das scheint hier wohl so üblich zu sein 🙂

Heute waren wir bei meinem Onkel zum Mittagessen geladen. Wie das ausarten sollte, hätte wohl niemand von uns gedacht. Wir sind etwas früher in die Stadt gegangen, um noch mal ein bissi durch die City zu bummeln. Nach einem Rundgang sind wir dann mit der Metro in das schöne Thomastown gefahren, wo uns mein Onkel abholte und in Verbindung mit einer kleinen Rundfahrt nach Millpark fuhr. Ich nahm auf dem „Beifahrersitz“ platz und vermisste irgendwie ein Lenkrad und die Pedale. Ein ganz komisches Gefühl auf der linken Seite als Beifahrer zu sitzen. Während der Fahrt lernte man auch ganz schnell die Eigenheiten des Linksverkehrs kennen.

Bei meinem Onkel angekommen gab es nach der Begrüßung und einer Hausführung auch bald Essen.

Wir rechneten mit Würstchen und Sauerkraut oder Schnitzel. Doch was uns da erwartete…..lest selbst:

  • Vorspeise: Kürbis-Suppe mit Baguette
  • Hauptspeise: Kartoffelauflauf, frischer Brokoli, Blumenkohl und Karotten, Hühnchenbrustfilet, Schinkenröllchen und Sauce
  • Nachspeise 1: Käseplatte mit verschiedenen Käsesorten, Kräckern und Trauben
  • Nachspeise 2: Sahneschnitten mit frischen Erdbeeren
  • Nachspeise 3: Kekse in Schokolade mit Kokosstreuseln

An dieser Stelle brauche ich wohl nicht zu erwähnen, dass wir nun etwa für die nächsten 3 Tage wohl keinen Hunger mehr haben werden. Sollte dies doch vorkommen, haben wir für den Notfall die Reste noch eingepackt bekommen.

Anschließend machten wir mit meinem Onkel eine kleine Verdauungsrundfahrt. Diese sollte uns das erste Mal Eindrücke außerhalb der Metropole vermitteln. So eierten wir auf der Suche nach Kängurus über eine der weit verbreiteten Gravel Roads. Leider ließ sich an dem Abend jedoch keines der Salamifleischliefernden Viechern blicken. Nur wenige Kilometer von der letzten Stadt entfernt erreichten wir dann ein Waldstück, in dem letztes Jahr der Black Saturday (mehrwöchiger Buschbrand) gewütet hatte. Es war ein erschreckendes Bild mit schwarz verkohlten Bäumen so weit das Auge reicht. Dies vor allem nicht weit von der nächsten Siedlung entfernt. Wie mein Onkel erzählte sind im Rahmen dieses Feuers komplette Vororte abgebrannt und viele Menschen haben ihr Hab und Gut verloren.

Total voll gefressen sind wir nun wieder in unserem Hostel angekommen und werden heute mit unseren dicken Bäuchen nicht mehr allzu viel auf die Beine stellen.

Es grüßt der dickbäuchige Schroddi



Schroddis Tag 4 – Manche Dinge sind hier einfach anders

1 05 2010

Ort: Zimmer 10, Oembia Hostel, Melbourne
Ortszeit: wieder 30.04.2010, 14.10 Uhr
Temperatur: 16 – 19 Grad, meist bewölkt
Anwesende: Die Sonne & ich

Heute um die Mittagszeit kam endlich mal die Sonne zum Vorschein. Also wollte ich auf die Straße, um mal ein paar Strahlen auf meine unterkühlte Haut fallen zu lassen.

So stürmte ich durch das Dickicht der im Hof wachsenden Bäume und Büsche und stellte mich erwartungsvoll mit dem Gesicht in Richtung Süden, entdeckte jedoch die Sonne nicht und musste zu meinem Entsetzen feststellen, dass mir die Gute von Norden auf den Hinterkopf schien.

An manche Dinge muss man sich hier einfach noch gewöhnen…

Darüber hinaus musste ich gestern feststellen, dass ich mit meinem Datum irgendwie einen Tag voraus bin.

*Aaaahhhhh*



Schroddis Tag 3 – Melbourne City

30 04 2010

Ort: Zimmer 10, Oembia Hostel, Melbourne
Ortszeit: 30.4.2010, 20.30 Uhr
Temperatur: 15 – 18 Grad, heiter bis wolkig mit kurzen Schauern
Anwesende: Ein Holzfäller, eine Scheintote und ich

Nabend,

da bin ich wieder, endlich auch wieder nüchtern und ohne Kopfschmerzen.
Die letzte Nacht war ein bissi heftig, hat aber wunderbar gegen den Jetlag geholfen.
In der Hinsicht waren die Tipps der Anderen ja gar nicht so übel.

