Schroddis Tag 488 – Auf der Jagd nach dem Krokodusel

18 10 2011

Ort: Km 11.565, Gerade den Kaeseblech Bach passiert
Ortszeit: Tag 90, 28.08.2011, 08.30 Uhr
Wetter: 25 Grad, ein weiterer wolkenloser Tag
Anwesende: Die gnadenlose Sonne und einige grosse Voegel, welche ein totes Kaenguru am Strassenrand zerrupfen

Blau=2010, Rot=Bisheriger Trip, Gruen=Geplant bis Ende November 2011

Blau=2010, Rot=Bisheriger Trip, Gruen=Geplant bis Ende November 2011

Knapp 3 Monate leben Monique und ich nun auf der Strasse. Genau genommen sind wir Obdachlose…oder geben zumindest genauso viel Geld fuer Unterkunft aus wie Obdachlose, naemlich nichts. Dennoch leben wir echt gut, auch wenn uns viele fuer unser kleines Autochen bemitleiden und nicht glauben koennen, dass wir darin gut schlafen (was ja nicht unbedingt schlecht ist). In dieser Zeit haben wir nun ueber 11.500km zurueckgelegt und der Highway hat uns ein ganzes Stueck nach Norden gebracht. Western Australia werden wir kurz nach Kununarra verlassen, stellen die Uhren um 1,5 Stunden nach vorne und werden dann sehen, was das Northern Territory so zu bieten hat. Im tropischen Norden sind wir jedoch bereits angekommen. Im fruehen Winter bei rund 20 Grad Tagestemperatur haben wir Donnybrook verlassen und sind jetzt im spaeten Winter bei konstant 36 Grad in Kununurra angekommen. Damals haben wir noch Aepfel, Birnen und Pflaumen gepflueckt, Heute wachsen Kokos-, und Papayapalmen neben Grapefruit- und Mangobaeumen. Neben der Pflanzenwelt hat sich auch die Tierwelt unterwegs stark veraendert. Die im Sueden noch kleinen Eidechsen sind hier bis zu zwei Meter lange Dinosaurier, welche froehlich durch den Hof trampeln, die im Sueden noch fast harmlos anmutenden Brownsnakes sind hier Oberarmdicke Pytons und klauen die Truthaehne vom Hof. Die schnuckeligen weisse Haie konnten im Sueden noch den dicken raushaengen lassen, doch hier muessen sie ihr Revier mit bis 7 Meter langen Frog 03Leistenkrokodilen teilen. Nur die Spinnen sind hier nicht wesentlich groesser geworden, was ansonsten auch echt gruselig gewesen waere. Der von uns wohl ungeliebteste Zeitgenosse ist das doofe Leistenkrokodil, was das Baden an Straenden, Fluessen und Wasserloechern zu einem lebensgefaehrlichen Abenteuer werden laesst. An jeder Pfuetze stehen Warnschilder wegen Krokos. Umso deprimierender, wenn man nicht eines der Tiere sehen kann. Ich will doch unbedingt so ein Urzeitmonster in freier Wildbahn sehen. Monique ist bei dem Gedanken nicht so angetan, hat jedoch keine Wahl und muss immer mit (schliesslich muss es doch wenigstens einen Zeitzeugen fuer meinen Schroddi-Heldentod geben). Ich brauche langsam ein neues paar Stiefel und will das Rohmaterial selbst fangen. Was Crocodile Dundee und Steve Irwin nicht umbrachte, kann Schroddi doch nur haerter machen und wenn die potenziellen neuen Stiefel schon nicht zu mir kommen, dann komme ich halt zu ihnen.

Bei jeder Gelegenheit fragen wir die Einheimischen, wo denn die besten Orte seien, um mal ein Krokodil zu sehen. Die Meinungen gehen stark auseinander, worin sich jedoch alle einig sind, ist die Tatsache, dass man die Viecher nicht immer sieht, sie einen jedoch immer im Auge haben…damit ist meinem neuen paar Schuhe jedoch nicht geholfen.
Ebenfalls haette ich gerne ein paar Schuhe anstatt einem Schuh und einer Protese, dennoch will ich das ultimative „puh,-das-ist-ja-gerade-noch-mal-gut-gegangen-Erlebnis“. Anderenfalls koennte ich ja einfach direkt hinter der Farm schwimmen gehen. Die ehemaligen Hunde unseres Farmers haben auf diesem Wege bereits Korkos kennengelernt. Ganz so innig brauche ich es dann aber nicht. Naja, wie dem auch sei. Wir hatten einige Tipps eingeholt und am folgenden Wochenende wollte ich mir endlich etwas Rohleder fangen. Den Tag begannen wir an einem Wasserloch, wo wir auf einen sehr sympatischen Australier trafen. Er erzaehlte uns, dass er am Abend zuvor an einem nahegelegenen Billabong genannten Wasserloch ein rund vier Meter langes Krokodil gesehen hatte, welches sich im Sprung einen Vogel fing. Vier Meter? Aber hallo, da springt neben meinen neuen Stiefeln auch noch eine Handtasche fuer Monique raus. Als ich ihm von meiner Misere mit den bisher ungesehenen Krokos erzaehlte, gab er uns noch einen guten Tipp. Wir sollten nach Einbruch der Dunkelheit an den besagten Tuempel fahren und mit einer starken Taschenlampe mal ueber das Wasser leuchten. Dort wuerden ueberall gruselige gelbe Augen der Wasserechsen aufleuchten. Da ich mit meiner Kopflampe sogar Spinnenaugen erspaehen konnte, sollte das ja kein Problem darstellen. So begaben wir uns am folgenden Abend ueber eine schier unendliche Holperstrecke zum besagten Wasserloch. Es war bereits stockfinstere Nacht und am Teich fuehrte ein Steg mit hohem Metallgelaender das Ufer entlang. Bereits am Parkplatz hiess uns ein Krokodilwarnschild willkommen. Juhu, endlich sollte ich zu meiner lang ersehnten Sichtung kommen Monique fand diese Aktion etwas gruselig, hatte jedoch keine Wahl und musste mich begleiten. In Erwartung von Millionen reflektierenden Augen setzte ich meine Kopflampe auf und schwenkte sie ueber das Gewaesser. Allerdings nur fuer wenige Sekunden, da mir binnen kuerzester Zeit Massen an Insekten ins Gesicht flogen. Naja, darauf haette ich auch von selbst kommen koennen. Nach einigen weiteren Versuchen ohne jegliche Krokodilsichtung gab ich dann genervt von Moskitos und Faltern auf. War meine Lampe zu schwach oder hatten die Urzeit Handtaschen etwa den Braten gerochen und waren abgetaucht? Etwas niedergeschlagen ging es zurueck zum Auto, wo ich mein Glueck noch einmal mit dem Fernlicht versuchen wollte. Ich schaltete unser Gefaehrt ein und wollte ueber den Teich leuchten. Irgendwie schien jedoch unser Fernlicht nicht mehr zu funktionieren. Sollte etwa jemand oder etwas versuchen meine Sichtung zu sabotieren und die Kabel durchgebissen haben? Mal wieder auf ganzer Linie gescheitert wollte ich also vom Parkplatz rollen als ich realisierte, dass nicht nur unser Fernlicht, sondern ebenfalls unser Abblendlicht seinen Dienst eingetellt hatte. Mit Standlicht war es nahezu unmoeglich die achsbrecherische Buckelpiste bis zum Highway zurueck zu kommen. So entschied ich dann gezwungenermassen die Nacht am Dinotuempel zu verbringen. Monique konnte sich mit dem Gedanken gar nicht anfreunden. Ich versuchte also das Licht, sowie den Motor mehrmals an und aus zu schalten, jedoch aenderte das offensichtlich nichts. In dem Moment, als wir und dann doch einig waren, die Nacht vor Ort zu verbringen, leuchtete wie von Geisterhand unser Licht wieder auf. Wir waren gerettet und fuhren los, bevor es sich unsere Elektrik noch mal anders ueberlegen sollte.

Zwei Wochen spaeter wollte ich einen neuen Versuch starten. Unweit von unserer Farm kreuzte ein grosser Fluss die Strasse. An diesem Stueck wuerde die Stroemung fuer meine potenziellen Opfer zu gross sein. Daher entschieden wir uns durch den Busch ein Stueck stomaufwaerts zu laufen. Croc 1

Nach einigen hundert Metern endete der Pfad durch den Busch und uns trennte vom Fluss neben etwa 100 Metern dicht bewachsenem Schlangenterritorium ausserdem noch ein kleiner Bach, welchen ich wie Tarzan an einer Liane ueberqueren wollte. Naja, Tarzan hatte wohl nicht ganz so schwere Muskelmasse wie ich. Die Liane riss und es musste halt ein anderer Weg ueber das Gewaesser gefunden werden. Wenige Meter weiter sollte uns eine umgefallene Palme den Weg ebnen.

Nach einigem Gestolper ueber Stock und Stein erreichten wir letztendlich die Wasserkante. Wieder sah alles recht leblos aus. Langsam reichte es mir wirklich.
Kommt ihr mir so, komm ich euch eben anders, dachte ich mir und begann wild zu schimpfen und mit Steinen zu werfen. Diese bloeden Viecher schienen sich ja nicht mal provozieren zu lassen. Die Sonne wanderte bereits gen Horizont und wir mussten uns auf den Rueckweg machen, um uns nicht am Ende in Dunkelheit noch im Dschungel zu verlaufen. Croc 2

Um Kununurra war dies mein letzter Versuch an das kostbare Leder zu kommen. Rund eine Woche spaeter reisten wir weiter nach Darwin, um dort unter anderem zwei Nationalparks mit wunderschoenen Wasserfaellen zu besuchen. Allerdings konnte man auch dort weitestgehend nicht ins Wasser, da es dem Anschein nach von hungrigen Echsen nur so wimmelte. Ich schlich mich auch dort wieder zu jeder Tages- und Nachtzeit an das Wasser, wagte mich auch in eines der Wasserloecher, jedoch war von meinen potentiellen Opfern nach wie vor keine Spur. Mittlerweile war ich mir fast sicher, dass die Horrorgeschichten lediglich eine Legende seien, um die Touristen davon abzuhalten in die oertlichen Wasserloecher zu pinkeln.

Dominator

Dominator

Kurz vor Darwin fand sich ein Schild „Springende Krokodile Tour“. Schweren Herzens entschied ich mich dann zwangslaeufig doch Geld auszugeben, um mir mein Stiefelleder in freier Wildbahn zu fangen. Mit einer Gabel bewaffnet ging es dann auf ein etwa 8 Meter langes Boot. Wir nahmen auf den dortigen Sitzbaenken Platz und waren nur noch durch ein etwa huefthohes Gelaender vom Wasser abgeschirmt. In gemuetlichem Tempo ging es dann den Adelaide Fluss auf und ab. Es dauerte nicht lange bis man in der ferne mit einem scharfen Blick etwas im Wasser schwimmen sah. Unser Guide haengte einen Klumpen Fleisch an einen langen Stock und hielt ihn aus direkt vor meiner Nase aus dem Boot. Gleichzeitig bat er keine Koerperteile ueber das Gelaender zu haengen. Nur wenige Augenblicke spaeter wusste ich auch warum. Etwa 20m vom Boot entfernt verschwand der Krokokopf in der trueben Bruehe, um nur Sekunden spaeter direkt vor meiner Nase aus dem Wasser zu schnellen und quasi in Lichtgeschwindigkeit nach dem Koeder zu schnappen. Croc 4

Selbst meine in der Hitze kochenden Gehirnzellen verrieten mir, dass ich diesen Dinos wohl nicht mit einer Gabel zu Leibe ruecken koennte. Sollte ich mich etwas ueberschaetzt haben? Die Klare Antwort erhielt ich wenig spaeter, als uns Dominator, ein „etwas“ groesseres Exemplar, einen Besuch abstattete. DAS war nun wirklich ein Dino, welcher mich wohl mit einem Happs inklusive meiner Gabel verschluckt haette. Der unsanfte Riese war mit knapp 6 Metern fast so lang wie unser popeliges Boot und haette kein Problem sich zum Mittagessen ein Rind zu reissen. Wenn ich auch sonst vor nichts Respekt habe, ich weiss nicht, ob ich mich in naechster Zeit wieder nachts an unbekannte Ufer schleiche.

