Schroddis Tag 3 – Melbourne City

30 04 2010

Ort: Zimmer 10, Oembia Hostel, Melbourne
Ortszeit: 30.4.2010, 20.30 Uhr
Temperatur: 15 – 18 Grad, heiter bis wolkig mit kurzen Schauern
Anwesende: Ein Holzfäller, eine Scheintote und ich

Nabend,

da bin ich wieder, endlich auch wieder nüchtern und ohne Kopfschmerzen.
Die letzte Nacht war ein bissi heftig, hat aber wunderbar gegen den Jetlag geholfen.
In der Hinsicht waren die Tipps der Anderen ja gar nicht so übel.

Freizeitpark für Schaafe

Freizeitpark für Schaafe

Um 10 Uhr waren wir schon mit meinem Onkel in der City von Mebourne verabredet. Nach rund 30 Minuten Staßenbahnfahrt kamen wir pünktlich dort an und haben uns auch direkt gefunden.
Dummerweise konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich gerade stehen und Maggus sah auch noch nicht so wirklich fit aus. Dennoch wollten wir was von dem Tag haben und starteten nach einem Kurzbesuch im Touristenzentrum unsere Tour in einer Kunstgallerie, wo neben Kunstwerken der Ureinwohnern auch verschiedene Gemälde der letzten 150 Jahre, sowie ein paar neumodische, abgefahrene Sachen ausgestellt waren.

Weiter ging es nach einer kurzen Einweisung in den örtlichen Bahnhof mit einem Gang durch diverse Gässchen, welcher in Einer Shopping Mall zum Mittagessen endete. Von dort aus fuhren wir wieder mit der Straßenbahn zum Queen Victoria Market, wo wir uns locker eine Stunde die Füße platt liefen. Ich habe in meinem leben noch nicht einen derart riesigen Markt gesehen. Preislich war es auch die mit Abstand günstigste Einkaufsmöglichkeit, die wir bisher gesehen haben(z.B. 1 Kg. Kartoffeln oder Äpfel für ca. 2 Euro). Nachdem wir unsere nächste warme Mahlzeit in Einzelteilen besorgt hatten, besichtigten wir noch kurz eine Kirche. Auffällig waren hier der dekorativ in Marmor gekleidete Bewegungsmelder und die Videoübertragung vom Altar in auf einen Flachbildschirm in den Vorraum.

Anschließend begaben wir uns Richtung unserer Tram für den Heimweg. Unbemerkt in die falsche Tram eingestiegen fuhren wir so eine ganze Weile, bis wenigstens die Anderen feststellten, dass wir irgendwie nicht so richtig in die richtige Richtung fuhren. Also, erstmal aussteigen und rätseln. Nachdem wir dann einige Stationen wieder zurück gefahren waren, wurden wir uns trotzdem nicht ganz einige, welche Bahn dann nun die Richtige für uns wäre. So stiegen wir nun in zwei verschiedenen Trams ein, um zu sehen, wer es dann als erster zum Hostel schafft.

Während Meggy und Maggus am örtlichen Strand landeten, hatte ich Glück und erwartete die beiden grinsend am Hostel.

Lümmeltüte für altersschwache Gebäude

Lümmeltüte für altersschwache Gebäude

Gegen die Skyline Melbournes ist Mainhattan echt Pille Palle. Interessant finde ich vor allem, dass hier überall moderne Gebäudekomplexe direkt neben uralte Häuser gestellt werden. Um Das ganze noch auf die Spitze zu treiben, baut man nun die neuen Gebäude einfach um die Alten rum.

Wer sich also schon über die deutschen Bauämter und Städteplaner aufregt, sollte definitiv keinen Fuß auf diesen Kontinent setzen. Hier wird Stilbruch groß geschrieben.

Kurze Anmerkung an die ATGler: Die Spurbreite scheint hier meines Erachtens zu variieren. Solte ich hier bald mal einen Zollstock in die Finger bekommen, werde ich das ganze dann mal fachmännisch prüfen (hoffentlich ohne mich überfahren zu lassen) 🙂

So weit für heute vom vermuskelkaterten Frosti-Schroddi



Schroddis Tag 2

29 04 2010

Ort: Zimmer 10, Oembia Hostel, Melbourne
Ortszeit: 30.4.2010, 7.42 Uhr
Anwesende: Ich (mindestens zweimal)

Einen wunderschönen, verkaterten guten Morgen,

der zweite Tag ist nun rum, allerdings erst seit wenigen Stunden und ich spüre ihn noch deutlich….
Irgendwie war es ein recht ruhiger Tag. Nach etwas Morgensport und einem ausgedehnten Frühstück, was für mich relativ untypisch ist, haben wir….Boa, was war gestern eigentlich?

