Schroddis Tag 562 – Und am Ende kam es dicke

17 11 2011

Ort: Km 21.273, Tully Caravan Park
Ortszeit: RoadtripTag 164, 11.11.2011, 13.15 Uhr
Wetter: 30 Grad, bewoelkt
Anwesende: Meine zum Entsorgen bereit liegenden in Rattenpisse getraenkten Arbeitsklamotten

Nach meiner ersten Woche auf den Bananenfeldern war mir bereits klar, warum die Bananenernte unter Backpackern als eine der haertesten und beschissensten Erntearbeiten bekannt war. Auf der Hand liegt auch, dass nicht jeder fuer diesen Job gemacht ist. So kam es, dass von unserem neu aufgestellten Team zu Beginn der zweiten Woche bereits Zwei Leute wieder arbeitslos waren. Ein Dritter sollte sich Tage spaeter verheben, ebenfalls ausscheiden und der Vierte im Bunde schmiss den Job zum Ende der zweiten Woche. So blieben nur noch meine beiden Chefs Ash, Bernard und ich. Vor Ash hatte ich echt Respekt. Er ist ein kleiner Inder, der gerade 64 Kilo auf die Waage bringt (also weniger als einige Bananenbuendel, die er schleppt) und vor Energie nur so strotzt. Wenn wir uns alle erschoepft hinsetzten, um etwas zu trinken, sprang er herum und begann u.A. mit Bananen zu werfen.

Die faule Banane liess sich bequem auf der Schulter herumtragen

Die faule Banane liess sich bequem auf der Schulter herumtragen

Fuer die folgende Woche bekamen wir erneut zwei Helfer, wovon am Mittwoch ebenfalls einer das Weite suchte. Auch ich fuehlte mich jeden Abend wie ein ordentlich gekopftes Schnitzel, jedoch wollte ich die drei Wochen irgendwie durchziehen. Davon mal abgesehen gab es immer wieder einige Momente, welche fuer die Qual entschaedigten (z.B. als sich unbemerkt eine Baumschlange um mein Handgelenk wickelte, sich ein Kangaroo an unserer Fruehstueckspause beteiligte oder mir ploetzlich die Machete eines Kollegen im Finger steckte).

Zwar hatte ich die Nase bis oben hin voll, jedoch standen nur noch zwei weitere Tage an. Ich dachte nicht, dass es noch viel schlimmer kommen koennte, aber wie das so ist…

Donnerstag bekamen wir Verstaerkung durch einen Vorarbeiter eines anderen Teams und mir wurde zwar angekuendigt, dass er ordentlich den Druck erhoehen wuerde, jedoch hatte ich mir nicht im geringsten ausgemalt, was das bedeuten koennte.

Monokultur im australischen Dschungel

Monokultur im australischen Dschungel

Als mich Donnerstag Morgen dann wie ueblich unser Chef zur Arbeit abholte sass Francis wie angekuendigt auf dem Beifahrersitz. Von hinten konnte ich bis auf seine Wadendicken Unterarme nicht viel sehen, da seine ueberdimensionalen Nackenmuskeln den Blick weitestgehend verdeckten. Ich war gespannt, was mich da wohl erwarten wuerde.