Jetzt bin ich zwar nicht zu meinem Leder gekommen, jedoch haette ich das in Darwin mit Leichtigkeit nachholen koennen. Man muss ja ehrlich sagen, dass Australier einen etwas makaberen Sinn fuer Souveniere haben. So gibt es neben aufgeblasenen und praeparierten Ochsenfroeschen mit Whisky-Flasche in der Hand, Kaenguruhoden-Flaschenoeffner, Krokodilhand-Rueckenkratzern sogar Krokodilhand-Schluesselanhaenger, die den Stinkefinger rausstrecken.

Zwei Dinge habe ich nun ueber Krokodile gelernt. Tot schmecken sie nicht und lebendig koennen sie auch echt ekelig werden.

Daher ein Memo an mich selbst: „Halt dich besser von den Wasserechsen fern, lehn dich zurueck und mach lieber mit den Hoden ein Bier auf.“

Prost

Ex Crocodile Hunter Schroddi



Gleich gehts weiter…

14 10 2011

Die letzten Wochen ist es hier wieder ein wenig ruhig geworden. Diesmal lag es nicht daran, dass

Endstation Strassenrand

Endstation Strassenrand

nichts passiert ist oder ich einfach nichts zu Papier gebracht habe. Ganz im Gegenteil. Wir sind rund 7.000 km gereist und haben uns vom Norden ueber die Mitte bis in den Osten des Landes vorgekaempft. Unterwegs haben wir Bekanntschaft mit etwa 20 Mechanikern (zumindest Leute, die sich so nennen), 2 fast verdursteten Liegengebliebenen und einem verdammt heissen Himmelskoerper gemacht. Wir haben den ganz sicher haertesten Teil unserer Reise nach Brisbane nun hinter uns…hoffentlich.

Die naechsten Tage wird also eine ganze Menge Lesestoff auch euch zukommen. Daher  putzt schon mal die Lesebrillen-Glaeser und schmeisst euch ne Tuete Popkorn in die Microwelle, denn

– G                                 G                                 W

–     L                                 E                                  E

–        E                                 H                                  I

–            I                                   T                                 T

–               C                                   S                                 E

–                   H                                                                     R



Update: Reisewetter

18 09 2011

Da sich der ohnehin kalte deutsche Sommer langsam den Ende neigt und ich niemand erfrieren sehen will, gibts jetzt auf der Hauptseite im Menue am rechten Rand ganz oben zum Aufwaermen das aktuelle Schroddi-Wetter, welches ich zukuenftig immer an den aktuellen Aufenthaltsort anpassen werde.

Danke fuer eure Aufmerksamkeit, ihr koennt euch nun wieder schlafen legen…

Humor ist, wenn man trotzdem friert

Humor ist, wenn man trotzdem friert



Mal ne kurze Frage

18 09 2011

Wir werden uns hier nicht so ganz einig und benoetigen mal kurz eure Meinung…

Kaesekuchen zum Fruehstueck?



Schroddis Tag 506 – Wofuer man Angestellte hat

15 09 2011

Ort: Km 12.167, Im Wellblech-Wohnzimmer, Kununurra
Ortszeit: Roadtrip Tag 108, 15.09.2011, 20.30 Uhr
Wetter: 20 Grad
Anwesende: Kopfschmerzen

Bekanntlich muessen Angestellte gelegentlich den Kopf hinhalten, wenn der Chef Scheisse baut. So auch ich heute, als meinem Boss der Lkw-Kuehler aus der Hand rutschte. Keine Angst, aus dem Kopf kamen nur ein paar Dummheiten gequollen und die Wunde wurde mit knapp 500 Stichen schnell wieder genaeht.

Vor nur zwei Tagen wurde ich drauf angesprochen, dass mir schon so lange nichts passiert sei und wohl irgendwas mit meinem Schroddi-Gen nicht stimmen muesse…

…wie man sieht, ist also alles beim Alten und mir geht’s bestens.

Es gruesst

der Brummschaedel Schroddi



Schroddis Tag 504 – Du hast 3 Tage Arbeit fuer uns? Kein Ding, wir bleiben dann mal 5 Wochen

15 09 2011

Ort: Km 12.143, Im Wellblech-Wohnzimmer, Kununurra
Ortszeit: Roadtrip Tag 106, 13.09.2011, 21.00 Uhr
Wetter: Frostige 17 Grad, dunkel
Anwesende: Das Brummen des Kuehlraums

Schrottplatz unter Palmen

Schrottplatz unter Palmen

Nachdem uns oder eher Monique ein Job fuer wenigstens drei Tage zugesagt wurde, erschienen wir bereits zur Arbeit, nachdem wir keine 4 Stunden in Kununurra angekommen waren. Es handelte sich um keine sonderlich grosse Farm und die Besitzer schienen einen leichten aehm, ich nenne es mal Sammlertrieb, zu haben. Um den Wellblechverschlag standen 13 Autos, welche auf den ersten Blick allesamt nicht mehr fahrbereit waren und zum grossen Teil lange vor meiner Geburt gebaut wurden. Ansonsten stapelte sich nicht nur Metallschrott in beachtlichem Ausmasse, sondern fanden sich auch fuenf Wohnanhaenger aus den 70er Jahren, von denen vier ganz sicher nicht mehr auf eigener Achse bewegt werden konnten, ohne auseinander zu fallen.

Papaya- und Bananenmobil

Papaya- und Bananenmobil

Nach kurzer Begruessung wurden wir in unsere Arbeit eingewiesen. An diesem Nachmittag sollten wir Papayas pfluecken. Bis dato hatte ich diese Frucht noch nie in seiner eigentlichen Form gesehen und war fast der Meinung, dass es sich bei Papaya lediglich um einen Geschmacksstoff fuer Fruchtsaefte handelte. Hier liess ich mich also vom Gegenteil ueberzeugen und das Thema Saft war gerade der unangenehmste Punkt an diesen bis Fussball grossen Schwergewichten. Sie wachsen auf bis zu 5 Meter hohen Palmen. Sobald man eine dieser Dinger pflueckt, laeuft aus den Staengeln an der Pflanze, sowie der Papaya selbst eine milchige Fluessigkeit, welche bei Hautkontakt ganz ordentlich anfaengt zu brennen und im schlimmsten Fall einen Ausschlag ausloest. Daher wurden wir mit langen Gummihandschuhen ausgestattet, was bei 36 Grad im Schatten nicht unbedingt die angenehmste Bekleidung war.

Mit Gordon, unserem neuen Kollegen ging es dann ins Feld. Gordon war mindestens doppelt so alt wie ich und muss als Kind mal in einen Topf mit Valium gefallen sein. Er sprach nicht nur in Zeitlupe, nein, er bewegte sich auch so. Mit einem Vorarbeiter diesen Kalibers kam man wenigstens nicht ins schwitzen. Ok, das ist so nicht ganz richtig… Man waere bei 15 Grad weniger wohl nicht ins Schwitzen gekommen. In jedem Fall war die Pflueckarbeit echt gemaechlich.

Nachdem wir genug gesammelt hatten, ging es zurueck in den Verschlag, wo wir die Fruechte wuschen und verpackten. Nach der Arbeit bot man uns an, fuer die Zeit, in der wir arbeiteten in einem der Wohnwagen unterzukommen. Wir lehnten dies erstmal dankend ab und verzogen uns fuer die Nacht wie gewohnt in den Busch rund 10 km ausserhalb der Stadt. Entgegen unseres Gespaechs am gleichen Tag, bat man auch mich am naechsten Tag wieder zur Arbeit zu kommen. So schlugen wir noch mitten in der Nacht um 6.30 Uhr des naechsten Morgens wieder am Farmgelaende auf.

Eine "Ordnung", die nicht lange halten sollte

Eine "Ordnung", die nicht lange halten sollte

Innerlich hatte ich mich bereits auf eine neue Runde Papayas vorbereitet. An diesem Tag sollte es jedoch anders kommen. Die beiden Farmbetreiber-Opis Chris und Neville hatten andere Plaene fuer mich. Eine separate Wellblechhuette, welche bis unters Dach zugemuellt war, sollte entruempelt werden. Ausserdem hatten die Termiten saemtliche Holzbolen zerfressen, welche die Rumpelkammer eigentlich zusammenhielten. Diese sollten nun durch bissfeste Stahltraeger ersetzt werden. An genuegend Rohmaterial dafuer sollte es auf dem Hof schliesslich nicht mangeln.

Es ist immer wieder faszinierend, was sich in den zugemuellten Huetten von Farmern alles so findet. Neben einigen Motoren, groesstenteils in Einzelteilen, zogen wir unter anderem eine rund 50 Jahre alte Honda ans Tageslicht. Obwohl man gegen die dortigen Spinnenweben beinahe mit einer Machete haette vorgehen muessen, fand sich ueberraschenderweise relativ wenig Getier. Die dort heimischen Kroeten erledigte Chris mit einigen gezielten Tritten und nach nur wenigen Stunden kam endlich das Betonfundament zum Vorschein. Nun ging es daran, das zerfressene Holz gegen soliden Stahl zu tauschen. Zu meiner Belustigung wollte man mir dafuer die Bedienung eines Akkuschraubers erlaeutern. Mit einem laecheln erklaerte ich ihm, dass ich zu Hause mit dem grossen Schwestermodell Bosch PSR 18 arbeite. Nunja, man liess mir dann freie Hand. Schnell waren die Traeger zurecht geflext und alles neu verschraubt. Tags drauf stand die Huette wie neu und wartete auf neuen Schrott, der darin gelagert werden koennte.