Ich stehe noch etwas neben mir. Nachdem wir gestern gegen Mittag bei der Bank waren und nach einigen Schwierigkeiten unsere Konten eröffnet hatten, waren wir noch etwas einkaufen und setzten uns anschließend aufs Zimmer. Ich fing an die Straßenbahnpläne zu studieren, was mit einem noch andauernden Jetlag wohl keine gute Idee war. Es dauerte keine 5 Minuten bis mir die Augen zu fielen und ich seelisch schlummerte. Als ich nach etwa einer Stunde, gequält von Alpträumen, wieder aufwachte, schlummerten die beiden Anderen ebenso seelisch. Ich schlich mich also aus dem Zimmer und saß unten etwas herum, bis diverse andere Leute eintrudelten und wir munter schnackten.

Einige schleppten plötzlich unmengen an „billigem“ Wein und Früchten an. Aufgrund des schlechten Wetters stand eine San Gria an. Ich hatte mir vorgenommen den Tag bis mindestens 22 Uhr durchzuhalten. Als ich dann gegen drei Uhr begann fließend Irisch zu sprechen, hat dann irgendwann der letzte Funken Vernunft gesiegt und ich bin auf allen vier Brustwarzen ins Bett gekrochen, nachdem ich (mit Stirnlampe) die getrocknete, auf meinem Bett liegende Wäsche sortiert und zusammengelegt hatte. Das muss ein Bild für die Götter gewesen sein.

Nun, ca. 4 Stunden später werde ich mich mal unter eine kalte Dusche stellen und hoffen, dass ich bald wieder geradeaus gucken und den Tag genießen kann.

Es grüßt der drunken Master aus dem Bette



Australische Geisteraustreibung

28 04 2010

Heute morgen kopfte es an der Tür und der freundiche Ghostbuster bat sich an unser Zimmer von Geistern zu befreien.

Wir ließen ihn rein und er fand einige Geister der Klasse Jettes Lagges.

Seht selbst….

Ghostbuster



Schroddis Tag 1 nach Ankunft

28 04 2010

Ort: Victorianisches Wohnzimmer unseres Hostels
Ortszeit: 28.4.2010, 6.30 Uhr
Anwesende: Nur die hässliche Hauskatze und ich

Guten Morgen,
die erste Nacht auf der anderen Seite der Welt ist rum. Zumindest für mich. Der Rest des Hostels schlummert noch oder will zumindest nicht aufstehen.

Wie fühlt es sich an auf der anderen Seite der Welt zu sein? Nun ja, irgendwie hätte ich es mir etwas anders vorgestellt.

Nachdem wir feststellen mussten, dass die meisten Hostelbewohner Deutsche sind und wir von der guten Seele unseres Hauses als nächste Einkaufsmöglichkeit einen ALDI genannt bekommen haben , wusste ich wieder, warum ich bei den meisten Abschieden immer sagte: „Bin doch nicht weit weg“. Zmindest fühlt es sich wirklich nicht so an. Zum Frühstück gibt es später ungarische Salami und einige weitere Dinge, die einem nicht ganz unbekannt sind. Am Telefon habe ich auch bereits gesagt bekommen, dass es nicht so klingen würde als wäre ich am anderen Ende der Welt.

Unser Flug war wirklich anstrengend und fing auch recht turbulent an. Am Check In-Schalter angekommen, wurden wir von einem Polizisten erstmal ohne Gründe wieder weggeschickt. Kurze Zeit später haben sie dann die Schalterhalle gesperrt. Wie sich herausstellte wegen eines herrenlosen Gepäckstücks, dass erstmal vom Bombenräumkommando untersucht wurde. Glücklicherweise haben sie die Flache O-Saft anschließend nicht sprengen müssen. So versuchten wir anschließend einzuchecken, was sich auch als komplizierter herausstellte als gedacht. Leider musste ich feststellen, dass ich meine verschweißten Bundeswehr-Streichhölzer nicht mitnehmen durfte. Eine der beiden Packungen hatte ich schnell zur Hand, wusste jedoch nicht wo das Zweite ist und ließ es einfach mal drauf ankommen.