Freizeitpark für Schaafe

Freizeitpark für Schaafe

Um 10 Uhr waren wir schon mit meinem Onkel in der City von Mebourne verabredet. Nach rund 30 Minuten Staßenbahnfahrt kamen wir pünktlich dort an und haben uns auch direkt gefunden.
Dummerweise konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich gerade stehen und Maggus sah auch noch nicht so wirklich fit aus. Dennoch wollten wir was von dem Tag haben und starteten nach einem Kurzbesuch im Touristenzentrum unsere Tour in einer Kunstgallerie, wo neben Kunstwerken der Ureinwohnern auch verschiedene Gemälde der letzten 150 Jahre, sowie ein paar neumodische, abgefahrene Sachen ausgestellt waren.

Weiter ging es nach einer kurzen Einweisung in den örtlichen Bahnhof mit einem Gang durch diverse Gässchen, welcher in Einer Shopping Mall zum Mittagessen endete. Von dort aus fuhren wir wieder mit der Straßenbahn zum Queen Victoria Market, wo wir uns locker eine Stunde die Füße platt liefen. Ich habe in meinem leben noch nicht einen derart riesigen Markt gesehen. Preislich war es auch die mit Abstand günstigste Einkaufsmöglichkeit, die wir bisher gesehen haben(z.B. 1 Kg. Kartoffeln oder Äpfel für ca. 2 Euro). Nachdem wir unsere nächste warme Mahlzeit in Einzelteilen besorgt hatten, besichtigten wir noch kurz eine Kirche. Auffällig waren hier der dekorativ in Marmor gekleidete Bewegungsmelder und die Videoübertragung vom Altar in auf einen Flachbildschirm in den Vorraum.

Anschließend begaben wir uns Richtung unserer Tram für den Heimweg. Unbemerkt in die falsche Tram eingestiegen fuhren wir so eine ganze Weile, bis wenigstens die Anderen feststellten, dass wir irgendwie nicht so richtig in die richtige Richtung fuhren. Also, erstmal aussteigen und rätseln. Nachdem wir dann einige Stationen wieder zurück gefahren waren, wurden wir uns trotzdem nicht ganz einige, welche Bahn dann nun die Richtige für uns wäre. So stiegen wir nun in zwei verschiedenen Trams ein, um zu sehen, wer es dann als erster zum Hostel schafft.

Während Meggy und Maggus am örtlichen Strand landeten, hatte ich Glück und erwartete die beiden grinsend am Hostel.

Lümmeltüte für altersschwache Gebäude

Lümmeltüte für altersschwache Gebäude

Gegen die Skyline Melbournes ist Mainhattan echt Pille Palle. Interessant finde ich vor allem, dass hier überall moderne Gebäudekomplexe direkt neben uralte Häuser gestellt werden. Um Das ganze noch auf die Spitze zu treiben, baut man nun die neuen Gebäude einfach um die Alten rum.

Wer sich also schon über die deutschen Bauämter und Städteplaner aufregt, sollte definitiv keinen Fuß auf diesen Kontinent setzen. Hier wird Stilbruch groß geschrieben.

Kurze Anmerkung an die ATGler: Die Spurbreite scheint hier meines Erachtens zu variieren. Solte ich hier bald mal einen Zollstock in die Finger bekommen, werde ich das ganze dann mal fachmännisch prüfen (hoffentlich ohne mich überfahren zu lassen) 🙂

So weit für heute vom vermuskelkaterten Frosti-Schroddi



Schroddis Tag 2

29 04 2010

Ort: Zimmer 10, Oembia Hostel, Melbourne
Ortszeit: 30.4.2010, 7.42 Uhr
Anwesende: Ich (mindestens zweimal)

Einen wunderschönen, verkaterten guten Morgen,

der zweite Tag ist nun rum, allerdings erst seit wenigen Stunden und ich spüre ihn noch deutlich….
Irgendwie war es ein recht ruhiger Tag. Nach etwas Morgensport und einem ausgedehnten Frühstück, was für mich relativ untypisch ist, haben wir….Boa, was war gestern eigentlich?