Dachverlaengerung - nach Fertigstellung mit gut 800 Schrauben befestigt. Die letzten 150 mit blossen Zaehnen reingedreht

Dachverlaengerung - nach Fertigstellung mit gut 800 Schrauben befestigt. Die letzten 150 mit blossen Zaehnen reingedreht

Unsere anfangs besprochenen drei Tage Arbeit waren damit eigentlich um, von erneuter Arbeitslosigkeit jedoch keine Spur. Als naechstes wollten unsere alten Herren das Hauptdach verlaengern, um darunter einen Laster zu parken, welcher dafuer noch mit einem neuen Motor versehen werden muesse. Ausserdem stand noch ein Reifenwechsel von gut 1,5m hohen Traktorraedern, die Reparatur eines monstoesen Pflugs, sowie einigen anderen Kleinigkeiten an. Waehrend ich hier also Bob der Baumeister und Staplerfahrer Klaus spielte, pflueckte Monique weiterhin mit Gordon und zwei Hollaenderinnen Papayas und Bananen. Aus anfaenglichen 3 Tagen Arbeit sind nun vier Wochen geworden. Eine noch, dann hauen wir aber wirklich ab…

Es gruesst Bob der Stapler Schroddi



Schroddis Tag 502 – Mal wieder auf Jobsuche

11 09 2011

Ort: Km 12.102, Im Wellblech-Wohnzimmer, Kununurra
Ortszeit: Roadtrip Tag 104, 11.09.2011, 13.00 Uhr
Wetter: Kuehle 30 Grad, windig
Anwesende: Fliegen – wie fast ueberall

Nach unserem Offroad-Abenteuer steuerten wir langsam aber sicher Kununurra an. Von sehr vielen Leuten hatten wir bereits gesagt bekommen, dass wir ganz sicher einen Farmjob bekommen wuerden, da es um den Ort Anbauflaechen gibt, soweit das Auge reicht. Da wir ohnehin wieder arbeiten mussten, weil sich unser Reisebudget langsam aber sicher drastisch dezimierte, planten wir also am kommenden Montag in den Ort zu fahren und direkt nach Arbeit ausschau zu halten. Zwischen uns und Montag stand nur noch eines: Eine Nacht – Eine Nacht,

Schatz, werf mal nen Stahtraeger nach. Das Hoellenfeuer geht sonst aus

Schatz, werf mal nen Stahtraeger nach. Das Hoellenfeuer geht sonst aus

die wir ohne nerviges Generatorbrummen verbringen wollten. Auf unserer Suche nach einer geeigneten Nische wurden wir auch relativ schnell fuendig. Unser Platz fuer die dunkle Zeit des Tages war das Ufer eines weitestgehend ausgetrockneten Bachlaufs. Da es an trockenem Treibholz nicht mangelte, war eine Feuerstelle schnell eingerichtet und wir ueberlebten die Nacht ohne von wilden Tieren angefallen zu werden.

Am naechsten Morgen ging es dann die letzten gut 100 km vorbei an brennenden Waeldern in die Stadt. Auf den ersten Blick machte Kununurra keinen sonderlich einladenden Eindruck. Das Stadtbild war gepraegt von herumlungernden Aboriginies und die Gebaeude, sowie die nicht vorhandenen Gruenanlagen verspruehten nicht gerade tropischen Charme. Dennoch wollten oder besser MUSSTEN wir hier eine Weile zum Arbeiten bleiben. Entgegen der Aussage, dass es in Kununurra endlose Farmen gibt, hatten wir bisher nur karge Outbacklandschaft gesehen und wunderten uns, wo hier die riesigen Anbaugebiete sein sollten. Unser erster Anlaufpunkt war

Das Lagerfeuer fiel etwas groesser aus

Nach 30 Minuten Fahrt holten wir die Restglut des Vorabends wieder ein

die Touristeninformation, wo ich mich auch gleich schlau machte, wie es denn mit Arbeit aussieht. Die nette Dame am Tresen meinte, dass es gar nicht so schlecht waere und gab mir Telefonnummern von 6 Farmen und einer Arbeitsagentur. Da letztere direkt um die Ecke lag, statteten wir ihr einen kurzen Besuch ab. Der Vorraum war gefuellt mit Backpackern, was uns nicht gerade ein Gefuehl von Hoffnung auf einen Job gab. Dies bestataetigte mir leider auch die dortige Vermittlerin. Auf der Warteliste fuer Farmjobs befaenden sich rund 60 – 80 Leute und es koenne gut 1-2 Wochen dauern bis wir etwas bekommen wuerden. Nach dieser ernuechternden Aussage entschieden wir uns ertmal auf eigene Faust die Farmen abzuklappern. Dazu mussten wir diese jedoch erstmal finden. Da wir auf dem Weg in die Stadt aus westlicher Richtung nichts gesehen hatten, versuchten wir unser Glueck einfach weiter gen Osten. Wir fuhren einige Kilometer aus der Stadt und erspaehten durch die Baeume eine grosse Freiflaeche. Dort trafen wir auf einen alten

Kuerbisernte? Nein, Danke

Kuerbisernte? Nein, Danke

Herren, welcher uns spontan nichts anbieten konnte, jedoch in der kommenden Woche eventuell einige Helfer zur Kuerbisernte brauchte. Wir liessen zwar unsere Nummern da, waren uns jedoch sicher, dass wir nicht eine ganze Woche auf die Kuerbisernte warten wollten. Einige von euch wissen sicherlich, dass die Dinger nicht im Supermarktregal, sondern auf dem Boden wachsen und scheisse schwer sind. Bevor ich mir damit wieder einen Hexenschuss einfange, verkaufe ich doch lieber meine getragene Unterwaesche vorm oertlichen Einkaufzentrum.

So ging die Suche nach einer geeigneten Farm also weiter. Leider jedoch recht erfolglos. Als wir schon wieder beinahe auf dem Rueckweg in die Stadt waren, schleuderte uns ein entgegenkommendes Auto zu allem Ueberfluss auch noch einen Stein in unsere gerade mal drei Monate alte Scheibe und verpasste uns einen netten Steinschlag. Kununurra schien uns nicht gut gewogen. Waehrend Monique

Delorean - Fluxkompensator ausgefallen

Delorean - Fluxkompensator ausgefallen

langsam immer schlechtere Laune bekam und schon gar keine Lust mehr hatte, vor Ort zu bleiben, bekam ich grundlos immer bessere Laune. Auf dem Rueckweg stoppten wir noch an einem Verschlag mit einigen Traktoren, welcher wenigstens farmaehnlich aussah. Dort konnte man uns zwar keinen Job anbieten, jedoch verriet man uns, wo sich die Anbauflaechen befanden. So ging es diesmal gen Norden aus der Stadt und ploetzlich waren wir mitten im Land der Bananen und Mangos. Wir fuhren dort einige Hoefe an, trafen jedoch auf keine Menschenseele. Dann sollten wir jedoch Glueck haben. Arbeit gab es hier fuer uns nicht, allerdings gab man uns den guten Tipp, dass die Farmhelfer des Nachbarn am heutigen Morgen nicht auftauchten und wir unser Glueck mal dort versuchen sollten. Im entsprechenden Hof fand sich in einem Wellblechverschlag ein aelterer Herr, welcher von unserer Arbeitsanfrage etwas ueberfordert schien. Es machte den Eindruck als wuesste er nicht so recht, wie er ein „Nein“ formulieren sollte und kam gegen unsere Hartnaeckigkeit nicht so recht an. So bot er uns anfangs einen Job nur fuer Monique und das auch nur fuer die kommenden drei Tage, was er mit taeglich 100 Dollar vergueten wollte. Wir schlugen zu, da lediglich Monique auf Farmarbeit angewiesen war und wir in den drei Tagen genuegend Zeit haben wuerden, uns nach etwas anderem Umzusehen. Nach diesem kurzen Gespraech wollten wir nur noch mal bestaetigen, dass Monique dann nach der Mittagstause zur Arbeit kommt, jedoch bat er mich dann ueberraschend auch noch zu kommen.

So hatten wir nun noch eine ganze Stunde Zeit, uns ueber unseren ueberraschend schnell gefundenen Job zu freuen, bevor der Ernst des Lebens wieder anfangen sollte…

Es gruesst der Schroddi mit Jobgarantie



Schroddis Tag 481 – Mit Eddy und Wendy auf Abwegen

31 08 2011

Ort: Km 10.816, Am Aschehaeufchen des Lagerfeuers der Nacht zuvor
Ortszeit: Tag 82, 21.08.2011, 10.15 Uhr
Wetter: 25 Grad, leicht windig
Anwesende: Das rauschen einer leichten Windprise in den Baeumen, einige verspielte Kakadus, zwitschernde Voegel, kreisende Adler, der vor sich hin plaetschernde Bachlauf UND EIN BESCHISSEN LAUT BRUMMENDER STROMGENERATOR UNSERES NACHBARS *grrr

Auf unserem Weg von Derby nach Kununurra wollten wir uns unbedingt zwei Dinge ansehen. Zum einen den Wolfe Creek Meteroitenkraten, welcher als Namensgeber fuer einen Film steht, in dem es um einen nicht gefassten Backpacker Killer geht. Zum anderen sollte der Punululu National Park mit seinen Bungle Bungles auf dem Programm stehen. Beide Ziele konnten wir mit unserem handelsueblichen Stadtauto nicht erreichen. Drum planten wir, unser Auto irgendwo stehen zu lassen und per Anhalter weiter zu kommen.

Da sich auf dem Weg zum Krater lediglich eine Strassengabelung anbot, an welcher wir unser ganzes Hab und Gut den Tag ueber stehen lassen koennten und es in der Gegend von Aboriginies wimmelte, entschieden wir uns diese Sehenswuerdigkeit doch lieber auszulassen. Etwas besser schien die Gelegenheit am Punululu National Park. Dort befand sich an der Strassenkreuzung zum Park ein Rastplatz an einem Bachlauf. 06 muhs

Es fand sich ein wunderschoen sandiges Schattenplaetzchen direkt am Ufer, wo wir unser Zelt aufschlagen wollten. Wir hatten uns noch nicht lange niedergelassen, als einer unserer Nachbarn vom anderen Ende des Rastplatzes angelaufen kam und uns den heissen Tip gab, dass wir unser Zelt noch nicht aufschlagen und das Auto besser umparken sollten, da wenig spaeter genau an dieser Stelle eine Rinderherde mit rund 3000 Tieren durchgetrieben werden sollte. Da wir keinen Tunnel in unserem Wohn-, Ess- und Schlafzimmer haben wollten, suchten wir uns vorlaeufig einen neuen Stellplatz. Bereits wenig spaeter hoerte man ganz in der Naehe Hubschrauber und kurz darauf kam das erste Rind um die Ecke, gefolgt von einer riesigen Staubwolke, bestehend aus hunderten von daemlichen Tieren, welche panisch vor den beiden Hubschraubern fluechteten. 07 cowboys

Als sich der Staub irgendwann legte, erschienen vier Reiter, die das Ende der Herde markierten. Nun war es fuer uns an der Zeit, den besten Spot fuer unser Nachtlager zu sichern. Wir breiteten uns als mit dem Zelt auf einer schattigen Sandbank direkt am Ufer des kleinen und wunderschoen verwachsenen Bachlaufs aus.

Am naechsten Tag wollten wir die Bungle Bungles im Punululu Nationalpark ansehen, allerdings sind in dem 53km entfernten Nationalpark nur Allradfahrzeuge mit einer hohen Bodenfreiheit zugelassen. So mussten wir uns halt eine Mitfahrgelegenheit fuer den Tag suchen. Einer unserer Nachbarn bot auch spontan an, uns mitzunehmen, allerdings hatte er eine gehbehinderte Lady dabei, was nicht auf allzu viel Wandern schliessen liess. So lehnten wir das Angebot dankend ab und wollten uns lieber am kommenden Tag direkt an der Highway Abfahrt ein etwas sportlicheres Exemplar suchen.

Am naechsten Morgen standen wir dann also um 8 Uhr an besagtem Ort und versuchten jemand zu finden, der noch nach Unterhaltung fuer den Ausflug suchte. Leider sollte uns das Glueck

Unser bereifter Held

Unser bereifter Held

nicht so gewogen sein. Es war ein recht ruhiger Tag und viele Leute wollten nur mal gucken, jedoch nicht in den Park fahren. Nach ueber einer Stunde rumalberns kam dann ein Lichtblick. Ein Paerchen haette uns so gerne mitgenommen und fuehlte sich furchtbar schlecht, dass sie nicht in den Park fuhren und uns daher nicht helfen konnten. Daher stellten sie sich mit uns hin und fingen an, mit uns die Autos anzuhalten. Nach einiger Zeit erfolgloser Arbeit, fuhr das Paar wieder und wir probierten unser Glueck alleine weiter. Wir kamen mit einem aelteren Paerchen

ins Gespraech und sie boten an, dass sie noch kurz den Wohnanhaenger absetzen wollten und uns dann abholen, falls wir noch da stuenden. Als auch sie nach einer knappen Stunde nicht wieder kamen, dachten wir schon an Aufgabe. Ploetzlich

Noch Pfuetze oder schon Wasserloch?