An der Security-Schleuse wurde Meggy anschließend wegen ihres Pfeffer-Sprays gestoppt, welches sie auch bei ihren letzten Flügen in die USA immer dabei hatte!? Nachdem dies bei der Flughafenpolizei in vertrauensvolle Hände gegeben wurde, konnten wir in letzter Minute endlich in unseren Flieger steigen, wo wir uns fasziniert mit dem Bord-Entertainment beschäftigten und erstmal mittels unserer im Sitz integrierten Spiele-Controller eine Runde Tetris auf unseren eigenen Monitoren gegeneinander spielten.

Der Flug zog sich unheimlich und wir bekamen kaum ein Auge zu. Bei dickem Nebel und Dauerregen in Seoul angekommen, machten wir es uns erstmal in einer Raucher-Lounge bequem und versuchten irgendwie die knapp 6 Stunden Wartezeit rum zu bekommen. Währenddessen stellten wir fest, dass die freundlich Dame am Frankfurter Check in die Tickets für den Weiterflug von Meggy und mit beide auf meinen Namen ausgestellt wurden. Nachdem wir das korrigieren lassen hatten, ging es nun einige Stunden später endlich weiter.

Diesmal hatten wir mit unserem Flieger leider nicht ganz so viel Glück. Anstatt einer persönlichen Spiele- und Multimedia-Konsole in jedem Sitz, gab es nur einen großen Fachbildschirm für alle, auf dem ich dann an Ende verzweifelt eine Reportage über Weinanbau in Österreich sehen musste.

So blieb uns nichts anderes übrig als krampfhaft zu versuchen etwas zu schlafen, was uns dann zeitweise auch mehr oder minder gelang.

In den frühen Morgenstunden war es dann soweit. Der Landeanflug auf unser Ziel begann und äußerte sich bei einem Blick aus dem Fenster in einem unglaublich beeindruckenden Lichtermeer mit dem Namen „Melbourne“. Nach der Landung hinterließ ich meine Sabberspuren an der Fensterscheibe ihrem Schicksal und stellte mich nach einem letzten Einkauf bei Duty Free bei der Passkontrolle an. Alles lief wirklich reibungslos. Nachdem wir unsere begehrten Stempel hatten, lag unser Gepäck bereits auf dem Band für uns bereit und es ging durch die Tür in die schöne, neue Welt, wo uns bereits men Großonkel mit seiner Frau erwartete.

Nach einem Wabbelsandwich und den ersten gescheiterten Konversationen in Englisch (meinerseits), machten wir uns dann zum Shuttle-Bus in Richtung unseres Hostels.

Vorbei an der beeindruckenden Skyline von Melbourne und dem ersten Blick auf das Meer kamen wir dann nach etwa einer Stunde an unserem Ziel an.

David zeigte uns direkt alles Wissenswertes rund um unsere neue Herberge. Nachdem wir unsere Rucksäcke nach dem Prinzip der chaotischen Lagerung enteert hatten, machten wir uns auf einen kleinen Spatziergang, der uns auf direktem Wege zum Strand führte. Eider war es bei rund 18 Grad und baldigem einsetzenden Nieselregen etwaskalt, um gleich ins kühle Nass zu springen. Also machten wir uns direkt zum Einkauf unseres Abendessens.

Anschließend verbrachten wir den Nachmittag auf den Bänken vor unserem Hostel und lernten viele unserer Mitbewohner kennen. Zu meiner Begeisterung bestätigte sich alles, was ich bereits über das Backpackervölkchen gelesen hatte. Es waren ausnahmslos echt sympathische Leute, mit denen man schnell warm wurde und direkt über Gott und die Welt plauderte, wirklich ganz anders als im stockesteifen Deutschland.

Gequält vom Jetlag, der uns allen echt zu schaffen machte, versuchten wir uns wenigstens bis in die Abendstunden wach zu halten, was uns mehr oder weniger gelang. Ich legte zum Beispiel ein unfreiwilliges Schläfchen beim Umspeichern meiner Telefonnummern im Wohnzimmersessel hin.

