Schroddis Tag 149 – Warum meine Achselhaare strafbar sind
30 09 2010Ort: Barbeque Platz am Kanal, Mooloolaba
Ortszeit: 24.09.2010, 22.00 Uhr
Wetter: 20 Grad, Mondschein
Anwesende: Sich zankende Fledermonster und vielleicht Spinnen….irgendwo *aaahh*
Eine ganze Weile ist es nun her, dass ich was hab von mir hoeren lassen. Dies liegt jedoch nicht daran, dass ich die Lust zum Schreiben verloren habe, sondern, dass ich einfach die letzten Wochen nicht mehr zur Ruhe gekommen bin.
Nachdem ich durch die typisch australisch-chaotischen Zustaende ploetzlich meine beiden neuen Jobs beim Italiener und im Cafe bekommen und nebenher beim Mexikaner und gelegentlich fuers Hostel gearbeitet habe, war ich mit rund 60 Wochenstunden “leicht“ ueberarbeitet und habe ein Problem bekommen alle meine Schichten unter einen Hut zu bekommen.
Nach knapp 2 Wochen habe ich mich letztendlich entschieden, meinen Job bei Italiener an den Nagel zu haengen. Meine Kuendigung ist mir im zweiten Anlauf geglueckt, war jedoch schwieriger als den Job zu bekommen.
Soweit ich weiss habe ich leider bisher mein dortiges Gehalt noch nicht bekommen. Sobald mein bei Ebay bestellter Bombenguertel ankommt, werde ich mal hoeflich nachfragen, wann ich denn mit einer Zahlung rechnen kann.
So blieben mir noch das Hostel (Arbeit im Bootcamp), mein geliebter Fregar Algo Sportclub und das Nacktcafe.
Mein letzter Einsatz im Bootcamp bestand darin, dass ich in etwa 6 Metern Hoehe auf einer Leiter stehend meine ersten Erfahrungen mit einer Flex sammelte. Wer mich kennt weiss, dass eine Flex gaaar kein gutes Spielzeug fuer Schroddi ist, dennoch ging alles gut.
Da ich nun im Nacktcafe in der Regel wesentlich mehr arbeite als auf meinem Dienstplan steht. Fehlt mir derzeit auch ein bisschen die Zeit fuer bezahlte Suizidversuche im Bootcamp.
So gehe ich wieder ausschliesslich meinem Hauptberuf nach, in dem ich den ganzen Tag fast ausschliesslich von leichtbekleideten, jungen Frauen umgeben und grundsaetzlich feucht bin. Nebenher mache ich, was man mir im Befehlston zubruellt oder zaehrtlich ins Ohr fluestert.
Richtig, Teller waschen!
So kam es dann vor, dass ich morgens um 7 Uhr startete, mit 30 Minuten Pause bis 18 Uhr im Cafe durcharbeitete und anschliessend direkt zum Mexikaner ging, um dort nonstop bis 22.30 Uhr weiter zu spuelen. Nach diesen Tagen mit bis zu 16 Stunden kam ich in der Regel wie ein Zombie ins Hostel zurueck gewackelt und fiel nach einer Dusche einfach nur noch ins Bett.
Nachdem Freddy, mein Vorgaenger bei Montezumas letzte Woche total abgebrannt aus Neuseeland wieder kam, habe ich ihm den Job wieder zurueckgegeben, da wir abgesprochen haben, dass ich es nur vertretungsweise uebernehme.
So bleibt mir noch einer von zuletzt 4 Jobs, was mir aber absolut ausreicht.
Wie ich in meinem letzten Eintrag bereits geschrieben habe, hatte ich auch nicht erwartet, dass meine damalige Jobsituation laengerfristig anhaelt.
Im Cafe musste ich mich gehoerig umorientieren, da ich zuvor meinen eigenen Fregar Algo-Uebungsraum hatte und nun lediglich eine kleine Spuelnische mit einem absoluten Unterangebot an Stauraum habe. Neben dem Spuelen gehoert zu meinem Aufgabengebiet die Tische abzuraeumen und gelegentlich Essen und Kaffees zu servieren.