Als es wenig spaeter ins Feld ging wurde ich „gluecklicherweise“ auch direkt zugeteilt die Bananenbuendel fuer dieses Kraftpaket zu buckeln. Wir waren kaum am Ort der Schmerzen angekommen, rannte Francis wie ein Geisteskranker von einer Staude zur naechsten. Durch das unwegsame Gelaende stolperte ich mit meinen Gummistiefeln hinterher und versuchte irgendwie an ihm dran zu bleiben. Ich konnte kaum gucken, schon hatte ich das erste Buendel auf der Schulter und der Maschetenflitzer stand bereits am naechsten Baum. Ich eilte los, knallte die Bananen auf den Traktoranhaenger und versuchte rechtzeitig an der naechsten Staude zu sein. Naehzu unmoeglich, denn auf halbem Wege kam mir mein Foltermeister schon mit der naechsten Ware auf der Schulter entgegen und wuchtete sie mir gnadenlos auf mein bereits weichgekopftes Schulterfleisch. Mir ging nur durch den Kopf, dass dieser Verrueckte als Kind mal in den Red Bull Topf gefallen sein muss. Gegen ihn sah selbst Ash (welchem ich fuer das Arbeitstempo echt tiefen Respekt zollte) wie ein Beamter in der Mittagspause aus. Nach einiger Zeit kam mein Boss zu mir und meinte, dass Francis das Tempo den ganzen Tag so weitergehen wuerde. Anfangs belaechelte ich diese Aussage, musste jedoch spaeter einsehen, dass er das wirklich irgendwie schaffte und kam zum Entschluss, dass er wohl nicht in einen Topf mit Red Bull, sondern mit offensichtlich wesentlich haerterem Stoff gefallen sein muss. Ich sah mich bis zur Fruehstueckspause schon nach Luft ringend irgendwo halb tot in der Ecke liegen. So tauschte ich nach rund 100 getragenen Buendeln mit meinem Boss und setzte mich auf den Traktor, waehrend er schleppen musste. Auch er hielt das Tempo nicht lange durch und wir einigten uns, dass jeder einmal fuer Ash, dann fuer Francis buckelte und sich anschliessend eine Haengerladung lang auf den Trecker setzte. Am Nachmittag sollte der Schwierigkeitsgrad dann noch etwas erhoeht werden. Ploetzlich auftretender Starkregen verwandelte das Feld in eine wahre Schlammpiste. Das auf den Tueten der Bananenbuendel gesammelte Wasser lief permanent ueber den Ruecken, durch die Kimme und sammelte sich rasend schnell in den Gummistiefeln. Am Ende des Tages hatten wir rund 39 Tonnen Bananen geerntet, wovon mindestens 13.000 Kilo auf meine Schulter entfielen. Nach Feierabend robbte ich auf meinen Brustwarzen noch in die Dusche und fiel dann komplett erschlagen ins Bett. Schliesslich sollte am folgenden Tag das grosse Finale kommen. Zwar nur einen halben Tag, dafuer aber doppelt so schnell. Francis wollte das Tempo noch etwas steigern, da ja anschliessend ohnehin Wochenende sein wuerde. 04

Nach dieser Bemerkung fing ich an, mir Gedanken ueber meine Grabbepflanzung zu machen….evtl. eine Bananenstaude? Als ich am kommenden Morgen meine Augen gegen 4.30 Uhr oeffnete verrieten mir meine Schmerzen wenigstens, dass ich noch lebte.
Wer lebt kann auch arbeiten. So schleppte ich mich wenig spaeter wieder an den vereinbarten Treffpunkt. Nach einer halben Stunde Fahrt zur Farm. dann die erloesenden Worte: „Wegen Stromausfall kann nicht gearbeitet werden“. Wow, ich war selten so gluecklich ueber einen technischen defekt. Alles, was dann fuer den letzten Arbeitstag noch auf dem Programm stand, war die Reinigung unserer drei Traktoren. So bekamen wir eine Benzin betriebene Pumpe in einen nahegelegenen Bach gestellt und sollten dort unsere Gefaehrte abspritzten. Ich folgte Ash mit dem zweiten Trecker. Noch reichlich zerstoert vom Vortag traeumte ich des Weges als Ash vor mir unbemerkt in die Eisen ging. Schlaftrunken checkte ich das etwas spaet und rutschte dem vorausfahrenden Traktor mit blockierenden Raedern auf unbefestigter Strasse laut fluchend hinten rein. Zwar steht in meinem Arbeitsvertrag, dass ich saemtliche verursachten Schaeden am Farmequipment aus eigener Tasche bezahlen muss, jedoch sahen wir ueber die dicke Macke in der massiven Stahlverkleidung hinweg. So wuschen wir unsere Traktoren noch schnell und fuhren wieder nach Hause.