So versuchten wir anschließend unseren Jetlag mit den heimischen Biersorten zu bekämpfen, was eigentlich ganz gut gelang. Nachdem uns Maggus ein leckeres Abendessen zauberte, verweilten wir noch ein paar Stunden bis wir total platt ins Bett fielen. Leider haben wir ein Bett zur gut befahrenen Straße hin, wo permanent irgendwelche V8 Maschinen mit nicht unbeachtlichem Tempo entlang ballerten. In der ersten Nacht sollte uns das aber nur bedingt stören. Dennoch war meine Nacht heute morgen kurz nach 6 Uhr beendet. So sitze ich jetzt hier, während sich die anderen beiden mittlerweile zum morgentlichen Jogging verabschiedeten. Dazu hat mich bisher kein Oberfeldwebel zwingen können, also werden die beiden es garantiert auch nicht schaffen 🙂

Heute steht auf dem Plan, uns mal über die örtlichen Bankgepflogenheiten schau zu machen. Unser Bargeld neigt sich schon langsam dem Ende zu, weshalb wir in der Richtung langsam tätig werden sollten.

So weit mal für heute…

Es grüßt der Schroddi im Morgenrot



Wir kamen auf der anderen Seite der Welt an…kamen wir?

28 04 2010

Da fliegt man soweit, wie man nur kann und dann sowas….

Foto018



Was man so lernt -2- (Seoul Sista)

26 04 2010
  • Korean Airlines hat spitzenmaessigen Service
  • Das Inflight Entertainment System stuerzt ab wenn man gegen den Schachcomputer gewinnt
  • Heineken kostet am Flughafen von Seoul schlappe 8 Euro die Flasche
  • Raucherraeume sind gut besucht aber eher schweigsam
  • Wifi kostet nichts ist aber auch nicht gerade das schnellste
  • CS Gas sollte man vor dem Flug AUF JEDEN FALL aus dem Handgepaeck entfernen auch wenn man damit schon mehrfach durch die Kontrollen kam
  • Auch sehr freundliche Servicekraefte am Flughafen stellen manchmal Tickets doppelt aus und geben einem das Falsche mit
  • Das Bombenraeumkommando am Flughafen Frankfurt entschaerft fachmaennisch herrenlosen Orangensaft
  • Packsaecke fuer den Rucksack bringen einem nur etwas wenn man Loecher fuer die Airlinebanderole reinbohrt


Es geht los …

25 04 2010

So jetzt ist alles zu spät. Was jetzt nicht eingepackt ist bleibt da. Was nicht abgemeldet ist läuft ins Leere. Wer nicht verabschiedet wurde guckt dumm aus der Wäsche. Was bekannt ist liegt hinter uns und das Neue vor uns. In etwa einer halben Stunde geht es ab zum Flughafen und auf ins Abenteuer am anderen Ende der Welt. Meine Fresse, wer hat sich das nochmal ausgedacht? Achja, Schroddi … mal sehen ob ich das in drei Monaten immer noch für eine gute Idee halte. Und tschüß Deutschland, wir seh’n uns. Und jetzt raus!



Eyjafjallajökull

18 04 2010

Update 6:
Als Ersatzflug wurde uns am Dienstag der 4.5.2010 genannt. Da dies inakzeptabel war, haben wir unsere Kontake spielen lassen und kurz mit Chuck Norris gesprochen. Wir sind nun auf Sonntag, den 25.4.2010 eingebucht und werden endlich starten, wenn uns das A(r)schloch nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht.

Update 5:
Dienstag 20.04.2010 – Zeit bis zum Abflug who cares anymore, I fucking do.

Wow, also der staubige Tod ist wenigstens schön anzusehen.

Update 4:
Dienstag 20.04.2010 – Zeit bis zum Abflug ?

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Don't fuck with the mountain, mountain will fuck back.

Update 3:
Dienstag 20.04.2010 – Zeit bis zum Abflug 18 Stunden
Flug ist lt. Webseite des Flughafens annulliert.
Auch die Website von Korean Air spuckt unter Flight Status ein „canceled“ aus.
Wenigstens ist man sich einig. Freut euch Deutschland.
Ihr habt uns noch ein paar Tage. *kotz*
Vulkan: #Eylaffju #ashtag

Update 2:
Kommando zurück. Offenbar war der gestrichene KE906 nur der tägliche Flug zwischen Frankfurt und Seoul. Es besteht also noch die Chance das bis Dienstag wieder freigegeben wird.