Noch Pfuetze oder schon Wasserloch?

kamen Eddy und Wendy dann wieder um die Ecke gerauscht und baten uns in ihrem Nissan Navara Platz zu nehmen.

Die Tour konnte endlich losgehen. Mittlerweile war es fast halb Elf. Bis zum eigentlichen Parkeingang sollten noch 53km Staubpiste vor uns liegen. Auf den Informationstafeln vor Ort war angeschrieben, dass die Strecke rund 2-3 Stunden in Anspruch nehmen wuerde, was wir uns jedoch nicht wirklich vorstellen konnten. Der Weg war sehr rauh und wir waren uns nach den ersten paar Kilometern sicher, dass es bereits bis zu diesem Punkt saemtliche Teile an unserem Auto locker geruettelt haette. Dies sollte

Zeit den Aussenborder auszupacken

Zeit den Aussenborder auszupacken

jedoch nur ein Vorgeschmack von dem sein, was noch bevorstand. Nach einigen Minuten Fahrt erreichten wir den ersten von einer Hand voll Bachlaeufen, die es zu durchqueren gab. Wir pfluegten uns also durch das huefthohe Wasser, in dem unser Fahrer Eddy sichtlich seinen Spass hatte. Der Weg wurde immer extremer. Die Schlagloecher tiefer, die Steine groesser und die Kuppen steiler. Unsere Anschnallgurte waren schwer damit beschaeftigt uns in den Sitzen zu halten, waehrend Eddy und Wendy Schwank aus ihrer Jugend erzaehlten. Vor einem der letzten Bachlaeufen tauchte vor uns ploetzlich ein Auto mit Wohnanhaenger auf. Unglaeubig trauten wir unseren Augen nicht. Beim besten willen konnten wir uns nicht vorstellen, wie er den Weg bis zu diesem Punkt geschafft hatte. Der Verrueckte musste bis an diesen Punkt nicht nur 03 Der Staubteufel war ueberallseine Inneneinrichtung zerlegt, sondern sein Wohnzimmer ebenfalls geflutet haben. Eddy hatte dafuer ueberhaupt kein Verstaendnis und regte sich vergnuegt ueber so viel Bloedheit auf. Nach ueber 2,5 Stunden Fahrt kamen wir ordentlich verstaubt und geschuettelt, nicht geruehrt im Park an. Niemand hatte erwartet, dass es so eine Ewigkeit dauern wuerde. Da es mittlerweile bereits frueher Nachmittag war, blieb uns nicht einmal mehr eine Stunde zum Wandern, bevor es schon wieder auf den Rueckweg gehen musste. Die Fahrt zog sich unheimlich, Eddy hatte hinter dem Steuer jedoch seinen Spass. Er lebte mit seiner Frau nun schon seit 52 Jahren in Australien, lange bevor es im Land anstaendige Strassen gab, jedoch waren sich beide

Bungle Bungle

Bungle Bungle

einig, dass dies das wohl abenteuerlichste Streckenstueck war, welches sie je bewaeltigt hatten. Als wir nach weiteren ueber 2 Stunden endlich wieder den Highway erreichten, gab auch bereits das Auto etwas seltsame Klaenge vor sich. Leicht Seekrank kamen wir gluecklich am Abend wieder an unserem Schlafplatz an. Wir hatten zwar vom Nationalpark nicht viel gesehen, jedoch war in diesem Fall der Weg das Ziel. Am naechsten Tag sollte es dann wieder auf befestigten Strassen weiter nach Norden gehen. Das naechste Abenteuer wuerde schon irgendwo auf uns warten.

Es gruesst das Offroader Schroddi
(Geschuettelt, nicht geruehrt)



Schroddis Tag 480 – Oom Broome Heroom

28 08 2011

Ort: Km 10.816, Mal wieder ein Rastplatz am Great Northern Highway
Ortszeit: Tag 81, 20.08.2011, 17.00 Uhr
Wetter: 26 Grad, wolkenlos
Anwesende: Der scheinbar unendliche Highway

Vollgestopft mit beeindruckenden Impressionen fuhren wir vom Karijini Nationalpark wieder auf den Highway Richtung Norden. Dort sollten wir nach rund 450 km endlich wieder das Meer zu Gesicht bekommen. Ein Blick in unseren Reisefuehrer hatte uns verraten, dass es in einem winzigen Dorf einen Traumstrand mit einem super Schnorchelspot geben sollte. Wir wollten nicht nur die Chance fuer einen Schnorchelausflug nutzen, sondern auch die rote Staubkruste von unseren Koerpern loesen und nach der ersten Dusche seit gut 5 Tagen endlich mal wieder wie normale Menschen aussehen. Vor Ort war der Strand recht schnell gefunden. Zwar hatte das Wasser wunderschoene Blautoene, jedoch schien es etwas trueb. Dennoch sprangen wir ins warme Nass, gaben das Schnorcheln jedoch nach kurzer Zeit auf, da es nicht nur trueb sondern auch alles andere als Fischreich war. 07 lighthouse

Zu unserer Ueberraschung waren wir auch nach 20 Minuten im Wasser unsere rotbraune Kruste nicht los. So half also nur noch Seife und echte Handarbeit unter der nahegelegenen Stranddusche. Mit einem wesentlich blasseren Hautton fuhren wir anschliessend ein weiteres Stueckchen entgegen unserer eigentlichen Route nach Westen, um uns Karratha, eine Industriestadt anzusehen. Meine erste Anlaufstelle war ein Elektrofachhaendler auf der Suche nach einer neuen Kamera. Nach einiger Zeit Internetrechersche fiel meine Wahl und ich lief kurze Zeit spaeter mit einem wesentlich leichteren Portmonaie und meinem neuen Spielzeug aus dem Laden. Entschieden hatte ich mich fuer ein staub- und wasserdichtes Exemplar, was auf unserem weiteren Trip wohl von Noeten sein wuerde.
Gegen Abend verliessen wir die Stadt wieder, diesmal Richtung Osten, um ein abgelegenes Flussufer zu unserem Nachtlager zu machen. Headland

Am naechsten Mittag fuehrte uns der Weg in das rund 200km entfernte Port Headland. Ein ebenfalls nicht besonders schoener Ort, gepraegt von Industrie, wo es uns nicht lange hielt. Nachdem auch Monique stolze Besitzerin einer neuen Kamera war, kehrten wir auch dieser Stadt den Ruecken. Das naechste Ziel lag ca. 650 km gen Nordosten und hiess Broome. Diese Strecke wollten wir diesmal versuchen mit einer Tankfuellung abzufahren. Eine echte Herausforderung, da wir es bisher nie ueber 550km geschafft hatten.

Unterwegs sollten wir nicht eine einzige Stadt passieren, jedoch fuhren wir entlang des 80 Mile Beach, welchem wir unbedingt einen Besuch abstatten wollten. So Bogen wir kurz vor Sonnenuntergang in eine unbefestigte Strasse, die jedoch in einem erbaermlichen Zustand war und uns eine Maximalgeschwindigkeit von 10 bis 30 km/h erlaubte. So drehten wir bald um und wollten es am naechsten Tag noch einmal an anderer Stelle versuchen. Nach einer Nacht direkt 03 80 mileam Highway und weiteren endlosen Kilometern mit diversen Schlangenbegegnungen fand sich ploetzlich eine Abfahrt zu einem am Strand gelegenen Bushcamp in nur 8km Entfernung. So quaelten wir unser Auto ueber die nicht gerade dankbare Buckelpiste zum Parkplatz des nahegelegenen Camps. Ueber einen Huegel gelaufen, mussten wir feststellen, dass es bis zum Strand noch ein ganzes Stueck zu laufen ist, worauf ich in der Hitze nicht annaehernd Lust hatte. Also beschloss ich zurueck zum Auto zu gehen und versuchte verbotener Weise durch das Camp zu fahren. Gesagt – getan, schlugen wir mit dem Auto an der Strandbar auf, wo wir uns als Tagesbesucher anmelden mussten. Ich schickte Monique rein, welche nach ihrem Karijini Sturz nur leicht ueberzogen als Hinkebein vorstellig wurde. Zu meiner Ueberraschung kam sie wenige02 Strandsofa Minuten spaeter raus und sagte mir, dass wir zurueck zum Parkplatz fahren koennten, um von dort mit einem Elektroauto abgeholt zu werden. Wir standen kaum in der Parkbucht, wartete bereits ein Golf Caddy hinter uns. Nach einer rasanten Fahrt fanden wir uns nur wenige Minuten spaeter an einem wunderschoenen Strand wieder, wo sogar unter Sonnensegen Sofas standen. Wir schmissen uns also auf eines der gemuetlichen Dinger und genossen den genialen Ausblick. Entgegen unserer Hoffnungen tauchte unser persoenlicher Buttler mit dem kalten Sekt und den Haeppchen nicht mehr auf, jedoch konnten wir damit leben.

Einige Stunden spaeter in Broome angekommen, galt es herauszufinden, was der Ort sehenswertes zu bieten hat. Neben Dinosaurierspuren, dem Staircase to the Moon und einigen anderen Kleinigkeiten schien es leider nicht allzu viel zu sein. Dafuer ist der Ort jedoch fuer seine Perlenindustrie bekannt, in der wir gerne einen Job gefunden haetten.
Da sich der Tag sich aber bereits dem Ende neigte, fuhren wir wieder aus der Stadt, um einen Schlafplatz zu finden. Etwa 20km ausserhalb sollte es einen Parkplatz mit Uebernachtungsmoeglichkeit geben. Nach kurzer Zeit erreichten wir den Parkplatz, von welchem ein Pfad in den Busch fuehrte. Nach rund 100 Metern erreichten wir eine kleine freie 04 BroomeFlaeche, in deren Mitte ein kleines Lagerfeuer loderte. Ich stieg aus dem Auto und traf auf einen massigen Australier, der mich herzlich begruesste. Um das Lagerfeuer standen einige Campingstuehle und ueberall lagen leere Flaschen und jede Menge Krempel herum. Es machte einen recht gemuetlichen Eindruck und liess darauf schliessen, dass dies wohl der einzige Rastplatz sein koennte, auf den sich endlich mal kein Rentner antreffen lassen wird. Wir sassen eine weile um das Feuer, als zu spaeterer Stunde noch einige Backpacker aus Deutschland, Frankreich und Israel auftauchten, die hier allesamt schon eine Weile lebten und in Broome arbeiteten. Es wurde eine lustige Runde bis ich irgendwann zu spaeter Stunde ins Bett oder besser ins Auto fiel. Am naechsten Morgen liess sich mit noch dicken Augen bei Tageslicht erstmal das ganze Ausmass des Chaosses erblicken. Man, war das eine Muellhalde, jedoch die mit Abstand sympatischste, auf der ich seit Langem gewohnt habe. Wenig spaeter duesten wir zurueck in die Stadt

Die Jobsuche in der Perlenindustrie fiel leider relativ ernuechternd aus. Die Saison stand kurz vor dem Ende und es wurde kein Personal mehr benoetigt. Daher beschlossen wir am kommenden Tag den Ort wieder zu verlassen und wollten es uns am Nachmittag noch etwas gut gehen lassen. 05 cliffs

Wenig spaeter fanden wir uns am nahegelegenen Cable Beach zu einem erfrischenden Badevergnuegen wieder. Gegen Abend sollte die Ebbe den Wasserspiegel um rund 8 Meter absenken und an einem nahegelegenen Stueck Steilkueste verschiedene Dinosaurier Fussabdruecke freilegen, welche wir uns unbedingt ansehen wollten. Hierzu mussten wir jedoch 15 Meter die Felskueste herabklettern. Auf den rutschigen Felsen sollte es der nach wie vor ledierten Monique wieder die Beine wegziehen und sie landete Ruecklings mit ihrer Kamera voran auf dem nackten 06 footprintsStein. Glueck im Unglueck war, dass auch sie sich wenige Tage zuvor nicht nur eine wasserdichte, sondern auch stossfeste Kamera zugelegt hatte. Mit neuen Schrammen und dicken blauen Flecken ging es weiter und wir fanden tatsaechlich die Hinterlassenschaften der faszinierenden Urzeitriesen.