Es war geschafft!!! Drei Wochen Bananen und Schroddi hat es ueberlebt. Haengen geblieben sind rund 1.500 Dollar, einige nett anzusehende Narben und Erfahrungen, die ich so nicht nochmal machen muss.

Ohne Rast ging es ans Packen, um diesen verregneten Ort (hier fiel allein in der ersten Woche die in Frankfurt durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge) so schnell wie moeglich wieder zwecks Urlaub zu verlassen.

Es gruesst

Schroddi, mit dem Koerpergefuehl einer braunen Banane



Schroddis Tag 550 – Arbeiten mit Machete (schluss mit lustig)

30 10 2011

Ort: Km 21.273, Tully Caravan Park
Ortszeit: RoadtripTag 152, 30.10.2011, 19.15 Uhr
Wetter: 27 Grad, sternenhimmel
Anwesende: Diverse Schnittwunden

Wir kamen nicht nach Tully, weil wir den Regen vermissten, sondern um zu arbeiten. Noch waehrend der Sinnflut bekamen wir Jobs fuer den kommenden Montag vermittelt. Monique sollte auf eine Melonenfarm fahren und ich wurde ueber einen Subunternehmer auf einer Bananenfarm angestellt.

Am ersten Arbeitstag klingelte dann der Wecker bereits um 4.30 Uhr und wer haette es gedacht…?…es regnete immernoch. Rund 40 km fuhr ich mit meinen neuen Kollegen aus dem Ort raus bis wir endlich das Farmgelaende erreichten. Nach einer kurzen Einweisung am Buero mit gleichzeitiger Rollenverteilung ging es anschliessend nochmal 15 Minuten ueber Holperstrecke bis zum entsprechenden Feldabschnitt. Dort sattelten wir anschliessend auf einen Traktoranhaenger um, welcher den Eindruck einer ueberdimensionalen Couch machte. Damit durchquerten wir noch zwei Bachlaeufe und kamen letztendlich an unserem neuen Arbeitsplatz an. Wir waren ein bunt zusammengewuerfeltes Team. Ein Ire, ein Inder, ein Australier, zwei Koreaner und ich. Es regnete nach wie vor in Stroemen und die tiefen Spurrlillen im Feld luden dazu ein, gelegentlich bis knapp unter die Knie im Schlammwasser zu versinken. Ich bekam eine rasiermesserscharfe Machete in die Hand gedrueckt und Lee, einen unserer Koreaner, als Helfer zugeteilt. Ich hab der armen Socke meine Schroddi-Vorgeschichte lieber nicht erzaehlt und hoffte ihm bei der Arbeit nicht die Ohren oder ganze Koerperteile abzuhacken.

Mein Job bestand nun darin, die reifen Bananenbuendel zu finden, die Staude anzuschlagen und ein Stueck herunter zu ziehen. Lee (wenn er dann mal da war) hatte dann die Fruechte auf die Schulter zu nehmen, waehrend ich knapp an seinem Kopf vorbei das Buendel vom Baum schlug und mit einem weiteren Schlag die Staude anschliessend zu Fall brachte.

(Hier ein Beispiel, um sich das Ganze bildlich vorzustellen)

Nach einer Zeit gewoehnte man sich an die Naesse und einen klaren Vorteil hatte der Regen. Er verduennte etwas die Rattenpisse, welche sich regelmaessig aus den Bananenbuendeln ueber einen ergoss. Im Grunde genommen klingt die Arbeit nicht ganz so schwierig, laesst man mal aussen vor, dass die Bananen 40 – 80 Kilo wiegen und im Territorium von Kuestentaipanen (dritt giftigste Schlange der Welt) und anderem nicht ungefaehrlichen Viechzeug wachsen.