Update:

Nach den aktuellen Informationen (Montag 19.04.2010 0:45Uhr) ist unser Flug KE906 Frankfurt – Incheon abgesagt worden. Geht ja prima los. FFFFFFFFUUUUUUUU

Nein auf meiner Tastatur macht keine Katze Breakdance. Dieses unförmige Gebilde aus schlecht zusammengesetzten Buchstaben entstammt dem isländischen und bedeutet soviel wie „verfickter Scheissberg der Hunderttausenden auf den Sack geht“ (sinng.). Eigentlich sollte man meinen das wir im 21. Jahrhundert so etwas wie einen Notfallplan hätten, oder wenigstens Systeme um solche Ereignisse frühzeitig zu erkennen oder aber zumindest mal fundierte wissenschaftliche Methoden um das genaue Ausmaß zu bestimmen. Stellt sich raus: Haben wir nicht, garnichts davon. Wer es noch nicht mitbekommen hat; ich spreche natürlich vom Schrecken der Sieben Lufträume, Schwarzberg der Grimmige. Im Land der Feen und Gnome, der Dampfkraftwerke und Eiskappen (Island)  bricht ein Vulkan in einem Gletscher aus und beschert uns ein All-You-Can-Breathe Staubfestival. Seit dem 15. April kann so gut wie kein Flugzeug in Europa mehr starten oder landen; geschweigedenn drüber fliegen.

Warum mich das interessiert? Tut es garnicht. Ende des Texts … Quark, ist natürlich Bullshit. Ich und meine beiden Mitreisenden verfolgen gebannt die Entwicklung der Vulkankatastrophe denn unser geplanter Ausreisetermin nach Australien wird dadurch beinträchtigt. Eigentlich sollte es kommenden Dienstag losgehen. Aktueller Stand (Sonntag 18.04.2010 – 11:25Uhr) ist dass alle Flüge von Frankfurt/Main bis einschließlich Sonntag 20:00 Uhr abgesagt sind. Wissenschaftler können keine Aussagen dazu machen wann es denn besser wird und gehen davon aus dass es auch gegen Anfang der Woche nicht viel besser aussieht. Unsere Spitzenbananenrepublik bringt es lt. unserem Verkehrtminister [sic] Ramsauer fertig bereits Montag Abend ein Flugzeug starten zu lassen dass tatsächlich mal nachkuckt ob da was ist. So bleibt nur abzuwarten und ggf. schonmal das Hostel zu stornieren. Es scheint wirklich so als würde sich die Welt mit aller Gewalt dagegen wehren wollen dass unser kleines Chaos-Abenteuer zu Stande kommt (oder aber genau richtig losgeht).

So sah der Berg übrigens am 15.04.2010 aus als das Ganze Flugchaos mit den Eruptionen begann (das Bild war schon so auf dem Kopf und stammt von hier).

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Angry Mountain is Angry

Meine persönliche Theorie ist ja die folgende (Achtung Folienhüte basteln und aufsetzen):

Nachdem der kommunistische Parteiführer President Chocolate Thunder mit Moskau’s Marionette Medwedew quasi eine Waffenallianz gegen die bösen Muselmanen eingegangen ist (glaubt doch keine Sau da ging es tatsächlich um Abrüstung, selbst Reagan DER Überrepublikaner hat schon in den Siebziger die VOLLSTÄNDIGE Abschaffung der in Europa stationierten Atomwaffen propagiert –mal nachlesen– Nein, da geht es um gemeinsames Eintreten gegen den Irano-/Pakistunischen Komplex) hat man erstmal die polnische Staatsregierung entsorgt die ja lange Zeit mit ihrer Zustimmung zu den Plänen für einen in Europa stationierten Raketenabwehrschild provoziert hatte. So als trotziger Gartenzaun zwischen Deutschland und Russland war Polen ja schon immer irgendwem im Weg. Diesmal eben dem US Imperium. Als Rentiere getarnte FSB Agenten haben erstmal eine beeindruckende Demonstration hingelegt wie man mit einer Nebelwand Flugzeuge los wird. Das ganze wurde dann, US typisch, um ein vielfaches ausgebaut. Da in Island nach dem Zusammenbruch der Finanzwirtschaft ja ein Datenfreihafen entstehen solle bei dem u.a. Einrichtungen wie WikiLeaks Zuflucht finden sollten, konnten die Amerikaner das natürlich nicht auf sich sitzen lassen und haben als qualmenden Pferdekopf Europa den Vulkan ins Bett gelegt. Völlig frei von aufdringlichen Geschäftsreisenden und schädlichen Luftpostimporten kann sich jetzt die amerikanische Wirtschaft etwas erholen während in Europa Milliarden an Umsätzen bei den Fluggesellschaften vernichtet werden. Es freuen sich Autovermieter, Tankstellenbetreiber, Reedereien und die Deutsche Bahn.