Nach Einbruch der Dunkelheit fanden wir uns erneut in unserem vermuellten Nachtlager ein, wo wir einen spassigen Abend hatten. Nach einer Aufraeumaktion in unserem ebenfalls chaotischen rollenden Schlafzimmer ging es weiter des Weges. Unser naechstes groesseres Ziel sollte Kununurra heissen. Von vielen Leuten hatten wir gehoert, dass es dort reichlich Farmarbeit gaebe, was unseren Portemonaies ganz gut taete. Hoffentlich wuerden wir diesmal bei der Jobsuche mehr Glueck haben.

Es gruesst der Schroddosaurus Chaoticus



Schroddis Tag 478 – Staub vs. Kamera

22 08 2011

Ort: Km 10.691, , Highway zwischen Fitzroy Crossing und Halls Creek
Ortszeit: Tag 79, 18.08.2011, 17.00 Uhr
Wetter: 26 Grad, wolkenlos
Anwesende: Der scheinbar unendliche HighwayS7300082

Mit lautem Gejohle hatten wir endlich Exmouth hinter uns gelassen. Wir freuten uns ein Loch ins Knie, dass wir endlich wieder auf der Strasse waren und unserem Entdeckungstrieb nachgehen konnten. Unser naechstes Ziel sollte rund 650 km Entfernt liegen und Karijini National Park heissen. Wir hatten bereits von vielen Leuten gehoert, dass einige Besucher des Parks mit bis zu drei platten Reifen zu kaempfen hatten und der naechstgelegene Ort quasi vom Reifenhandel lebe. So holten wir uns ein spitzen Angebot des Exmouther Reifenhaendler fuer ein zweites Ersatzrad ein, wie wir es guenstier wohl nie wieder bekommen wuerden. Ungluecklicherweise hatten wir jedoch nicht den blassesten Schimmer, wo wir ein zweites Ersatzrad unterbringen sollten, zumal unser Autochen nach alleine schon 100 kg Zuladung nur fuer Lebensmittel, Getraenke und Zusatztreibstoff ohnehin bereits ordentlich in die Knie ging. So entschieden wir letztendlich, unser Glueck mit nur einem Ersatzrad heraus zu fordern. Ampel

Nach Stunden Fahrt durch das absolute Niemalsland, in der wir auf gut 500km nicht einen Ort passiert hatten, endeten wir unglaeubig an einer roten Ampel. Wir trauten unseren Augen nicht, Inmittten dieser kargen Outbacklandschaft stand tatsaechlich die seit ueber 7.000 km Strecke die erste Ampelanlage inlusive zwei Strassenlaternen. Nachdem uns ein Mienen zugehoeriger Roadtrain kreuzte, setzten wir immernoch total entsetzt unsere Fahrt fort. Nach einem Tankstop und einigen kleineren Besorgungen in der am Nationalpark gelegehenen Stadt Tom Price, fuehrte uns unser Weg an einen Aussichtspunkt, wo wir unser Nachtlager aufschlugen. Nach einer Muetzte Schlaf erreichten wir am kommenden Vormittag den Parkeingang. Karijini ist nicht nur fuer die vielen Plattfuesse, sondern ebenfalls als einer der schoensten Nationalparks des Kontinents mit

Die Putzfrau war im Urlaub und hatte den Staubwedel mitgenommen

Die Putzfrau war im Urlaub und hatte den Staubwedel mitgenommen

traumhaften Schluchten bekannt. Ausserdem sollte es „etwas“ staubig werden. Wenige Kilometer nach Parkeingang endetete auch bereits die befestigte Strasse und es ging auf roter Schotterpiste weiter. Binnen kuerzester Zeit waren nicht mehr die Reifen unsere groesseste Sorge, sondern brachten uns die Hals- und Achsbrecherischen Schlagloecher ganz schoen ins Schwitzen. Durch den aufgewirbelten Staub setzte sich binnen kuerzester Zeit ein orange-roter Schleier ueber alles, was sich am und im Auto befand. Nach rund 48km Holperstrecke erreichten wir die Weano Schlucht mit exakt 200 000 km auf dem Tacho. Zur Feier des Tages wurde also an Ort und Stelle eine Flasche warmer Sekt gekoepft und auf unseren treuen und mittlerweile arg staubigen Begleiter angestossen.

Im ganzen Land sind Wanderwege mit den Streckenklassen „1 – Rollstuhlfahrertauglich“ bis

Der Staubteufel tobte sich im Kofferraum aus

Der Staubteufel tobte sich im Kofferraum aus

Klasse „6 – Geh ruhig weiter, wenn du schmerzvoll sterben willst“ gekennzeichnet. Da wir noch nicht im Rollstuhl sitzen, suchten wir uns also fuer den ersten Trip einen Weg mit den Klassen 4 bis 6 aus.

Bereits am Eingang zur ersten Schlucht schien die unglaubliche landschaftliche Schoenheit oder der Feinstaub der letzten 50 Kilometer meiner Kamera einen optischen Schock verpasst zu haben. So sollte meine Kamera ausgerechnet an einem Mekka fuer Hobbyfotographen, mehrere hundert Kilometer entfernt vom naechsten Elektrowarenhaendler, seinen Dienst einstellen. Zwar hatten wir noch Moniques Kamera dabei, jedoch hatte die seit dem letzten Diebstahl ebenfalls einen Schlag weg und machte keine scharfen Bilder mehr. Etwas angefressen aber erwartungsfroh ging es dann einen relativ steilen Abstieg in die Schlucht hinab.

Das letzte Bild...Objektivsprengende Schoenheit oder doch Staub?

Das letzte Bild...Objektivsprengende Schoenheit oder doch Staub?

Von hier an sollte es nun in Schwierigkeitsgrad 5 weitergehen. Wir waren bestens augestattet:

Ueberlebensausruestung Schlucht 1:

  • 2 Rucksaecke
  • Kampfstiefel
  • Taschenmesser
  • 3 Liter Wasser
  • Muesliriegel
  • 2 Digitalkameras, 1 Unterwasserkamera
  • Badesachen
  • Kappe
  • Handtuecher
  • Sonnencreme04 Klettermax

Nach einiger Felskraxelei am Wasser entlang, erreichten wir bereits nach 50 Metern die erste unvermeidliche Wasserdurchquerung. Also Schuhe aus, Hose hochgekrempelt und ab durchs kuehle nass. Ha, kuehle Nass? Die glasklare Bruehe hatte in etwa die gleiche Temperatur wie Trockeneis!!!! Holla die Waldfee, ich dachte mir frieren die Fussgelenke ein. Anschliessend ging es dann mit nassen Fuessen in Stiefeln weiter. Allerdings nicht lange, da es nach dem folgenden Felspool in eine enge Felsspalte ging, durch welche sich Wasser in rasender Geschwindigkeit drueckte. Diese Engstelle fuehre uns zu einem weiteren Pool, hinter dem das Wasser ein steiles Stueck hinabschoss und vorlaeufig in einem kleinen Wasserfall mit angrenzendem Wasserloch endete. Ab diesem Punkt hatte der Pfad bereits die Todesstufe 6 und sollte nicht mehr ohne Ausbildung, Kletterequipment, Guide oder etremen Todeswillen betreten werden.

Extravagante Badewanne

Extravagante Badewanne

Etwas frustirert sassen wir am oberen Rand des Abgrunds, als ich ploetzlich jemand in blauem Shirt am Fusse des Wasserfalls vorbeihuschen sah. Von da an ward er fuer einige Zeit nicht mehr gesehen. Rund 10 Minuten spaeter tauchte dann ploetzlich dieser Herr in blauem Shirt und ostdeutscher Herkunft bei uns auf und erzaehlte, dass man da mit leichtem klettern noch ein ganzes Stueck weiter kommt und wir es ruhig probieren koennten. Er musste ein echter Kletterfreak oder total bekloppt sein. Seine Rambo-Unterarme deuteten auf ersteres hin. Dennoch schoepften wir neuen Mut, doch noch ein Stueck weiter zu kommen. Wir wagten uns also vorsichtig etwas den angeblich leicht bekletterbaren Wasserfall herunter, um dann schliessend an einem etwa 2m hohen Ueberhang zu enden. Wir entschieden uns gegen einen Einsatz der Flying Doctors und sprangen stattdessen in eines der eiskalten Wasserloecher. Nachdem ich auf dem Rueckweg zum 27. Mal Meine Stiefel aus -und angezogen hatte, beschloss ich mein Equipment in der zweiten Schlucht den Gegebenheiten etwas anzupassen. Wir kraxelten also den ganzen weg zurueck zum Auto, um uns etwas zu staerken. Mit leicht geaendertem Gepaeck machten wir uns auf den Weg in die zweite Schlucht.

Ueberlebensausruestung Schlucht 2:07 ...

  • 2 1 Rucksaecke
  • Kampfstiefel Sneaker
  • Taschenmesser
  • 3 1,5 Liter Wasser
  • Muesliriegel
  • 2 1 Digitalkameras, 1 Unterwasserkamera
  • Badesachen
  • Kappe
  • Handtuecher
  • Sonnencreme

Diesmal mit etwas leichterem Gepaeck wollten wir unser Glueck auf einem Weg der Klasse 4 versuchen. Bereits nach wenigen Metern mussten wir die Schuhe wieder ausziehen, wateten erneut durch Wasser, kraxelten Steilwaende entlang und erreichten diverse Pools, bevor erneut kein Weiterkommen war. Auf dem Rueckweg erwischte es Monique. Sie verlor den Halt und Rutsche baeuchlings die Wand entlang ins eisige Wasser. Gluecklicherweise hatte sie sich ausser einigen groesseren Blessuren nichts geholt und ich hatte zu diesem Zeitpunkt ihre Kamera.

Nachdem wir uns den Weg wieder aus der Schlucht erkaempft hatten, neigte sich der Tag bereits dem Ende nahe und es war Zeit ein geeignetes Nachtlager zu finden. Die Wahl lag irgendwo zwischen einem nahe gelegenen Zeltplatz in 10km Entfernung fuer 14$/Nacht, einem rund 50km entfernten Platz fuer die Haelfte oder einer kostenlosen Nische am Strassenrand. Option 1 fiel fuer uns definitiv aus und wir machten uns erstmal auf dem Weg zum entfernter gelegenen Platz fuer billig Geld. Rund 10 Kilometer vor unserem Ziel trafen wir auf eine Strassengabelung, an der verdaechtigerweise nur eine Richtung ausgeschildert war.

Unsere Neugier trieb wie nicht anders zu erwarten in die unbeschilderte Richtung. Dort trafen wir nach wenigen Metern auf einen kostenlosen Ueberlaufcampingplatz.
Wir bauten also das Zelt auf und erprobten unsere mittlerweile teilweise staubig rot gefaerbte Luftmatratze auf steinigem Untergrund.