Wir kamen an diesem Tag gut voran und die offene Blase an meiner Hand sollte auch erst am naechsten Tag so richtig schmerzen. Dienstag meldeten sich zudem nahezu alle am Vortag benutzten Muskeln lautstark zu Wort und es hoerte endlich nach fuenf Tagen mal auf zu regnen. Irgendwie hatte ich mich zu frueh gefreut, denn die durch die Wolken lunzende Sonne heizte die Situation deutlich auf, die Konzentration liess nach und einer meiner Kollegen landete prompt mit dem Traktor und einer knappen Tonne Bananen auf dem Haenger im Wassergraben.

Selbst als alle Fruechte auf unser Zweitfahrzeug umgeladen waren, grub sich der Trecker bei saemtlichen Befreiungsversuchen nur tiefer ein. Erst nach einer geschlagenen halben Stunde liess sich das mittlerweile total verschlammte Gefaehrt mit Hilfe von zwei Zugmaschinen wieder aus dem Loch befreien. Wenig spaeter machten wir ohnehin Feierabend und hatten mangels Bananen im Feld unser Tagesziel nicht erreicht.

Auch am Mittwoch fanden sich nicht mehr viele reife Bananen. Um die Mittagszeit gaben wir auf und fuhren zurueck zum Farmgebaeude. Mein Chef auf dem ersten Traktor voraus und ich mit dem Zweiten hinterher. Als wir aus dem Feld rausfuhren und ich einen Gang hoeher schalten musste, machte die Schaltung ploetzlich einen ungewohnt leichtgaengigen Eindruck, jedoch bekam ich keinen Gang mehr eingelegt. Mir schwante boeses. Vorsichtig zog ich am Hebel und hatte ploetzlich den Schaltknueppel in der Hand. Zwangslaeufig liess ich die Schrottkiste mitten auf dem Weg stehen und rannte mit dem Knueppel in der Hand dem ersten Traktor hinterher. Dieser Anblick fuehrte bei meinen Kollegen zu lautem Gelaechter, allerdings nicht bei meinem Boss. Immernoch hielt ich lieber mit meiner schroddigen Vorgeschichte hinterm Berg.

Am gleichen Tag sollte es auch bei Monique nicht so toll laufen. Bei der Fahrt zur Farm verwandelte sich ein kleiner Steinschlag in unserer Windschutzscheibe in einen fetten Riss. Die Frontscheibe hatte also immerhin fuer knappe 4 Monate gehalten. Nun war es wieder Zeit fuer eine neue, noch bevor uns die Polizei anhalten wuerde.

Ungewohnt frueh fuhren wir nach getaner Arbeit zurueck zum Campingplatz. Es war gerade mal Mittag und ich konnte nichts mit mir anfangen. So ging ich auf ein kleines Schwaetzchen in unsere Campingplatz-Rezeption. Bereits fuenf Minuten spaeter hatte ich einen Job noch fuer den gleichen Nachmittag. Ich packte schnell wieder meine Sachen und wurde anschliessend zu einem Stahlhaendler im Ort gefahren. Dort sollte ich einige Rohre und stangen sortieren. Klang im ersten Moment nicht so schwierig. Allerdings waren die Dinger 8 Meter lang, entsprechend schwer und sollten zudem in ein bis 3 Meter hohes Regal eingeordnet werden. Zwar bekam ich einen Gabelstabler zur Verfuegung gestellt, jedoch konnte ich aufgrund des niedrigen Vordachs die Gabeln nicht hoch fahren und musste so alles in das Regal heben. Bereits nach kurzer Zeit lief mir der Schweiss aus allen erdenklichen Pooren und ich war kurz davor meinen zweiten Job (nach den Erdbeeren) in Australien zu schmeissen. Ich biss die Zaehne zusammen und ueberlebte irgendwie bis Feierabend. Mein Boss wollte mich am naechsten Tag unbedingt wieder haben, jedoch musste ich ihm „leider“ aufgrund meines Farmjobs absagen.