Ich stehe noch etwas neben mir. Nachdem wir gestern gegen Mittag bei der Bank waren und nach einigen Schwierigkeiten unsere Konten eröffnet hatten, waren wir noch etwas einkaufen und setzten uns anschließend aufs Zimmer. Ich fing an die Straßenbahnpläne zu studieren, was mit einem noch andauernden Jetlag wohl keine gute Idee war. Es dauerte keine 5 Minuten bis mir die Augen zu fielen und ich seelisch schlummerte. Als ich nach etwa einer Stunde, gequält von Alpträumen, wieder aufwachte, schlummerten die beiden Anderen ebenso seelisch. Ich schlich mich also aus dem Zimmer und saß unten etwas herum, bis diverse andere Leute eintrudelten und wir munter schnackten.

Einige schleppten plötzlich unmengen an „billigem“ Wein und Früchten an. Aufgrund des schlechten Wetters stand eine San Gria an. Ich hatte mir vorgenommen den Tag bis mindestens 22 Uhr durchzuhalten. Als ich dann gegen drei Uhr begann fließend Irisch zu sprechen, hat dann irgendwann der letzte Funken Vernunft gesiegt und ich bin auf allen vier Brustwarzen ins Bett gekrochen, nachdem ich (mit Stirnlampe) die getrocknete, auf meinem Bett liegende Wäsche sortiert und zusammengelegt hatte. Das muss ein Bild für die Götter gewesen sein.

Nun, ca. 4 Stunden später werde ich mich mal unter eine kalte Dusche stellen und hoffen, dass ich bald wieder geradeaus gucken und den Tag genießen kann.

Es grüßt der drunken Master aus dem Bette



Australische Geisteraustreibung

28 04 2010

Heute morgen kopfte es an der Tür und der freundiche Ghostbuster bat sich an unser Zimmer von Geistern zu befreien.

Wir ließen ihn rein und er fand einige Geister der Klasse Jettes Lagges.

Seht selbst….

Ghostbuster



Schroddis Tag 1 nach Ankunft

28 04 2010

Ort: Victorianisches Wohnzimmer unseres Hostels
Ortszeit: 28.4.2010, 6.30 Uhr
Anwesende: Nur die hässliche Hauskatze und ich

Guten Morgen,
die erste Nacht auf der anderen Seite der Welt ist rum. Zumindest für mich. Der Rest des Hostels schlummert noch oder will zumindest nicht aufstehen.

Wie fühlt es sich an auf der anderen Seite der Welt zu sein? Nun ja, irgendwie hätte ich es mir etwas anders vorgestellt.

Nachdem wir feststellen mussten, dass die meisten Hostelbewohner Deutsche sind und wir von der guten Seele unseres Hauses als nächste Einkaufsmöglichkeit einen ALDI genannt bekommen haben , wusste ich wieder, warum ich bei den meisten Abschieden immer sagte: „Bin doch nicht weit weg“. Zmindest fühlt es sich wirklich nicht so an. Zum Frühstück gibt es später ungarische Salami und einige weitere Dinge, die einem nicht ganz unbekannt sind. Am Telefon habe ich auch bereits gesagt bekommen, dass es nicht so klingen würde als wäre ich am anderen Ende der Welt.

Unser Flug war wirklich anstrengend und fing auch recht turbulent an. Am Check In-Schalter angekommen, wurden wir von einem Polizisten erstmal ohne Gründe wieder weggeschickt. Kurze Zeit später haben sie dann die Schalterhalle gesperrt. Wie sich herausstellte wegen eines herrenlosen Gepäckstücks, dass erstmal vom Bombenräumkommando untersucht wurde. Glücklicherweise haben sie die Flache O-Saft anschließend nicht sprengen müssen. So versuchten wir anschließend einzuchecken, was sich auch als komplizierter herausstellte als gedacht. Leider musste ich feststellen, dass ich meine verschweißten Bundeswehr-Streichhölzer nicht mitnehmen durfte. Eine der beiden Packungen hatte ich schnell zur Hand, wusste jedoch nicht wo das Zweite ist und ließ es einfach mal drauf ankommen.

An der Security-Schleuse wurde Meggy anschließend wegen ihres Pfeffer-Sprays gestoppt, welches sie auch bei ihren letzten Flügen in die USA immer dabei hatte!? Nachdem dies bei der Flughafenpolizei in vertrauensvolle Hände gegeben wurde, konnten wir in letzter Minute endlich in unseren Flieger steigen, wo wir uns fasziniert mit dem Bord-Entertainment beschäftigten und erstmal mittels unserer im Sitz integrierten Spiele-Controller eine Runde Tetris auf unseren eigenen Monitoren gegeneinander spielten.