Am naechsten Tag fuehrte uns unser Plan erneut etliche Kilometer ueber die Staubpiste. Nach sauberer Atemluft japsend erreichten wir die Knox Schlucht.

Ueberlebensausruestung Schlucht 3:09 Wasserfall

  • 1 Rucksack Wasserdichter Beutel
  • Sneaker
  • Taschenmesser
  • 1,5 Liter Wasser
  • 1 Digitalkameras, 1 Unterwasserkamera
  • Badesachen (bereits angezogen)
  • Handtuecher

Nachdem wir einige Stunden Wanderung in reinster Luft hinter uns hatten, erreichten wir gegen Mittag dennoch etwas ausser Atem das Auto. Als naechstes Stand ein Wasserfall auf dem Programm, in dem wir endlich die rote Hautschicht abwaschen wollten.

Als wir gerade vom Parkplatz rollten, fiel mir ein fieses metallisches Schleifgeraeuch auf, welches von unserem Auto stammen musste. Genau genommen schien der Laerm von unserem rechten hinteren Rad stammen, es liess sich jedoch von aussen nichts erkennen.

Ich hatte keine Ahnung was das sein koennte, jedoch beschloss ich, mich in meiner maennlichen Ahnungslosigkeit einfach mal fachmaennisch unter das Auto zu legen.
Gut, dass ich kurz vor Abfahrt in Donnybrook noch einen Wagenheber vom oertlichen Schrotthaendler auftreiben konnte, dem Ding jedoch nicht wirklich vertraute.

Wagenheber mit nebenliegender Gesichtsversicherung

Wagenheber mit nebenliegender Gesichtsversicherung

Ich wollte nicht, dass in meiner Todesanzeige eines Tages stehen wird „Von einem Kofferraum voll Thunfisch und Dosenfutter erschlagen“. Daher suchte ich die Gegend nach einer entsprechenden Gesichtsversicherung ab und fand relativ schnell einen bestimmt 500 Kilo schweren Hinkelstein, welchen ich wie Obelix zum Auto schleppte und neben den Wagenheber legte. Nun konnte ich endlich auf Schadenssuche gehen. Relativ schnell war zu meiner Beruhigung der Uebeltaeter ausgemacht. Es handelte sich um ein gebrochenes Schutzblech fuer die Bremsscheibe, welches in der Felge schliff. Ich habe es entfernt und nun faehrt es halt im Kofferraum mit,

Frage an jemand, der Ahnung von der Materie hat: Sollten wir das besser wieder festschweissen lassen? Ich meine, noch bremst das Auto 😀10 Wasserfall 2

Wenig spaeter am Wasserfall angekommen, diesmal mit der gleichen Ausruestung wie am Morgen, ging es ueber einen gruselig steilen Abstieg an den Fuss des Wasserfalls, in dem wir endlich unsere rote Staubschicht abwaschen wollten. Etwas unbeholfen musste ich im Eiskalten Wasser feststellen, dass der Feinstaub offenbar nicht wirklich wasserloeslich war. Zumindest nicht im -500 Grad kalten Wasser. Nach einer Verschnaufpause am Wasserloch versuchten wir uns am steilen Aufstieg und erreichten wenig spaeter wieder unser staubiges Zuhause auf vier Raedern.

Mittlerweile war es frueher Nachmittag und wir wollten auf dem Rueckweg ins Camp noch eine weitere Schlucht mitnehmen.

Mittels der Erfahrungen der vorherigen beiden Wanderung stellte ich dann mein Ueberlebensequipment fuer die letzte Schlucht des Tages zusammen:

  • Wasserdichter Beutel
  • Sneaker Flip Flops
  • Taschenmesser
  • 1 Digitalkamera, 1 Unterwasserkamera
  • Badesachen (bereits angezogen)
  • Autoschluessel

…Manchmal ist weniger einfach mehr!RIMG0122

Entgegen allem was wir zuvor abgekraxelt waren, handelte es sich hier lediglich um einen Spatziergang ohne jegliche Herausforderungen, allerdings fuer die am Vortag gestuerzte und mit einem dicken Knie gezeichnete Monique genau das Richtige. Gegen Abend wollten wir uns dann wieder auf dem kostenlosen Ueberfuellungscampingplatz breit machen. Diesmal fanden jedoch nicht das entsprechende Schild und ausser uns war niemand zu sehen. Etwas verunsichert kuemmerten wir uns erstmal um die Verpflegung. Zur spaeteren Stunde kamen dann doch noch einige Autos angefahren und wir bauten beruhigt unser Zelt auf.

Am naechsten Morgen stand noch ein Besuch einer weiteren Schlucht mit Wasserfall auf dem Programm. Unerwartet frueh waren wir bereits gegen 11 Uhr zurueck am Auto und kehrten dem Nationalpark nach knapp drei echt schoenen Tagen den Ruecken…ungluecklicherweise jedoch ohne anstaendige Fotos. Dies hatte jedoch den nicht ganz unvorteilhaften Punkt, dass die dort entstandene Bilderreihe „Wildpinkeln an den schoensten Orten der Welt“ ebenfalls nicht ganz scharf geworden ist. Der Kauf einer neuen Kamera war daher einer der naechsten Punkte, sobald wir die Zivilisation wieder erreichen sollten.

Es gruesst der un(ab)gebildete Schroddi



Schroddis Tag 466 – Warum den Kopf in den Sand stecken, wenns unter Wasser doch viel schoener ist?

14 08 2011

Ort: Km 7.587, Parkbank im Ortskern Exmouth
Ortszeit: Tag 65, 06.08.2011, 18.00 Uhr
Wetter: 21 Grad, bewoelkt
Anwesende: –

Wenn wir mal einige Tage abschalten wollten, haben wir uns gerne aus Exmouth in den nahegelegenen Cape Range Nationalpark abgeseilt. Da die sehr begrenzten Zeltplaetze im Park permanent ausgebucht sind, ist die nahezu einzige Moeglichkeit einen der kostbaren Schlafplaetze zu ergattern, morgens bei Parkoeffnung einer der Ersten am Eingang zu sein. Vor unserer Abreise in Donnybrook habe ich mir sagen 06 DDuenenlassen, dass man sich bereits um 5 Uhr anstellen sollte, um rund drei Stunden spaeter einer der Gluecklichen zu sein. Daher suchten wir uns fuer die kommende Nacht einen moeglichst nahen Schlafplatz, welcher uns nur wenige Kilometer vor Parkeingang in die Sandduenen fuehrte. Noch mitten in der Nacht ging es in der Dunkelheit auf zur Warteschlange, wo wir das Zweite von spaeter zehn Autos waren und somit einen der vier freien Campingplaetze ergatterten. Nach drei weiteren Stunden Schlaf erhielten wir letztendlich das heiss ersehnte Ticket und fuhren stolz wie Harry in den Park. Zwar bekamen wir nur zwei der gewuenschten drei Naechte, jedoch sollte das unsere Freude erstmal nicht trueben. Bei der Fahrt nach Sueden, wo man auf der einen Seite einen kleinen Gebirgszug und auf der anderen Seite einige der Emuschoensten Straende der Australiens hat, kreuzten direkt vor unserem Auto nicht nur Kangaroos, sondern auch noch eine Gruppe Emus die Strasse. Wir waren also schon mal gewarnt extrem vorsichtig zu fahren und es sollte nur eine zarte Andeutung von dem sein, was uns am kommenden Tag noch erwarten wuerde. Als wir dann wenig spaeter in der Turquoise Bay ankamen und das tuerkise Wasser schimmern sahen, hielt es uns nicht laenger an Land. Wir schnallten uns diese uebergrossen Dinger an die Fuesse, mit welchen man unmoeglich vorwarts laufen kann, setzten wasserdichte Brillen auf, steckten uns Plastikrohre in den Mund und Photo20_6Asprangen ins angenehm warme Nass. Neben Schildkroeten, Rochen und kunterbuntem tropischen Fisch gab es ausserdem die schillernde Korallenlandschaft des Ningaloo Riff zu bewundern. Nachdem wir am Nachmittag dann unser Zelt aufgestellt hatten, sassen wir am Strand mit unseren sieben Nachbarparteien im Stuhlkreis und hatten eine ganz witzige Runde, bei der die aelteren Herren ploetzlich zu Bullenbaendigern, Outbackcowboys und Haifaengern (natuerlich mit blossen Haenden) wurden.

07 Ray

Der naechste Tag begann etwas wolkig und windig, sodass nur ich mich morgens zur Flut am Oyster Stacks Strand ins Wasser traute, dafur jedoch mit einem wunderbar fischreichen Schnorchelgang belohnt wurde. Um uns anschliessend aufzuwaermen, goennten wir uns eine rund 4km lange Wanderung entlang einer etwas unwirklich wirkenden Schlucht. Nach dem darauf folgenden Schnorchelgang folgte noch ein nicht ganz unwichtiger Programmpunkt: Mission „Кontakt mit der Aussenwelt

Dafuer hatten wir knapp 55km zu einem Leuchtturm zu fahren, welcher auf einem etwas groesseren Huegel gelegen war und somit Handyempfang ermoeglichte. Man kann dort jedoch nicht nur telefonieren, sondern auch wunderbar Wale beobachten und bei guter Pasta gnadenlos die Zeit vergessen.

08 Hoppeltier

Als wir satt und bereit fuer den Heimweg waren, blieb uns noch rund eine halbe Stunde bis zum Sonnenuntergang, was bedeutete, dass bereits Kaenguruzeit angebrochen war. Ungluecklicherweise lagen vor uns noch rund 55 Kilometer durch Territorium des treudoofen Hoppeltiers. Bereits nach wenigen Kilometern tauchten die ersten potenziellen Salamis am Strassenrand auf. Es wurden immer mehr und binnen kuerzester Zeit liessen sich keine 50 Meter mehr fahren, ohne, dass nicht jemand unangekuendigt die Strasse ueberquerte oder einfach nur froehlich kauend am Strassenrand eine Bedrohung fuer sich und Andere darstellte. Wir drosselten das Tempo auf nahezu stop and go und poebelten die leichtsinnigen Kaengurus und Wallabies gut gelaunt an. Nach knapp zwei Stunden waren die 50 Kilometer dann endlich geschafft und wir erreichten nach einer Tortur aehnlich dem frankfurter Berufsverkehrs endlich unser einsames Zelt.

S7300309

Den naechsten Morgen mussten wir unseren Strandschlafplatz leider wieder raeumen und machten uns anschliessend einen gemuetlichen Strandtag. Als wir dann am spaeten Nachmittag kurz vor Aufbruchszeit noch ein letztes Mal im bei Ebbe nur knapp knietiefen Wasser plantschten, trauten wir unseren Augen kaum als doch tatsaechlich nur wenige Meter von uns einige Riffhaie auftauchten und unbeeindruckt von den zaehen Zweibeinern auf Beutejagd gingen. Da wir noch den kommenden Sontag zur Verfuegung hatten, jedoch keinen Schlafplatz mehr bekommen konnten, verliessen wir gegen Abend den Nationalpark und schlugen in den benachbarten Sandduenen wieder unser Nachtlager auf.

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Als wir am naechsten Morgen in aller Fruehe aufstanden, um puenktlich vor Parkoeffnung wieder an den Traumstraenden aufzuschlagen, tauchte vor unserem Auto ein wunderschoener Hund auf. Als er uns bemerkte, flitzte er sofort zurueck in den Busch und beobachtete uns skeptisch aus der Ferne. Es hatte in aller Fruehe eine Sekunde gedauert, um zu schalten, dass es sich nicht um einen normalen Hund, sondern einen wilden Dingo handelte. Der Rest des Tages verlief sowohl ueber als auch unter Wasser relativ unspektakulaer. Das unumstrittene Highlight des Tages war wohl die erste Suesswasserdusche seit Tagen auf dem Weg zurueck nach Exmouth.