Donnerstag hatten wir auf der Farm nichts mehr zu pluecken, jedoch schnitten wir mit einem Sensenaehnlichen Werkzeug mit fuenf Leuten auf 18 Hektar haengende und ueberfluessige Bananenblaetter von den Baeumen. Es war diesmal koerperlich nicht so anstrengend, waren wir am Ende des Tages alle trotzdem echt erschlagen.

Wieder sollte es eine schlechte Nachricht fuer uns geben. Freitag und am Wochenende wuerde es mangels Arbeit auf der Farm nichts fuer uns zu tun geben. Nach einem erneut kurzen Gespraech in der Campingrezeption hatte ich spontan auch einen Job fuer Freitag und Samstag. Nachdem der Zyklon Yasi im Februar nahezu alle Wohneinheiten auf dem Campingplatz zerstoert hatte, sind rund 20 neue Fertigbau-Haeuser im Laufe der Woche aus China eingetroffen.04 Haeuser

Der Aufbau haette im Grunde relativ einfach sein koennen, wenn denn mal alle vorgefertigten Teile gepasst haetten und funktionstuechtig gewesen waeren. Ich habe wirklich selten so einen qualitativen Schrott ab Werk gesehen. Die mit Millimeter dicken Blechen verkleideten Styroporwaende waren nicht nur zu lang, sondern passten auch nichtmal in die dafuer vorgesehenden Aussparungen. Bereits im Vorhinein wurde ich gewarnt, dass die Blechwaende relativ scharfkantig seien. Dennoch versuchte ich mein Glueck anfangs noch ohne Lederhandschuhe…bis mir eine dieser Waende im wahrsten Sinne des Wortes „durch“ die Hand glitt und ein regelrechtes Blutbad anrichtete. Mein Vorarbeiter rief mir zu, dass ich Handschuhe anziehen und nicht so eine Sauerei machen soll. Da ich in diesem Moment jedoch zwei lose Waende hielt, musste ich es noch einen Moment tropfen lassen. Nur Sekunden spaeter eine unaufmerksame Sekunde. Eine der Waende begann zu kippen, ich griff nach und schnitt mir bei der Gelegenheit noch drei weitere Finger an der anderen Hand an. Nun war es wirklich an der Zeit, was zu unternehmen, bevor ich in kuerze einen Liter leichter wuerde.

In bruetender Hitze bekamen wir letztendlich zwei Haeuser bis Feierabend aufgestellt und wiederholten das Spiel am kommenden Tag. Diesmal arbeitete ich jedoch mit Handschuhen und die Anderen mit blutigen Haenden.

Da das Wetter die letzten Tage echt super und trocken war und wir am Sonntag etwas entspannen wollten, entschieden wir uns spontan am kommenden Tag einen Tandem-Fallschirmsprung ueber dem Strand im Nachbarort zu machen. Es war mal wieder an der Zeit das verdammte Schroddi-Gen herauszufordern. Endlich war die Arbeitswoche rum und ich fiel bereits um 6 Uhr total erschlagen ins Bett.

Als wir dann Sonntags aufwachten und aus dem Fenster schauten, kam die grosse Enttaeuschung. Der Himmel war wolkenverhangen und es begann mal wieder zu regnen. Dennoch machten wir uns auf den rund 30 Kilometer langen weg und bis wir an der Sprungschule ankamen, war der Himmel blau und dem Vergnuegen stand nichts mehr im Weg. Nach einem genialen Sprung und einem weiteren Haken auf meiner To do-Liste liessen wir den Abend gediegen mit leckeren Kaengeruhstreifen in Salat Wraps ausklingen.

Gestaerkt geht es jetzt auf in die naechsten knapp 2 Arbeitswochen. Auf das mal alles gut geht…

Es gruesst

Schroddi, der aus dem Dschungel kam



Schroddis Tag 506 – Wofuer man Angestellte hat

15 09 2011

Ort: Km 12.167, Im Wellblech-Wohnzimmer, Kununurra
Ortszeit: Roadtrip Tag 108, 15.09.2011, 20.30 Uhr
Wetter: 20 Grad
Anwesende: Kopfschmerzen

Bekanntlich muessen Angestellte gelegentlich den Kopf hinhalten, wenn der Chef Scheisse baut. So auch ich heute, als meinem Boss der Lkw-Kuehler aus der Hand rutschte. Keine Angst, aus dem Kopf kamen nur ein paar Dummheiten gequollen und die Wunde wurde mit knapp 500 Stichen schnell wieder genaeht.

