Schroddis Tag 122 – Der uebers Wasser ging und zwischen Baeumen hing
28 08 2010Ort: Balkon, 2. Stock, Mooloolaba Backpackers, Mooloolaba
Ortszeit: 28.08.2010,12.00 Uhr
Wetter: 22 Grad, sonnig
Anwesende: Niemand, ungewohnte Stille
Nachdem ich mich die letzten Wochen mit Fregar Algo fit gemacht habe, wurden mir leider meine woechentlichen Trainingseinheiten von 6 auf 3 zusammengekuerzt. Daher war es mal wieder Zeit, mich nach einem zweiten Extremsport umzusehen.
Wie ueblich passierte alles wieder ganz unverhofft.
Samstag Morgen kurz nach 9 Uhr tat es einen Schlag und unsere Rezeptionistin stand im Raum. Mit verschlafenen Augen versicherte ich mich visuell, dass sie trotz des Laerms nicht durch die Wand gekommen ist.
Im gleichen Moment bekam ich mitgeteilt, dass ich in einer halben Stunde vier Maedels das Stand up Paddeln beizubringen habe. Ohne jegliche Reaktion abzuwarten war sie auch schon einen Augenblick spaeter wieder verschwunden – zum Glueck ohne ein Loch in der Wand zu hinterlassen…
So sprang ich als erstes in meine Badehose und schleppte mich zu meinem morgentlichen Marmeladentoast.

Jesus letzter Gang uebers Wasser fuehrte ihn zum oertlichen Gebrauchtwagenhaendler (Szene nachgestellt)
Anschliessend ging es mit den Maedels zum etwa 50m entfernten Kanal, wo sie zuerst die Theorie vermittelt bekommen, was natuerlich auch einen Hinweis auf die im Kanal befindlichen (nicht ganz ungefaehrlichen) Tiere beinhaltet. So erlaeuterte ich, dass es u.A. Stachelrochen, Quallen und Haie (kein Witz) im Kanal gibt. Gerade wegen den Haien wurde ich natuerlich erschrocken angeguckt.
Nachdem wir etwa eine halbe Stunde durch den Kanal gepaddelt sind, tauchten ploetzlich zwei Rueckenflossen direkt vor unseren Boards auf. Geschockt von dem vermeidlichen Anblick zweier Haie waere einer meiner Schuetzlinge beinahe vom Brett gefallen. Zu ihrer Beruhigung gehoerten diese Flossen nur Delfinen, die sich auch gerne mal im Kanal tummeln.
Am Sonntag wieder das gleiche Spiel, diesmal leider ohne Delfine. Ab Montag war dann der eigentliche, „ehrenamtliche“ Paddelboard Instructor wieder da und diese Joboption hatte sich leider erledigt. Da ich nun nur vertretungsweise ab und zu uebernehme.
Bei der dienstaeglichen Mietverhandlung mit unserer durch Waende gehenden Rezeptionistin fragte ich dann nach einer entsprechenden Mietermaessigung aufgrund der geleisteten Paddelstunden.
Sie drehte sich zum zufaellig anwesenden Hostel- (und dank mir aufgepimpten Ententeich-)Besitzer um und fragte, ob ich freie Unterkunft bekomme.
Er bejahte dies mit dem Hintergrund, dass das Hostel bald Surfstunden anbieten will und ich u.A. die Leute zu den entsprechenden Straenden fahren soll. Auf die Frage, wann die Surfstunden eingefuehrt werden sollen, konnte mir aber noch keiner so genau eine Antwort geben. Ich solle erstmal ein paar Leute zum Fussballspiel zwischen unserem und dem Colundura Hostel fahren.
Leider sagten unsere Gegner rund 20 Minuten vor Spielbeginn ab, als wir bereits im Auto sassen. So spielten wir halt gegen uns selbst. Ungluecklicherweise wurde ich dadurch zum Mitmachen verdonnert und habe das erste Mal seit bestimmt 10 Jahren wieder Fussball gespielt. Hart verdientes Geld….Kann ich mich jetzt eigentlich schon Profifussballer schimpfen, weil ich fuer’s Spielen bezahlt wurde?
Nach etwa einer Stunde war das Spiel Deutschland-Frankreich-Schottland gegen Deutschland-Frankreich-Irland-Brasilien vorrueber. Endstand war mir unbekannt und egal. Hauptsache endlich vom Platz….