Doch was hat das alles mit uns zu tun? Nicht viel. Es bleibt jetzt eben noch mehr Zeit sich solche hirnrissigen Gespinste aus dem Kopf zu schreiben und wenn das so weiter geht womöglich auch noch in der nächsten Woche. Da kann man herzlich wenig machen und ich warte auch lieber ab bis der Spuk vorrüber ist als dass ich am Ende in einem Flugzeug sitze das (wie hier zu sehen) verklebte Triebwerke hat weil die Vulkanasche geschmolzen ist und diese sich an den Triebwerksteilen festgesetzt hat.

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Clerasil, man bringe mir Sandpapier und Clerasil

Wir halten uns auf dem Laufenden ob es denn nun Dienstag weiter geht oder auch nicht. In diesem Sinne eine kleine Weisheit aus dem Al-Kaida Trainingslager:

Nicht gleich in die Luft gehen wenn es mal nicht gleich in die Luft geht.



Die Erde kotzt sich aus…wir kotzen mit

17 04 2010

Nachdem die letzten Tage ohnehin alles etwas unrund läuft und es mal hier und mal da schlechte Nachrichten gibt, sind wir nun absolut begeistert, dass Mutter Erde den Entschluss gefasst hat, sich in Island auszukotzen und damit den gesamten europäischen Flugverkehr lahmzulegen.

Wir freuen uns auf das, was noch kommt.

So far

Schroddi mit Heuschnupfen oder Ascheallergie?!



UPDATE: Soundtrack

10 04 2010

Auf der Baustelle EZ-OZ geht es nun wieder ein Stück voran.

Nachdem leider bisher kein Soundtrack für unser Leben geschrieben wurde,  gibt es ihn nun jedoch wenigstens für unseren Trip.

Auf der entsprechenden Seite werden sich zukünftig alle Sounds finden, welche uns bewegen, begleiten und aus der Seele sprechen.

Lehnt euch zurück, atmet lässig durch die Hose und lasst euch vom Klang des Abenteuers berieseln.

Keep on rocking

Schroddi



Hilfe, mein Leben ist eine Kiste

7 04 2010

Während sich unser Trip aufgrund der Währungsschwankungen im rasanten Tempo verteuert, (wer weiß, ob wir es uns in zwei Wochen noch leisten können) ist endlich ein weiterer Meilenstein geschafft, vor dem ich echt Bammel hatte.

Nachdem ich bis Montag früh um 5.30 Uhr mein heilloses Chaos in Kisten verpackt habe, ging es gute zwei Stunden später darum, meinen ganzen Krempel den Berg runter zu schubsen. Da ich leider keine kugelförmigen Umzugskisten bekommen habe, blieb uns so nichts anderes übrig als die Sachen das erste Stück zu tragen und anschließend mit der Seilwinde den Berg herunter zu lassen.

Dank meiner Helfer, welchen ich an dieser Stelle noch einmal 1000 Dank für die tolle Unterstützung und die leckeren Würstchen sagen möchte, war das auch an einem halben Tag geschafft.

Um den Umzug und den damit verbundenen Muskelkater etwas länger genießen zu können, haben wir mein Gerümpel vorläufig in der Garage am Fuße des Bergs gepuffert und ich habe mich den Rest des Tages erstmal anderen Aufgaben gewidmet.

Am nächsten Tag haben wir dann in aller Frühe den Lkw geholt. Zu meiner Überraschung durfte ich sogar den Brummi lenken. So rollte ich dann voller Begeisterung mit meinem neuen Gefährt vom Hof, um etwa 5 km weiter festzustellen, dass der Garagenschlüssel noch im Auto auf dem Platz der Autovermietung liegt.

Wieder in Bad Soden angekommen freute ich mir ein Loch nach dem anderen ins Knie, weil sich einfach alles so perfekt in dem Lkw stauen ließ. Mit Knien wie schweizer Käse ging es dann Richtung Lager, vorbei an der im Bau befindlichen, neuen Startbahn, welche ich evtl. zukünftig öfter zu sehen bekomme…ATGler wissen, wovon ich rede :-s

Dort bekamen wir dann meine erschreckend kleine Kiste zur Verfügung gestellt. Als machten wir uns daran die Kiste möglichst effektiv zu packen, was sich als gar nicht so einfach herausstellte. Wer schon einmal Tetris im Level 12 gespielt hat, weiß wovon ich spreche….