Vor nur zwei Tagen wurde ich drauf angesprochen, dass mir schon so lange nichts passiert sei und wohl irgendwas mit meinem Schroddi-Gen nicht stimmen muesse…

…wie man sieht, ist also alles beim Alten und mir geht’s bestens.

Es gruesst

der Brummschaedel Schroddi



Schroddis Tag 108 – Freitag, der 13.

13 08 2010

Ort: Zzimmer 206, 2. Stock, Mooloolaba Backpackes, Mooloolaba
Ortszeit: 14.08.2010, 2.00 Uhr
Wetter: 9 Grad, Sternenhimmel
Anwesende: Niemand

Blutsbruderschaft mit dem Geschirrspueler - in meinen Venen fliesst nun Spueli

Blutsbruderschaft mit dem Geschirrspueler - in meinen Venen fliesst nun Spueli

Freitag, der 13. war fast rum als ploetzlich der Geschirrspueler zum desinfizierten Handkantenschlag ansetzt und mir 5 Minuten vor Ende meiner heutigen Fregar Algo Uebungseinheit noch einen Cut im Linken Zeigefinger zusezt. Nach dem ich mich bereits vor einigen Tagen in den anderen Zeigefinger geschnitten habe, sind nun beide Finger gepflastert. Jacko waere stolz auf mich gewesen.

I love you all

Schroddi



Schroddis Tag 60 – Das Leben fickt mich jeden Tag – heute mal von hinten

28 06 2010

Ort: Sofaecke, 2. Stock, Mooloolaba Backpacker Resort, Mooloolaba
Ortszeit: 28.06.2010, 14.10 Uhr
Temperatur: 23 Grad, sonnig
Anwesende: Eine Glotze mit gewohnt schlechtem Programm

Tjoa, was soll ich sagen?! Schroddi ist mal wieder voll in seinem Element.
Nachdem ich bereits die letzten Tage immer wieder Probleme mit meinem Ruecken hatte,
habe ich mir gestern den Rest gegeben.

Auf dem Weg ins Zimmer habe ich mir versehentlich einen Rueckenwirbel rausgehustet.
Klingt lustig, ist es aber nicht. Ich hatte in der Vergangenheit ja schon oefter Hexenschuesse.
Diesmal hat es aber Ausmasse angenommen, bei denen ich wirklich Angst bekommen habe.
Ich habe mich auch die Couch gelegt und schaffte es die naechsten Stunden nicht mehr mich zu bewegen, geschweige denn aufzustehen.

Nach einer gehoerigen Ueberdosis Ibuprofen konnte ich einige Stunden schlafen und schaffte es anschliessend immerhin mich unter hoellischen Schmerzen aufs Klo zu schleppen, wenn auch nicht im aufrechten Gang. Den restlichen Abend verbrachte ich also auf der Couch und „vergnuegte“ mich mit dem grauenhaft schlechten Fernsehprogramm. Kommissar Rex in O-Ton mit englischem Untertitel, um mal ein Beispiel zu nennen….

Beim heutigen Arztbesuch bekam ich dann fuer 55$ lediglich eine Spritze (O-Ton Aerztin: Ten minutes after injection you’ll feel drunk^^), zwei riesige Mueckenstiche und gesagt, dass ich die naechsten Tage relaxen und evtl. mal zur Massage gehen soll.

Mittlerweile kann mich mich auch wieder weiter als 5 Meter aus eigener Kraft im fast aufrechten Gang bewegen.