Bei unserem zweiten Abstecher in den Park blieb uns jedoch nur eine Nacht, fuer die wir schlau wie Fuchs unseren Schlafplatz vorab im Internet gebucht hatten. So goennten wir uns einen schoenen Strandtag und tauchten erst am spaeten Nachmittag an unserem 9 Plaetze umfassenden Zeltplatz auf. Noch waehrend wir alles fuer die Nacht vorbereiteten, traffen sich alle anderen Platzrentner in den Duenen zu einem Drink bei einem Plausch mit gleichzeitiger Walbeobachtung. Wenig spaeter gesellten wir uns dazu, um mal „Hallo“ zu sagen, verschwanden jedoch wenig spaeter bereits zu einem Strandspatziergang, welcher sich bis zwei Stunden in die Dunkelheit hinein zog. Meine Stirnlampe hatte ich wenige Tage zuvor, das erste Mal in Australien, mit neuen Batterien gefuettert.

Spinne

Waehrend ich umher leuchtete, fielen mir ueberall kleine baeuliche Reflektionen auf. Bei naeherem Hinsehen entpuppten sich diese Reflektionen als Spinnenaugen, was die Angelegenheit interessant machte. Es gab nicht einen Quadratmeter auf dem nicht wenigstens eine Spinne zwischen Cent- und Handflaechengroesse befand. Belustigt von der Spinnensuche kamen wir wieder ueber die Duenen zurueck an den Campingplatz, wo wir ploetzlich auf eine Meute aufgescheuchter Rentner trafen. Sie hatten unsere Flip Flops noch in den Duenen stehen sehen, uns jedoch vermisst und suchten daher besorgt nach uns. Stolz wollte ich einem der Opis meine Spinnenentdeckung mit der Taschenlampe vorfuehren. Wie ich erst spaeter herausfand, liessen sich die Reflektionen jedoch nur erkennen, wenn man selbst die Lampe am Kopf trug. Im Nachhinein will ich nicht wissen, was die Herrschaften wohl gedacht haben, als wir nach Stunden vom Strand zurueck kamen und irgendwas von ueberall leuchtenden Spinnenaugen faselten.

Nachdem wir am folgenden und letzten Strandtag im Park noch einem Rochen mit einer Spannweite von rund 2 Metern begegnet sind, weckte das meine Lust nach mehr. Ich entschied mich also noch mindestens einen Tauchgang am oertlichen Navy Pier zu machen.

Pier

Ich schlenderte also in die Tauchbasis des einzigen lizensierten Tauchanbieters, welcher die Tauchgaenge auf der Militaerbasis durchfuehren durfte. Leider war man etwas verunsichert, da ich nur lediglich seit auf den Tag 11 Jahren nicht mehr getaucht bin. So noetigte man mich also einen mehrstuendigen Auffrischungstest bestehend aus Theorie und Praxis im Schwimmbecken zu absolvieren. Gluecklicherweise liess sich noch ein bereits im Feierabend befindlicher Instruktor mobilisieren, sodass ich noch am gleichen Nachmittag den Kurs machen und am naechsten Morgen mit auf die Tour konnte. Die Auffrischung war also mit Leichtigkeit bewaeltigt und es sollte frueh am naechsten Morgen losgehen. Das Ziel war der bereits erwaehnte Navy Pier, welcher im kalten Krieg von den Amerikanern errichtet wurde, um 15km noerdlich von Exmouth einen der groessten Niedrigfrequenzsender der Welt zu bauen (woraus 1967 die Stadtgruendung resultierte).

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Diese Stahlkonstruktion ist unter Wasser stark mit Korallen jeder Art bewachsen und beherbergt neben Riesenzackenbarschen, Barrakudas, Seeschlangen und bis 3m grossen Haien noch jede Menge anderer Attraktionen. Nicht ohne Grund wird dieser Ort als einer der besten Tauchspots weltweit gehandelt. Nach einem Briefing verlegten wir also in einem Bus und einem Anhaenger voller prall gefuellter Druckluftflaschen auf die Militaerbasis, wo wir nach einer Passkontrolle endlich den Pier erreichten. Es folgte ein Tauchgang der jeden einzelnen der viel zu vielen Dollars wert war. Ich hatte wieder Blut geleckt und entschied mich kurz vor Abreise noch ein weiteres, wesentlich guenstigeres Angebot zu nutzen und zwei weitere Unterwasser-Exkursoinen in einer nahegelegenen Bucht zu unternehmen.

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Am drittletzten Tag in Exmouth sollte es so weit sein und ich quaelte mich unmenschlich frueh zur Tauchbasis. Schnell ging es in den Bus, welcher uns zum rund 50 Kilometer entfernt gelegenen Tauchboot bringen sollte. Nach etwa der halben Strecke erreichte uns jedoch der ernuechternde Anruf des Skippers, welcher freundlichst mitteilte, dass es an diesem Tag zum Auslaufen zu stuermisch sei. Etwas enttaeuscht drehten wir um und ich schob meinen Tauchgang auf den Morgen vor unserem Abreisetag. Leider sollte auch dieser Tauchgang mangels Teilnehmern ins Wasser fallen, man bot mir jedoch an, stattdessen am gleichen Tag zum gleichen Preis mit an den Pier zu kommen. Ich schlug sofort zu und freute mich auf zwei weitere geniale Tauchgaenge an diesem stark belebten Ort.

Der Wind hatte sich gelegt und wir fuhren erneut und erwartungsfroh auf die Militaerbasis. Als der Pier dann endlich zu sehen war, klappten sich jedoch spontan alle unsere Mundwinkel nach unten als wir den dortigen Seegang erblickten. Nahezu 2 Meter hohe Wellen brachen sich am Pier und sollten die Tauchgaenge zu einem gefaehrlichen Vergnuegen machen. Da sich die Verhaeltnisse an der dortigen Landzunge extrem schnell aendern koennen, beschlossen wir an Land noch eine Weile auf Besserung zu warten und uns derweil die Baeuche mit Kuchen, Fruechten und belegten Broten zu fuellen. Als sich jedoch die Lage nicht bessern wollte, stiegen wir mal wieder in den Bus und fuhren unverrichteter Dinge zurueck in die Stadt. Es konnte doch nicht sein, dass mir Exmouth noch die letzten Tauchgaenge verhagelt. So wollte ich einen letzten Anlauf an unserem Abfahrtstag wagen und hatte endlich das benoetigte Glueck. Alles ging sehr schnell. Das Briefing wurde aufgrund der guten, jedoch wackeligen Wetterbedingungen von 30 auf nur 3 Minuten verkuerzt und es ging im Eiltempo mit dem Bus aus der Stadt. Diesmal war uns das Wasser gnaedig und wir konnten zwei super Tauchgaenge durchfuehren und einiges Entdecken.

Nun war ich auch bereit Exmouth endlich zu verlassen und es ging keine 3 Stunden spaeter endlich wieder aus der Stadt, welche nicht unbedingt schlecht zu uns war, uns jedoch mittlerweile echt auf die Nerven ging.

Es gruesst das Tiefsee Monster Schroddi



Schroddis Tag 465 – Vier Jobs und ein Todesfall

14 08 2011

Ort: Km 7.562, Parkbank im Ortskern Exmouth
Ortszeit: Tag 64, 05.08.2011, 18.00 Uhr
Wetter: 23 Grad, sonnig
Anwesende: Sich kloppende Voegel

Nach den ersten Tagen Orientierungslauf in Exmouth ging es dann langsam an den ernsten Teil die Jobsuche. In der Stadt war unsere erste Anlaufstelle das schwarze Brett im Ortskern. Dort hingen zu unserer Freude einige Jobanzeigen aus, wie es uns zuvor von diversen Leuten Prophezeit wurde. Wir fotografierten alles ab und versuchten die entsprechenden Arbeitgeber heimzusuchen. Von den verantwortlichen Managern bekamen wir leider beinahe ausnahmslos zu hoeren, dass die ausgeschriebenen Stellen bereits besetzt waren. Anfangs zweifelten wir etwas an unserem Auftreten und hielten die Absagen nur fuer faule Ausreden, jedoch sollten wir zwei Tage spaeter feststellen, dass saemtliche Jobanzeigen nach der einwoechigen Aushangszeit wieder vom schwarzen Brett verschwunden waren. Es schien also als waeren wir lediglich einige Tage zu spaet in den Ort gekommen.

So blieb uns nichts anderes uebrig als einfach mal auf Verdacht saemtliche potentiellen Arbeitgeber abzuklappern. Zwei Tage und rund 30 Bewerbungen spaeter die deprimierende Ausbeute gleich Null. Daher entschieden wir uns kurzfristig erstmal im rund 40 km entfernten Cape Range Nationalpart abzutauchen, um dort ein wenig das groesste Kuestenriff der Welt zu erschnorcheln. Den kommenden Freitag wollten wir noch einmal Kontakt mit der Aussenwelt aufzunehmen, um zu checken, ob sich auch hoffentlich keiner der potentiellen Arbeitgebern gemeldet hat, um das folgende Wochenende mal ordentlich von den vergangenen 4 Wochen Urlaub entspannen zu koennen. Um dafuer noetogen Handy- und Internetempfang zu bekommen, fuhren wir also rund 55km zu einem auf einem Huegel gelegenen Leuchtturm. Ungluecklicherweise fanden sich tatsaechlich zwei Nachrichten auf meiner Mailbox.

Eine Tierarztpraxis, sowie ein Fish & Chips laden wollten Monique zum naechsten Wochenstart zum Probearbeiten haben. Waehrend Monique den folgenden Montag ihren ersten Arbeitstag hinter sich brachte, konzentrierte ich mich am Strand mental auf die anstehende Jobsuche meinerseits. Was stand fuer mich also noch zur Auswahl? Ich koennte erneut alle Campingplaetze abklappern, nochmal in den Restaurants vorstellig werden oder versuchen als Freiwilliger auf einem Tauchboot anzuheuern, um dabei einige Tauchgaenge abstauben. Nachdem ich diesen komplexen Sachverhalt mit einem entspannten Nickerchen in der Sonne analysiert hatte, stand ueberraschenderweise die Entscheidung fest, dass ich eigentlich gar keine Lust zum Arbeiten habe, jedoch die Tauchboot Idee gar nicht schlecht klang. Am naechsten Tag fuhr ich also auf der Suche nach dem kostenlosen Tauchvergnuegen saemtliche entsprechende Anlaufsstellen an. Schnell stellte ich fest, das die Frage nach einem Job mit panischer Abwehrhaltung beantwortet wurde. Fuegte man jedoch nachtraeglich das Wort ‚ehrenamtlichhinzu, atmeten die meisten erleichtert auf. Ungluecklicherweise sollte etwas derartiges jedoch ausnahmslos an meinen mangelnden Qualifikationen scheitern.

Mounique sollte auch nach dem Probearbeiten ihre Jobs behalten und ich verbummelte mir gemuetlich dieTage und wollte es anschliessend mit einer anderen Taktik versuchen. Getreu dem Motto: „Das Glueck ist mit den Faulen“, beschloss ich einfach, dass die Jobs eben zu mir kommen sollen, wenn ich schon nicht den Weg zu ihnen finde.