Zu unser aller Überraschung passte alles mit Ausnahme meines überdimensionalen Sofas, des ergonomisch durchgesessenen Stuhls und der unten abgebildeten Armprothesen in diese eine popelige Kiste mit 6 cbm Volumen.

Da ich für das Sofa keine 400 Euro extra zur Lagerung zahlen wollte, entschied ich mich spontan den Trümmer wieder mitzunehmen und anderweitig zu entsorgen. Mein Stuhl ist glücklicherweise noch bei Maggus im Keller untergekommen und das Sofa wechselt morgen für einen Schnäppchenpreis den Besitzer.

Der Lkw ging ohne sichtbare Beschädigungen zurück und ich war irgendwie traurig wieder in einen handelsüblichen Kleinwagen steigen zu müssen. Am liebsten wäre ich im stehen gefahren, um weiterhin den Überblick zu haben.

Anschließend freute sich eine Dusche freute sich anschließend über meinen Köper und ich ließ diesen Tag mit einem wundervollen Muskelkater ausklingen.

Erkenntnisse des Umzugs:

  1. Auch mit einem Lkw sind Burnouts möglich (bis die Antischlupf-Regelung greift)
  2. Tankdeckel sind bei Iveco auf der Fahrerseite
  3. In einer Halle mit Kunstgegenständen wird niemand getragene Unterwäsche klauen…selbst, wenn die von mir ist^^
  4. Als Kind habe ich entschieden zu selten Tetris gespielt
  5. Meine dunkle Vergangenheit passt in eine 6 cbm Kiste
  6. Auch als Obdachloser kann man glücklich sein
Anleitung zur Hausstandkomprimierung

Anleitung zur Hausstandkomprimierung



Das Leben kann schwer sein … wenn man es auf dem Rücken trägt

3 04 2010

Ich möchte an dieser Stelle auf die kaum gekannten Gefahren des Reisens hinweisen. Immer häufiger hat eine Langzeitreise den vorzeitigen kreisrunden Wohnausfall zur Folge. Dieser zeigt sich insofern sich der Kleiderschrank spontan lichtet. Morgens im Bad hält man Büschel von Haaren oder kunstoffartigen Schäumen in den Händen und schrubbt damit die Wanne. Ist man erst einmal so geschwächt fängt man sich leicht mal einen sogenannten „Trepper“ ein. Bei dieser heimtückischen Infektion fühlen sich die Arme an als würde man den ganzen Tag kistenweise schwere Gegenstände transportieren, das Hirn martert unter der Aufgabe (für diese imaginären Gegenstände einen Platz zu finden) vor sich hin, die Beine bewegen sich unkontrolliert in einer stechschrittartigen Akkordmotorik die höchstens von den Schweißausbrüchen ablenkt die einen beständig ereilen. In einer besonders schweren Form -dem „Dachberger Syndrom“- kommt es vor, dass sich die Symptome in einer gefühlten Schräglage äußern. Die typischen Erkrankungstufen verlaufen bei solchen Patienten in einer 45%-igen diagonalen Steigung.

Es kann zu staubfarbigen Verfärbungen an den Handflächen, Druckstellen an Knien und Schultern sowie zu kurzfristiger Langatmigkeit als auch langatmiger Kurzfristigkeit kommen. Nach einigen Wochen beginnt der Körper den eigenen Wohnraum verstärkt abzustoßen und wird von parasitären insektenähnlichen Organismen (Verwandte der Termiten) befallen. Am häufigsten sind dabei Infektionen mit „Vermiten“ (Ixodes Conductionis) oder „Nachmiten“ (Psocoptera Monetis). Eine stationäre Behandlung ist nicht anzuraten. Am besten werden die „Miten“ über längere Zeit ausgehungert und sich selbst überlassen. Ein bereits aufgetretener Befall mit Vermiten oder Nachmiten ist daran zu erkennen das beim Wirt verstärkter Putz- und Reparaturtrieb ausbricht und  längst überfällige Mechanismen in Gang gesetzt werden. Auslöser hierfür ist vermutlich eine psychologische Unterform des Überlebendsdrangs, man spricht hierbei von „Kautionserhaltungstrieb“.