Ich gehe davon aus, das die Ursachen in einer Mischung aus fehlendem Radsport, beschissenen Betten und einem Tag mit Gunnery Sergeant Hartman zu suchen sind, dem ich zukuenftig mit taeglichen Radtouren entgegenwirken werde.

Bis es soweit ist, werde ich mich erstmal beim oertlichen Thai Massagestudio durchkneten lassen, natuerlich ohne Specialservices….naja, vielleicht 🙂

Drueckt mir die Daumen, dass ich das bald in den Griff bekomme, sonst hat sich das Abenteuer OZ fuer mich evtl. in wenigen Wochen erledigt.

Da wir in den letzten 2 Monaten schon reichlich mehr oder minder kuriose Ausfaelle hatten, haben wir beschlossen im Blog eine Seite „Injuries“ einzurichten, um unsere ganzen Ausfaelle mal nachhalten zu koennen. Falls zumutbar auch mit fotografischer Dokumentation.

Es gruesst

der buckelige Schroddi

PS: Vorstehender Text unter Vorbehalt, da unter Einfluss harter Drogen geschrieben.



Schroddis Tag 40 – Sport ist Mord. Also auf zu neuen Ufern

7 06 2010

Ort: Room 303, Mooloolaba Backpacker Resort, Mooloolaba
Ortszeit: 06.06.2010, 22.37 Uhr
Temperatur: Unter der Bettdecke – warm
Anwesende: Maggus, Ich und durch die Tuer droehnende Technomusik dursetzt von Gebruell des gemeinen Backpackers

Nachdem ich heute Vormittag die Einzige, als lebendig zu bezeichnende Person in unserem Luxusappartement war, beschloss ich, wie eigentlich fast jeden Tag, an den Strand zu gehen.

An unserem gewohnt leeren Strand stiess ich heute jedoch auf massig Kamerateams, Polizisten auf Motocrossmaschinen, Quads und Fahrraedern sowie jede Menge Menschen, eine Grossleinwand und laute Musik.

Nach dem ersten Schock ueber den Auflauf an unserem sonst so ruhigen Strand versuchte ich zu verstehen, was diesen Ansturm verursachte. Ich erfuhr, dass Jessica Watson von Mooloolaba aus mit einem Segelboot in 210 Tagen die Welt umrundet hat und am heutigen Tag wieder im Heimathafen einlaufen sollte.

Etwa 20 Meter den Strand runter, war aber schon wieder massig Platz sich breit zu machen. Nach etwa 15 Minuten im Wasser war ich absolut begeistert. Nach relativ ruhigem Seegang die letzten Tage, hattern wir heute mit bis zu 2,5m die bisher hoechsten Wellen, die ich bisher an der sunshine coast gesehen habe.

Ich beschloss also meine Flossen und ein Bodyboard aus dem Hostel zu holen und mich das erste Mal in meinem Leben im Wellenreiten zu versuchen.

Etwa 30 Minuten spaeter war ich mit voller Ausruestung wieder am Strand und stuerzte mich sofort in die Fluten.

Dabei bekam ich die unheimlichen Kraefte des Wassers deutlich zu spueren. Nicht nur einmal habe ich Wellen leider zu spaet erwischt und wurde wie ein Hamster in der Waschmaschine ordentlich durchgeschleudert.

Dabei war der eine oder andere Bodenkontakt unumgaenglich. Nicht nur, dass es mir regelmaessig die Badehose und Flossen ausgezogen hat, habe ich mir auch die ein oder andere Blessur zugezogen.

Im Detail:

  • Schulter verschramm
  • Becken verschrammt und blau
  • Rechtes Knie blau und verschrammt
  • Linken Knoechel ueberdehnt
  • An beiden Fuessen offene Blasen von den Flossen

Um ehrlich zu sein, hat sich das aber gelohnt, ich bereue nichts und wuerde es immer wieder tun.

Sollte also jemand zufaellig einen Bericht ueber die Ankunft von Jessica im Tv sehen und einen gestrandeten, weissarschigen Pott(sau)wal auf einem orangenen Bodyboard sehen……tut einfach so als wuerdet ihr ihn nicht kennen 🙂

Morgen wollen wir Sandburgen bauen. Seid gespannt, was dabei so alles schief gehen kann….