Die naechsten Tage fragte ich taeglich an der Rezeption, was zu tun sei und raeumte so die Putzleute-Huette und die Werkstatt-Huette auf, sortierte Fahrradschloesser und schleppte Hochbetten in Einzelteilen durch die Gegend.
Das unumstrittene Wochenhighlight war dann allerdings ein erneuter Einsatz im Bootcamp. Ich wusste absolut nicht, was zu machen war, wurde nur gefragt, ob ich schwindelfrei sei…
Mit zwei weiteren Jungs fuhr ich dann zum Damm. Unterwegs besorgten wir beim Verleih u.a. eine benzinbetriebene Stihl-Flex. Am Camp angekommen verduennisierte sich Dallas gleich mit der Flex und freute sich ueber sein neues Spielzeug ein Loch ins Knie.
Mit Kev bekam ich dann die Aufgabe mitten im Wald an einem Kletternetz die ausgefransten Enden zu verbrennen. So zuendelten wir dann mit einem Feuerzeug und einem Teelicht herum. Mit einem Teelicht zu klettern ist eine Herausforderung, macht aber keinen Spass, wenn einem dabei heisses Wachs den Arm hoch laeuft – Keine gute Idee…
Nach und nach machten uns auch die etwas aufdringlichen Moskitos zu schaffen, welche dafuer gesorgt haben, dass mich neben meinem bis heute anhaltenden Muskelkater auch noch ein fieses Jucken der Arme an diesen Job erinnern.
Nachdem wir diese Arbeit beendet und auch den Weg zurueck ins Camp gefunden hatten (mein Kollege wollte ein zweites Feuerzeug besorgen und kam nach einigen Minuten zurueck, weill er den Weg aus dem Wald nicht mehr fand), ging es zum mittleren Seilgarten in etwa 2-3 Metern Hoehe. Ich hatte echt Spass, mich dort entlang zu hangeln und einige Sachen mit Klebeband zu fixen. Nachdem die Arbeit, sowie unsere anschliessende Mittagspause vorbei waren, bekamen wir einen Hueftgurt in die Hand gedrueckt und wurden zum Hochseilgarten gefuehrt, welcher sich im bis zu 15m Hoehe zwischen den Baeumen befand.
Kev meldete sich freiwillig auf die Seile zu gehen und ich hatte auch keine Einwaende. So plagte ich mich unten weiter mit den Moskitos ab, versuchte nicht in Spinnennetze zu laufen (die u.A. auch in Gesichtshoehe mitten ueber den Weg gespannt waren) und behielt meinen bibbernden Kollegen im Auge, der sich Todesmutig und mit voller Buchse ueber den Parcours hangelte.
An der ersten Gabelung nutzte er die Moeglichkeit schnellstmoeglich wieder runter zu kommen und schickte mich hoch. Grundsaetzlich habe ich ja kein Problem mit Hoehen, so lange ich angeseilt bin. Allerdings traute ich dem Sicherungssystem nicht ueber den Weg und die Tatsache, dass wir den Parcours checken sollten, einige verrotteten Tritte vorfanden und vermutlich seit Ewigkeiten die Ersten waren, welche auf diesen Kabeln standen, gab mir auch nicht wirklich ein sicheres Gefuehl.
Zu guter letzt ist alles gut gegangen und wir konnten Feierabend machen. Allerdings war unser Flex-Freund nicht mehr aufzufinden. Nach einem kurzen Anruf von seinem Arbeitgeber kam er dann um die Ecke. Angeblich habe er uns gesucht. Tatsaechlich war er schon seit Stunden fertig mit der Arbeit und lag schlafend in der Ecke.
Mit allen diesen Jobs habe ich mir etwas mehr als die Unterkunft der vergangenen Woche erarbeitet. Diese Woche gab es aber leider keinen Job fuer mich, was bedeutet, dass ich vermutlich bald zwei Wochen Miete auf einmal auf den Tisch legen muss…
Irgendwie ist das ja auch nix. Ich glaub ich sollte mir mal wieder einen neuen Job suchen…
Es gruesst
Cliffhangers kleiner Bruder
Kategorien : Reiseberichte, Schroddi