So habe ich ein schwarzes (arbeitsbedingt in der Regel nasses und mit Essensresten verdrecktes) Shirt zu tragen. Fuer mich war es anfangs etwas schwer zu akzeptieren, dass ich mit Essensresten an den nassen Armen und der Kleidung klebend Eessen servieren sollte. Aber gut, ist im Endeffekt nicht meine Entscheidung. Da ich anfangs mit einer Teilzeitstelle gerechnet hatte, habe ich mir erstmal nur drei Shirts gekauft, was sich spaeter mit 5-6 woechentlichen Schichten natuerlich als zu wenig herausstellte.
Da mir dann eines Tages wie erwartet die sauberen Shirts ausgegangen sind und ich kein Cafe-Shirt haben kann, da die gerade nicht auf Lager sind, habe ich meine Chefin gefragt, ob ich mit einem schwarzen Shirt mit Motiv kommen kann. Von Ihrer Seite war es ok. In meinem bewohnbaren Kleiderschrank fand sich dann noch ein Motiv- und Aermelloses Shirt. Am naechsten Morgen ging ich dann mit diesem und einem dreckigen Arbeitsshirt im Gepaeck zur Arbeit.
Als ich in der Kueche ankam und Pulli auszog, erntete ich von allen Seiten nur entsetzte Blicke. Offensichtlich nicht aufgrund meiner extrem austrainierten Oberarme, sondern wegen meinem aermellosen Shirt. Meine Chefin fragte mich, ob ich nicht ein anderes Shirt mit Aermeln dabei habe, da ich aermellos kein Essen servieren duerfe. Etwas unglaeubig fragte ich sie, warum ich das nicht duerfe.
Ein Kollege erklaerte mir dann etwas beschaemt, dass es gesetzlich verboten sei mit Achselhaaren und aermellosen Shirt Essen zu servieren. Bei Rueckenwind koennte ja ein Achselhaar ins Essen fliegen. Ich muesse mir also nun die Achseln rasieren oder das Shirt wechseln. So servierte ich halt an diesem Tag das Essen in meinem verdreckten Shirt vom Vortag.
Aufgrund der etlichen Kakerlaken in der Kueche und der Tatsache, dass wir u.A. Blattspinat mit in einer untertemperierten Waschmaschine gewaschenen Putzlumpen abdecken war ich wirklich verwundert, dass in Australien doch etwas aehnliches wie Hygienevorschriften existieren.
Bis auf die Tatsache, dass ich gelegentlich meine faulen Arbeitskolleginnen manchmal in der Luft zerreissen koennte, habe ich mich aber ganz gut in meinen neuen Job eingelebt.
Lange habe ich es nicht fuer voll genommen, mittlerweile habe ich jedoch selbst feststellen muessten, dass Australier scheinbar ausschliesslich arbeiten, um ihre teuren Hobbies zu finanzieren und aus dem gleichen Grund auch keine Zeit fuer Ueberstunden haben. Darueber hinaus ist Teamwork mehr oder minder ein Fremdwort, da es in diesem Zusammenhang dazu kommen kann, dass man den einen oder anderen Handgriff ausserhalb seines Aufgabengebietes machen muss. Immerhin hat das zur Folge, dass es wirklich keine Kunst ist, mit „deutschem Fleiss“ zu glaenzen. So steht auf einigen Autokennzeichen nicht ohne Grund „Relax, it’s Queensland“ geschrieben
Da sich das Konto nun langsam wieder fuellt, geht es daran Plaene fuer die weitere Reise zu machen. Schliesslich muss ich verhindern, dass sich doch mal eine konstante Lebens- und Arbeitssituation einstellt.
Kategorien : Reiseberichte, Schroddi