Es gruesst

das Surferwrack Schroddi



Schroddis Tag 28 – Wieder in alter Form?

24 05 2010

Ort: Foyer, Mooloolaba Backpacker Resort, Mooloolaba
Ortszeit: 24.05.2010, 20.00 Uhr
Temperatur: 20 Grad, dunkel
Anwesende: Maggus mit seiner Guitarre und aehm….ach verdammt, ich kann mir keine Namen merken

Nachdem ich die letzten Wochen hart an der mir in der Heimat widerfahrenen Scheisse zu knabbern hatte, scheine ich langsam wieder in alter Form aufzulaufen. Woran sich das bemerkbar macht?

DAS SCHROTTI-GEN HAT MICH WIEDER!
Endlich ist die schmerzhafte schmerzfreie Zeit vorueber.

Nachdem ich mir gestern den ersten Kuss einer heimischen Quaddel Qualle abgeholt habe,
musste ich heute feststellen, dass ich in der Kniekehle eine echt fiese, mehrfarbige Blessur habe, der die Schmerzen meines dortigen Sonnenbrands etwas ertraeglicher macht.

Ja, ich habe mir meinen ersten Ozi Sonnenbrand abgeholt. Nun brennt es von den Waden bis ueber die Kniekehlen und den Ruecken hoch.

Durch die Shorts gab es eine schmerzfreie Zone in Gesaesshoehe….bis heute Mittag…..

Schroddi an der Affenschaukel

Schroddi an der Affenschaukel

Keine gute Idee war eine Arschbombe aus etwa 6 Metern Hoehe ins Oertliche Wasserloch zu machen. Aber es war ja auch zu verlockend… 🙂

Glueck im Unglueck….immerhin haben mich die Blutegel verschont. Zumindest an den Stellen, die ich seitdem zu Gesicht bekommen habe.

Ach Leute, irgendwie hab ich es ja vermisst.

So moege das Schrotten weitergehen.

Was wird als naechstes kommen?

  • Werde ich von einer Red Back Spider beim K… in den A… gebissen?
  • Falle ich beim ueberqueren der Strasse in den Gulli?
  • Werde ich aufgrund meines miesen Englisch fuer einen franzoesischen Spion gehalten und verschleppt?

…expect the unexpected….

Bis die Tage

Schroddi van Schrottensen



Schroddis Tag 27 – Erste „Kontakte“ zur einheimischen Tierwelt

23 05 2010

Ort: Foyer, Mooloolaba Backpacker Resort, Mooloolaba
Ortszeit: 23.05.2010, 13.30 Uhr
Temperatur: 23 Grad, sonnig
Anwesende: Diverse Leute und ein verdammtes Brennen am Ruecken

Knapp 2.500 km sind wir durch das Land geeiert und haben zu unserer Enttaeuschung bis auf ugly Freddy, diverse bunte Paradiesvoegel (der gemeine Backpacker nicht mitgezaehlt), Kangaroo Salami und Korkodilspiesse noch nicht viel von der einheimischen Tierwelt gesehen.

Man hoert und liest ueberall, dass Schlangen, Spinnen und anderes toedliches Getier immer in unmittelbarer Naehe sind, ohne dass man sie sieht.

Natuerlich hatte ich (wer auch sonst?!) als erster das Glueck mit einem nicht ganz angenehmen

Mitbringsel aus dem lokalen SM-Studio

Mitbringsel aus dem lokalen SM-Studio

Zeitgenossen Bekanntschaft zu machen.

Nach einer netten Runde im Ozean paddeln habe ich mir bei der anschliessenden Dusche den Ruecken abgetrocknet und mich ueber ein fieses Brennen gewundert.

Jetzt weiss ich wieder warum ich diese Quallenviecher nicht leiden kann….

So far

de quaddel paddel Schroddi