Nach schleichender Unbehaglichkeit und schlaflosen Nächten folgt in der Regel 2-3 Wochen vor der Abreise eine kaum zu lösende Verstopfung im Hausflur oder umliegenden Lagerräumen. Diese kann medikamentös mittels Abführpaletten behandelt werden aber modernste Gentherapie erlaubt es heute diese Probleme bereits nach einmaliger Anwendung ausreichend einzudämmen. Das dazu entwickelte Verfahren bezieht sich auf Ansätze zur Manipulation zweier Erbsequenzen welche vom weissrussischen Scaniologen Nikolai Lastwa und seinem Iranischen Kollegen Bashir Farhen (getrennt voneinander) entwickelt wurden. Erst durch die späte Kooperation der beiden konnte der Durchbruch erzielt werden dem wir heute die rasche Genesung vieler Betroffener zu verdanken haben: das „Lastwa Gen/Farhen Gen“-Verfahren.

! VORSICHT !
Sollte eine Infektion mit Vermiten/Nachmiten und Wohnraumversiegelung zeitgleich erfolgen ist dies häufig begleitet von nächtlichem Schüttelfrust und Schwindelgefühl welches bei Terminvereinbarungen auftritt. Sollten die Symptome nicht innerhalb von einer Woche nachlassen, fragen sie ihren Spediteur oder Lageristen. Bei der Einnahme von Transportkist Akut Forte können als Nebenwirkungen Durchfall oder Erbrechen von Gegenständen auftreten.
! VORSICHT !

Als Folgeerkrankungen ist das bekannte Reisefieber stark vertreten. In südamerikanischen Reiseländern (z.B. Kolumbien, Peru) ist dagegen der Wanderschnupfen stärker verbreitet. In der Nordwest-europäischen Flachebene ist das Jahr über der Heuschnupfen ebenfalls ein bekanntes Phänomen, viel häufiger ist dort jedoch, statistisch betrachtet, der Grashusten.

Kommen wir abschließend zu einem Thema das mich persönlich betrifft. Viel zu lange wurden wir Betroffenen als Personen verunglimpft die in der Bäckerei Brötchen eintüten (Backpacker). Der maligne Rückenmarkstumor ist kein Thema über das man so hinfällig Witze macht. Schon garnicht wenn man gerade hingefallen ist. Der dramatische Verlauf der Enkrankung beginnt mit den voran genannten Teilsymptomen und ist nur sehr schwer vorab zu diagnostizieren. Im fortgeschrittenen Verlauf des Wohnausfalls tritt für gewöhnlich in der Therapiephase der Wohnraumversiegelung, als Nebenwirkung der Abführpaletten, starkes Blähgefühl auf. Am Rücken des Patienten bildet sich eine Geschwulst aus, in der sich Abfallstoffe und verschiedene Gewebesorten anlagern die vom Patienten nicht vollständig abgetoßen werden können. Unter immensem Druck verdichtet sich das Material und bildet gurtartige Metastasen aus. Die Farbe einer solchen Verwachsung kann von Orange über Rot bis hin zu nekrotischem Schwarz variieren. Die Ausbreitung ist für gewöhnlich unvermeidlich und muss vom  Patienten genauestens beobachtet werden weil sich sonst auch auf dem Bauch zusätzliche Eastpocken ausbilden können. Sowohl die Schultern als auch die Hüfte werden früher oder später befallen. Eine Heilung gibt es nicht, die Forschung arbeitet in Zusammenarbeit mit Gebrauchtwagenhändlern und Herbergsvätern seit Jahren an einer langzeitwirksamen Therapie. Leider können wir heutzutage lediglich kurzfristige Abhilfe schaffen und Menschen in ihrer wahrlich schweren Zeit beistehen.

ACHTUNG: Falls sie eine feige Pienze sind, einen schwachen Magen haben oder irgendwie sonst verweichlicht sind soll Ihnen dies eine Warnung sein. Im Anschluss folgt ein Foto meiner Operation bei dem mir der Rückengeschwulst entfernt und auf den Operationstisch in seine Bestandteile zerlegt wurde. Das Bild ist nicht für schwache Nerven oder weiche Knie. Leider wächst es schon wieder nach und im nächsten Jahr werde ich mir eine erneute Entfernung wohl nicht zumuten können.

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Verschiedene gewebeähnliche Ansammlungen

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v.l.n.r. verschiedene Stoffplanen, Metallteile, Schnüre, das entfernte Metanom