Der Flug zog sich unheimlich und wir bekamen kaum ein Auge zu. Bei dickem Nebel und Dauerregen in Seoul angekommen, machten wir es uns erstmal in einer Raucher-Lounge bequem und versuchten irgendwie die knapp 6 Stunden Wartezeit rum zu bekommen. Währenddessen stellten wir fest, dass die freundlich Dame am Frankfurter Check in die Tickets für den Weiterflug von Meggy und mit beide auf meinen Namen ausgestellt wurden. Nachdem wir das korrigieren lassen hatten, ging es nun einige Stunden später endlich weiter.

Diesmal hatten wir mit unserem Flieger leider nicht ganz so viel Glück. Anstatt einer persönlichen Spiele- und Multimedia-Konsole in jedem Sitz, gab es nur einen großen Fachbildschirm für alle, auf dem ich dann an Ende verzweifelt eine Reportage über Weinanbau in Österreich sehen musste.

So blieb uns nichts anderes übrig als krampfhaft zu versuchen etwas zu schlafen, was uns dann zeitweise auch mehr oder minder gelang.

In den frühen Morgenstunden war es dann soweit. Der Landeanflug auf unser Ziel begann und äußerte sich bei einem Blick aus dem Fenster in einem unglaublich beeindruckenden Lichtermeer mit dem Namen „Melbourne“. Nach der Landung hinterließ ich meine Sabberspuren an der Fensterscheibe ihrem Schicksal und stellte mich nach einem letzten Einkauf bei Duty Free bei der Passkontrolle an. Alles lief wirklich reibungslos. Nachdem wir unsere begehrten Stempel hatten, lag unser Gepäck bereits auf dem Band für uns bereit und es ging durch die Tür in die schöne, neue Welt, wo uns bereits men Großonkel mit seiner Frau erwartete.

Nach einem Wabbelsandwich und den ersten gescheiterten Konversationen in Englisch (meinerseits), machten wir uns dann zum Shuttle-Bus in Richtung unseres Hostels.

Vorbei an der beeindruckenden Skyline von Melbourne und dem ersten Blick auf das Meer kamen wir dann nach etwa einer Stunde an unserem Ziel an.

David zeigte uns direkt alles Wissenswertes rund um unsere neue Herberge. Nachdem wir unsere Rucksäcke nach dem Prinzip der chaotischen Lagerung enteert hatten, machten wir uns auf einen kleinen Spatziergang, der uns auf direktem Wege zum Strand führte. Eider war es bei rund 18 Grad und baldigem einsetzenden Nieselregen etwaskalt, um gleich ins kühle Nass zu springen. Also machten wir uns direkt zum Einkauf unseres Abendessens.

Anschließend verbrachten wir den Nachmittag auf den Bänken vor unserem Hostel und lernten viele unserer Mitbewohner kennen. Zu meiner Begeisterung bestätigte sich alles, was ich bereits über das Backpackervölkchen gelesen hatte. Es waren ausnahmslos echt sympathische Leute, mit denen man schnell warm wurde und direkt über Gott und die Welt plauderte, wirklich ganz anders als im stockesteifen Deutschland.

Gequält vom Jetlag, der uns allen echt zu schaffen machte, versuchten wir uns wenigstens bis in die Abendstunden wach zu halten, was uns mehr oder weniger gelang. Ich legte zum Beispiel ein unfreiwilliges Schläfchen beim Umspeichern meiner Telefonnummern im Wohnzimmersessel hin.

So versuchten wir anschließend unseren Jetlag mit den heimischen Biersorten zu bekämpfen, was eigentlich ganz gut gelang. Nachdem uns Maggus ein leckeres Abendessen zauberte, verweilten wir noch ein paar Stunden bis wir total platt ins Bett fielen. Leider haben wir ein Bett zur gut befahrenen Straße hin, wo permanent irgendwelche V8 Maschinen mit nicht unbeachtlichem Tempo entlang ballerten. In der ersten Nacht sollte uns das aber nur bedingt stören. Dennoch war meine Nacht heute morgen kurz nach 6 Uhr beendet. So sitze ich jetzt hier, während sich die anderen beiden mittlerweile zum morgentlichen Jogging verabschiedeten. Dazu hat mich bisher kein Oberfeldwebel zwingen können, also werden die beiden es garantiert auch nicht schaffen 🙂

Heute steht auf dem Plan, uns mal über die örtlichen Bankgepflogenheiten schau zu machen. Unser Bargeld neigt sich schon langsam dem Ende zu, weshalb wir in der Richtung langsam tätig werden sollten.

So weit mal für heute…

Es grüßt der Schroddi im Morgenrot