So liess ich ein Jobgesuch am oertlichen schwarzen Brett aushaengen und behielt entspannt mein Handy im Auge. Die naechsten Tage verbrachten wir einige Zeit mit Penny, Moniques Chefin aus der Fish & Chips Bude. Eines Abends sassen wir nach Feierabend im Aussenbereich, als es ploetzlich einen lauten Schlag tat und man einen Hund herzzerreissend jaulen hoerte. In diesem Moment hatte es Bonsai, Pennys Deutsche Dogge/Irischer Wolfshund-Mischling auf ein Kraeftemessen mit einem herannahenden Auto angelegt.

Bonsai

Der Hund hatte sich offensichtlich etwas in der Schulter gebrochen und blutete deutlich aus dem Brustkorb. Die schnell zur Hilfe gekommene Polizei bot sich gleich an, den Hund an Ort und Stelle zu erschiessen, jedoch wollten wir das Tier erstmal zum Tierarzt bringen. Ungluecklicherweise befand sich an diesem Wochenende keiner der zwei hiesigen Aerzte im Ort. So bekam Bonsai erstmal Schmerz- und Beruhigungsmittel und eine Taxifahrt im Polizeiauto zurueck zum Lokal. Dort gelang es uns nach stundenlangen Kompressenhalten die Blutung weitestgehend zu stoppen und stabilisierten dem armen Kerl soweit, dass er das Wochenende ueberleben wuerde, um am Montag dann endlich in der Praxis vorstellig zu werden. Dort liess man das arme Tier schweren Herzens nach zwei langen Tagen einschlafen. Den kommenden Nachmittag nutzten wir dann, um eine feierliche Beerdigung des kanpp 50 Kilo schweren Bonsai in den Sandduenen zu begehen.

Spaeter zurueck am Lokal hielt ganz unvermittelt ein Auto mit einem bulligen Stafford Terrier auf der Ladeflaeche neben uns. Der kleine, irgendwie lustig aussehende Fahrer war uns schon oefter begegnet, sprang aus seinem Auto und merkte an, dass wir ja auch ueberall nur rumhaengen und offensichtlich nichts zu tun haben. Recht hatte er (zumindest was mich betraf) und fragte uns, ob wir nicht Lust haetten, ueber den Tag fuer etwas Geld auf seinen Hund aufzupassen. Ich schlug sofort zu und freute mich schon auf stundenlange Spatziergaenge auf Kinderspielplaetzen mit meiner Kampftoele.

Die naechsten Tage passierte jedoch in der Hinsicht nicht viel. So begann ich vor Lauter Langeweile Moniques hoffnungslos ueberforderten Chefin rund um das Lokal zur Hand zu gehen. Irgendwie war in Exmouth alles nicht so gelaufen, wie wir uns das Gedacht hatten. So liessen wir bei der oertlichen Werkstatt fuer еnglaublich guenstige330 Dollar unsere defekte Wasserpumpe am Auto richten und planten wenige Tage spaeter wieder aufzubrechen.

Am Tag als ich dann endlich den ersehnten Werkstatttermin antreten konnte, klingelte unerwartet mein Handy. Es war Graig, der Kampfhundbesitzer, welcher fuer den restlichen Tag seinen Hund loswerden musste. Ich sagte zu und bekam gesagt, wo ich schnellstmoeglich Buddy, den Stafford abholen konnte. So lief ich anschliessend zur oertlichen Schule, wo ich meinen Schutzbefohlenen an Graig’s Auto im Schatten angebunden vorfand.

Da ich bis dato noch keine Erfahrung im Entfuehren von Kampfhunden hatte, tastete ich mich langsam heran und siehe da, es funktionierte. Etwas verwirrt drehte sich Buddy immer wieder um und wusste nicht so recht, wie ihm geschieht. Dennoch liess er sich von mir ziehen, wo ich mit ihm hin wollte, naemlich zum nahegelegenen Lokal, wo Monique bereits auf uns wartete. Im Hof angekommen verschloss ich das Gate und konnte das Kraftpaket mal von der Leine lassen. Er machte direkt deutlich, was er von der Aktion hielt und schiss gepflegt mitten in den Hof. Als er dann anschliessend versuchte durch den Zaun zu entkommen, daemmerte mir, dass es wohl doch nicht so leicht verdientes Geld werden koennte, wie ich mir das vorgestellt hatte. Zu dritt brachen wir dann anschliessend auf, um Monique puenktlich um 9 Uhr zur Arbeit zu bringen. Von da an standen mir noch rund 6 lange Stunden mit meinem Zugtier bevor. Da Buddy weder rasten wollte, noch besonders begeistert schien, entschloss ich mich mit ihm eine lange Strandwanderung zu machen. Nach einem recht beschwerlichen und pausenlosen Weg in der prallen Sonne, kamen wir nach rund 3 Stunden halb verdurstet wieder am Fish & Chips Shop an, wo wir uns beide erstmal eine Erfrischung goennten. Auch nach dieser Strecke liess sich Buddy nicht beruhigen und jaulte nach wenigen Minuten unueberhoerbar nach Herrchen. So blieb mir also nichts anderes uebrig als weiter mit ihm spatzieren zu gehen. An meinen Fuessen hatte ich mittlerweile dicke Blasen von den Flip Flops und versuchte daher weitestgehend Barfuss weiter zu laufen. Wir drehten also eine weitere lange Runde am Strand. Als meine Fuesse irgendwann nicht mehr wollten, liess ich mich im Schatten einer Palme nieder und endlich schien auch Buddy mal etwas muede zu werden. So sassen wir einige Minuten friedlich im Schatten und entspannten. Als ueberraschend mein Handy klingelte. Es war ein Touristenresort, welcher eigentlich Monique zwecks Arbeit sprechen wollte. Ich teilte ihnen mit, dass sie derzeit arbeiten ist und vermutlich keinen Job mehr brauche. So bot man also mir einen Job an. Bereits resigniert sagte ich, dass wir voraussichtlich in wenigen Tagen die Stadt verlassen wuerden und wuenschte ihr einen schoenen Tag. Irgendwie hatte mich der Anruf jedoch neugierig gemacht und ich beschloss mit Buddy noch mal einen Abstecher im Resort zu machen.

15 Minuten spaeter schlug ich voellig verdreckt und verschwitzt mit Vollbart und aermellosen Shirt wie der letzte Mensch in der Rezeption auf und traf auf Bronwyn, der dortigen Managerin. Sie erzaehlte mir etwas von einem Hausmeister Job, was wirklich interessant und nach leicht verdientem Geld klang. So verbliebt ich mit ihr, dass ich noch kurz Ruecksprache mit meiner Reisebegleitung halten wolle und mich dann wieder bei ihr melde.

Kurzer Spatziergang

Kurzer Spatziergang

Also schleppte mich Buddy anschliessend wieder zur Tierarztpraxis, um puentlich zu Feierabend Monique abzuholen und gemeinsam wieder zurueck zum Lokal zu gehen, wo wir meinen Vierbeiner mit einer mittlerweile beachtlich lang heraushaengenden Zunge endlich wieder mit Fluessigkeit versorgen konnten. Nach 6,5 Stunden, rund 20km und mindestens 4 Blasen kamen ich mit meinen wunden Fuessen endlich an meinem Ziel an.

Auch Buddy musste unsere Tour mittlerweile ganz ordentlich zugesetzt haben. Er kippte sich einen halben Liter Wasser hinter die Binde, legte sich in den Schatten und liess die Welt mal Welt sein. Selbst als sein Herrchen vorbei kam, um den Kleinen endlich abzuholen, hatte er kaum noch die Kraft sich ueber irgendwas zu freuen, legte sich auf die Ladeflaeche des Autos und schlief weiter. Ich hatte dieses Kraftpaket also besiegt, jedoch nicht ohne deutliche Kampfspuren. Urspruenglich wollte mir Graig fuer meine Dienste 40 Dollar da lassen, als ich ihm jedoch meine Geschichte erzaehlte, die Blasen zeigte und er seinen erschreckend erschlagenen Hund sah, packte ihn wohl das Mitleid und er drueckte mir letztendlich 50 Dollar in die Hand. Hey, hey, mein erstes (zugegebenermassen hart) verdientes Geld in Exmouth! Nachdem ich endlich mein Zugtier los war, stand ein letzter Marsch des Tages an. Naemlich zur Werkstatt, um endlich wieder einen fahrbaren Untersatz zu bekommen.. Damit fuhren Monique und ich dann zum Touristenresort, um Bronwyn die frohe Botschaft zu ueberbringen, dass wir nun doch noch einige Wochen in Exmouth bleiben wuerden und ich den Job annehme. Bei der Gelegenheit hakte auch Monique gleich noch nach, ob nicht fuer sie

Des Hausmeisters Spielplatz

Des Hausmeisters Spielplatz

auch noch etwas Arbeit abgreifbar sei. Wie es der Zufall will, bekam sie zu ihrem Glueck noch ein paar Vormittage woechentlich als Zimmermaedchen angeboten und schlug zu. Fuer sie passte es nun perfekt. Vormittags Arbeit im Resort, Nachmittags in der Tierarztpraxis und abends dann in der Frittenbude. Ich hatte die letzten Wochen nun wirklich genug ruhige Kugeln durch die Gegend geschoben und bekam nun auch Lust wieder zu arbeiten.

So klapperte ich erneut die einzigen beiden Restaurants ab, die gross genug sind, um eine reine Spuelkraft zu unterhalten. Irgendwie sollte mein Timing nicht ganz gluecklich sein. Im italienischen Restaurant hatte man erst den Tag zuvor einen neuen Tellerwaescher eingestellt, nachdem ich gross die Werbetrommel ruehrte, notierte man sich doch mal meine Nummer, falls sich der Neue als Niete erweisen wuerde.

Am folgenden Tag klingelte dann mein Handy und ratet mal, wer da dran war 🙂

Yep, so schnell hatte ich ploetzlich meinen zweiten Job, der mir nahezu zugeflogen ist. Mit beiden Jobs sollte ich in Kuerze ein Vermoegen verdienen koennen.

Nachdem ich tags drauf von Acht bis 16 Uhr meinen Hausmeisterpflichten im Resort nachgekommen war, begab ich mich bereits eine Stunde spaeter ins Restaurant, um den Abend mit Spuelhaenden ausklingen zu lassen.

Entgegen meiner Erwartungen handelte es sich jedoch um Teller Waschen in seiner reinsten Form und hielt mich nonstop fuer die naechsten gut 7,5 Stunden in Atem. Zur Geisterstunde verliess ich dann abgeschlagen den Italiener und war mir sicher, dass 15,5 Stunden taeglicher koerperlicher Arbeit fuer einen alten Sack wie mich einfach zu viel waren. Damals war ich noch jung und brauchte das Geld aber mittlerweile bin ich zu alt fuer den Scheiss und muss meine alten Knochen schonen. Also schmiss ich den Tellerwaescher Job bereits am naechsten Tag und konzentrierte mich weiterhin auf mein Koennen als Hausmeister.

Bereits nach einigen Tagen frass mir meine Chefin Bronwyn aus der Hand und am Ende unseres rund zweiwoechigen Arbeitsintermezzos wollte sie uns gar nicht mehr gehen lassen.

Auch Moniques Chefin Penny liess uns nicht gerne gehen, da wir mittlerweile ein wichtiger Bestandteil ihres Ladens waren und wir die Lokalitaet in ehrenamtlicher Arbeit ordentlich aufgehuebscht haben.

So hatte ich als Hundesitter, ehrenamtliches Allround-Talent, Hausmeister & Landschaftsgaertner und Tellerwaescher in zwei Wochen noch beinahe ungewollt 4 Jobs abgegriffen.

Soll doch mal einer behaupten das Glueck sei nicht mit den Faulen…

Es gruesst der faule Schroddisack